07.11.
Neubrandenburger Filmabend zum 17. Europäischen Filmfestival

Beginn: 19:00 Uhr
Ort:
Medienwerkstatt
Filmliste:
OE 1 / 1 (= Osteuropa 1 / Film 1)
Dworzec Gdanski , Maria Zmarz-Koczanowicz
55min.
„…Polen war meine Welt. Polen war mein Leben.“
Die emotionale Wucht der Erinnerungen polnischer Juden – im Kontrast zu den sonnigen Bildern des Heilbades Ashkalon in Israel – prallt gegen die pragmatisch kalte Parteitagsrede Gomulkas. Diese leitete jenen leidvollen Juden-Exodus ein, der die Betroffenen bis heute schwer belastet. In ihren Aussagen versuchen sie, die politischen und ideologischen Zusammenhänge verständlich zu machen, die das pogromartige Klima in jener Zeit beförderten: allen voran der Sechs-Tage-Krieg zwischen Israel und arabischen Ländern und der beinahe zeitgleich ausgerufene Generalstreik in Polen 1967, gefolgt von den Studentenunruhen im Frühjahr 1968. Um von den schweren innenpolitischen Problemen abzulenken, bediente sich die Parteiführung alter polnischer Feindbilder. Sie ließ über ihre Medien Hass-Parolen verbreiten von jüdischen Rädelsführern und angeblich zionistischer Infiltration. Eine beängstigende Propagandahetze wenige Jahrzehnte nach dem Warschauer Aufstand, nach Auschwitz und den faschistischen Ghettos.
OE 1 / 2
The Return of Moonlight / Powrót blasku Ksi??yca, Regie: Sergey Ageenko
Weißrussland, 2007
Dauer: 9 min 30 Sekunden
In Holz so bildhauen, dass die natürliche Gestalt des Materials nicht gestört wird. So leben, dass die Natur der Welt nicht zerstört wird… Etliche Gebote des Künstlers und eines Menschen aus Weißrussland.
O 1 / 3
Flüsterweib / Szeptuchy, Regie: Marek W?odzimirow
Polen, 2007
Dauer: 13 min
Podlasie – ein weites Gebiet im Osten Polens… ohne Zweifel in Europa. Häuser mit Strohdächern können hier immer noch gesehen werden, Kuppeln kleiner orthodoxer Kirchen, Kreuze an Waldwegen. Katholisch und orthodox – die mit dem zusätzlichen Querbalken. Hier verbinden die Menschen den tiefen Glauben an Gott mit dem Glauben an andere übernatürliche Mächte. Ein Ausdruck des andern ist die Einrichtung des „Flüsterweibs”: eines alten Weibs, das sich mit „Flüstern“ befasst – Entziffern der Hexzauber und Gesundmachen. Es ist eine wahrhaft außergewöhnliche Einrichtung…
O 1 / 4
Dtziwadlo (Weirdo), Ireneusz Prokopiuk
9min
„…Ich weiß es nicht genau, nur von anderen.“
Auch auf Dokumentaristen warten keine Wahrheiten, schon gar keine endgültigen, allenfalls Annäherungen, Reflexe. Da sucht einer Pilze und stößt auf einen Affen. Oder macht sich jener Pilzsucher Wladek auf dem Weg nach Olszyna selbst zum Affen? Ist etwa er dieser irre Typ? Verneigen wir uns vor ihm und seiner Mähr. Ihr mit der Kamera, lasst es euch gesagt sein: Was euch begegnet, sind immer nur Behauptungen und Gerüchte. Jedes Dokument verlangt nach Auslegung. Es bleibt bei euch, überzeugt zu sein im Zweifel.
Es lebe die Unschärfe. Er lebe hoch – der irre Typ!
OE 2 / 1
The Widow
Regie: Janos Domokos
Eine einfache Geschichte über das einsame Leben einer Witwe und ihrer Vorbereitungen auf den wöchentlichen Gang zum Markt. Sie verkauft Kleinigkeiten, um ihre dürftige Pension aufzubessern. Aber der Tag ist ein Ereignis und muss sorgsam vorbereitet werden. Sie kann sich mit Kunden streiten, mit anderen Verkäufern feilschen und sich mit den Freundinnen über die Mode und die Männer austauschen. Und immer wieder wird gehandelt, und die großen Themen bleiben das Geld und die Liebe. Ein kleines stilles Porträt das mit Sehnsüchten und verblassenden Träumen spielt in einer Welt im Umbruch spielt.
O 2 / 2
Women Conversation, Dzeni Rostohar
„…du musst hören, was dein Herz dir sagt.“
Der Film der Lehrerin Dzeni Rostohar wirkt wie eine Notiz, entstanden im Vorübergehen, wie ein zufällig aufgeschnapptes Gespräch bei einer bunten Gartenparty für Kinder. Slowenische Frauen verschiedener Generationen debattieren über ihre mögliche Rolle in einer von Männern dominierten Tradition. Nicht am Biertisch, sondern am Sandkasten, in Kindernähe. Es ist kein abschließendes Resümee, sondern offen für Fortsetzung, Entgegnung, Bestätigung.
