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Kommunikationswissenschaft

Die Kommunikationswissenschaft beschäftigt sich mit den sozialen Bedingungen, Folgen und Bedeutungen von medialer, öffentlicher und interpersonaler Kommunikation. Sie versteht sich als theoretisch und empirisch arbeitende Sozialwissenschaft mit interdisziplinären Bezügen.

Die Kommunikationswissenschaft leistet Grundlagenforschung zur Aufklärung der Gesellschaft, trägt zur Lösung von Problemen der Kommunikationspraxis durch angewandte Forschung bei und erbringt Ausbildungsleistungen für eine seit Jahren dynamisch wachsende Kommunikationsbranche – so das Selbstverständnispaper der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft aus dem Jahr 2008.

Formen und Komplexität der Kommunikation
Das Studienangebot der Universität Greifswald ist so konzipiert, dass es der Vielfalt der Formen und der Komplexität des Phänomens Kommunikation gerecht wird und die Kommunikationswissenschaft in ihrer ganzen Bandbreite abdeckt. Es wird in Theorien, Methoden und Praxis des Faches eingeführt. Student(inn)en werden im Laufe Ihres B.A.-Studiums zunächst die Grundlagen interpersonaler Kommunikation kennenlernen und sich dann mit anderen Formen der gesellschaftlichen Kommunikation in Gruppen, Organisationen und der Öffentlichkeit beschäftigen. Die verstärkte Berücksichtigung der Online-Kommunikation trägt dem Medienwandel und dem damit verbundenen Wandel in der Gesellschaft wie der beruflichen Praxis Rechnung.

Schwerpunkte in zwei Masterstudiengängen
Mit zwei Masterstudiengängen ist eine Schwerpunktsetzung möglich. Der Masterstudiengang Organisationskommunikation ist eine Antwort auf die gestiegene Bedeutung von Kommunikation für Organisationen wie Unternehmen, Verbände, soziale Organisationen, Parteien, Verwaltungen in verschiedenen Handlungsfeldern wie Politik, Kultur, Wirtschaft oder Gesundheit, und dies sowohl nach innen – zu Mitgliedern oder Mitarbeitern – wie nach außen.
Der interdisziplinäre Masterstudiengang Sprache und Kommunikation (der bei der Deutschen Philologie angesiedelt ist) rückt die Bedeutung interpersonaler Kommunikation in ihrer Interaktion mit massenmedialer Kommunikation in den Vordergrund; sprach- und kommunikationswissenschaftliche Erkenntnisse werden zur Erklärung des gemeinsamen Gegenstandes Sprache und Kommunikation interdisziplinär vernetzt.

Berufliche Kompetenz durch allgemeine Grundlagen und individuelle Schwerpunktsetzung
Das Studium der Kommunikationswissenschaft in Greifwald dient der Entwicklung einer allgemein auf kommunikative Berufsfelder orientierten fachlichen Kompetenz. Die Student(inn)en werden mit kommunikationstheoretischen Ansätzen vertraut, eignen sich Kenntnisse über strukturelle Probleme einer modernen Kommunikationsgesellschaft und der Organisationskommunikation an und können ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in verschiedenen Praxisfeldern anwenden.
Durch individuelle Schwerpunktsetzung und die Fächerkombination im B.A.-Studiengang wird auf folgende Tätigkeitsfelder vorbereitet:

Im Bachelorstudiengang:

  • Öffentlichkeitsarbeit: Organisation von Pressekonferenzen, Kundengesprächen, Schreiben von Pressemitteilungen, Präsentationen, Konzeption und Organisation von Informationskampagnen
  • Medienmanagement: Analyse und Umsetzung von Forschungsergebnissen, Entwicklung von Strategien
  • Kommunikationstraining und Rhetorik

In den Masterstudiengängen:

  • Kommunikations- und Medienforschung: Entwicklung, Durchführung und Analyse von Kommunikationsprozessen in und von Organisationen (wie Unternehmen, Verbände, soziale Organisationen, Parteien, Verwaltungen)
  • Problembearbeitung und Konfliktbewältigung in Organisationen: Analyse von Kommunikationswegen und Informationsbarrieren in Unternehmen, Aufzeigen alternativer Lösungswege und Möglichkeiten der Konfliktmodellierung
  • Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecher(in), Entwicklung von Kampagnen, Evaluation von Kommunikationsprozessen

Module des B.A.-Studienganges
Das B.A.-Fachmodul Kommunikationswissenschaft besteht aus neun Modulen, die jeweils einem bestimmten Themenfeld und speziellen Lernzielen gewidmet sind:

