KLEMPERER, Victor

1947 - 1948 Philosophische Fakultät

 

Romanistik

 

٭

9. Okt. 1881 Landsberg/Warthe

11. Febr. 1960 Dresden

K

jüd., seit 1912 ev.

V

Dr. phil. Wilhelm, Prediger der jüdischen Reformgemeinde

Vw

Bruder Georg, Prof. der Medizin, Vetter Otto, Dirigent

 

Lb

Studium der germanistischen und romanistischen Philologie sowie der Philosophie in Berlin, München, Genf und Paris; 1904-12 freier Journalist und Schriftsteller in Berlin; 1912 Übersiedlung nach München; Promotion 1913, Habilitation 1914 über romanische Philologie als Privatdozent der Univ. München, 1914/15 Lektor an der Univ. Neapel, 1915 Kriegsfreiwilliger, 1916-18 Zensor im Buchprüfamt der Presse-Abteilung des Militärgouvernements Litauen in Kowno und Leipzig, 1919 a.o.P. Univ. München, 1920 o. Prof. TH Dresden, 1935 aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ in den Ruhestand versetzt, 1945-1947 o. Prof. TH Dresden, Berufung am 1.12.1947 als Prof. für Romanische Philologie an die Univ. Greifswald, ausgeschieden am 1.8.1948, 1948-60 in Halle, 1951-54 an der Humboldt-Univ. Berlin,

 

E

1952 Nationalpreis III. Klasse für Kunst und Literatur der DDR, 1956 Verleihung des Vaterländischen Verdienstordens in Silber, 1960 posthume Auszeichnung mit dem F.-C.-Weiskopf Preis der Akademie der Künste zu Berlin, 1995 posthume Auszeichnung mit dem Geschwister-Scholl-Preis der Stadt München

M 1953 Mitglied der deutschen Akademie der Wissenschaften in Berlin

P

seit Herbst 1945 Mitglied der KPD dann SED, 1946 Vorsitzender der Landesleitung des Kulturbundes Sachsen, Mitglied der Gewerkschaft Lehrer und Erzieher, 1947-1960 Mitglied des Präsidialrates des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands 1951-1953 Mitglied des Zentralvorstandes der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN),  1953 Mitglied des Komitees der antifaschistischen Widerstandkämpfer , 1950-58 Abgeordneter der Volkskammer der DDR.

W

Die moderne französische Prosa 1870-1920, Berlin 1923. - Die französische Literatur von Napoleon bis zur Gegenwart, 4 Bde., Berlin 1925-31 (Neuausg. 1956 unter dem Titel Geschichte der französischen Literatur im 19. und 20. Jahrhundert). - Notizbuch eines Philologen, Berlin 1947 (181999). - Geschichte der französischen Literatur im 18. Jahrhundert Bd. 1 Berlin 1954, Bd. 2 Halle 1966. - Aus dem Nachlass hrsg. wurden: Curriculum vitae, Jugend um 1900, 2 Bde., Berlin 1989. - Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Tagebücher 1933-45, 2 Bde., Berlin 1995. - Nowojski, Walter (Hg.): Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Tagebücher 1925-32, 2 Bde., Berlin 1996. - Jäckel, Günter (Hg.): Und so ist alles schwankend, Tagebücher Juni bis Dezember 1945, Berlin 1995.

 

Qu

UAG PA 1321, Grabstätte in Dresden

L

Kürschner (1950). - NDB (1980) - DBE (1997) - Heer, Hannes: Im Herzen der Finsternis. Viktor Klemperer als Chronist der NS-Zeit, Berlin 1997. - Victor Klemperer: ein Leben in Bildern, hrsg. von Christian Borchert, Berlin 1999. - Literaturlexikon, Autoren und Werke deutscher Sprache, hrsg. von Walther Killy, Band 6, München 1990. - Im Dienste der Sprache. Festschrift für V. K. zum 75. Geburtstag, Halle 1958 (WVZ).  

                                                                                                                                ines soldwisch

 

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