Dzeni Rostohar bietet hier eine film-dokumentarische Fortsetzung ihrer zahlreichen auf das Soziale fokussierten Video-Workshops für Kinder und Jugendliche.
O 2 /3
Cz?owiek od kultury / Kulturmensch, Regie: Ireneusz Prokopiuk
Polen, 2007
Dauer: 16 min
Politik und PR en miniature – ein lokaler Abgeordneter-Kandidat in Bielsk Podlaski bildet sein Wahlimage.
OE 2 / 4
Weddings and Diapers
Regie: Antonete Kastrati-Cooper, Casey Cooper Johnson
Die Regeln des Ehelebens verändern sich auch im traditionell konservativen Kosovo dramatisch. Vier Paare aus verschiedenen Regionen und unterschiedlichen Generationen erzählen über Arbeitsteilung, Kindererziehung, Freiheit und Treue. Sie lassen einen offenen und ehrlichen Blick in den Alltag ihrer Beziehungen zu und sparen nicht mit humorvollen Details. Wie haben sich die Rollenmuster verändert und wo liegen die Grenzen der Ehe? Die Filmemacher begleiten die Paare beim Kühe melken, beim Windeln wechseln, bei der Geburt eines Babys und stellen am Ende noch die verschwindende Tradition der Polygamie vor.
W 1 / 1
DON’T GET ME WRONG, Adina Pintilie
50min
„…Liebe und mache, was immer du dir
wünschst.“
Was ist göttlich und was nicht, wer bringt und wer stoppt den Regen, und überhaupt: was ist normal und was nicht…? Auf der dünnen, kaum wahrnehmbaren Grenze zwischen Fiktionalem und Dokumentarischen, in einer nachdenklichen und optisch sorgsamen, zurückhaltenden Art führt Adina Pintilie in das Leben einer gesellschaftlichen Randgruppe, die einen tiefen und unumstößlichen menschlichen Wert darstellt, obwohl sie vom Standpunkt sozialer Nützlichkeit als ein ‚Nichts’ betrachtet wird.
Offenbar absurde Handlungen bekommen eine tiefere Bedeutung, sie sind tief emotional und zeigen als einzigen Ausweg aus ihrer im Wesentlichen absurden Existenz – die Liebe.
W 1 / 2
Contre Toi
Regie: Pierre Premetens
Eine schwule Liebesgeschichte, eine filmische Erinnerung eines jungen Mannes an den geliebten Freund. Mit authentischen Bildern aus der Vergangenheit der beiden Männer, zum Teil im Super 8 Format gedreht, nimmt der Film sich viel Zeit für seine Geschichte.
Erzählt wird über eine Reise nach Lissabon, die Heimat der Mutter. Gemeinsam entdecken die beiden Männer die fremde Stadt und ihre Gefühle für einander. Mit seiner eigenen Stimme erzählt Autor Pierre Premetens über die Grenzen der Liebe, über Fremdheit und Nähe und die Unmöglichkeit das wahre Glück zu leben. Eine eindringliche Komposition aus Bildern, Tönen und Texten.
W1 / 3
Szklana pu?apka / Glasfalle, Buch und Regie: Pawe? Ferdek
Polen, 2008
Dauer: 15 min
Die Hundekämpfe sind nicht mehr trendy. Die harten „Stadt-Menschen“ haben eine neue Art erfunden, Adrenalin anzukurbeln: die Kämpfe der… Aquarienfische. Nicht weniger blutig und ebenso heftig rufen sie bei den Zuschauern ihre Urinstinkte wieder wach.
W1 / 4
Always Decent , Regie: Katja Pällijeff
Finland, 2007
Dauer: 20 min
Die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts in Westfinnland. Elvis und Großvater der Erzählerin sterben, und ihre Eltern scheiden. In der Schule werden mathematische Abstraktionen eingeführt, und die Psychologin erläutert in einem TV-Bildungsprogramm anhand von Zeichnungen, was Scheidung bedeutet. Unter Benutzung archivarischer Filmmaterialien konstruiert die Autorin eine intime und zugleich universelle Erzählung über ihre Jugendzeit.
W 2 / 1
STONE SILENCE, Krzysztof Kopczynski
51min
“...Ich geh zur Schule und lerne den Koran.”
Krzysztof Kopczy?ski geht akribisch einer im Archaischen wurzelnden Tradition der Bestrafung einer Ehebrecherin nach. Er trifft nach der Steinigung auf kein Schuldbewusstsein. Offiziell wird Herzversagen zur Todesursache erklärt. Oder Suizid. Aminas Eltern leben weiter, als sei nichts geschehen. Karim wird geschlagen und flieht in die Berge. Seine Eltern verlassen das Dorf und leben unbehelligt anderswo. Niemand lehnt sich auf, niemand stellt die Strafe der Steinigung als Lynchjustiz in Frage. Sie ist islamisches Gesetz, also ein Gebot Allahs.
