Vorlesungen am Tag der Wissenschaft 2011
Alle Vorträge finden im Audimax in der Domstraße 11 statt.
Studieren – Wie geht das?
Stefan Hatz (Zentrale Studienberatung)
13:00 Uhr, Hörsaal 2
Schüler fragen immer noch nach dem „guten, alten“ Diplom, denn viele Eltern und Lehrer geben ihre Studienerfahrungen 1 zu 1 an den Nachwuchs weiter. Außerdem ist die „Angst“ vor dem Bachelor und Master oftmals groß, wurde doch in jüngerer Vergangenheit oft ein verzerrtes Bild verschulter, prüfungslastiger Studiengänge gezeichnet. Deswegen ist es immer noch angebracht, einmal zu zeigen, was die Studienstrukturreform für die Studenten von heute und morgen tatsächlich bedeutet. Außerdem werden einschlägige Veranstaltungsarten des Studiums wie Vorlesung, Übung und Seminar vorgestellt. Und zuletzt geht es um die Frage: Wenn das elfte Gebot für Studieninteressierte lautet: „Du sollst nicht googeln!“ – woher bekommen sie dann Informationen zum Studium?
Niederdeutsch in den neuen Medien
Dr. Birte Arendt (Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft)
13:00 Uhr, Hörsaal 3
Niederdeutsch, umgangssprachlich auch plattdeutsch genannt, wird laut neuesten Umfragen immer weniger im Alltag gesprochen. Im Gegensatz zu diesem geringer werdenden Gebrauch wird es im Internet zunehmend sichtbar.
Der Vortrag stellt vor, wie, wozu und mit welchen Folgen Niederdeutsch im Internet verwendet wird. Frau Dr. Arendt beleuchtet somit die drei Bereiche Form, Funktion und Wirkung, die anhand von plattdeutschen Nachrichten, plattdeutschen you-tube-Videos und ihren Kommentaren sowie der niederdeutschen Wikipedia erklärt werden.
Von Greifswald nach Stralsund: Einbäume, Steinäxte, Birkenpech - Oder: Wie baue ich einen Einbaum?
Johannes Steinkühler & Alexej Dose
13:00 Uhr, Hörsaal 4
Was zunächst eine spontane Idee war, entwickelte sich schnell zu einem festen Projekt: Drei Studierende des Historischen Instituts starteten unter dem Namen "Tradition und Meer" den Bau eines echten Einbaums. In Eigenregie führten die Studenten das Projekt von der Planung bis zum fertigen Einbaum durch. In der Vorlesung werden die Projektleiter über die Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung und dem Bau von steinzeitlichen Beilen, von frustrierenden Absagen und großartiger Unterstützung, von Experimenten und Fahrtests mit dem Einbaum berichten. Wie lange dauert es, ein steinzeitliches Paddel zu fertigen? Wie war die Überfahrt von Greifswald nach Stralsund? Welche Projektteile lassen sich in der Schule realisieren?
Das Projekt „Tradition und Meer“ ist ein gelungenes Beispiel für ein von Studenten geplantes und durchgeführtes wissenschaftliches Projekt. Jeder, der mit dem Gedanken spielt, ein selbstständig organisiertes Projekt auf die Beine zu stellen, bekommt hier wertvolle Anregungen.
Die Projektergebnisse und der Verlauf werden mit exklusivem Bildmaterial präsentiert.
