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1.
KURZE VITA
- 1970- 1976 Studium in Stuttgart, an der
Sorbonne (Paris I) und an der FU Berlin (Geschichte,Französisch,
Lateinamerikanistik)
- 1977-1981 Referendar an Berliner
Gymnasien (Geschichte, Französisch)
- 1982-1984 Arbeit als Übersetzer und in
einem Consulting Büro (Gesundheitsprojekte in Chile), Studium der
Philosophie
- 1984 Promotion. Doktorväter:
Alexander Demandt (Alte Geschichte), Jacob Taubes (Philosophie)
- 1985-1991 Assistent am Seminar für
Alte Geschichte in Freiburg (bei Jochen Martin)
- 1990 Habilitation in Alter
Geschichte
- 1991-1993 Vertretung des
althistorischen Lehrstuhls in Göttingen
- 1993-1997 Wissenschaftlicher Referent
am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen
- Mai 1995 an der EHESS und am Collège de
France auf Einladung von Pierre Bourdieu
- Seit dem 1.10.97 Inhaber des
Lehrstuhls für Alte Geschichte in Greifswald
- März/April 2000 Gastprofessor am Centre
Gustave Glotz (Sorbonne, Paris I)
- April / Mai 2001 Gastprofessor an
der Universität Konstanz (SFB Norm und Symbol)
- Für 2003/2004 Einladung als Fellow
ans Wissenschaftskolleg zu Berlin
2. WISSENSCHAFTLICHE AUSZEICHNUNGEN
Träger des
Hans-Reimer-Preises der Aby-Warburg-Stiftung
Einladung als Fellow ans Wissenschaftskolleg zu Berlin (2003/2004)
3.
TÄTIGKEIT AN EINER AUSLÄNDISCHEN
FORSCHUNGSANSTALT
Mai 1995: Am
Collège de France (u. EHESS, Paris) auf Einladung
von Pierre Bourdieu (Soziologie).
4.
GASTPROFESSUREN
1.03. bis 30.04.2000
- Centre Gustave Glotz (Sorbonne, Paris I).
1.05. bis 30.06.2001
- Universität Konstanz (SFB
"Norm und Symbol")
5.
FORSCHUNGSORIENTIERUNG
Entstammt
keiner althistorischen ‘Schule’. Dezidiert theorieorientiert. Beeinflußt von der Cultural
Anthropology was die Fragestellungen angeht. Theoretisches und
konzeptuelles Instrumentarium ausgerichtet an der ‘anthropologisch’ verfahrenden Soziologie Pierre Bourdieus. Weit
entfernt von der traditionellen deutschen Althistorie.
Dementsprechend viele interdisziplinäre Aktivitäten (v.a. am Zentrum
für Interdisziplinäre Forschung in Bielefeld, am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen, am Max-Planck-Institut
für Geschichte in Göttingen).
6.
SCHWERPUNKTE IN DER FORSCHUNG
1.
Die politische Dimension von Ritualen (vor allem in Rom): politische
Inszenierungen der Memorialkultur
(Leichenbegängnis), der fundamentalen Normen (Spiele, Gladiatur); die
rituelle Dimension im Verhalten sozialer Gruppen innerhalb der
institutionellen Prozesse (Volksversammlungen usw.)
2.
Kommunikation und Interaktion (vor allem in Rom): Verhaltensregeln im
Umgang der Aristokratie mit dem römischen Volk, sowie der
Aristokraten untereinander; Gesten und Performanzen, mit denen man
Nähe oder Distanz signalisierte,mit denen man den Adressaten nötigen
konnte usw.;
3.
Phänomene der Gruppenbildung: Heiratsstrategien, Formen der
Reziprozitäts und des symbolischen Tausches.
4.
Normenkonstitution (vor allem in Hellas): Formulierung, Begründung,
Geltung und Durchsetzung von Normen, sowie Normenkonflikte in ihrer
Rolle für Gruppenbildung, für die Lebensführung sozialer Gruppen.
5.
Entscheidungsverfahren (vor allem in Hellas): Verfahren, um Dissens
auszudrücken oder Dissens zu leugnen; Rückwirkung der Verfahren auf
die entscheidbaren Gegenstände, Anforderung der Verfahren an die
kommunikative Kompetenz, an das Verhalten und an die Struktur und
Konstitution der Gruppen oder Gemeinschaften.
6.
Politisches Denken (in Hellas und im Rahmen der Rezeption antiker
Konzepte in der Neuzeit): Gleichheit und Ungleichheit; Ausgrenzung
von Menschen, denen die elementare Gleichheit abgesprochen wird
(Sklaverei von Natur, Rassismus) Universalisierbarkeit von Normen;
die Relevanz direkter Demokratie; Demokratiekritik.
7.
Politische Theologie: Gerechtigkeitsvorstellungen und Religion;
Verhältnis von menschlicher Autonomie
(institutionalisierte Verfahren) zu übermenschlichen Ansprüchen
(religiöses Charisma im politischen Raum); die Auswirkungen von
radikaler Religiosität (Gnosis, Apokalypse) auf die Spannweite
menschlicher politischer Verfügungen.
8.
Geschichtstheorie auf der methodologischen Ebene: Erprobung von
Methoden, um das Eigengewicht der Diskurse in den sozialen
Beziehungen zu eruieren, ebenso das Eigengewicht und die Logik der
Praktiken; Erprobung von Ansätzen aus der Politischen Anthropologie
(in einem grundsätzlich antibiologistischen Sinne),
Auseinandersetzung mit hermeneutischen Ansätzen - unter einer ‘praxeologischen’ Perspektive im
Sinne von Pierre Bourdieu.
9.
Geschichtstheorie auf der epistemologischen Ebene: Wahrheit und
Objektivität in den Kulturwissenschaften; Universalisierbarkeit von
kulturwissenschaftlicher Erkenntnis (Erprobung kantianischer und
weberianischer Theoreme im Hinblick auf die Infragestellung der
Wissenschaft durch die Dekonstruktion).
10.
Historiographiegeschichte: Die historiographischen Weisen, Geschichte
zum Zwecke kultureller und politischer Identitätssicherung zu
gebrauchen (deutscher Historismus, Jacob Burckhardt); die politische
Dimension im Verhältnis zur Autonomisierung der Fachdisziplin.
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