Krzysztof Kopczy?ski wurde 2006 und 2007 zum besten Dokumentar- und Kurzfilmproduzenten Polens gekürt. ‚Stone Silence’ ist seine erste Regiearbeit und sogleich ein kraftvolles, bildgewaltiges Debüt von bestechender Offenheit und Unvoreingenommenheit.
W 2 / 2
My Mother`s Daughter, Regie: Saleyha Ahsan
Eine schottische Journalistin, gebildet, selbstbewusst und erfolgreich lebt seit einigen Jahren als Muslima. Einer Geiselnahme durch die Taliban in Afghanistan entkam sie nur durch ihr Versprechen, den Koran zu studieren. Zurück im Westen begann sie sich tatsächlich mit dem Islam zu beschäftigen und erkannte auch als überzeugte Feministin die starke Rolle der Frau in den Texten. Sie entschied sich für den Islam und das Kopftuch. Der Film zeigt die Auseinandersetzungen mit der Mutter, die die Entscheidung der Tochter nie akzeptieren konnte. Vom Genuss von Schweinefleisch bis zu Fragen von christlichen Werten, es sind Welten die zwischen den beiden Frauen liegen. Aber auch mit Kopftuch ist sie weiter eine engagierte und streitbare Frau, die mit aller Kraft Respekt für ihre Glaubensschwestern einfordert. Ein Film, der eine sehr persönliche Sicht auf eine der großen Auseinandersetzungen unserer Zeit erzählt.
W 2 / 3
Po?owa mnie / Half me, Regie: Justyna Tafel
Polen, 2007
Dauer: 11 min
Wenn ich schlafen gehe, sehe ich all die, die ich kenne, und die nicht mehr am Leben sind. Alle lachen, weil es lustige Menschen waren. Die Erzählerin und Filmhauptgestalt ist eine Tschetschenin, sie befindet sich in Polen in einem Flüchtlingslager. In ihren Erinnerungen und ihrem Gebet werden all diejenigen lebendig, die in ihrer Heimat zurückgeblieben sind.
W 2 / 4
DIE TRAGÖDEN AUS DER STADT, Eva Könnemann
34:30min
„…Nun macht Bewusstsein alle uns zum Feigling.“
Ein Zweipersonenstück. Regisseur Laurent Chétouane und der Schauspieler Fabian Hinrischs proben. Ihr Problem mit dem Versuch, ‚Hamlet’ als Monolog darzubieten, ist eine Art entfremdetes Spiel, in dem der Schauspieler permanent neben sich tritt, mit der Sperrigkeit des Textes hadert, ihm seine, Hinrichs, Personalität, seine Identität anbietet, statt sie im Text aufzugeben. Der gekippte Stuhl als Bühnenraum. Körperteile als Projektionsflächen in Großaufnahme. „Der angeborenen Farbe der Entschließung wird des Gedankens Blässe angekränkelt.“ Theater, Spiel, Worte statt Aktion – der ewige Hamlet?
Eva Könnemann vermittelt uns einen Schnappschuss von den Torturen des Inszenierens.
W 3 / 1
TO DIE IN JERUSALEM, Hilla Medalia
52min
Die Wahrheit verbirgt sich hinter Schlagzeilen und Feindbildern. Der israelisch-palästinensische Konflikt, seit Jahren in der politischen Debatte als eine Kette von Kriegen, Anschlägen, Selbstmordattentaten, Friedensbemühungen – bedrückend, aussichtslos und ermüdend für die Öffentlichkeit. Da kommt dieser aufrüttelnde Film der israelischen Filmemacherin Hilla Medalia und ermöglicht dem Betrachter einen sehr persönlichen, ja beinahe intimen Blick in die Gefühlswelt beider Seiten, betrachtet durch die Augen zweier Mütter, die durch den gewaltsamen Tod ihrer Töchter für immer verbunden sind. Es gibt beiderseits Verständnis für die Trauer, zugleich wird erkennbar, wie tief der Konflikt wurzelt, wie unendlich weit er von einer Lösung entfernt ist.
W 3 / 2
man muss leben / trzeba ?y?, Regie: Pawe? Sobczyk
Polen, 2007
Dauer: 19 min
Ein intimes Porträt einer Ehe mit 50-jähriger Erfahrung. Ein altes Haus in der Provinz, alte Menschen mit ihrer Schönheit, Wahrheit, mit ihren Erinnerungen, Auseinandersetzungen und Schmerzen. Dauerhaftigkeit und Vergänglichkeit. Es gibt Themen, solche Filme, die in uns stecken – sagt in der Einleitung der Autor des Films.
