Kurze Chronik der Universität
1437
Wegen innerstädtischer Unruhen verlassen einige Professoren der 1419 dort gegründeten Universität die Stadt Rostock und lehren vorübergehend in Greifswald (bis 1443).
1456
Nach langjährigen Bemühungen Herzog Wartislaws IX. und des Greifswalder Bürgermeisters Heinrich Rubenow stellt Papst Calixtus III. die Stiftungsbulle für eine in Greifswald zu errichtende Universität aus; 17. Oktober feierliche Eröffnung der Universität in der Nikolaikirche; Heinrich Rubenow wird erster Rektor.
1462
Ermordung Heinrich Rubenows
1502
Johann Bugenhagen, der spätere Reformator Pommerns und Dänemarks, studiert in Greifswald.
1526
Während der Reformationszeit arbeitet die Universität praktisch nicht, die Studenten wandern ab.
1539
Wiedereröffnung der Universität durch Herzog Philipp I.; Neueinrichtung nach Wittenberger Vorbild
1551
Der Professor der Medizin, Franz Joel, gründet die Greifswalder Ratsapotheke.
ab 1563
Einrichtung von Konviktorium und Neuer Regentie im ehemaligen Schwarzen Kloster
1591
Grundsteinlegung zum "Ernst-Ludwig-Bau" – Hauptgebäude der Universität im Renaissancestil (1597 eröffnet, 1747 abgerissen)
1604
Gründung der Universitätsbibliothek
1619
Herzog Philipp Julius schenkt der Universität den Rektorornat.
1625
Hochblüte der Universität; 15 Professoren, mehr als 300 Studenten
Bogislavs XIV.
1627
Während des 30-jährigen Krieges bis 1631 Besetzung Greifswalds durch kaiserliche Truppen; schwere Krise der Universität
1634
Zum Ausgleich für erlittene Schäden schenkt der letzte Pommernherzog Bogislav XIV. der Universität das Amt Eldena (24 Dörfer mit 14.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche); Greifswald bleibt bis 1945 größte Grundbesitzerin unter allen deutschen Universitäten.
1637
Mit dem Tode Herzog Bogislavs XIV. erlischt das Greifengeschlecht im Mannesstamm. Übernahme der Regierungsgewalt durch Schweden; Beginn der "Schwedenzeit" (bis 1815)
1681
Herzog Ernst Bogislaw von Croy schenkt der Universität den so genannten Croy-Teppich; Stiftung des "Croy-Festes"
1712
Während des Nordischen Krieges bis 1720 Besetzung Greifswalds durch die vereinigten Gegner Schwedens (Polen, Sachsen, Russen, Dänen); Zar Peter I. besichtigt die Universität.
1715-1720
Das schwedische Pommern nördlich der Peene und die Greifswalder Universität kommen unter dänische Verwaltung.
1747-1750
Errichtung des heutigen Universitäts-Hauptgebäudes nach Entwürfen Andreas Mayers
1763
Gründung des Botanischen Gartens auf dem heutigen Universitätshof
1775
Der Visitationsrezess Gustavs III. für die Universität leitet eine durchgreifende Umgestaltung des Lehrprogramms der Universität im Sinne der Aufklärung ein; Errichtung eines Observatoriums
1791-1793
Ernst Moritz Arndt studiert in Greifswald.
1800-1811
Ernst Moritz Arndt Adjunkt und Professor für Geschichte
1806
Einführung der schwedischen Verfassung und des schwedischen Rechts in Vorpommern;
Aufhebung der Leibeigenschaft
1807-1813
Dreimalige Besetzung Greifswalds durch napoleonische Truppen
1815
Nach dem Wiener Kongress wird Greifswald preußische Universität; 15 Professoren, etwa 60 Studenten
1830
Einrichtung einer ersten Universitätsklinik durch Prof. August Berndt
1831
Erwerb der Wolgaster Kirchbibliothek mit der berühmten 36-zeiligen Bibel durch Prof. Karl Schildener
1834
Höhepunkt der "Demagogenverfolgung" in der Zeit der Reaktion; etwa 60 Greifswalder Studenten erhalten langjährige Freiheitsstrafen.
