Die Croy-Feiern
Mit dem 30. Croy-Fest gedenkt die Universität Greifswald am 7. Juli 2010 Anna von Croy (1590 – 1660), der letzten Prinzessin aus dem Haus der Pommernherzöge. Diese Gedenkfeier geht auf ein Vermächtnis von Ernst Bogislaw von Croy, des Sohnes der Prinzessin zurück. Er stiftete der Universität unter anderen Stücken eine kostbare Tapisserie, den sogenannten Croy-Teppich, und verband damit die Auflage für die Universität alle zehn Jahre seiner Mutter zu gedenken.
Diese Gedenkfeier findet am 7. Juli, dem Todestag von Anna von Croy, um 14.00 Uhr im Pommerschen Landesmuseum statt.
Von 17:00 bis 22:00 Uhr können die Bevölkerung und die Gäste der Stadt den wertvollen Croy-Teppich bei freiem Eintritt im Pommerschen Landesmuseum besichtigen. Ebendort präsentieren um 19:00 Uhr Schüler und Lehrer des Humboldt-Gymnasiums zusammen mit Studierenden und Lehrkräften der Universität in Wort, Spiel, Bild und Musik die Erlebnisse des pommerschen Fürstensohns Philipp Julius auf seiner Europa-Tour 1602 – 1603. Erstmals wird das im Pommerschen Landesarchiv lagernde Reisetagebuch in ausführlichen Textpassagen der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Foyer des Museums werden außerdem originale Dokumente rund um das Croy-Fest aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie ein Aquarell des Croy-Teppichs von 1820, angefertigt von Hermann von der Lancken (1806 – 1838) gezeigt. Studentische Mitarbeiter der Kustodie der Universität beantworten gern die Fragen der Besucher.
Am 7. Juli 1660, d. h. genau vor 350 Jahren, starb Anna von Croy, das elfte und jüngste Kind von Herzog Bogislaw XIII. von Pommern. Während mit ihrem Bruder Bogislaw XIV. bereits 1637 das Greifenhaus in männlicher Linie erloschen war, folgte mit Anna die letzte weibliche Angehörige des Geschlechts ins Grab.
Die 1681 von ihrem Sohn Ernst Bogislaw von Croy begründete Stiftung hat nur einen einzigen Stiftungszweck, nämlich alle zehn Jahre seiner Mutter an ihrem Todestag zu gedenken. Hierzu hinterlegte er eine Geldsumme bei der Stadt Stralsund, deren Zinsen nach zehn Jahren 100 Reichstaler betragen und für die Gedenkfeier verwendet werden sollten.
Damit die Universität umso mehr bereit sein möge, eine würdige Erinnerung an seine Mutter zu begehen, stiftete er zusätzlich vier weitere kostbare Stücke aus seinem Besitz, darunter den Croy-Teppich. Damit war die Verpflichtung verbunden, den Teppich alle zehn Jahre bei dem Festakt in Auditorium aufzuhängen. Somit waren Erinnerung und Repräsentation eng miteinander verknüpft.
Der „Teppich mit den Sächsisch und Pomerischen Herren, auch Lutheri und anderer Gelahreten Conterfey“, kurz Croy-Teppich genannt, ist das wertvollste Kunstwerk in der Akademischen Kunstsammlung der Universität Greifswald.
Seit fünf Jahren befindet sich der im Auftrage von Herzog Philipp I. von Pommern-Wolgast (1515 – 1560) um 1554 angefertigte Wandteppich als Leihgabe im Pommerschen Landesmuseum.
Universitätskustodin
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