W 3 / 3
SEHEN, Hubert Sielecki
13min "…Wenn der Körper leichter wird.“
Wer mit diesen fünf kinematographischen Sprechtexten nichts anfangen kann, dem könnten sie helfen.
Dieselben immer wieder von vorne…
…sehen, vergessen, bestaunen, vergessen, sehen, bestaunen....... vergessen, vergessen – was?
Auf dem Wege der Selbstfindung…
…Monotonie, Trance, die Stimme des Heilers, Meditation, Hingabe, Sonnengeflecht, Wunder, Erweckung, Ekstase…
Wem dieser Film helfen kann, der kann mit ihm anfangen…
…wenn der Körper leichter wird.
W 3 / 4
A város ritmusa (Rhythm of the City), András Salamon
15min
In Salamons Film ist es ein kleiner Junge, der mit weit geöffneten Augen und Ohren durch die Stadt geht und dabei alles aufsaugt und sublimiert für sein eigenes Spiel. Dabei wird er selbst Teil und Motiv der Montage.
Grundlage dieser Atem beraubenden Film-Komposition ist eine ungemein hohe optische und akustische Qualität jeder ihrer einzelnen Quellen, was die erstaunliche Komplexität erst ermöglicht. Wie sorgfältig die Lichtbehandlung!
Selbst die größte noch wahrnehmbare Verkürzung, eine im Lidschlag, also nur im Bruchteil einer Sekunde gebündelte Wirklichkeit vermag unser Gehirn zu orten und zu kombinieren.
Der Film bietet jedem Filmenthusiasten ein faszinierendes Kompendium von seltenen Montagevarianten, von ungewöhnlichen Kombinationen und überraschenden Lösungen.
W 4 / 1
Vzi sno iz Bronza, Regie: NN
Wie lebt es sich als 18 jähriger in der „Großstadt“ Krsko in Slowenien. Die meisten Jugendlichen stellen sich keine Fragen nach ihrer Zukunft, denn sie wissen, dass es sie nicht gibt. Chancen haben nur die, deren Eltern Geld haben und die Ausbildung bezahlen? Der Film lässt drei Jugendliche zu Wort kommen und zeichnet ein ehrliches und wenig hoffnungsvolles Bild einer verlorenen Generation zwischen Rap, Graffiti, Drogen und Kriminalität.
W 4 / 2
Roaming Around, Regie: Brigitte Bertele
„Sodom und Gomorrha“, so nennen die Bewohner der ghanaischen Metropole Accra eine wilde Siedlung am Rande des größten Marktes. Es ist die Heimat der Gestrandeten, Heimatlosen, Diebe, Zuhälter und Straßenkinder. Auf der Basis eines Textes der Schriftstellerin Amma Darko folgt der Film einigen Straßenkindern zwischen ihrer Suche nach einem freien Leben außerhalb der zerrütteten Familien und einem mörderischen Kampf ums Überleben. Eine Familie, ein zu Hause ist für sie alle unvorstellbar, das sind magische Worte, die ihnen Tränen in die düsteren Augen treiben. Durch die Begegnungen und Reflexionen von Amma Darko erhalten die Geschichten der Kinder ein universelles Profil, in dem sich literarische Passagen mit dem dokumentierten Überlebenskampf der Straßenkinder mischen.
W 4 / 3
Zietek, Regie: Bartosz Blaschke
Bogdan Zietek LIEBT die Frauen. Bogdan ist Rentner und lebt mit seiner Frau in einem abgelegenen Dorf auf dem Land. In Polen ist er eine Institution, die Käufer stehen Schlange. Sie wollen Bogdans Frauen kaufen. Aber Bogdan sammelt seine Frauen in einer kleinen Kammer und putzt sie liebevoll. Seit 40 Jahren baut er Frauen aus Holz, schöne, großbusige Frauen, modelliert nach dem Vorbild der Kataloge, angekleidet mit Blusen und Röcken aus der Boutique in der Kleinstadt. Bogdans Ehefrau scheint es großmütig zu akzeptieren. Ein tragikkomisches Bild eines selbstbewussten Eigenbrötlers, der sich traut seine Träume zu realisieren.
W 4 / 4
Butterfly, Regie: Yulia Mahr
Als sie geboren wurde sagte der Arzt ihrer Mutter, dass etwas mit ihren Augen nicht in Ordnung ist. Der nächste Arzt sagte, sie ist nicht blind, sie ist ein Albino. Ihr Leben ist immer anders gewesen als dass der anderen Kinder, aber sie hat gelernt damit umzugehen, sie lebt ohne ihre Augen und nutzt ihre anderen Sinne. Und sie hat ihr Element gefunden, das Wasser. Beim Schwimmen fühlt sie sich sicher. Eine sehr subjektive Poesie über den Umgang mit dem Anders sein.
