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Forschungsschwerpunkt Plasmaphysik

Die Plasmaphysik in Greifswald besitzt eine ca. 90-jährige Tradition und wird heute durch das Institut für Physik der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und die außeruniversitären Forschungsinstitute, das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) und das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP), Teilinstitut Greifswald, getragen. Damit ist Greifswald das Zentrum der Plasmaforschung in Europa.

Auf dem Gebiet der Niedertemperatur-Plasmaphysik werden sowohl die physikalischen Grundlagen dieser Plasmen als auch deren Anwendungen in den Bereichen Materialwissenschaften, Umwelt, Energie und Lebenswissenschaften untersucht. Die Forschung an Hochtemperaturplasmen ist am Teilinstitut Greifswald des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) konzentriert. Gegenwärtig erfolgt dort der Aufbau des optimierten Stellaratorexperimentes „Wendelstein 7-X“. Mit diesem Experiment soll die Tauglichkeit des Stellaratorprinzips für ein Fusionskraftwerk demonstriert werden.

Bereits seit 2001 betreiben die drei Institute, die sich mit den verschiedenen Aspekten der Plasmaforschung befassen, eine Graduiertenschule, die "International Max-Planck Research School on Bounded Plasmas". Hier wurden seither etwa 60 Doktoranden im Rahmen einer strukturierten Ausbildung zur Promotion geführt.
Im DFG Sonderforschungsbereich Transregio 24 „Grundlagen komplexer Plasmen“ am Institut für Physik der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Sprecherhochschule) werden in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem INP Greifswald fundamentale Eigenschaften von Nichtgleichgewichtsplasmen bei Nieder- und Atmosphärendruck erforscht. Der SFB-Transregio 24 befindet sich gegenwärtig in der zweiten Förderperiode (2009-2013). Die experimentellen und theoretischen Untersuchungen beinhalten insbesondere die Erforschung von staubigen (partikelhaltigen) Plasmen sowie von chemisch-reaktiven und elektronegativen Plasmen einschließlich ihrer Wechselwirkung mit Elektroden und Wänden.

Darüber hinaus sind Arbeitsgruppen des Instituts für Physik mit Themen zu dichten Plasmen und verwandten Fragestellungen am DFG Sonderforschungsbereich SFB 652 „Starke Korrelationen und kollektive Phänomene im Strahlungsfeld: Coulombsysteme, Cluster und Partikel“ der Universität Rostock beteiligt.
Seit 2008 wird in einer Kooperation des INP Greifswald mit der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Greifswald die Wechselwirkung zwischen einem physikalischen Plasma und lebender Materie im Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) „plasmatis“ – Plasma plus Zelle erforscht. Weiterhin werden seit 2008 die Einsatzmöglichkeiten von Niedertemperaturplasmen in den Lebenswissenschaften im Campus „PlasmaMed" untersucht. Der Campus „PlasmaMed“ verbindet in Mecklenburg-Vorpommern das INP Greifswald (Initiator/Koordinator), die Universitäten Greifswald und Rostock sowie die Fachhochschule Stralsund, die Hochschule Neubrandenburg und das Forschungszentrum Wismar e.V. An der Universität Greifswald sind Arbeitsgruppen sowohl aus der Medizinischen Fakultät als auch aus der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät beteiligt.

Die Universität Greifswald ist Mitglied des internationalen Netzwerks „BalticNet-PlasmaTec“, das technologie- und marktorientierte Kooperationen von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft initiiert und fördert und darüber hinaus die Wahrnehmung der Plasmatechnologie in der Gesellschaft erhöhen soll.


KONTAKT

Prof. Dr. rer. nat. Meichsner
Institut für Physik/Experimentalphysik

Felix-Hausdorff-Straße 6
17489 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 86-4740
meichsner@physik.uni-greifswald.de


Letzte Änderung: 09.02.2011 15:33
Verantwortlich: Pressestelle


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