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Fachbeschreibung Biomathematik

Biomathematik

Erwartet werden Interesse und eine gute gymnasiale Vorbildung auf den Gebieten Mathematik und Biologie, möglichst auch Chemie und Physik. Zukünftige Studenten sollten sich zutrauen, abstraktes Denken in logischen und mathematischen Strukturen zu erlernen und sich parallel dazu Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten in biologischen Disziplinen anzueignen und die Inhalte beider Ausbildungskomponenten zu verbinden. Geistige Beweglichkeit und Offenheit für neue Gedankenrichtungen, aber auch Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen beim Lösen mathematischer Aufgabenstellungen sind eine gute Basis für eine spätere erfolgreiche Tätigkeit!

Studienverlauf und Studieninhalt:
Die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester.
Studiengegenstände sind begriffliche, inhaltliche und methodische Grundlagen der analytischen, stochastischen und diskreten Mathematik sowie Grundlagen der allgemeinen Biologie, Biochemie, Biotechnologie, Genetik, Ökologie und Chemie. Die Gesamtstundenzahl der (obligatorischen) Lehrveran-staltungen beträgt 122 Semesterwochenstunden, d.h. durchschnittlich 21 Stunden je Woche. Im mathematischen Teil des Studiums sind Veranstaltungen zur Analysis (2 Semester), Numerischen Mathematik, Stochastik, Linearen Algebra und Analytischen Geometrie (2 Semester), zu Gewöhnlichen Differentialgleichungen, Diskreten Strukturen und Prozessen, Computeralgebra-Systemen, Statistischen Verfahren sowie zur Stochastik, Informatik und zur Mathematischen Biologie zu belegen. In der Biologie-ausbildung werden Vorlesungen und Übungen zur Allgemeinen Biologie, Biochemie, Biotechnologie, Genetik, Ökologie und zur Mikroben- und Molekularbiologie dazu angeboten, außerdem sind Veran-staltungen zur Allgemeinen und Anorganischen Chemie zu besuchen.

Studieninformation:
Biomathematik ist ein moderner interdisziplinärer Studiengang, der seit Herbst 1998 (als Diplomstudiengang) an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald studiert werden kann. Das Ziel dieses Studienganges ist die Ausbildung von Mathematikern mit speziellem Wissen in verschiedenen Disziplinen der Biologie sowie den dazu notwendigen Grundkenntnissen aus anderen Naturwissenschaften (Chemie, Physik, Pharmazie). Das Lehrangebot verteilt sich auf ca. 60 % Mathematik und Informatik sowie 40 % Biologie und andere Fächer.

In der modernen Wissenschaft werden Fortschritte in besonderem Maße durch das Zusammenwirken von Spezialisten verschiedener Disziplinen erzielt. Physiker, Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler wenden seit langem mathematische Methoden an. Aber auch Forschungen in den Biowissenschaften, insbesondere in der Mikrobiologie und der Molekularbiologie sowie in der Ökologie und der Umweltforschung, werden in den letzten Jahren in immer stärkerem Maße mit mathematischen Problemen und Modellen verknüpft. Bei den zu lösenden Fragestellungen werden immer häufiger auch mathematische Methoden ausgenutzt. Die rasche Entwicklung der Informatik und des Computers als Werkzeug für Mathematiker und Informatiker gestattet es, große Datenmengen schnell auszuwerten, immer komplexere biologische und medizinische Sachverhalte mit mathematischen Modellen zu beschreiben und Simulationen im Computer durchzuführen. Biologische Untersuchungen und Experimente sind die Grundlage für die zu entwickelnden mathematischen Modelle, Simulationsergebnisse sind durch die Praxis zu bestätigen, gegebenenfalls müssen die mathematischen Modelle weiter verbessert werden. An dieser Stelle sind auch weitere Grundlagen zu entwickeln.

