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Urkunde

Geschichte der Universität

Die Universität Greifswald wurde am 17. Oktober 1456 mit päpstlicher Genehmigung durch Herzog Wartislaw IX. von Pommern-Wolgast feierlich eröffnet.

Die landesherrliche Gründung ist vor allem der Initiative und der großzügigen Förderung durch den Greifswalder Bürgermeister Heinrich Rubenow zu danken. Bis zur Wende zum 16. Jahrhundert hatte Greifswald Bedeutung für Studenten aus den nördlichen Reichsgebieten und Skandinavien erlangt. Doch der Reformation stand die Universität ablehnend gegenüber, was zusammen mit einer Pestepidemie dafür sorgte, dass ab 1527 keine Einschreibungen mehr erfolgten.

Unabhängigkeit durch das Amt Eldena
1539 wurde die Universität Greifswald mit einem Lehrprogramm nach Wittenberger Vorbild wiedereröffnet. Sichtbarer Ausdruck des Neubeginns war die Errichtung eines eigenen Universitätsbaues (Ernesto-Ludovicianum 1591-1596) und der Aufbau einer Bibliothek ab 1604. Die Schenkung des Amtes Eldena an die Universität 1634 durch Herzog Bogislaw XIV. sollte den dauerhaften Unterhalt der hohen Schule gewährleisten und hat ihr die wirtschaftliche Selbstständigkeit bis 1872 ermöglicht. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648), in dessen Folge Vorpommern und die Universität unter schwedische Herrschaft kamen, machte erste Anzeichen einer wissenschaftlichen Blüte vorübergehend wieder zunichte.

Die "Schwedenzeit" (bis 1815) ist der Universität trotz wiederholter und anhaltender Kriege gut bekommen. Impulse der Aufklärung wurden von der Universität, die nun immer mehr als Kulturbrücke nach Schweden fungierte, aufgenommen und durch Gelehrte wie J. P. Palthen, A. v. Balthasar, H. E. Warnekros und P. Ahlwardt verständig gefördert. Nach dem Entwurf von A. Mayer wurde 1747-1750 das heutige Hauptgebäude der Universität mit seiner berühmten Aula errichtet.

Das preußische Jahrhundert
1815 kam Schwedisch-Pommern an Preußen. Die Universität war nunmehr die kleinste, aber auch die älteste Preußens. Besonders die Medizin entwickelte sich damals rasant. Die Erweiterung des klinischen Bereiches und die frühe fachliche Differenzierung trugen dazu bei, dass sich in Greifswald die zweitgrößte Medizinische Fakultät Preußens entwickelte, an der Forscher wie F. Loeffler und F. Sauerbruch wirkten. Die erste Landwirtschaftliche Akademie Preußens wurde 1835 auf dem Universitätsgut Eldena gegründet und bestand in enger Verbindung mit der Universität bis 1876.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Greifswald zahlreiche Hochschulneubauten errichtet. Neben einigen Kliniken und dem Audimax entstand hier 1882 die Universitätsbibliothek als eines der ersten Gebäude mit freitragender Magazinkonstruktion. Seit 1925 expandierte die Universität mit ihren medizinischen und naturwissenschaftlichen Instituten auf einem von der Stadt Greifswald geschenkten Gebiet im Osten der Stadt. Hier entsteht heute der neue Campus.

Greifswald im Zwanzigsten Jahrhundert
1908 wurden erstmals Frauen zum Studium zugelassen. Immer wieder wurde die Universität durch privates Mäzenatentum unterstützt. Dafür steht, neben den etwa 50 Stipendien aus privaten Stiftungen, die in Greifswald bis 1920 vergeben wurden, auch die Einrichtung der ersten deutschen Biologischen Forschungsanstalt auf der Insel Hiddensee durch die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität.

1933 nahm die Universität den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Universität an. Zahlreiche Akademiker wurden in den folgenden Jahren Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Willkür, die in den Reihen der Universitätsangehörigen, Studierenden wie Lehrenden auf keinen nennenswerten Widerstand stießen. Die Organe der akademischen Selbstverwaltung wurden weitgehend eliminiert.

Greifswald ist 1945 auch Dank des Einsatzes Universitätsangehöriger bei der kampflosen Übergabe an die Rote Armee der Zerstörung entgangen. Am 15. Februar 1946 konnte der Lehrbetrieb wieder aufgenommen werden. Die Juristische Fakultät blieb bis zu ihrer Wiedererrichtung 1992 geschlossen. Geprägt durch die Hochschulreformen von 1945/46, 1951 und 1968 entwickelte sich Greifswald zur sozialistischen Hochschule. Die Fakultäten und Institutsstruktur gingen 1968 in den neu gebildeten Sektionen auf, der Akademische Senat hörte auf zu existieren.

Nach der politischen Wende 1990 wurden die Fakultäten und der akademische Senat neu eingerichtet. Mit dem Inkrafttreten der ersten Grundordnung 1995 war der Prozess des rechtlichen und strukturellen Umbaus sowie der Evaluation der Fächer und Mitarbeiter/innen weitgehend abgeschlossen.



Letzte Änderung: 18.06.2012 11:56
Verantwortlich: Archiv


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