Käthe-Kluth-Stipendium
Die Universität Greifswald fördert den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs. Eine besondere Förderung ist das Käthe-Kluth-Stipendium. Es wird seit 2007 jährlich an Nachwuchswissenschaftlerinnen vergeben, die habilitiert sind oder sich bereits in einem Habilitationsverfahren befinden, und bei denen auf Grund der Leistungen mit einer Berufung an eine Universität gerechnet werden kann. Die Universität will den Frauenanteil an den Professuren erhöhen. Das Stipendium ist nach der Anglistin Käthe Kluth benannt, der ersten Professorin an der Universität Greifswald.
Während der Anteil der Promotionen von Frauen sich kontinuierlich entwickelt und im ersten Halbjahr 2008 bei 43 % liegt, wurde in diesem Zeitraum nur eine von 19 Habilitationen von einer Frau abgeschlossen. Da die Habilitation nach wie vor eine große Bedeutung für die wissenschaftliche Karriere hat und für eine Berufung noch immer ein entscheidendes Kriterium ist, will die Universität mit dem Käthe-Kluth-Stipendium Frauen ermutigen, eine Hochschullaufbahn einzuschlagen und sie dabei unterstützen.
Ausschreibung für das Käthe-Kluth-Stipendium 2012
Bewerbungen und Vorschläge sind bis zum 15.10.2011 im Rektorat einzureichen.
Bitte beutzen Sie den Link zum Ausschreibungstext.
Preisträgerinnen 2011
Die Universität Greifswald verlieh am 17. Juni 2011 das Käthe-Kluth-Stipendium an drei junge Nachwuchswissenschaftlerinnen:
Ein Vollstipendium ging an Dr. rer. med. Nele Friedrich von der Universitätsmedizin. Die 30-jährige Biomathematikerin gilt als hervorragende Wissenschaftlerin, die nach ihrer Dissertation 2007 schon im April 2010 ihre Habilitationsschrift fertig gestellt und eingereicht hat.
Zurzeit arbeitet sie als Leiterin einer Arbeitsgruppe in der Epidemiologie und hat 2010 ihren ersten eigenen DFG-Antrag gestellt. Mit dem Stipendium will sie ihre wissenschaftliche Selbstständigkeit zielstrebig vorantreiben.
Teilstipendien wurden an Dr. med. Pia Körner, ebenfalls von der Universitätsmedizin, und Dr. phil. Kerstin Knopf von der Philosophischen Fakultät vergeben.
Preisträgerinnen 2010
Am 28. Mai 2010 verlieh die Universität Greifswald das Käthe-Kluth-Stipendium an drei junge Nachwuchswissenschaftlerinnen: Dr. Chiara Piazzesi, Dr. Nicola Neumann und Dr. Tanja Pfeiffer. Die Verleihung fand im Rahmen der Verleihung Akademischer Grade statt.
Die Philosophin Dr. Chiara Piazzesi genießt bereits international hohes wissenschaftliches Ansehen. Mit der These ihrer Habilitationsschrift „Macht Liebe sehend?“ gewann sie 2009 den ersten Preis des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover. Ihr Forschungsprojekt „Lieben als Erkennen. Interdisziplinäre Untersuchung des kognitiven und ethischen Potentials der Liebe“ wurde u. a. von der Thyssen-Stiftung unterstützt. Ihre beeindruckende Publikationsliste wird durch fünf Monographien angeführt. Neben ihrer Muttersprache Italienisch spricht sie fließend Deutsch, Englisch und Französisch. Ab Juli 2010 wird sie für ein halbes Jahr eine Gastprofessur an der Universität von Curitiba in Brasilien antreten.
Die Psychologin Dr. Nicola Neumann habilitiert sich mit dem Thema „Neurophysiologie herausragender intellektueller Fähigkeiten bei autistischen Savants“. Die zweifache Mutter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Physiologische und Klinische Psychologie. Ihre Veröffentlichungen erschienen in renommierten Zeitschriften.