W 4 / 5
Westi, Regie: Madevi Dailly
Ein Animationsfilm über den dicken Westi, den Außenseiter, das Monster. Westi will so wie alle anderen sein, er will nicht von ihnen gequält und beschimpft werden. Ein leichter und gefühlvoller Film über den schwierigen Prozess eigene Schwächen zu erkennen, zu lernen sie zu akzeptieren um dann zu neuen und unbekannten Stärken zu finden. Eine kleine Kindergeschichte für alle Altersgruppen.
W 5 / 1
Lost Worlds / Zaginione ?wiaty, Regie: Nemes Gyula
Hungary/Finland, 2008
Tama Kopaszi – ein vergessenes Stadtfragment im Zentrum Budapests. Eine künstliche Halbinsel, Häuser auf dem Wasser, das Leben der Sommerfrischler, das Leben der Obdachlosen. Abriss. Eine neue Qualität.
W 5 / 2
KRUPKA 0,5 , Michal Dawidowicz
18min
Krupka 0,5 – ein Verkehrsschild zu einem einsamen Gehöft, einem Ausbau.
Anfangs erscheinen Bohdan und Stanislav als weltfremde Sonderlinge, Außerirdische oder aus der Zeit Gefallene. Um ihre Dialogen und Aktionen um das Baumfällen und Borscht-Zubereiten rankt sich Komisches, Kauziges. Allmählich wird der Hof, die Stube immer mehr zu einem öffentlichen Raum, in dem wichtige politische und religiöse Dinge verhandelt werden, hinter deren Erörterung sich überraschende Weltläufigkeit erahnen lässt. Bohdan – bei Chopin-Musik entrückt, Stanislav – über das Ewige Buch gebeugt…ergeben eine gewisse Deutungshoheit.
W 5 / 3
„Vixen Academy” / Szko?a rodzenia, Regie: Alina Rudnitskaya
Russland, 2008
Dauer: 29 min
Junge Frauen in St. Petersburg sind wieder in der Schule. Sie lernen, wie ein Mann neugierig gemacht und gewonnen, wie er manipuliert werden soll. Die Verführungs-Soziotechnik des 21. Jahrhunderts im frühkapitalistischen Russland. Und in deren Hintergrund: Ängste, Träume, Determination.
W 5 / 4
La Boite a Tartines, Regie: Floriane Devigne
Eine Butterbrotdose ist Ausgangspunkt für ein filmisches Essay über das Leben im nördlichen Belgien, einer Region die noch bestimmt ist von industrieller Produktion und tiefer Religiosität. Ein banales und unauffälliges Produkt wie eine Butterbrotdose lädt ein zu einer spielerischen Reise in die Alltagskultur der belgischen Arbeiterklasse. Erzählt wird dabei nicht nur über das Essen sondern immer mehr über die Veränderungen unserer Zeit und über die Menschen, die die Folgen zu tragen haben. Aus einer kleinen minimalistischen Idee entwickelt der Film ein Kaleidoskop an Gedanken und Bildern über die Tragik unserer Zeit, persönlich erzählt aus der Perspektive und mit der Stimme der Autorin.
W 6 / 1
„Oifn Weg” / Wybór Oifna, Regie: Sarah Horst
Schweiz, 2007
Dauer: 35 min
Cioma Sch?nhaus lebte während des Zweiten Weltkrieges in Berlin und konnte Ausweise vorzüglich fälschen. Dank dieser Fertigkeit konnte er überleben und andere überleben helfen. Heute pflegen seine Söhne: Sascha i David, die jüdische Tradition in ihrer Klezmer-Band – Baith Jaffe. Cioma dagegen will an sie nicht mehr erinnert werden.
W 6 / 2
Requiem für Frau H., Regie: Philipp Hartmann
Der Abschied von einer verstorbenen alten Frau. In körnigem schwarz/weiß gedenkt Philipp Hartmann der Nachbarin und zeigt die letzten Arbeiten in der Wohnung der Verstorbenen. Das Entfernen der Tapeten, quälend langsam, im Rhythmus eines Requiems von Brahms. Ein Film der sich Zeit und Ruhe nimmt, und Raum lässt für Gedanken an das was übrig bleibt vom Leben.
W 6 / 3
Nahied = Venus, Regie: Parisa Yousef Dopust
Netherlands, 2008
Dauer: 40 min
“Nahied = Venus” ist der persönlichste Film, den ich je gemacht habe. Parisa Yousef Dopust realisiert ihre philosophisch-gefühlvolle Filmreise in eine dramatische Vergangenheit ihrer Tante Nahied (in der Muttersprache der Regisseurin bedeutet der Name Venus). Der Film ist ein gefühlsvolles Porträt der iranischen Intelligenzfamilie, die sich im Exil in Westeuropa befindet.
