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OBERLÄNDER, Theodor |
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1938 - 1940 Rechts- und Staatswissenschaftliche
Fakultät |
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Wirtschaftliche Staatswissenschaften, Osteuropäische
Wirtschaft |
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٭ |
1. Mai 1905 Meiningen (Thüringen) |
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† |
4. Mai 1998 Bonn |
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ev. |
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V |
Oskar O., Oberregierungsrat in Meiningen |
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| Lb |
Nach dem Abitur zweijähriges landwirtschaftliches Praktikum; Studium der
Agrar-wissenschaften in München, Hamburg und Berlin sowie der Nationalökonomie
in Berlin und Königsberg; 2. März 1929 Promotion zum Dr. agr., 8. Febr.
1930 zum Dr. rer. pol.; Tätigkeit im Kubangebiet als Mitarbeiter der
deutsch-sowjetischen Saatzuchtgesellschaft DRUSAG; 1930 – 1932
Studienreisen in die Sowjetunion, nach China, Japan, Kanada, in die USA
und die Türkei; ab 1932 Assistent am Institut für Osteuropäische
Wirtschaft an der Universität Königsberg; 17. Dez. 1933 Habilitation. Herbst 1933 – Herbst 1934 Dozent für Agrarpolitik in Danzig; ab Mai
1934 Direktor des Königsberger Instituts für Osteuropäische Wirtschaft
und apl. ao. Prof., ab SS 1936 ao. Prof.; 1937 Ende des Dienstverhältnisses
in Königsberg aufgrund von Meinungsverschie-denheiten bezüglich der
ostpolitischen Pläne der NSDAP. SS
1938 Versetzung an die Universität Greifswald durch Fürsprache von
Admiral Wilhelm Canaris, Chef der deutschen Abwehr. Vorlesungen zu folgenden Themen: „Agrarpolitik“, „Grenz- und Aus-landsdeutschtum“,
„Osteuropäische Wirtschaft“, „Handels- und Verkehrspolitik“, „Wirt-schaftsplanung“,
„Landwirtschaftspolitik“, „Sozialverwaltung“, „Statistik“,
„Fremde Volks-wirtschaften“ und „Deutsches Wirtschaftsleben“. 1937
Ernennung zum Mitdirektor des Staatswissenschaftlichen Seminars; 1939
Obmann der „Arbeitsgruppe für Raumforschung“ der EMAU. Seit 1. Okt.
1940 Ordinarius für Volkswirtschaftslehre und Volkswirtschafts-politik an
der deutschen Karls-Universität Prag. 1941 Teilnahme am Angriff gegen die
Sowjetunion; 1943 Entlassung aus der Wehrmacht wegen „politischer Betätigung“;
Rück-kehr O.s nach Prag, wo er unter Hausarrest gestellt wurde; Winter
1944/1945 freiwillige Meldung zum Militär; Verbindungsoffizier im Stab
der „russischen Befreiungsbewegung“; 1946 Entlassung aus
amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Beruflicher Neuanfang als Land-arbeiter und Geschäftsführer einer
Saatzucht-Firma. 1950 – 1960 Karriere als Berufspo-litiker; danach
Beratertätigkeit für den Konzern Messerschmidt-Bölkow-Blohm. |
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E |
1958 Großes Bundesverdienstkreuz mit Schulterband
und Stern |
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P |
9.