Bodenproben erzählen Landschaftsgeschichte – Wenn der Bagger ein Fenster zur Erdgeschichte öffnet
Dr. Sebastian Lorenz (Institut für Geographie und Geologie)
13:00 Uhr, Hörsaal 5
Institut für Geographie und Geologie
Dr. Sebastian Lorenz begeistert sich für Eiskeile, vertropfte Böden und gestauchte Sander. In einer Bodenprobe kann er lesen wie in einem Buch. In den Jahren 2009 und 2010 konnte er im offenen Leitungsgraben der OPAL-Erdgastrasse landschaftsgeschichtliche Untersuchungen durchführen. Der bis zu vier Meter tiefe und insgesamt über 100 km lange Leitungsgraben bot beeindruckende Einblicke in die von Gletschern und Gletscherschmelzwässern geprägte vorpommersche Landschaft. Anders als in Bohrungen konnten die Wissenschaftler hier auf breiter Fläche und über lange Strecken Böden, Sedimente, Schichtverläufe und ihre Ablagerungsbedingungen studieren und fotografisch dokumentieren. Im Rahmen des Vortrages wird die glaziale Entstehungsgeschichte des vorpommerschen Binnenlandes zwischen Lubmin im Norden und Damerow im Süden in den letzten 20.000 Jahren anschaulich mit Bildern erläutert. Dabei wird Dr. Sebastian Lorenz erklären, dass nicht nur Inlandvergletscherungen unsere Landschaft formten, sondern auch die Jahrtausende des Gletscherzerfalls und der frühen Nacheiszeit, als große Stauseen, weite Flusstäler und Dünenfelder existierten. Und selbstverständlich gewährt er uns auch einen Einblick in die Bauweise und Bautechnik der großen Erdgastrasse.
Physik macht Spaß – Experimente zum Schmunzeln und Staunen
Prof. Dr. Andre Melzer, Julia Duras und Lars Lewerentz (Institut für Physik)
13:00 und 15:00 Uhr, Hörsaal 1
Physik ist überall und kann auch noch Spaß machen! Die Referenten des Instituts für Physik zeigen – in unterhaltsamer Form und auch teilweise zum Mitmachen – Experimente mit einfachen Mitteln aus dem Alltag. Dabei ergeben sich Effekte, die zum Teil verblüffend sind und zum Mitdenken anregen sollen: vom schwebenden Bierdeckel über die Teebeutelrakete und einer Kerze, die Aufzug fährt, bis hin zum weggeblasenen Lichtstrahl.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten aller Altersstufen, vom Kindergarten bis zum Seniorenalter.
Klimawandel im hohen Norden
Prof. Dr. Martin Wilmking (Institut für Botanik und Landschaftsökologie)
14:00 Uhr, Hörsaal 1
Die hohen Breiten, die kalte Arktis, Grönland, Alaska, Sibirien: Dort "oben" liegen Kippschalter für unser globales Klima. Das verschwindende Meereis reflektiert weniger einfallende Sonnenstrahlung zurück ins All, aktische Tundren und Permafrostböden tauen auf und lassen riesige Mengen Kohlenstoff in die Atmosphäre entweichen (als Treibhausgase Kohlendioxid und Methan). Wie geht es weiter? Sind diese Systeme unwiederbringlich aus dem Gleichgewicht oder besteht Hoffnung auf eine stabilisierende Phase?
Diesen Fragen wird Prof. Wilmking in seiner Vorlesung "Klimawandel im hohen Norden" nachgehen.
Vom Hindukusch nach Vorpommern – 1200 Jahre alte Münzen aus Anklam und die globale Welt des Mittelalters
Dr. Fred Ruchhöft (Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte)
14:00 Uhr, Hörsaal 2
Ein echter Silberschatz – mitten in Vorpommern: Im Herbst 2010 haben Archäologen bei Anklam 1200 Jahre alte Münzen gehoben. Es ist der erste derartige Fund auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns seit fast 40 Jahren. Die Fundstücke – insgesamt rund 200 Gramm Silber – lagen unweit einer slawischen Siedlung, die zum unmittelbaren Umfeld des von Wikingern bewohnten Handelsplatzes bei Menzlin an der Peene gehörten. Neben einigen Fragmenten von Silberbarren und einem Armring, hergestellt im Wolgaraum, bestand der Fund überwiegend aus orientalischen Münzen. Die ältesten Münzen entstanden in den letzten Jahren des Perserreiches, die jüngsten wurden um 820 geprägt. Rund die Hälfte des Silbergeldes stammt aus arabischen Kalifaten Nordafrikas, die anderen aus dem Orient. Danach legten sie einen langen Weg bis nach Vorpommern zurück. Der Silberschatz ist ein bezeichnendes Zeugnis für die weitreichenden Kontakte der Slawen an der Peene, die über die Ostsee hinweg mit den Nachbarvölkern einen intensiven Handel betrieben.