W 6 / 4
Kiosk, Regie: Hilde Osen
Mitten in Kopenhagen leben in einem eingezäunten Areal 600 Menschen, sie nennen es die Stadt der Alten. Hier gibt es einen Kiosk und eine Kirche. Der Film zeigt die Menschen in dem Kiosk. Sie kommen und gehen, einige bleiben. Die Gespräche drehen sich hauptsächlich um Zigaretten und Bier. Eine Vergangenheit hat nie stattgefunden, eine Zukunft ist nicht zu erkennen. Manchmal reden sie über Dostojewski und Literatur. Ein sehr genaues Porträt eines Lebens am Rand, ohne Scheu vor Bildern vom übrig gebliebenen Rest des Lebens.
W 7 / 1
Muzyczna partyzantka / Ein musikalischer Partisanenkampf
Regie: Miros?aw Dembi?ski
Polen, 2007
Dauer: 53 min
Konzerttouren, während deren sie auf gelöcherten Matratzen schlafen, und proben tun sie in einer öffentlichen Toilette. Sarkastisch und idealistisch. Rock-Musiker in Weißrussland.
In Baranowicze lässt sie die Miliz unter dem Vorwand nicht spielen, sie würden die Ruhestätte der während des Zweiten Weltkrieges ums Leben gekommenen Partisanen profanieren. „Dann spielen wir für die Partisanen“ – verhandelt einer der Musiker. Ein anderer gibt hinzu – „Wir sind selbst Partisanen“.
W 7 / 2
My name is Kelvin… / Mam na imi? Kelvin…, Regie: Veena Holkar
Kenia/UK, 2007
Dauer: 13 min
Victoria-See, Westkenia. Jugendliche aus einem Waisenheim haben eine Vorstellung über ihr Leben vorbereitet – das Leben der Kinder, die durch AIDS alleine geblieben sind. Häufig sind sie doppelte Opfer – Waisen und Krankheitsträger zugleich. Die Vorstellung ist für sie selbst, für andere Opfer… für die westliche Welt?
W 7 / 3
EHE DIE SPUREN VERWEHEN , Renate Günther-Greene
15:48min
„…Damals habe ich das Weinen verlernt.“
Der Güterbahnhof von Düsseldorf wird abgerissen. Es ist der Ort, an dem in den Jahren 1941 und 1942 über 6000 Juden deportiert wurden. Nur wenige haben überlebt.
Der Greifarm. Der Schweißbrenner. Die Trennscheibe.
Deportation ist Auslöschen. Abbruch von Biografien, Auseinanderreißen von Familien. Gewaltsames Trennen. Demontage. Endlösung.
Renate Günther-Greene hat mit Hilfe äußerster Reduktion und mit wenigen wirkungsstarken Kunstgriffen einen Erinnerungsraum geschaffen gegen die Freifläche des Vergessens und Verdrängens, gegen den Rückbau der Erinnerung.
W 7 / 4
Bread Makers, Regie: Yasmin Fedda
Eine Gruppe von Behinderten in einer schottischen Bäckerei. Sie machen ihre Arbeit professionell, aber auf ihre eigene Art und in ihrem eigenen Rhythmus. Dabei ist ihr kleines Unternehmen gut organisiert und erfolgreich. Ohne viele Worte beobachtet der Film die Menschen bei der Arbeit, die im Produktionsalltag keine Chance haben. Genau beobachtet, mit liebevoller Nähe zeigt der Film was auch mit schwerer Behinderung möglich ist.
W 7 / 5
SCHMUSEN MIT POLITIKERN, Christian 3 Rooosen
4:51min
Ein schonungsloser Dokumentarfilm, der die Augen öffnet. Auf einer Fanmeile gefährliche Nähe zu öffentlichen Personen. Eine delikate Art von Mundpropaganda. Oder gar Mund-zu-Mund-Beatmung? Wenn ja, dann besonders abstoßend. Die Frage wäre zu klären, wie weit hier Prostitution vorliegt. Desinteresse im größeren Umkreis deutet auf Wählerverdruss. Mit Steuergeldern erkaufte Wahlhilfe wird radikal bloßgestellt. Voyeuristische Kamera ermöglicht selten-intime Einblicke ins Abartig-Abhängige. Besonderer Kunstgriff: die Einbeziehung des Stadtfunks.
W 8 / 1
Arthur Balfour And Me, Regie: Charlotte Cornic
Eine junge Palästinenserin, seit 6 Jahren im Exil in Schottland, erinnert sich an 68 Worte des britischen Außenministers Arthur Balfour aus dem Jahre 1917. Eine Deklaration, geschrieben auf dem Schloss seiner Familie, in der das Recht jüdischer Siedler auf das Land der Palästinenser festlegt wird. Diese Entscheidung sollte weit reichende Folgen für das Volk und die Familie der jungen Frau haben. Der Film ist ein kleines privates Essay über eine der großen politischen Fragen unserer Zeit. Er erzählt über die Folgen politischer Entscheidungen und stellt die Frage nach der Verantwortung für große historische Entscheidungen.
