"Mein Lebensabenteuer begann mit Vineta."
Mit diesen Worten begann Preisträger Prof. Dr. Władysław Filipowiak seinen Vortrag während der Festveranstaltung zur Preisverleihung in der Aula der Universität Greifswald. Mit sehr persönlichen Worten schilderte er, wie ihn die Ausgrabungen deutscher Forscher in Wollin fesselten. Er suchte trotz furchtbarer Kriegserlebnisse den Kontakt zu deutschen Kollegen, um mit ihnen die Geschichte Pommerns zu erforschen.
Der polnische Altertumsforscher Prof. Dr. Wladyslaw Filipowiak (83) wurde 2009 für sein wissenschaftliches Lebenswerk mit dem deutsch-polnischen Preis Pomerania Nostra geehrt. Im kritischen Diskurs hat er in besonderer Weise die deutsch-polnische Verständigung gefördert.
Prof. Filipowiak hatte nach 1945 die Ausgrabungen der deutschen Forscher Karl-August Wilde und Otto Kunkel in Wollin auf Usedom fortgesetzt. Und noch immer forscht der pensionierte Wissenschaftler dort. Die archäologischen Fundstätten gelten spätestens seit den 30ger Jahren als der historische Ort der sagenumwobenen Stadt Vineta. Unter Filipowiaks Anleitung wurden weitere Reste eines Handwerkerviertels sowie die Zeugnisse mehrerer Hafenanlagen ausgegraben.
Prof. Dr. Wladyslaw Filipowiak war außerdem mehr als 50 Jahre Direktor des Nationalmuseums Szczecin (1955 - 2006). Unter seiner Leitung erweiterte das Museum seinen Bestand auch um das deutsche Kulturerbe Pommerns. Darüber hinaus knüpfte Prof. Dr. Filipowiak Kontakte zu Museen und Archäologen in beiden deutschen Staaten.
Die binationale Auszeichnung Pomerania Nostra
Ins Leben gerufen wurde der Preis 2003 von den Universitäten Greifswald und Szczecin sowie den Tageszeitungen Kurier Szczeciński (Szczecin) und Nordkurier (Neubrandenburg). 2009 traten die Städte Greifswald und Szczecin dem Stifterkreis bei. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.
Im Abstand von 2 Jahren vergeben, werden Persönlichkeiten geehrt, die sich auf den Gebieten der Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft oder Politik in hervorragender Weise für West- und Vorpommern verdient gemacht haben und damit den deutsch-polnischen Dialog fördern. Die bisherigen Preisträger sind Prof. Dr. h.c. mult. Berthold Beitz (2003), Prof. Krzysztof Skubiszewski (2005), Janina Jasnowska (Szczecin) und Prof. Dr. Michael Succow (Greifswald, beide 2007) sowie Prof. Dr. Władysław Filipowiak (2009).
Aus dem neuderdings erweiterten Stifterkreis gründet sich vor der jeweiligen Verleihung ein Ausschuss, der die Kandidaten vorschlägt und auszeichnet. Beide beteiligten Universitäten sichern dem Ausschuss die notwendigen Mittel für Beratungstreffen zu.
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