Nov. 1923 Teilnahme am Hitler-Putsch in München; Kämpfer des Freikorps
„Bund Oberland“; Mitgliedschaft im „Deutsch-völkischen Schutz- und
Trutzbund“; 1. Mai 1933 Eintritt in die NSDAP, seitdem Gauamtsleiter des
Gau-Grenzlandamtes Ostpreußen und Mitglied der Gauleitung der NSDAP; 1933
– 1937 Leiter des „Bundes Deutscher Osten“ (BDO) und der
„Vereinigung für das Deutschtum im Ausland“ (VDA). Fand
nach 1945 über die FDP Anschluss an den „Bund der Heimatvertriebenen
und Entrechteten“ (BHE). Bis 1953 bayerischer Landesvorsitzender,
1954/55 Bundesvorsitzender des „Gesamdeutschen Blocks / BHE“; 1950 –
1953 Mitglied des Bayerischen Landtags und Staatssekretär für
Angelegenheiten der Heimatvertriebenen im Bayerischen Staatsministerium
des Innern; 1953 – 1965 Mitglied des Bundestages; 1953 – 1960
Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte,
Rücktritt wegen des Vorwurfes der Beteiligung an Kriegsverbrechen in Lwow
(Lemberg); 1956
Wechsel zur CDU; 1958 – 1964 Vorsitz des Landesverbandes Oder-Neiße,
der Vertretung der Vertriebenen innerhalb der CDU; seit 1957 Engagement für
die Friedlandhilfe und die Europäische Konferenz für Menschenrechte. |
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W |
Die
landwirtschaftlichen Grundlagen des Landes Litauen, Berlin 1930. - Die
Landflucht in Deutschland und ihre Bekämpfung durch agrarpolitische Maßnahmen,
o. Jg. (1933) 1, S. 1 - 46. – Die agrarische Überbevölkerung Polens,
Berlin 1935. - Die Landwirtschaft Posen-Pommerellens vor und nach der
Abtretung vom Deutschen Reich, 1937. – Nationalität und Volkswille im
Memelgebiet (Greifswalder Universitätsreden, Bd. 50), Greifswald 1939.
– Die agrarische Überbevölkerung Ostmitteleuropas, in: Aubin, Hermann
u. a. (Hrsg.): Deutsche Ostforschung. Ergebnisse und Aufgaben seit dem
ersten Weltkrieg, Bd. 2 (Deutschland und der Osten. Quellen und
Forschungen zur Geschichte ihrer Beziehungen, Bd. 21), Leipzig 1943, S.
416 - 427. - Bayern und sein Flüchtlingsproblem, München 1953. - Die Überwindung
der deutschen Not, Darmstadt 1954. – Das Weltflüchtlingsproblem. Ein
Vortrag, gehalten vor dem Rhein-Ruhr-Club am 8. Mai 1959, Düsseldorf
1959. - Der Osten und die deutsche Wehrmacht. Sechs Denkschriften aus den
Jahren 1941 – 43 gegen die NS-Kolonialthese, hrsg. v. d.
Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt, Asendorf
1987. |
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Qu |
UAG: PA 269. |
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L |
Die wirtschaftswissenschaftlichen Hochschullehrer
an den reichsdeutschen Hochschulen und an der TH. Danzig. Werdegang und
Veröffentlichungen, hrsg. vom Institut für angewandte Wirtschaftswissen-schaft,
Stuttgart / Berlin 1938. – Die Wahrheit über O., Braunbuch
über die verbrecherische faschistische Vergangenheit des Bonner
Ministers, hrsg. v. Ausschuss für Deutsche Einheit, Berlin 1960. – Der
O.-Prozess. Gekürztes Protokoll der Verhandlung vor dem Obersten Gericht
der DDR vom 20. – 27 und 29.4.1960, hrsg. vom Ausschuss für Deutsche
Einheit, o. O., o. J. [1960]. – Silling, Victor : Die Hintergründe
des Falles O., Wolfenbüttel 1960. - Noch immer Fall O., hrsg. vom
Präsidium der VVN, Ludwigsburg 1960, - Stockhorst, Erich: 5000 Köpfe.
Wer war wer im 3. Reich, 1967. - Straube, Manfred: Neue
Beweise für die faschistische Vergangenheit Theodor O.s, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft
8 (1960) 4, S. 856 – 873. - Ziesel, Kurt: Der rote Rufmord, Tübingen
31962. –Raschhofer, Hermann: Der Fall O. Eine vergleichende
Rechtsanalyse der Verfahren in Pankow und Bonn, Tübingen 1962. –
Engelmann, Bernt : Die Laufmasche. Tatsachenroman, München 1980. –
Burleigh, Michael: Germany turns eastward. A study of Ostforschung in the
Third Reich, Cambridge 1988. – Aly, Götz / Heim, Susanne:
Vordenker der Vernichtung, Frankfurt am Main 1991. – Schütt, Siegfried:
Theodor O., Eine dokumentarische Untersuchung, München 1995. – NDB
(1999) - Philipp Christian Wachs: Der Fall Theodor O.
(1905 – 1998). Ein Lehrstück deutscher Geschichte, Frankfurt am Main
2000.
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