Logo der Universität GreifswaldKeyvisual informieren zeigt Schilder
 HomeinformierenPresse- und InformationsstelleWissenschaft und Öffentlichkeit > C_DAT
Gesamtansicht Projekt

C_DAT – Forschung für die Zukunft

Am 24. November 2011 wurde der Neubau des Forschungszentrums für Arzneimittelforschung (C_DAT) der Universität Greifswald eröffnet. In dem Zentrum wollen Wissenschaftler fakultätsübergreifend zusammenarbeiten und neuartige Medikamente sowie Theraphiekonzepte entwickeln. Das Center of Drug Absorption and Transport (C_DAT) wurde Mitte 2008 vom Wissenschaftsrat als Projekt von nationaler Bedeutung eingestuft und dann in nur drei Jahren geplant, errichtet und in Betrieb genommen.

Im Jahr 2008 wurden bei der Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern insgesamt 52 Projekte eingereicht. Nach einem aufwändigen Auswahlverfahren wurden davon 17 Vorhaben vom Wissenschaftsrat genehmigt und als Forschungsneubau von nationaler Bedeutung eingestuft. In den ostdeutschen Bundesländern hatte neben C_DAT nur das Zentrum für Energietechnologie der TU Cottbus den Sprung auf die Förderliste geschafft. Der Neubau hat insgesamt 17,6 Millionen Euro gekostet, finanziert jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Konjunkturpakets I.
Im Neubau am Campus Berthold-Beitz-Platz stehen den Wissenschaftlern aus der Pharmakologie und der Pharmazie rund 2.500 m² Forschungsfläche zur Verfügung. Mit dem Umzug in die Labore des C_DAT verbessern sich die Forschungsbedingungen für rund 70 Wissenschaftler und Mitarbeiter der Universität erheblich.

v.l. Minister Schlotmann, Prof. Kroemer und Prof. Westermann bei der Grundsteinlegung

In einem Gebäudeflügel, dem sogenannten Forschungsgebäude sind alle Laborräume einschließlich Lager- und Geräteräume sowie Kühlzellen der Pharmazie und Pharmakologie untergebracht. In einem gesonderten Baukörper befinden sich Praktikumsräume, Seminarräume und die Probandenstation der Pharmakologie.
In einem zweiten Bauabschnitt soll im hinteren Grundstücksbereich noch ein Labor- und Praktikumsgebäude für die Biologie und Pharmazie errichtet werden.
Grundsteinlegung für den Neubau war im September 2009 und Ende Oktober 2011 wurde das Gebäude an die neuen Nutzer übergeben. Betreut wurde die Baumaßnahme vom Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Der wissenschaftliche Hintergrund
Viele Medikamente werden als Tabletten und Kapseln verabreicht. Trotzdem kommt es immer wieder zu unerwünschten Neben- oder Wechselwirkungen, die für Patienten auch lebensbedrohlich werden können. Zudem hat sich immer wieder gezeigt, dass Substanzen, die in Tierversuchen hochwirksam waren, bei Menschen keinen klinischen Nutzen hatten. Entweder wurden die Wirkstoffe schlecht bzw. unterschiedlich stark aus dem Magen-Darm Trakt aufgenommen oder ihre Konzentration erwies sich, dort wo sie wirken sollten, als zu gering.
Mit C_DAT sollen die physiologischen Hintergründe aufgeklärt und neue Theraphiekonzepte mit neuen Darreichformen für Medikamente entwickelt werden.
Damit soll die Dauerbehandlung wichtiger Krankheiten wie zum Beispiel von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gerinnungsstörung und bakterieller Infektionen deutlich verbessert werden.

Interfakultäre Zusammenarbeit
Weder in Deutschland noch international gibt es derzeit vergleichbare Forschungsstrukturen in diesem Untersuchungsgebiet. Wissenschaftler der Allgemeinen Pharmakologie, der Klinischen Pharmakologie, der Pharmazeutischen Technologie sowie der Pharmazeutischen Biotechnologie haben das Projekt vorbereitet, geplant und werden es auch gemeinsam umsetzen.
Kliniker und Vorkliniker wollen gemeinsam therapeutische Lösungskonzepte entwickeln.

Vier Forschungsbereiche

  1. Mit pharmazeutisch technologischen Verfahren (magnetic marker monitoring) werden Daten über die physiologischen Absorptionsbedingungen und das Transport- und Freisetzungsverhalten der Arzneistoffe aus ihren Trägern (z.B. Tabletten) ermittelt.
  2. Mit molekular- und zellbiologischen Methoden werden die für die Absorption verantwortlichen Arzneistofftransporter und deren genetische Varianten identifiziert.
  3. Mit tierexperimentellen Modellen wird anschließend das komplexe Zusammenspiel von neuen Arzneiformen mit physiologischen Faktoren in verschiedenen im Menschen nicht zugänglichen Geweben, Organen und Organsystemen beschrieben.
  4. Letztlich wird untersucht, ob die neuen Ansätze beim Menschen realisierbar sind (proof of concept). Dies erfolgt sowohl an isolierten menschlichen Organen, als auch an gesunden Freiwilligen und Patienten. Hierfür wird eine moderne Probandenstation mit 12 Betten zur Verfügung stehen.

Forschung mit Ausstrahlung
Bisher arbeiteten die Gruppen aus der Pharmakologie und der Pharmazie in weit voneinander entfernten Gebäuden, die darüber hinaus aufgrund ihres Alters nur noch bedingt für experimentelles Arbeiten geeignet waren. Der Neubau schafft ideale Bedingungen für die Forschung. Die räumlich Nähe zur neu errichteten Universitätsmedizin und den naturwissenschaftlichen Instituten am Life Science Campus befördert den wissenschaftlichen Austausch über Zentrums-, Instituts- und Fakultätsgrenzen hinweg. Bereits jetzt gibt es zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit der biotechnologischen Industrie.

Ein wichtiges Anliegen ist auch die strukturierte und nachhaltige Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie von Wissenschaftlerinnen.


Galerie

Teaserbild Galerie

In nur drei Jahren wurde der Neubau des interdisziplinären Kompetenzzentrums geplant, errichtet und in Betrieb genommen. Im Gebäudekomplex am Campus Berthold-Beitz-Platz stehen den Wissenschaftlern aus der Pharmakologie und der Pharmazie rund 2.500 m² Forschungsfläche zur Verfügung. weiterweiter

Weiterführende Links


KONTAKT

Sprecher C_DAT
Heyo K. Kroemer, Prof.Dr.rer.nat.

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Institut für Pharmakologie
Fleischmannstraße 8
17487 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 86-5630
Fax: +49 (0)3834 86-5631
kroemer@uni-greifswald.de


Letzte Änderung: 24.11.2011 23:54
Verantwortlich: Pressestelle


Home | Kontakt | Impressum | Sitemap
Seite drucken Seite drucken Seite versenden versenden Seite kommentierenFeedback Seitenanfangzum Seitenanfang