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Professor am Lasermikroskop
Prof. Dr. Aurel Popa-Wagner am Lasermikroskop

Mehr als eine Million Euro für neurowissenschaftliche Forschung

Die EU fördert fünf Arbeitsgruppen des Forschungsverbundes Neurowissenschaften der Universität. Ihre Wissenschaftler erforschen, welche Zellstrukturen in der Regenerationsphase des Gehirns nach einem Schlaganfall eine Rolle spielen. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass Hirnzellen auch nach einem Schlaganfall wieder wachsen können. Insgesamt wurden rund eine Million Euro bewilligt.

Der Antrag des Greifswalder Forschungsverbundes ist einer von 31 bewilligten Projektanträgen im 7. EU Forschungsrahmenprogramm. Insgesamt gab es 410 Anträge. Gefördert wird die Einstellung von sechs Wissenschaftlern für drei Jahre sowie regelmäßige Arbeitsaufenthalte in international renommierten Partnerinstitutionen. Außerdem wurde die Anschaffung eines 350.000 Euro teuren konfokalen Lasermikroskops bewilligt. „Das ist für die Forschung unglaublich wichtig, mit dieser neuen Technologie können wir nachverfolgen, wie sich nach einer Hirnschädigung die Hirnzellen erholen, neue Ausläufer und neue synaptische Verbindungen ausbilden, die den Schaden funktionell kompensieren“, so Professor Kessler, der Direktor der Neurologie.

Der Schlaganfall ist keine Seltenheit

Er ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache von Behinderung in unserer Gesellschaft. In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 150.000 Menschen einen Schlaganfall. Die Folgen sind häufig eine dauerhafte Behinderung; die Patienten sind für den Rest ihres Lebens teilweise oder ständig auf fremde Hilfe angewiesen. Die Rehabilitation nach einem Schlaganfall ist sehr schwierig.

„Aus diesem Grund interessieren uns die Faktoren, die wichtig sind, damit sich das geschädigte Gehirn des Patienten erholt und seine Funktion weitgehend wiedererlangt. In einem ersten Projekt des Labors Molekulare Neurobiologie an der Neurologischen Universitätsklinik wird in einem Tiermodell untersucht, wie das Gehirn nach einem Schlaganfall im Rahmen regenerativer Vorgänge seine Funktion wiedererlangt. Im zweiten Teilprojekt untersuchen wir, wie mit Hilfe von Stammzellen zerstörtes Gewebe wieder ergänzt werden kann“, erklärt Prof. Dr. Aurel Popa-Wagner, der Projektleiter und Leiter des Labors Molekulare Neurobiologie an der Neurologischen Universitätsklinik Greifswald.

Die Förderung kam vielen Projekten zugute

Der Einsatz von Stammzellen als mögliche Option bei der Behandlung von Patienten mit chronischen neurologischen Patienten wird in Greifswald nicht nur beim Schlaganfall, sondern auch bei anderen chronischen Erkrankungen des Nervensystems erforscht. Ein solches Projekt wird von Dr. Michael Sabolek in Kooperation mit dem renommierten Wallenberg-Forschungsinstitut in Lund durchgeführt. Die Abteilung für Neuropathologie unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Silke Vogelgesang untersucht hingegen an Hirnen von Alzheimerpatienten spezifische Eiweißstoffe, die den Transport schädlicher Substanzen aus den Nervenzellen regulieren (Transportproteine). Die Wissenschaftler erhoffen sich, Aufschluss über die Entstehung und den Verlauf der Alzheimererkrankung zu bekommen und Grundlagen für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien zu erarbeiten.

Neben dem Spezialmikroskop wurden Geräte angeschafft, mit denen elektrophysiologische Messungen an lebenden Zellen (Patch clamping) möglich sind. Damit können Lokalisation, Funktion und Regulation von Ionenkanälen in Nerv- und Muskelzellen untersucht werden. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Heinrich Brinkmeier, Leiter des Instituts für Pathophysiologie der Universität, untersucht, welche Prozesse bei speziellen Muskelerkrankungen ablaufen. Schwerpunkt ist die Erforschung der Duchenne Muskeldystrohie, die bei Jungen auftritt und erblich bedingt ist. Internationaler Partner bei diesem Teilprojekt ist das Institute of Human Genetics in Newcastle in England.

Die Unterstützung der EU wird helfen, die Vernetzung innerhalb der neurowissenschaftlich tätigen Gruppen zu stärken und wichtige internationale Kooperationen einzugehen. In einem Jahr sollen im Rahmen eines internationalen Kongresses mit renommierten Neurowissenschaftlern aus ganz Europa die ersten Ergebnisse präsentiert werden.

Themen der Teilprojekte

  • WP2, WP3 - Schlaganfall (Rattenmodelle)
  • WP4 - Neurodegeneration/Regeneration (bei neurodegenerativen Erkrankungen)
  • WP5 - Alzheimer Demenz
  • WP6 - Muskeldystrophie
  • WP7 - Rehabilitation nach Schlaganfall (Patienten)
Mitarbeiterin bei der Auswertung von Daten

Prof. Dr. Aurel Popa-Wagner

Klinik und Poliklinik für Neurologie
Ellernholzstraße 1/2, 17475 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 86-6853
Fax: +49 (0)3834 86-6843

Prof. Dr. med. Christof Kessler

Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie
Ellernholzstraße 1/2, 17475 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 86-6800
Fax: +49 (0)3834 86-6875

Prof. Dr. Heinrich Brinkmeier

Institut für Pathophysiologie
Greifswalder Straße 11c, 17495 Karlsburg
Tel.: +49 (0)3834 86-19319/-19100
Fax: +49 (0)3834 86-19111


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Letzte Änderung: 21.12.2010 15:27
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