Die Mathematik ist somit nicht mehr nur willkommene, aber einfache Hilfe bei der Auswertung von experimentell gewonnenen Daten auf der Grundlage von Analysis und Stochastik. Vielmehr können mit Hilfe von mathematischen Modellen und Methoden auch Antworten auf komplizierte biologische Problemstellungen gefunden werden. Gegenwärtig und zukünftig gibt es z. B. offene Fragen bei der Genforschung oder den Ökosystemen, zu deren Klärung Methoden der Diskreten Mathematik, der Stochastik und der Analysis beitragen können. In vielen Fällen sind die geeigneten mathematischen Werkzeuge noch zu finden – eine anspruchsvolle Aufgabe für Biomathematiker!

Der zukünftige Biomathematiker soll sich bereits im Studium Fähigkeiten zur Modellbildung und fachübergreifende Denkweisen aneignen. Durch seine spezielle Ausprägung soll der Absolvent befähigt werden, interdisziplinär mit Biologen, Pharmazeuten und Medizinern zusammenzuarbeiten. Im Studium hat er Lehrveranstaltungen zur Mathematik und zur Biologie sowie zu anderen Naturwissenschaften absolviert. Das Studium versetzt den zukünftigen Biomathematiker in die Lage, aktuelle biologische oder medizinische Fragestellungen zu verstehen, in der Sprache der Mathematik zu formulieren und mit Mitteln der Mathematik zu lösen. Basierend auf einem Studienabschluss als Bachelor of Science kann ein weiterführender Masterstudiengang, z. B. in Greifswald, belegt werden.

Die Ausbildung von „Biologie-orientierten“ Mathematikern entspricht internationalen Trends, an der Universität Greifswald bietet das Institut für Mathematik und Informatik gemeinsam mit den biologischen Instituten diesen in Deutschland neuen Studiengang an. Greifswald ist ein hervorragender Standort der Biowissenschaften: Es gibt eine starke Fachrichtung Biologie mit den Diplomstudiengängen Biologie, Humanbiologie, Landschaftsökologie und Naturschutz sowie Biochemie (letzterer wurde 1997 erfolgreich eingerichtet); Pharmazie und Medizin sind für ihre fundierte Ausbildung bekannt; es gibt ein modernes Biotechnikum; neben der medizinischen Grundlagenforschung hat sich die Community Medicine in Greifswald etabliert. Mit einer möglichen Anbindung an Forschungsergebnisse aus der Molekularbiologie und der Landschaftsökologie / Boddenlandschaft sind weitere Verflechtungen der mathematisch-naturwissenschaftlichen und medizinischen Fachrichtungen zu erwarten. Unlängst haben junge Mathematiker und Biologen in Greifswald die Firma „Decodon“ gegründet, die Software für funktionelle Genomforschung entwickelt. Für solche Schnittstellen von Biologie, Mathematik und Informatik sind Biomathematiker mit guten Programmierkenntnissen prädestiniert (weitere Informationen unter: www.decodon.com). Gute wissenschaftliche Kontakte gibt es zur Massey-University in Neuseeland.

Das Institut für Mathematik und Informatik und das Fach Biologie gewährleisten mit ihren Professoren und Mitarbeitern eine intensive Betreuung. Die Ausstattung mit leistungsfähigen Computern am Institut und im Universitätsrechenzentrum unterstützt das Studium. In Greifswald ist alles überschaubar und individuell, es gibt keine Warteschlangen vor Labors und Computerkabinetten und noch keine überfüllten Hörsäle!

Die reizvolle und abwechslungsreiche vorpommersche Landschaft mit der Ostsee vor der Haustür bietet nicht nur Erholung und Entspannung, sie ist auch praktisches Studienobjekt für Biomathematiker. Das kulturelle Leben in Greifswald ist reichhaltiger, als man es für eine Stadt mit 55 000 Einwohnern vermutet. Dazu tragen auch viele studentische Aktivitäten bei.


KONTAKT

Zentrale Studienberatung

Rubenowstraße 2
17487 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 86-1293
Fax: +49 (0)3834 86-1279
zsb@uni-greifswald.de


Letzte Änderung: 03.05.2016 11:29
Verantwortlich: Pressestelle


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