Die Biologin Dr. Tanja Pfeiffer forscht auf dem Gebiet der Fortpflanzungsstrategien von Pflanzen. Neben zahlreichen Projekten beschäftigt sie sich in ihrem Habilitationsvorhaben mit „Reproductive strategies in clonal plants – trade-offs, functions and consequences“ und kann auf gut platzierte Publikationen verweisen.
Preisträgerin 2008
Während der Verleihung Akademischer Grade wurde am 21. November 2008 das "Käthe-Kluth-Stipendium" an Dr. Haike Antelmann verliehen.
Die 39-jährige Naturwissenschaftlerin und Mutter zweier Kinder forscht am Institut für Mikrobiologie.
„Haike Antelmann hat außerordentlich erfolgreich gearbeitet. Man kann ohne zu übertreiben feststellen, dass sie die gelbasierte physiologische Proteomanalyse, so wie sie heute im Hause etabliert ist, wesentlich profiliert hat. Dabei hat sie nicht nur mit einem außerordentlichen Enthusiasmus und gesunden Ehrgeiz, sondern auch mit einem hervorragend entwickelten Gespür für attraktive wissenschaftliche Fragestellungen die Arbeiten vorangetrieben“, so Prof. Dr. Michael Hecker, Leiter des Instituts für Mikrobiologie.
Ganz besonders hervorzuheben sind ihre Arbeiten, die in Molecular Microbiology erschienen sind. Dies ist die anspruchsvollste Zeitschrift der Mikrobiologen weltweit: Rund 90 Prozent aller eingereichten Artikel werden von der Redaktion abgelehnt. Es gelingt nur wenigen Wissenschaftlern, hier die eigenen Arbeiten zu publizieren.
Die Wissenschaftlerin hat in mehreren EU-Projekten mitgewirkt hat, zuletzt sogar als Projektleiterin. Neben Vorträgen auf internationalen Fachtagungen hat sie Vorlesungen gehalten und ist verantwortlich für wichtige Teile in den experimentellen Großpraktika.
Preisträgerin 2007
Am 16. November 2007 wurde während eines akademischen Festaktes erstmals das "Käthe-Kluth-Stipendium" verliehen.
Preisträgerin ist Dr. Heike Kahlert, 36-jährige Chemikerin und Mutter dreier Kinder. Sie lehrt und forscht am Lehrstuhl für Analytische Chemie und Umweltchemie. Die gebürtige Brandenburgerin hat sich in einer Forschungsarbeit mit einer neuartigen Analysetechnik, die hochpräzise pH-Wert-Messungen direkt in Böden, in Lebensmitteln oder Oberflächen ermöglicht, beschäftigt. Sie hat inzwischen ihre Habilitation vollendet und verteidigt. Die Wissenschaftlerin hat in den vergangenen sechs Jahren über einer Million Euro Drittmittel eingeworben.
Prorektor Prof. Dr. Michael Herbst
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studierte in Stralsund und Rostock Englisch, Deutsch und Geschichte und erlangte 1927 die Promotion zum Dr. phil. an der Universität Greifswald. Zwischen 1930 und 1946 arbeitete sie als Studienrätin an der Oberschule in Pasewalk. In den folgenden sechs Jahren (1946-1952) wirkte Kluth als Lehrbeauftragte und Lektorin für Englisch an der Universität Greifswald, wo sie maßgeblich am Aufbau des Instituts für Anglistik mitwirkte. 1952 wurde sie die erste Professorin an der Alma Mater mit einem Lehrauftrag für das Fach Anglistik an der Philosophischen Fakultät. Seit 1956 leitete sie als Direktorin das Englische Institut. Drei Jahre später erhielt sie eine Professur mit vollem Lehrauftrag. 1962 wurde Prof. Dr. Käthe Kluth emeritiert.