1835
Eröffnung des Staats- und Landwirtschaftlichen Akademie zu Eldena
1848
An den revolutionären Bewegungen beteiligen sich auch Greifswalder Studenten; mehrere Professoren wirken als Abgeordnete in der Preußischen (Baumstark) und der Deutschen Nationalversammlung (Beseler).
1856
400-Jahrfeier der Universität; Einweihung des Rubenow-Denkmals und Grundsteinlegung zur heutigen Medizinischen Klinik (bis 1903 weitere Klinik- und Institutsbauten)
1876
Auflösung der Staats- und Landwirtschaftlichen Akademie zu Eldena
1882
Verlegung des Botanischen Gartens in die Grimmer Straße; Errichtung von Institutsbauten um den heutigen Universitätshof
1885
Einrichtung des Universitätskuratoriums
1887
Erstmals sind mehr als 1.000 Studenten immatrikuliert.
1908
Frauen werden erstmals auch in Greifswald zum Studium zugelassen.
1903-1913
Errichtung der Nervenklinik, Kinderklinik und der Chemischen Institute hinter dem Bahnhof
1918
Eröffnung des Nordischen Instituts
1929
Errichtung der Hautklinik, 1935 der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik
1933
Nationalsozialistische Machtergreifung; mehrere Professoren werden entlassen, republikanisch und demokratisch gesinnte Studierende verhaftet und relegiert; bis 1939 Rückgang der Studierendenzahlen von 2.137 auf 543
16.05.1933
Namensgebung der Universität in Ernst-Moritz-Arndt-Universität
30.04.1945
Kampflose Übergabe Greifswalds an die Rote Armee; die Professoren Katsch und Engel wirken als Parlamentäre mit.
15.02.1946
Verhaftung und später Hinrichtung des Rektors Prof. theol. Ernst Lohmeyer durch die sowjetischen Besatzungsbehörden; Wiedereröffnung der Universität. Aufnahme des Lehrbetriebes an der Medizinischen, Philosophischen und Theologischen Fakultät mit 733 Studierenden. Die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät bleibt geschlossen.
09.10.1946
Eröffnung der Pädagogischen Fakultät
15.11.1946
Beginn des Lehrbetriebes an der Vorstudienschule mit 161 Schülern/innen; 1949 Umbenennung in Vorstudienanstalt
12.12.1946
Eröffnung der Landwirtschaftlichen Fakultät
06.02.1947
Wahl des ersten Studentenrates
1949
Abschaffung der Kuratorialverfassung
01.10.1949
Beginn des Studienbetriebes an der Arbeiter- und Bauern-Fakultät (ABF) mit 256 Studierenden
30.09.1950
Auflösung der Landwirtschaftlichen Fakultät
Juli 1951
Trennung der naturwissenschaftlichen Fachrichtungen von der Philosophischen Fakultät; Bildung der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät
März/April 1955
Einrichtung des Militärmedizinischen Studiums für die Ausbildung von Militärärzten, -zahnärzten und -apothekern begleitet von studentischen Protesten und Massenverhaftungen
01.06.1955
Gründung der Militärmedizinischen Sektion als Einrichtung der Kasernierten Volkspolizei
1955
Grundsteinlegung für die Neubauten der mathematisch-naturwissenschaftlichen Institute
01.09.1956
Auflösung der Pädagogischen Fakultät
17.10.1956
500-Jahrfeier der Universität
25.07.1959
Eröffnung des Arboretums
1961
Angliederung der Medizinischen Schule an die Universität, ab 1974 Medizinische Fachschule
Juli 1962
Auflösung der Arbeiter- und Bauern-Fakultät; Hermann Kant setzt ihr im Roman "Die Aula" ein literarisches Denkmal.