Jugendkriminalität in Greifswald und Vorpommern - Befunde der Dunkelfeldforschung
Prof. Dr. Frieder Dünkel (Lehrstuhlinhaber für Kriminologie)
14:00 Uhr, Hörsaal 3
Wie hat sich die Jugendkriminalität in Greifswald und auf der Insel Usedom entwickelt? Eine Langzeitstudie (1998-2006) des Lehrstuhls für Kriminologie der Universität Greifswald ist dieser Frage nachgegangen. Prof. Dünkel, der die Studie geleitet hat, wird in seinem Vortrag die Ergebnisse vorstellen und dabei auf grundlegende kriminologische Erkenntnisse zu Gewalterfahrungen von Schülern als Opfer und Täter eingehen. Wo liegen die Ursachen von Gewalt? Eine Analyse der Risikofaktoren wie Opfererfahrungen in der Kindheit und Jugend, gewaltorientierte sowie rechtsextreme Einstellungen oder Alkohol-/Rauschmittelmissbrauch soll Licht ins Dunkel bringen.
"Kindsmörderin und Todesengel - Wenn Frauen Morde begehen"
Dr. Orlob (Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie, Forensische Psychiatrie)
14:00 Uhr, Hörsaal 5
Frauen werden allgemein als das „schwache Geschlecht“ angesehen. Umso mehr ist die Gesellschaft schockiert, wenn Frauen Gewaltverbrechen bis hin zu Morden begehen. Werden Mädchen oder Frauen gewalttätig, so wird dies als atypisch zum geschlechtsrollenkonformen Verhalten betrachtet. Weitaus häufiger werden Frauen Opfer von Gewaltstraftaten, als das sie Täterinnen sind. Diese Tatsache und die Vorannahmen hinsichtlich ihres Rollenverhaltens führten zu einer verzerrten, oft männlichen Sicht auf die Taten von Frauen. So entstanden Schemata wie die „Gatten- oder Geliebtenmörderin“, die „Tyrannenmörderin“ oder „Kindsmörderin“. In diesen Rollenzuschreibungen spielt auch eine Sexualisierung weiblicher Gewalt eine nicht unwichtige Rolle. Meist gibt es in den Darstellungen von Frauen als Täterinnen in Kunst und Literatur eine verhängnisvolle Verbindung von Liebe, Lust und Gewalt. Entsprechend hoch ist das Medieninteresse an solchen Täterinnen. Aus kriminologischer Sicht wird vermutet, dass das Dunkelfeld für die typischen „weiblichen Straftaten“ relativ hoch ist bzw. sie vermehrt ihre berufliche Rolle ausnutzen („Todesengel“). Ebenso wird angenommen, dass Frauen überproportional als Anstifterinnen oder Gehilfinnen in Erscheinung treten und damit im Dunkelfeld bleiben. Gleichzeitig zeichnet sich aber in den sog. neuen Medien ein verändertes Frauenbild ab – weibliche Gewalt ist dort zunehmend präsenter.
Nichts als ein Haufen Knochen? Das bronzezeitliche Schlachtfeld im Tollensetal
Dr. Gundula Lidke (Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte)
15:00 Uhr, Hörsaal 2
bei Grabungen im Tollensetal
Waffenfunde, menschliche Skelettreste und Tierknochen – im Tollensetal nördlich von Altentreptow ist ein herausragender bronzezeitlicher Fundplatz aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. entdeckt worden. Bisher konnten Skelettreste von etwa 100 Individuen entlang des Flusses geborgen werden. Da die Funde zum Teil Verletzungsspuren, etwa eine eingeschossene Pfeilspitze, aufweisen, geht die Forschung derzeit von einem Gruppenkonflikt aus. Dr. Gundula Lidke, die selbst an den Ausgrabungen beteiligt ist, wird über die spannenden prähistorischen Funde berichten.
