Ein neuer akademischer Grad
Der Grad des Bachelor of Laws oder Baccalaureus legum ist ein akademischer Abschluß,
den das neue Hochschulrahmengesetz ausdrücklich vorsieht.
Der Greifswalder LL.B. wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
seit 1999 als besonders innovativ mit einem Betrag von 500.000 DM gefördert.
Das Besondere
Anders als die klassische, in der Regel viereinhalb Jahre dauernde Juristenausbildung
umfasst das Studium des LL.B. nur sechs Semester. Die Studierenden schließen
also das Studium nach drei Jahren mit einem akademischen Grad - dem LL.B. -
ab.
Neben juristischen Inhalten werden die sogenannten "general studies"
gelehrt. Studiengegenstand sind dort zur Häfte Englisch und Deutsch sowie
zur anderen Hälfte Wirtschaftswissenschaften.
ERSTENS: Modularisierung
Das Studium zum LL.B. ist ein modularisiertes. Das bedeutet, dass mit dem Ziel
des berufsqualifizierenden Abschlusses (LL.B.) einzelne Bausteine (= Module)
als Teile der Gesamtqualifikation gelehrt und gelernt werden. Durch studienbegleitende
Prüfungen und die Vergabe von ECTS-Punkten (Kreditpunkte nach europäischem
Standard) werden die einzelnen Leistungen bewertet und die Module abgeschlossen.
ZWEITENS: Neuorientierung + Praxisbezug
Die Ausbildung im Bachelorstudiengang orientiert sich an Problemen und Strukturen
der Legalordnung, statt an dieser selbst. So verhelfen erlernte methodische
Kenntnisse und fachliche Grundlagen zu einem besseren Verständnis juristischer
Texte und Inhalte. Selbständiges Arbeiten wird erleichtert. Aber auch Kreativität,
Anpassungs- und Teamfähigkeit, im Berufsleben unverzichtbare Eigenschaften,
werden durch die Arbeit in Kleingruppen gefördert.
Ein Praktikum von drei Monaten im In- oder Ausland vermittelt den Studierenden
eine Anschauung von praktischer Rechtsanwendung und rundet das Bachelor-Studium
ab.
DRITTENS: Sprache + Wirtschaft als General Skills
Als wesentliche berufsfähigende Kompetenzen werden immer mehr Kommunikations-
und Kontaktfähigkeit ebenso wie Basiskenntnisse über wirtschaftliche
Zusammenhänge vorausgesetzt. Deshalb werden im LL.B.-Studiengang Schlüsselqualifikationen
vermittelt.
Rhetorik und Textkritik als wichtige Deutsch-Module verhelfen zum sicheren
Umgang, zur Produktion und zur ansprechenden Präsentation von sinnhaften,
strukturierten und verständlichen Texten.
Daneben nimmt das Englisch-Modul einen erheblichen Umfang ein. Nach einem Kompaktkurs
- geleitet von native speakers - wird Englisch als Fachsprache gelehrt. Die
Studierenden sollen in der Lage sein, englische Fachliteratur zu lesen und ggf.
ihr Studium nach dem Bachelor-Abschluss im englischsprachigen Ausland fortzusetzen.
In dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften erhalten Studierende eine Einführung in die BWL und VWL und können dann einen Interessenschwerpunkt setzen und sich beispielsweise mit Management, Gesundheitsökonomie oder Rechnungs- und Finanzwesen beschäftigen. Ziel ist, die Fähigkeit zum ökonomischen Denken herauszubilden, um sich zusammen mit entsprechend profunden rechtlichen Kenntnissen auf dem Arbeitsmarkt zu profilieren.
Einstieg in das Berufsleben
Nach der Beendigung des Bachelor-Studiums mit der Bachelor-Arbeit und entsprechender
Prüfung können die Absolventen sich auf dem Arbeitsmarkt nach geeigneten
Berufen umsehen. Zwar ist dieser akademische Grad in Deutschland noch neu, doch
gerade international operierenden Unternehmen ist an juristisch, wirtschaftlich
und sprachlich qualifizierten jungen Leuten mit LL.B.-Abschluss sehr gelegen.
Aufbaustudium
Besonders qualifizierten Bachelor-Absolventen stehen verschiedene Wege offen.
Zum einen wird ein viersemestriger klassischer juristischer Masterstudiengang
zum LL.M. ab WS 2001/02 angeboten, in dem zur wissenschaftlich fundierten und
vertieften Berufsfähigkeit in herkömmlichen juristischen Berufsfeldern
-etwa Verwaltungs- und Wirtschaftsjuristen - geführt wird.
Zum anderen ist auch der Wechsel zum Staatsexamensstudiengang möglich,
wobei aufgrund der ECTS-Punkte eine Anrechnung der erbrachten Studienleistungen
problemlos ist.
Außerdem werden weitere spezielle Masterprogramme entwickelt. In konkreter
Bearbeitung befindlich sind derzeit die Schwerpunkte "Tax and Economics"
und "Staat und Gesellschaft". Des weiteren werden andere interessante
Master-Gebiete (z.B. Medizin und Recht, Kriminalwissenschaften) konzipiert.
Promotionsstudiengang
Danach kann sich für wissenschaftlich interessierte Master-Absolventen
ein Promotionsstudium anschließen. Dieses beinhaltet neben der Anfertigung
der Dissertation ein weiteres Studium in einem vom Bachelor- und Masterstudium
verschiedenen Fach. Die Dauer beträgt zwischen vier und sechs Semestern.