Physik
Das Physikstudium soll den Studierenden die Kenntnisse grundlegender Begriffe und Gesetze der Physik vermitteln, sie mit den experimentellen, theoretischen und computerbasierten Methoden der Physik vertraut machen und an die aktuelle physikalische Forschung heranführen.
Die Physikausbildung gliedert sich in ein sechssemestriges Bachelor-Studium und ein viersemestriges Master-Studium.
Der Masterstudiengang ist ein Aufbaustudium, das den erfolgreichen Abschluss des Bachelorstudiums voraussetzt. Insgesamt bleibt es bei einer 5jährigen Ausbildungszeit für einen vollwertigen, wissenschaftlich ausgebildeten Physiker; es besteht aber die Möglichkeit, mit dem Bachelor-Abschluss direkt in den Arbeitsmarkt zu wechseln. Es ist das Ziel der Greifswalder Physik, allen geeigneten Bachelor-Absolventen den Master-Abschluss zu ermöglichen.
Studienablauf
Das Physikstudium vermittelt eine der Bedeutung der Physik angemessene breit gefächerte und solide Ausbildung. Die Studierenden erwerben die für eine selbständige wissenschaftliche Arbeit nötigen physikalischen Kenntnisse und Fertigkeiten. Eine intensive und individuelle Betreuung, die durch die Mitarbeiter des Institutes für Physik gewährleistet wird, ist eine Voraussetzung für die Einhaltung der Regelstudienzeit.
Inhalte des Bachelor-Studiums
Vor dem eigentlichen Beginn des Studiums wird jeweils Anfang Oktober ein Mathematischer Vorkurs angeboten, um die Lücke zwischen Schul- und Universitätsmathematik zu überbrücken. Die Teilnahme ist freiwillig, wird aber empfohlen.
Die Grundlagen-Ausbildung in Mathematik erstreckt sich über 3 Semester (Analysis, Lineare Algebra, Differentialgleichungen).
Die Experimentalphysik umfasst die Gebiete Mechanik und Wärme, Elektrizitätslehre und Optik, Atom- und Molekülphysik, Festkörperphysik, Kern- und Elementarteilchenphysik, Plasmaphysik.
Das begleitende Physikalische Praktikum besteht aus einem dreisemestrigen Grundpraktikum und einem Aufbaupraktikum.
In der Theoretischen Physik werden zunächst Mathematische Methoden behandelt. Danach geht der Kurs Theoretische Physik über die Gebiete Theoretische Mechanik, Elektrodynamik, Quantenmechanik und Thermodynamik und Grundlagen der Statistischen Physik.
Die berufsrelevanten Fächer umfassen einen Kurs (Vorlesung und Praktikum) in Elektronik, Messmethoden, Computer-orientierte Physik und wahlweise Veranstaltungen aus den Bereichen Recht und Wirtschaft oder einem Berufspraktikum, zusätzliche Wahlmöglichkeiten (Chemie, Informatik) sind in Vorbereitung.
In einer halbsemestrigen Bachelor-Arbeit werden die erworbenen Fähigkeiten auf ein eng umgrenztes Gebiet angewendet. Damit wird dann der Grad Bachelor of Science in Physik (B.Sc. Physik) erworben.
Inhalte des Master-Studiums
Neben der Vertiefung allgemeiner physikalischer Kenntnisse mit einem Fortgeschrittenen-Praktikum und Fortgeschrittener Quantenmechanik kann man zunächst zwei physikalische Spezialfächer beginnen. Im zweiten Semester entscheidet man sich für eins der beiden Spezialfächer und absolviert neben Vorlesungen ein Laborpraktikum in den Forschungsgruppen. In diesem Fach schreibt man dann auch die Master-Arbeit, die mit Planung, Vorbereitung und Durchführung über zwei Semester läuft. In einem Kolloquium wird die Arbeit verteidigt.
Neben dem Institut für Physik der Universität kann die Master-Arbeit auch am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Teilinstitut Greifswald und am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. angefertigt werden.
Als Spezialfächer werden in Greifswald angeboten:
- Niedertemperaturplasmaphysik
- Fusionsplasmaphysik
- Nano- und Grenzflächenphysik
- Many-Particle-Theory and Computational Physics
Weiterführende Abschlüsse
Der Abschluss Master of Science in Physik kann in Kooperation mit einer ausländischen Universität auch als Doppel-Abschluss (Gemeinsamer Master-Grad) verliehen werden.
Guten Absolventen wird anschließend die Möglichkeit geboten, mit einer selbständigen Forschungsarbeit zum Dr. rer. nat. zu promovieren. Hierfür gibt es verschiedene Finanzierungswege und auch die Einbindung in eine Graduiertenschule.
Institut für Physik
Das Institut für Physik, bestehend aus den Lehrstühlen Niedertemperatur-Plasmaphysik, Kolloidale Plasmen, Grenzflächenphysik, Atom- und Molekülphysik, Weiche Materie, Computer-orientierte Materialwissenschaften, Theorie der kondensierten Materie, Komplexe Quantensysteme und Theorie dichter Plasmen, bietet moderne und zukunftsträchtige Physikdisziplinen zur Spezialisierung an. Dabei bildet die Plasmaphysik einen historisch gewachsenen Schwerpunkt. Die Forschungen auf diesem Gebiet werden unter anderem in den Sonderforschungsbereichen „Komplexe Plasmen“ und „Starke Korrelationen und Kollektive Effekte“ durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft sowie in der International Max-Planck-Research School „Bounded Plasmas“ durch die Max-Planck-Gesellschaft gefördert. Das Institut für Physik ist seit Januar 2007 in einem Neubau untergebracht.
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (Greifswald/Garching) betreibt Grundlagenuntersuchungen zur Hochtemperaturplasmaphysik und zur Fusionsforschung. In den nächsten Jahren ist der Betrieb der großen Fusionsanlage Wendelstein 7-X in dem neu errichteten Institutsgebäude in Greifswald geplant.
Das Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. an der Universität Greifswald, das anwendungsorientierte Grundlagenforschung betreibt, arbeitet ebenfalls eng mit dem Institut für Physik zusammen. Die Professoren beider Institute halten Vorlesungen über plasmaphysikalische Spezialgebiete.
Berufsaussichten
Der Beruf des Physikers besitzt eine breite Einsatzpalette. Dazu gehören die Bereiche Wirtschaft, insbesondere in den Zweigen Elektronik und Elektrotechnik, Feinmechanik, Kommunikationstechnologie, Medizintechnik und Umwelttechnologie; Banken; staatliche und private Forschungseinrichtungen; Lehre und Forschung an Hochschulen.
Zentrale Studienberatung
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