GANI_MED: Individualisierte Medizin in Greifswald
Prof. Dr. Heyo Kroemer (Institut für Community Medicine)
15:00 Uhr, Hörsaal 3
Individualisierte Medizin ist ein Schlüsselthema, wenn es um die künftige Entwicklung der Gesundheitsversorgung geht. Ziel ist es, jeden einzelnen Patienten individuell zu behandeln, um damit die Effektivität der Behandlung zu steigern und unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Dies soll erreicht werden, indem man moderne Diagnostikverfahren einsetzt und in neuen, auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten zugeschnittenen Therapien anwendet. Im Rahmen des GANI_MED-Projektes (Greifswald Approach die Indivualized Medicine) wird Individualisierte Medizin an der Universität Greifswald umfassend und ganzheitlich untersucht. Seit Kurzem werden auch Patientengruppen aktiv in die Forschungsarbeit mit einbezogen, bei denen eine von sechs häufigen Krankheiten auftreten: Schlaganfall, Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz, Parodontalerkrankungen, Fettleber und das Metabolische Syndrom. Darüber hinaus beschäftigt sich die Forschungsgruppe auch umfassend mit ethischen und gesundheitsökonomischen Fragestellungen der Individualisierten Medizin.
Wir sind nicht allein - Leben in Symbiose
Prof. Dr. Thomas Schweder (Institut für Pharmazie)
15:00 Uhr, Hörsaal 4
Der überwiegende Teil der Lebewesen auf unserer Erde unterhält symbiotische Beziehungen zu seiner Umwelt. Beide (ungleichen) Partner profitieren vom Zusammenleben miteinander, wie z. B. der Mensch von seiner Darmflora oder Schiffsbohrwürmer von Stickstoff fixierenden Bakterien in ihren Kiemen. Die Erforschung der molekularen Grundlagen dieses weit verbreiteten Phänomens hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Die zunehmende Entschlüsselung der DNA, also der Erbinformation ("Genomik") symbiotisch lebender Organismen ermöglicht die genaue Untersuchung ihres "Bauplans" und ihrer Lebensweise und damit auch der symbiotischen Wechselwirkungen. Dies ist sogar dann möglich, wenn es sich um schwer zugängliche Lebewesen wie Röhrenwurm-Symbionten aus der Nähe heißer Schwefelquellen in der Tiefsee handelt. Diese Bakterien, die nicht im Labor kultiviert werden können, leben im Inneren ihrer darmlosen Wirte in einer Art Speisekammer und versorgen so die Würmer mit Nährstoffen.
Geheimnisse der Tiefsee: Leben in der Schattenwelt
Dipl.-Biol. Volker Miske (Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zoologischen Instituts und Museums der Universität Greifswald sowie Koinhaber und Bereichsleiter Naturkunde und Bildung des Unternehmens Tauchgondel)
16:00, Hörsaal 5
Dauer: 90 Minuten
Foto: Volker Miske
Die Tiefsee ist der größte und gleichzeitig am wenigsten erforschte Lebensraum der Erde. Unser Wissen über Artenvielfalt und Lebensweise der dort lebenden Organismen ist sehr begrenzt. Basierend auf Bild- und Datenmaterial einer 36tägigen Expedition durch das östliche Mittelmeer mit dem Flaggschiff der deutschen Forschungsschifffahrt, der „Meteor“, stellt Dipl.-Biol. Volker Miske die Lebensräume des freien Wasserkörpers und des Bodens der Tiefsee mit ihren Bewohnern und deren häufig verblüffenden Anpassungen vor. Dabei wird besonders auf die oft eigenartig anmutenden, da speziell an ihren dreidimensionalen, licht- und nahrungsarmen sowie vergleichsweise kalten Lebensraum angepassten Bewohner des Freiwassers der oberen Tiefsee eingegangen: Wie leben sie, wie fangen sie ihre Beute – und warum tragen viele Vertreter Leuchtorgane ausgerechnet auf dem Bauch? Während der Veranstaltung zeigt Volker Miske Präparate von Krebstieren und Fischen, Proben vom Boden der Tiefsee, die in bis zu 4.500 m Tiefe genommen wurden, sowie Filmaufnahmen von lebenden Tiefseetieren. Abschließend können Fragen gestellt werden.