W8 / 2
Faceless / Bez twarzy, Regie:Manu Luksch
A/UK, 2007
Dauer: 50 min
Die neuen Technologien verändern die menschliche Denk- und Darstellungsweise – das haben die Kulturtheoretiker schon lange her entdeckt. Kann denn ein Dokumentarfilm entstehen, der auf Aufnahmen der Industriekameras basieren würde? Könnte er visuell attraktiv sein, poetisch, durchdringend zeitgenössische Ängste, Gefühle darstellen, Kodierungsweisen unserer Träume und Erinnerungen diskutieren? Sind denn neue Technologien eine Antwort auf unsere Träume? Machen sie uns besser, kluger, glücklicher? Wollen wir in einer Utopie leben, in einer unvorhersehbaren Wirklichkeit?
W 8 / 3
The Sinking Villag, Regie: Márton Szirmai
Ein kleines Dorf in Ungarn sinkt seit mehreren Jahren immer tiefer ab. Jedes Haus ist durch immer größer werdende Risse instabil geworden. Es kracht und ächzt zu jeder Tages- und Nachtzeit. Niemand kennt den Grund für diesen seltsamen Prozess. Die Nachrichten im nationalen Fernsehen berichten regelmäßig über das unerklärliche Phänomen. Und da ist Joseph, der ewige Optimist, der versucht, das dramatische Problem zu lösen. Er lernt Englisch und dreht einen eigenen Film, den will er an die EU schicken, mit der Bitte um Hilfe. THE SINKING VILLAGE zeigt die groteske Situation an einem entlegenen Ort in Ungarn, und wie aus der Not ein engagierter Plan entstehen kann.
W 8 / 4
Into the Direction of Light / W stron? ?wiat?a, Regie: Michael Aschauer
Austria, 2008
Dauer: 9 min
Ein Film für jene, die nicht in Urlaub gefahren sind und nichts mehr verlangen als ihr Sehvermögen im Horizont verschwimmen zu lassen. Eine Kontemplation unter Gebrauch einer statischen Kamera und unterschiedlichen Montagetempos. Ganze neun Minuten.
W 8 / 5
Podestleben, Regie: Sabine Zimmer und Sandra Budesheim
Seit über 12 Jahren wohnt eine Frau auf einem Treppenabsatz im obersten Geschoss eines Berliner Mietshauses. Wie lebt es sich mit dieser ungewöhnlichen Nachbarin, die selbstbewusst ihre eigenen Rechte beansprucht und zu einem selbstverständlichen Teil der Mietergemeinschaft geworden ist? Die Mitbewohner geben ehrliche Auskünfte über den Grad ihrer Toleranz und die Grenzen ihres Verständnisses für das andere, unbürgerliche Leben und offenbaren dabei ihre eigenen Grenzen, denn spießig wollen sie alle nicht sein. So werden sie selber zum Mittelpunkt, denn die eigentliche Hauptperson, die Frau auf der Treppe zeigt der Film nicht, denn es geht nicht um die Befriedigung voyeuristischer Neugier.
W9 / 1
Gadzio, Regie: Kryspin Pluta
Polen, 2007
Dauer: 23 min
Ein Zigeunerjunge und ein Schlesier, der sein Großvater sein könnte. Hip-Hop, gestylt von dem Teenager und idyllische Balladen, gesummt unter Begleitung der Gitarre durch den älteren Herrn. Die Konfrontation dieser beiden Welten bildet eine überraschende und warme Beziehung.
W9/2
HÁROM NÖ (THREE WOMEN), Regie: Szuchy Zsuzsa
45min
„…aber ich habe nie verstanden, warum.“
Szuchy Zsuzsa’s wortreicher, argumentativer Porträtfilm über drei Mütter, handelt von der Schwierigkeit, in Ehe-Konflikten angemessene Entscheidungen über das Zusammenleben zu treffen, solange noch Liebe da ist, die Lage aber für ein weiteres Zusammenleben ausweglos geworden ist.
Hajni erzählt, wie sie den gewalttätigen Vater ihrer beiden Kinder, Amanda und Kevin, verließ und in ein Heim für misshandelte Frauen ging, nachdem er sie mit der Axt bedroht hatte. Bereits fünfmal machte sie ihre Entscheidung rückgängig.
Zita und ihr Sohn Krisztián berichten über Sándor, der Zita fast zu Tode schlug und sie aussperrte, nur weil sie beim Kochen Bratöl verschüttete. Der Sohn versuchte, sie zu beschützen und ging mit dem Messer auf den Vater los. Wird es mit dem rumänischen Freund besser werden?
Tamara wagt nach der Scheidung, trotz der Drohungen ihres Ex-Gatten Roland, sie zu töten, mit ihrer Tochter Réka in England den Weg in ein neues Leben.