  • Im Modul „Grundlagen der Kommunikationswissenschaft“ erlernen die Student(inn)en die Grundbegriffe der Kommunikationswissenschaft und erhalten eine Orientierung über die Fragestellungen, Theorien und Forschungsfelder des Faches. Sie erlangen damit Einblick in die vielfältigen theoretischen Perspektiven auf die Grundfrage der Kommunikationswissenschaft „Wie ist soziale Kommunikation möglich?“. Ferner üben sie in kleinen Gruppen die grundlegenden Techniken wissenschaftlichen Arbeitens ein, die für ein erfolgreiches Studium unentbehrlich sind.
  • Das Modul „Interdisziplinäre Bezüge der Kommunikationswissenschaft I“ vermittelt grundlegende, kommunikationswissenschaftlich relevante Kenntnisse der Sprachwissenschaft und der Sozialpsychologie. Beide Disziplinen liefern wichtige Beiträge zur Erklärung von Humankommunikation und sind daher unabdingbar für ein tieferes, die kommunikationswissenschaftliche Perspektive bereicherndes Verständnis des Kommunikationsprozesses. Die Student(inn)en benötigen diese Grundkenntnisse für die Vernetzung der verschiedenen Ansätze im Modul „Interpersonale Kommunikation“.
  • Im zweiten Semester geht es um „Interpersonale Kommunikation“, also das persönliche Gespräch (unter Anwesenden). Wie verhalten sich zwei (oder mehr) Menschen, wie sprechen sie miteinander und wie kann dies aus kommunikations- und sprachwissenschaftlicher Sicht beschrieben und erklärt werden? Zur Beantwortung werden die im ersten Semester erworbenen Grundlagen sowie die interdisziplinären Bezüge (sozialpsychologische, sprachwissenschaftliche wie auch soziologische Theoriebausteine) vernetzt. Darüber hinaus können die Student(inn)en das Erlernte anwenden, um ihre eigene Kommunikationsfähigkeit im „Körper- und Stimmtraining“ zu erproben und zu verbessern.
  • Im Modul „Öffentliche Kommunikation I“ lernen die Student(inn)en die Strukturen des Mediensystems kennen. Außerdem erhalten sie in einer medienpraktischen Übung auch einen Einblick in die Tätigkeits¬bereiche von Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Das Modul „Öffentliche Kommunikation II“ fragt nach Gründen und Motiven von Mediennutzung sowie den Veränderungen, die durch Medien und Medieninhalte bei einzelnen Rezipienten, bestimmten Gruppen bzw. der Gesellschaft insgesamt ausgelöst werden. Ferner beschäftigen die Student(inn)en sich mit Theorien öffentlicher Kommunikation und publizistischer Medien.
  • Im Modul „Methoden der Kommunikationswissenschaft I“ erlernen die Student(inn)en die für die Sozialwissenschaften wichtigen Verfahren der Erhebung und Auswertung von Daten. Anschließend erproben sie das erworbene Wissen im Modul „Methoden der Kommunikationswissenschaft II“ eigenständig und in kleinen Gruppen anhand praktischer Fragestellungen und kleinerer Forschungsvorhaben. Ferner schulen sie ihre kommunikativen Kompetenzen, anknüpfend an das „Körper- und Stimmtraining“, und setzen sich dazu auch mit der Präsentation solcher Forschungsarbeiten bzw. allgemeiner dem wissenschaftlichen Argumentieren, Referieren und Präsentieren auseinander.
  • In dem Modul „Interdisziplinäre Bezüge der Kommunikationswissenschaft II“ können die Student(inn)en, neben den Erwerb der rechtlichen Grundlagen von (öffentlicher) Kommunikation, selbst, ihren Interessen folgend, eigene Schwerpunkte setzen und zwischen dem Besuch von Veranstaltungen aus den Bereichen Informatik, Wirtschaft oder Politik wählen.
  • Auch im Modul „Forschungsfelder der Kommunikationswissenschaft“ können die Student(inn)en, möglicherweise bereits in Ausrichtung auf ihren Berufswunsch, zwischen verschiedenen Seminaren zu ausgewählten Forschungsfeldern der Kommunikationswissenschaft wählen. Durch das Angebot verschiedener Seminare zur Kommunikatorforschung, Aussagenforschung, Rezeptions- und Wirkungsforschung, den Folgen der Medien für die Gesellschaft sowie ihre politische, ethische und rechtliche Bearbeitung ist eine individuelle Schwerpunktsetzung möglich. Im Rahmen eines Examenscolloquiums diskutieren die Student(inn)en zusammen mit ihren Kommiliton(inn)en ihre Bachelorarbeitspläne und entwickeln so ihre eigenen kleinen Forschungsvorhaben, mit denen sie ihr B.A.-Studium der Kommunikationswissenschaft abschließen.

Im Rahmen des B.A.-Studiums ist ein Praktikum von insgesamt 360 Stunden zu absolvieren. Das Praktikum hat der/die Student/-in selbst zu organisieren.


KONTAKT

Zentrale Studienberatung

Rubenowstraße 2
17487 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 86-1293
Fax: +49 (0)3834 86-1255
zsb@uni-greifswald.de


Letzte Änderung: 20.12.2011 10:34
Verantwortlich: Zentrale Studienberatung


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