Expedition in die Eiszeit: Was uns Gletscher über die Entwicklung von Landschaft und Klima verraten
Prof. Dr. Henrik Rother (Institut für Geographie und Geologie)
16:00 Uhr, Hörsaal 2
Gletscher und Inlandeiskappen gehören zu den faszinierendsten Phänomenen der Erde. Sie bilden die größten Süßwasserspeicher des Planeten und verändern durch vielfältige Prozesse nachhaltig das Bild einer Landschaft. Zusätzlich reagieren Gletscher sensibel auf klimatische Veränderungen und sind daher wichtige Indikatoren des Klimawandels. So bewirken kühlere oder schneereichere Phasen eine Zunahme der Eisriesen, warme oder trockene hingegen eine Abnahme. Die Rekonstruktion vergangener Gletscherschwankungen, beispielsweise während der letzten Kaltzeit (115.000 – 11.600 Jahre vor heute), liefern daher wichtige Erkenntnisse, um die natürliche Klimaentwicklung und deren regionale Variabilität besser zu verstehen. Die Vorlesung wird die glaziale Geschichte der bislang kaum erforschten Hochgebirge der Mongolei in den Mittelpunkt stellen. Das Gebiet nimmt aufgrund seiner klimatisch sensiblen Lage eine Schlüsselposition im nördlichen Hochasien ein. Prof. Henrik Rother, der selbst an zwei Expeditionen in das zentralmongolische Khangai Gebirge teilgenommen hat, wird von seinen Eindrücken und ersten Ergebnissen berichten.
Angst überwinden
Prof. Alfons Hamm (Lehrstuhlinhaber für Physiologische und Klinische Psychologie / Psychotherapie)
16:00 Uhr, Hörsaal 1
"Ich war schon so ein bißchen unruhig, mehr nervös als sonst und dann innerhalb von Sekunden, da wurde es ganz schlimm. Ich dachte, der ganze Kopf ist so taub, alles so kribbelig und dann fing das Herz ganz fürchterlich an zu schlagen und meine Hände fingen plötzlich an zu zittern, ich dachte das wars, ich falle um und sterbe hier."
Panik aus der Sicht einer Betroffenen hört sich ungefähr so an. Solche Panikattacken, anfallsartige Angstanfälle, sind sehr häufig. Fast 30 % aller Deutschen haben schon mal eine solche Panikattacke erlebt. Manche werden davon richtig krank, sie fangen an, sich Sorgen über ihre Panikattacken zu machen und achten auf die kleinsten Anzeichen einer erneuten Attacke, sie entwickeln eine Panikstörung. 80 % davon beginnen, bestimmte Situationen zu vermeiden, bei denen ein solcher Panikanfall wahrscheinlich ist, sie entwickeln eine Agoraphobie (aus dem griech. Agora: Angst vor dem Marktplatz).
Die Lebenslust schränkt sich immer mehr ein, im Extremfall kommt man alleine nicht mehr aus dem Haus. Das muss nicht so sein, denn es gibt heute gute Behandlungsmöglichkeiten der Panikstörung mit Agoraphobie. In der Vorlesung werden die verschiedenen Behandlungsmodule vorgestellt.
Was muss ich über die Panik wissen. Wieso steigere ich mich in die Angst hinein? Warum fange ich an, mich zu schonen und bestimmte Dinge zu vermeiden. Wie gelingt es mir, meinem Körper wieder Vertrauen zu schenken und schließlich: Was passiert mit mir wenn ich mich todesmutig in Situationen stürze, die ich normalerweise vermeide?
Wer Antworten auf diese Fragen sucht, ist herzlich eingeladen: Was tun wenn die Panik kommt.