W9/3
Journal No.1 – An artist’s impression / Dziennik nr 1 – impresja artysty
Regie: Hito Steyerl
Austria, 2007
Dauer: 21 min
Die Wiedergabe des Nichtexistierenden. Eines nichtexistierenden Films, eines nichtexistierenden Landes. Eine jugoslawische Filmchronik, realisiert zwei Jahre nach der Beendigung des Zweiten Weltkrieges, die ein nicht mehr existierendes Land darstellt. Dieses Land, voll ethnischer und kultureller Unterschiede, die gewaltsam durch das kommunistische Regime zusammengekoppelt wurden – verschwand in der 90er Jahren des 20. Jahrhunderts im Gewimmel nachfolgender kriegerischer Auseinandersetzungen. Ein Film Hito Steyerls ist eine künstlerische, dokumentarische Reise in die menschliche Erinnerung und in ein nichtexistierendes Land.
W9/4
Sándor Mohi
„IMÁDSÁG“(„PRAYER“)
27min
„…Bleibe bei uns, denn es will Abend werden…“
Mit dieser Bitte aus dem Lukas-Evangelium beginnt Sándor Mohis anrührendes Film-Gebet über den mühevollen Lebensabend von István und Ilona Silótyi. In einer Zeit, wo mit dem Werbeslogan ‚Ferien auf dem Bauernhof’ die ländliche Idylle versprochen wird, wirken diese fünf letzten Jahre des Bauernpaares in ihrem Kampf ums tägliche Brot wie eine archaische Episode aus längst vergangener Zeit. Tatsächlich aber ist dieser stille, unsentimentale Film sehr heutig und schon fast so etwas wie ein Gleichnis, ja, vielleicht sogar eine Definition von Leben überhaupt: das Erforderliche tun müssen, Schwierigkeiten überwinden wollen, nicht aufgeben können.
W 10 / 1
„Ploha”
Eine sentimentale und emotionale Reise bis an die Wurzeln – und ob gelungen? Eine serbische Familie – eine geschiedene Mutter und ihre zwei Kinder – ein Junge und ein Mädchen (geboren und groß geworden in den Niederlanden) – reisen zu ihrem Geburtsort, zu ihrer Kindheit, Erziehung, der Jugendzeit ihrer Mutter und ihres Vaters. Sie besuchen sowohl eine christliche Kirche als auch einen muslimischen Tempel. Sie erproben die Macht der lokalen Zauber. Wird diese Reise ihr Leben verändern?
W 10 / 2
Dear Dad, Regie: Robin Haig
Der Film erzählt über den Versuch der Verarbeitung eines Traumas. Die Autorin als Sprecherin versucht die vor vielen Jahren zerstörte Beziehung zu ihrem Vater, einem professionellen Jäger aufzuarbeiten. In mehreren Zeitebenen erzählen die Bilder von einer glücklichen Kindheit in der freien Natur an der schottischen Westküste, zusammen mit dem geliebten Vater, von den Folgen der Trennung der Eltern und einer jahrelangen Sprachlosigkeit. Die Tochter macht sich mit Hilfe des Films auf die Suche nach dem wahren Bild ihres Vaters und führt ihn zurück in eine Zeit großer Verwirrung, auf der Suche nach sich selbst. Lassen sich die alten Gefühle wieder herstellen? Gibt es ein zurück zu glücklichen Zeiten? Es ist ein quälender Prozess einer Aufarbeitung, und der Versuch einer Annäherung an alte Gefühle, die mit der Zeit tief verschüttet sind.
W 10 / 3
Go?ka schieß ein Tor! / Go?ka gola!, Regie: Joanna Kaczmarek
Polen, 2007
Dauer: 10 min
„Doch es gibt keine Weltmeisterschaften für die Frauen” – sagt Go?ka, die älteste von den Geschwistern. Schade. Go?ka teilt ihre Zeit zwischen die Pflichten der älteren Schwester und die Fußballtrainings. Bei den Spielen ist sie die beste. In der Schule, im gewöhnlichen Unterricht, geht es ihr nicht mehr so gut. Ein Porträt der 16-jährigen, ihrer ungewöhnlichen Leidenschaft und ihrer Umgebung – der Z?bkowska-Straße mit ihren heimlichen Durchgängen, Gassen und Hinterhöfen der Warschauer Praga. Gosia meistert dort unermüdlich dribbeln.
W 10 / 4
El Sastre, Regie:Óscar Pérez
Mohamed, der pakistanische Schneider arbeitet in einem winzigen Laden in einem Armenviertel von Barcelona. Sein einziger Angestellter ist Singh, eine Illegaler aus Indien, den er für einen Hungerlohn für sich arbeiten lässt und den er genauso schlecht behandelt wie seine Kunden, die alle unzufrieden mit seiner Arbeit sind und ihm schwören, niemals wieder zu kommen. Aber Mohammed bleibt wie er ist, schlecht gelaunt und ungerecht. In langen minimalistischen Einstellungen lässt der Film uns teilhaben an der Welt der Flüchtlinge und Illegalen, deren Leben auf wenigen Quadratmetern nur ein einziges Ziel hat, die Überwindung von Einsamkeit und Isolation.

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