12.12.1962
Zahl der Professoren/innen und Dozenten/innen seit 1959 von 82 auf 98, Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Ärzte/innen von 318 auf 610 erhöht; Ende 1962 waren an der Universität über 2.900 Arbeiter/innen und Angestellte tätig; 2.509 Studierende waren immatrikuliert.
10.10.1963
Unterzeichnung des neuen Statuts der Ernst-Moritz-Arndt-Universität, das den demokratischen Zentralismus als Leitungsprinzip verankert
15.01.1964
Strukturelle Angliederung der Militärmedizinischen Sektion an die Ernst-Moritz-Arndt-Universität
07.10.1966
Gründung der Sektion Mathematik
01.01.1968
Gründung der Sektion Geologische Wissenschaften
Oktober 1968
An der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald sind 915 Wissenschaftler/innen und 2.900 Studierende tätig; Durchführung der 3. Hochschulreform
16.12.1968
Beschluss des Akademischen Senats zur Einstellung seiner Tätigkeit und der Tätigkeit der Fakultäten als Voraussetzung für die Einführung einer neuen Universitätsstruktur
Jahreswende 1968/1969
Bildung von 12 weiteren Sektionen, Konstituierung des Bereiches Medizin
13.01.1969
Konstituierung des Wissenschaftlichen Rates der Universität
15.01.1969
Konstituierung des Gesellschaftlichen Rates der Universität
01.11.1970
Umwandlung der Theologischen Fakultät in die Sektion Theologie durch das Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen
16.02.1972
Inbetriebnahme des Universitäts-Rechenzentrums
Ende 1975
94 Professoren/innen und 83 Dozenten/innen wirken an der Universität, dazu kommen 572 wissenschaftliche Mitarbeitende
09.01.1976
Inbetriebnahme der "Mensa am Wall"
23.03.1979
Eröffnung des Ausstellungszentrums der Universität
der Gründung der Universität
17.10.1981
Festakt aus Anlass des 525. Jahrestages der Gründung der Universität
17.10.1987
Gründung der Sektion Stomatologie am Bereich Medizin
05.12.1989
Konstituierung des Studentenrates
11.12.1989
Wiedergründung der Theologischen Fakultät
04.04.1990
Wahl des Rates der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften; Wahl des Rates der Medizinischen Fakultät
25.04.1990
Wahl des Rates der Philosophischen Fakultät
01.05.1990
Einstellung der Tätigkeit des Wissenschaftlichen Rates
11.05.1990
Konstituierende Sitzung des Akademischen Senats und freie Wahl des Rektors
06.06.1990
Rektorinvestitur Prof. Zobel
29.06.1990
Bildung eines Ehrenausschusses durch den Senat (ab 07.06.1991 Ehrenkommission)
Freunden und Förderern der
Ernst-Moritz-Arndt-Universität
17.10.1990
Der Senat beschließt ein vorläufiges Statut der Universität.
22./23.10.1990
Erste Personalratswahlen
24.10.1990
Konstituierung der allgemeinen Studentenvertretung (aSV)
01.11.1990
Errichtung des Studentenwerkes
08.12.1990
Neugründung der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Ernst-Moritz-Arndt-Universität e. V.
31.12.1990
Überführung der Ernst-Moritz-Arndt-Universität auf das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
25.02.1991
Erste Einschreibungen von Studierenden der Rechts- und Staatswissenschaften
WS 1991/92
Angliederung der ehemaligen Pädagogischen Hochschule Neubrandenburg als Außenstelle der Universität, Auflösung der Außenstelle zum Ende WS 1992/93
26.10.1992
Neukonstituierung der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät
16.10.1992
Nach über 60-jähriger Unterbrechung wird erstmals wieder ein Croy-Fest (27.) gefeiert.
Grundordnung der Universität
24.10.1995
Die neue Grundordnung der Universität tritt in Kraft.
