Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Greifswald

Forschungsschwerpunkt
Computergestützte Philologie
und Bild-Erschließung


Domstraße 11, 17487 Greifswald
FON: +(49) - (0)3834 - 86 2515
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Text-Erschließung mit Quest 2: Beispiele


Quest 2 - Lexikalische Fragestellungen
Quest 2 - Grammatische Fragestellungen
Quest 2 - Optionen
Quest 2 - Perspektiven

Forschungsschwerpunkt



QUEST 2: Lexikalische Fragestellungen

Einfache Abfragen, die der Arbeit mit gedruckten Wortkonkordanzen entsprechen, können im Hauptfenster des Programms ausgeführt werden. Als zusätzliche Möglichkeit neben der üblichen alphabetischen Wortliste steht eine Sortierung nach Häufigkeit zur Verfügung; beide Listen können auf Teile der zugrundeliegenden Texte (z.B. Psalmen oder Pentateuch) oder auf selbstdefinierte Einheiten wie z.B. Rahmentexte (z.B. die Rahmenerzählung des Hiobbuches: Hiob 1,1-2,13; 42,7-17) beschränkt werden.

Ergebnisse werden als Fundstellenliste im Hauptfenster ausgegeben. Die einzelnen Fundstellen können in verschieden Zusammenhängen (z.B. im Kontext eines Satzes oder einer einstellbaren Anzahl von Worten) auf dem Bildschirm dargestellt, in ein Textverarbeitungsprogramm übernommen oder gedruckt werden.

Für eine detaillierte Wortuntersuchung wie z.B. der Valenz einzelner Verben lassen sich auch die grammatischen Kontexte verschiedener Ebenen ermitteln: Welche Formen werden bevorzugt realisiert? Welche Objekte folgen dem zu untersuchenden Verb? Wie werden, falls vorhanden, Infinitive und Partzipien konstruiert?






Im diesem Beispiel wurde in der nach Häufigkeit sortierten Wortliste nach dem Verb „hajah“ = „sein“ gesucht, das im Hiob-Buch fünfzigmal (im Alten Testament insgesamt 3561mal) erscheint und dabei dreizehn verschiedene Formen ausbildet. Die drei Stellen aus dem Schlußkapitel 42 werden im Verskontext angezeigt, wobei das gesuchte Wort farblich hervorgehoben wird.



QUEST 2: Grammatische Fragestellungen

Einzelne grammatische Erscheinungen können in einem Abfragedialog definiert werden, z.B. die lexem-unabhängige Suche nach den Verbformen der 1. und 2. Person (Suchmenge, siehe das folgende Beispiel) oder die Suche nach den Verben, die keine Infinitive bilden (Ausschlußmenge).




Es besteht auch die Möglichkeit, komplexe Abfragen zusammenzustellen, z.B. für die Suche nach den Perfektformen, die einer Imperfektform folgen, ohne daß eine weitere Verbform zwischen ihnen steht (siehe das folgende Beispiel). Als weitere Beispile seien genannt: Nomina, die durch ein Genitiv- oder ein adjektivisches Attribut oder einen Relativsatz erweitert werden, oder Nominalsätze (ohne finite Verbform), die ein Partizip enthalten.




Zwischenergebnisse (z.B. die als Subjekt fungierenden Phrasen) können gespeichert und für Detailuntersuchungen durch zusätzliche Angaben (z.B. Subjekt in Verbalsätzen mit einer imperfektischen Verbform) eingegrenzt werden.



QUEST 2: Optionen

Optional lassen sich beliebige Suchbereiche definieren und die Anzeige und Ausgabemöglichkeiten konfigurieren. So können u.a. Stellenangaben im wissenschaftlichen Standardformat erzeugt werden, die in der Regel ohne weitere Änderungen in Publikationen verwendet werden können.








QUEST 2: Perspektiven

Die genannten Möglichkeiten lexikalischer und grammatischer Untersuchungen können auch für weitere, insbesondere neuere Philologien genutzt werden, da die Lemmatisierung und die morphologische Analyse für einige europäische Sprachen weitgehend automatisiert werden kann. Diese auf Wortebene vorliegenden Daten können mit einem weiteren Programm der Quest 2 - Generation überprüft und ggf. korrigiert sowie um Daten auf Phrasen- und Satzebene erweitert werden. Die sich ergebende Datanbank steht anschließend mit den hier für das Althebräische vorgestellten Möglichkeiten für textgrammatische Untersuchungen und literarische Analysen zur Verfügung.


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Universität Greifswald



10.12.98

W.-D. Syring