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Communitiy Medicine & Individualisierte Medizin

Mit der Community Medicine und Dentistry verfügt die Universität Greifswald über einen deutschlandweit einzigartigen Forschungsschwerpunkt. Die Community Medicine legt besonderes Augenmerk auf die allgemeinmedizinische Versorgung und die Prävention verbreiteter Erkrankungen. Sie verbindet damit die klassischen Disziplinen der Medizin, die primär auf die Behandlung bestehender Erkrankungen orientiert sind, mit den Gesundheitswissenschaften (Public Health), die sich vor allem mit körperlichen, psychischen und sozialen Risikofaktoren beschäftigen.

Der Forschungsschwerpunkt Community Medicine wurde 1995 basierend auf einer Empfehlung des Wissenschaftsrates etabliert und ist bundesweit einmalig.
Durch die enge Verknüpfung des Bereiches Community Medicine mit Molekularer Biologie und Medizin auf der einen und universitärer Hochleistungsmedizin auf der anderen Seite konnten Verbundprojekte eingeworben werden, die zur Erforschung von Krankheiten mit hoher Prävalenz in der Bevölkerung intensiv und umfassend beitragen werden.

Derartige Studien sind oftmals einzelfallsbezogen. Anders in Greifswald: die individualisierte Medizin widmet sich dem Thema Gesundheit in seiner ganzen Komplexität. So fanden in der SHIP-Studie (Study of Health in Pommerania), dem Kernstück des Forschungsverbundes Community Medicine, auch Einflussfaktoren wie Umwelt, Lebensführung und sozioökonomischer Status, Gene, körperliche und psychische Verfassung sowie medizinische Behandlungen Berücksichtigung. Die seit 1997 erfolgten Datenerhebungen (in Kooperation mit der Siemens AG) innerhalb von SHIP sind eine ideale Plattform, um die Forschung auf dem Gebiet der Individualisierten Medizin entscheidend voranzubringen. Ziel ist, die Datenbasis durch eine interfakultäre Zusammenarbeit weiter auszubauen und die gewonnenen Informationen mittels leistungsfähiger Informationstechnologie in medizinisch nutzbares Wissen zu verwandeln.

Unterstützt von leistungsstarken Computern und Bild gebenden Geräten arbeiten Forscher der Community Medicine und der Molekularen Medizin eng in dem (mit 14 Mio. € föderativ-finanzierten) Forschungsprojekt „Gani_Med: Greifswald Approach to Individualized Medicine“ zusammen. Hier werden innovative Analyseverfahren systematisch weiterentwickelt, die Aufschluss über individuelle Unterschiede bei der Entstehung, Fortschreitung und Behandlung von medizinisch und gesundheitspolitisch bedeutsamen Krankheiten geben können. Durch die enge Einbindung der klinischen Forschung wird in GANI_MED damit begonnen, vielversprechende Individualisierungskonzepte auf ihre Eignung für die Patientenbehandlung zu testen. Daneben befassen sich die Wissenschaftler mit ethischen und gesundheitsökonomischen Fragestellungen der Individualisierten Medizin. Mit der in dieser Form einmaligen umfassenden Herangehensweise wird sich der Forschungsstandort Greifswald als wichtiges und international ausstrahlendes Entwicklungszentrum für das zukunftsträchtige Feld der Individualisierten Medizin weiter profilieren können.

Flankierend zu diesen Projekten wurde im Jahre 2009 eine W2-Professur für klinisch-epidemiologische Forschung/Community Medicine eingerichtet. Aufgaben dieser Abteilung sind der Erhalt, die Pflege und die Verwertung der bislang in SHIP erhobenen Daten sowie der Erhalt und Ausbau der fachlichen Kompetenz bei der Planung, Durchführung und Auswertung weiterer nationaler und internationaler klinisch-epidemiologischer (Multicenter-)Studien.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im ZIK Fun-Gene
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im ZIK Fun-Gene

Weitere Beispiele für individualisierte Medizin an der Universität sind die Zentren für Innovationskompetenz ZIK HIKE (Humorale Immunreaktionen bei kardiovaskulären Erkrankungen), ein interdisziplinäres und interfakultäres Forschungszentrum, das die molekularen Ursachen von Immunerkrankungen untersucht, die zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen sowie ZIK FunGene (Funktionelle Genomforschung).

Der Arbeitsbereich Allgemeinmedizin realisiert die Verbindung zwischen Hochschulmedizin und hausärztlicher Praxis. Studierende der Medizin erhalten hier die Möglichkeit, sich bereits zu einem frühen Zeitpunkt mit den besonderen Aufgaben und den Herausforderungen der Allgemeinmedizin vertraut zu machen. Der Aufbau einer integrierten und praxisbezogenen Ausbildung an der medizinischen Fakultät der Universität Greifswald steht bei der Umsetzung der neuen Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) im Vordergrund. Das besondere Profil der Community Medicine fördert die kooperative Entwicklung von Lösungsstrategien, wirkt interdisziplinär sowie integrativ und erleichtert wesentlich den Einstieg in das Berufsleben.

Dieses Ziel verfolgt auch ein neuer Studiengang, der seit dem WS 2006/07 an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät angeboten wird:
der Master of Science in Health Care Management (MSc HCM) richtet sich an Absolventen verschiedener Fachrichtungen. Ziel der Ausbildung ist der Erwerb vertiefter Kenntnisse in Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomik sowie weiterer grundlegender Fächer (z.B. Epidemiologie, Public Health, Medizinische Terminologie). Die Absolventen sollen Gesundheitssysteme gestalten und Gesundheitsdienstleister (z.B. Krankenhäuser)
führen können.

Diese Aktivitäten werden fachlich ergänzt und erweitert durch die Arbeit des seit Anfang 2009 besetzten Heinz-Nixdorf-Lehrstuhls „Gesundheit und Prävention“ am Institut für Psychologie. Tätigkeitsschwerpunkte hier sind die Gesundheits- und Präventionsforschung bei chronisch kranken Kindern und alten Menschen sowie Untersuchungen zu personalisiertem Gesundheitsmonitoring/Telemedizin. Gerade für den Arbeitsbereich Telemedizin gibt es enge Kontakte zu den Nachbardisziplinen (neben den medizinischen werden auch die rechtlichen und ökonomischen Aspekte untersucht). Dies gilt auch für die Kriminologie, wo neben Juristen, Medizinern und Psychologen auch Erziehungswissenschaftler tätig sind.

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in der Helmholtz-Gemeinschaft bündelt bundesweit die wissenschaftliche Kompetenz auf dem Gebiet von Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer. Neben dem Kernzentrum Bonn existieren vorerst sechs leistungsstarke Partnerstandorte. Am Standort Rostock/Greifswald kooperiert das DZNE mit den Universitäten und Universitätskliniken im Center for Integrated Dementia Care Research (CIDC). Ziel ist es, M-V als eine Modellregion für die Auswirkung des demografischen Wandels zu untersuchen, den demenzbedingten Bedarf an medizinischer und pflegerischer Versorgung zu erfassen und neue Versorgungsnetzwerke zu entwickeln, umzusetzen und auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.


KONTAKT

Dekanat Medizinische Fakultät

Fleischmannstraße 8
17475 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 86-5000
dekamed@uni-greifswald.de


Letzte Änderung: 24.11.2010 13:58
Verantwortlich: Pressestelle


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