SHIP – Bevölkerungsbezogene Gesundheitsforschung in Vorpommern
Prof. Dr. Wolfgang Lieb (Institut für Community Medicine)
16:00 Uhr, Hörsaal 3
tomographischen Untersuchung
Die „Study of Health in Pomerania” (SHIP) ist eine bevölkerungsbezogene, epidemiologische Studie in Vorpommern. Im Rahmen von SHIP werden regelmäßig Daten über den Gesundheitszustand der Bevölkerung in Vorpommern gesammelt. Hier wird ermittelt, wie häufig Neuerkrankungen für viele wichtige Volkskrankheiten auftreten. Ein besonderes Merkmal von SHIP ist, dass die Studie nicht auf eine einzelne Krankheit abzielt, sondern versucht, die gesundheitlichen Bedingungen der häufigsten Erkrankungen möglichst umfassend zu beschreiben. Zu den wichtigsten gehören Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Leber- und Gallenblasenerkrankungen, neurologische Erkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Zahnerkrankungen und Lungenerkrankungen. Da die Untersuchungsverfahren standardisiert sind, können die gesammelten Befunde mit anderen Studien verglichen werden und ermöglichen Rückschlüsse auf regionale Besonderheiten.
Die SHIP-Studie stellt eine wichtige Basis für die Forschungsansätze zur Individualisierten Medizin im Rahmen des Projektes GANI_MED dar.
Individuelles Wissen, geteiltes Wissen,
gemeinsame Entscheidung: Informationstransfer und Gruppenentscheidungen bei Fledermäusen
Prof. Dr. Gerald Kerth (Zoologisches Institut und Museum)
17:00 Uhr, Hörsaal 2
bechsteinii) beim Verlassen ihres
Tagesquartiers in einer Baumhöhle.
Foto: Rene Janssen.
Wir sprechen häufig von Wissensgesellschaften, wenn wir moderne menschliche Gesellschaften beschreiben. Doch gibt es auch bei Tieren so etwas wie eine „Wissensgesellschaft“? In der spannenden Vorlesung werden einheimische Bechsteinfledermäuse betrachtet, bei der die Weibchen ihre Jungen gemeinschaftlich in so genannten Wochenstubenkolonien aufziehen. Der Zoologe Prof. Kerth stellt die Ergebnisse aus Langzeitbeobachtungen und Feldexperimenten vor, die er bei markierten, frei lebenden Bechsteinfledermäusen herausgefunden hat. Diese zeigen z. B., welche Bedeutung es für die Fledermäuse hat, regelmäßig Informationen zu erwerben und auszutauschen. Dabei spielen die Tagesquartiere der Fledermauskolonien eine entscheidende Rolle.
Ist der Euro gefährdet?
Prof. Armin Rohde (Lehrstuhlinhaber für Allgemeine Volkswirtschaftslehre, insb. Geld und Währung)
17:00 Uhr, Hörsaal 3
Als der Euro 1999 in der europäischen Gemeinschaftswährung eingeführt wurde, war dies mit großen Hoffnungen verbunden. So erhoffte sich insbesondere der Handel einen spürbaren wirtschaftlichen Zuwachs. Doch die hohe Staatsverschuldung in zahlreichen Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion lässt die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Euro immer lauter werden. Die größte Gefahr besteht darin, dass die Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Mitgliedsstaaten der Eurozone immer mehr auseinanderdriftet. Dies lässt sich u. a. auch auf einen Mangel an Koordination der nationalen Lohnpolitiken in den EU-Staaten zurückführen. Die großen Unterschiede in den einzelnen Ländern führen zu starken Abweichungen der Inflationsraten. Vor diesem Hintergrund setzt sich der Vortrag kritisch mit der aktuellen Entwicklung des Euro auseinander.
Ein völlig anderer Blick auf die Greifswalder Rechtsmedizin
Prof. Dr. med. habil. Britta Bockholdt
17:00 Uhr, Hörsaal 1
Eine ausführliche Beschreibung folgt.
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