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C_DAT - Forschungsprojekt von nationaler Bedeutung

Der Wissenschaftsrat hat 2008 den Bau eines interdisziplinären Kompetenzzentrums „Center of Drug Absorption and Drug Transport - C_DAT" an der Universität Greifswald befürwortet. Das Projekt wurde als Vorhaben von nationaler Bedeutung eingestuft. In den ostdeutschen Bundesländern hat neben C_DAT nur das Zentrum für Energietechnologie der TU Cottbus den Sprung auf die Förderliste geschafft.

Das Forschungszentrum soll bis 2012 am Campus Berthold-Beitz-Platz entstehen. Die förderfähigen Gesamtkosten betragen 17,357 Mio €. Davon entfallen rund 800.000 € auf Großgeräte. In dem Neubau werden ~2500 m² Forschungsfläche zur Verfügung stehen. Bund und Land werden sich die Kosten jeweils zur Hälfte teilen.

Der wissenschaftliche Hintergrund
Viele Medikamente werden als Tabletten und Kapseln verabreicht. Trotzdem kommt es immer wieder zu unerwünschten Neben- oder Wechselwirkungen, die für Patienten auch lebensbedrohlich werden können. Zudem hat sich immer wieder gezeigt, dass Substanzen, die in Tierversuchen hochwirksam waren, bei Menschen keinen klinischen Nutzen hatten. Entweder wurden die Wirkstoffe schlecht bzw. wechselnd stark aus dem Magen-Darm Trakt aufgenommen oder ihre Konzentration erwies sich, dort wo sie wirken sollten, als zu gering.
Mit C_DAT sollen die physiologischen Hintergründe aufgeklärt und neue Theraphiekonzepte mit neue Darreichformen für Medikamente entwickelt werden.
Ziel sind deutliche Verbesserung bei der Dauerbehandlung wichtiger Krankheiten wie zum Beispiel von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gerinnungsstörung und bakteriellen Infektionen.

Interfakultäre Zusammenarbeit
Weder in Deutschland noch international gibt es derzeit vergleichbare Forschungsstrukturen in diesem Untersuchungsgebiet. Wissenschaftler der Allgemeinen Pharmakologie, der Klinischen Pharmakologie, der Pharmazeutischen Technologie sowie der Pharmazeutische Biotechnologie haben das Projekt vorbereitet, geplant und werden es auch gemeinsam umsetzen.
Kliniker und Vorkliniker wollen gemeinsam therapeutische Lösungskonzepte entwickeln.

Vier Forschungsbereiche

  1. Mit pharmazeutisch technologischen Verfahren (magnetic marker monitoring) werden Daten über die physiologischen Absorptionsbedingungen und das Transport- und Freisetzungsverhalten der Arzneistoffe aus ihren Trägern (z.B. Tabletten) ermittelt.
  2. Mit molekular- und zellbiologischen Methoden werden die für die Absorption verantwortlichen Arzneistofftransporter und deren genetische Varianten identifiziert.
  3. Mit tierexperimentellen Modellen wird anschließend das komplexe Zusammenspiel von neuen Arzneiformen mit physiologischen Faktoren in verschiedenen im Menschen nicht zugänglichen Geweben, Organen und Organsystemen beschrieben werden.
  4. Letztlich wird untersucht, ob die neuen Ansätze beim Menschen (proof of concept) realisierbar sind. Dies erfolgt sowohl an isolierten menschlichen Organen sowie an gesunden Freiwilligen und Patienten. Hierfür wird eine moderne Probantenstation mit 12 Betten zur Verfügung stehen.

Forschung mit Ausstrahlung
Das C_DAT hat auch Entwicklungspotential unter dem Aspekt des Wissens- und Technologietransfer. Dazu trägt auch die räumlich Nähe zum neu gebauten Klinikum und den naturwissenschaftlichen Instituten am Life Science Campus bei. Dies befördert den wissenschaftlichen Austausch über Zentrums-, Instituts- und Fakultätsgrenzen hinweg. Bereits jetzt gibt es zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit der biotechnologischen Industrie.

Ein wichtiges Anliegen ist auch die strukturierte und nachhaltige Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie von Wissenschaftlerinnen.


KONTAKT

Sprecher C_DAT
Heyo K. Kroemer, Prof.Dr.rer.nat.

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Institut für Pharmakologie
Friedrich-Loeffler-Str. 23d
17487 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 86-5630
Fax: +49 (0)3834 86-5631
kroemer@uni-greifswald.de

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Letzte Änderung: 19.09.2009 22:41
Verantwortlich: Pressestelle


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