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caspar david friedrich institut
caspar-david-friedrich-institut | studium
Arbeitskreis für Kunstgeschichte, Geschichte und Theologie mit dem Schwerpunkt Mittelalter

Verantwortlich für die Inhalte dieser Arbeitsgruppe:
Franziska Siedler
Wellnitzstr. 1a
17509 Lubmin

Regelmäßige Treffen siehe Aushang in der Rubenowstr. 2.

Der studentisch organisierte Arbeitskreis für Studierende und Absolventen der Fächer Kunstgeschichte, Geschichte und Theologie besteht seit Juni 2005 an der E.-M.-A.-Universität Greifswald. Er richtet sich in erster Linie an Studierende, die sich mit einer umfangreicheren wissenschaftlichen Themenstellung der Mediävistik befassen, steht aber auch Problematiken der Neuzeit und der Moderne offen gegenüber.

Durch regelmäßige Treffen findet ein kontinuierlicher Austausch und eine gegenseitige Hilfestellung bei den einzelnen Projekten statt. Neben formalen Problemen, welche bei dem Verfassen einer Arbeit und deren Präsentation auftreten können, soll die inhaltliche Auseinandersetzung im Vordergrund stehen. Dadurch ergeben sich oft neue und fruchtbare Denkansätze, die durch singuläres Erarbeiten der Themen schwerlich zu erreichen wären. Ebenso sollen auch disziplinübergreifende Problemfelder der Mediävistikforschung diskutiert und über einen längeren Zeitraum fortlaufend aufgegriffen werden, um einen tieferen Einblick in verschiedene Themenbereiche zu erlangen und dabei die einzelnen Arbeiten kontextuell einzubinden. Dafür wird im Arbeitskreis der Dialog von Studierenden verschiedener Fachrichtungen, wie Kunstgeschichte, Geschichte, Theologie und Germanistik, angestrebt.

Die Treffen Kolloquiums sind öffentlich. Die Termine und Themen der jeweiligen Veranstaltung hängen im Institut aus.

Motivierte Interessenten sind dazu eingeladen, an den Diskussionsrunden, die alle zwei Wochen im Kunsthistorischen Institut stattfinden, teilzunehmen oder Fragen und Anregungen direkt an die Mitglieder des Arbeitskreises zu richten.

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Aktuelle Projekte
Mitglieder:

Anja Kretschmer:
Die Grabkapellen und Mausoleen auf den Stadtfriedhöfen von Greifswald, Parchim, Schwerin, Stralsund und Wismar. Bestandsaufnahme – Würdigung – denkmalpflegerische Konzepte

Seit April 2007 Promotionsvorhaben
Betreuer: Prof. Dr. Achim Hubel, Bamberg
Und unterstützt und beraten von Herrn Dr. Michael Lissok, Greifswald
Das Vorhaben wird durch ein Graduiertenstipendium des Graduiertenkollegs „Mare Baltikum“ finanziell unterstützt
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Annett Geldschläger:
Magisterthema - Reichsfürstliche Grabmäler im Spätmittelalter

Zu diesem interdisziplinär zwischen Geschichtswissenschaft und Kunstgeschichte angesiedelten Thema lassen sich bisher nur eine Reihe von Einzeldarstellungen z.B. zu einzelnen fürstlichen und gräflichen Häusern, zur Gruppe der Könige, Kaiser und Erzbischöfe, beziehungsweise Arbeiten zu einzelnen dynastischen Grablegen auch anderer europäischer Herrscherhäuser verorten. Die Forschung des 20. Jahrhunderts hat zudem eine große Zahl an kunsthistorischen Arbeiten zum Grabmal, zur Grabfigur oder allgemein zur mittelalterlichen Skulptur hervorgebracht. Zumal das Grabmal in der älteren Forschung allgemein der kunsthistorischen Disziplin als Forschungsmaterial zugeordnet war. An einer komparatistischen Gesamtdarstellung zur Gruppe der Reichsfürsten mangelt es jedoch.

Die interdisziplinäre Herangehensweise ermöglicht sowohl den Blick auf die schriftlichen wie auf die Sachquellen und befasst sich neben formalen, gestalterischen oder materialästhetischen Gesichtspunkten auch mit Fragen nach Repräsentations- und memorialen Absichten sowie genealogischen Ideen des reichsfürstlichen Standes. Unter die zu untersuchenden Quellen fallen die Erinnerungsobjekte - Grabmälern an sich, Kenotaphe, Scheingräber, Grabdenkmäler, Epitaphien und Wappenschilde – sowie historische Zeugnisse im klassischen Sinn – z.B. testamentarische Anweisungen, Rechnungen und Briefe. Ziel dieser Magisterarbeit ist zunächst die Herausarbeitung von Strukturen und Abgrenzungsmustern innerhalb des heterogenen Reichsfürstenstandes.
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Benjamin Müsegades:
„Die Erziehung und Ausbildung deutscher Reichsfürsten im Spätmittelalter und zu Beginn der Frühen Neuzeit“

Staatsexamensarbeit: Betreuer: Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß/ Dr. Ralf-Gunnar Werlich, abgegeben 4/2008
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Christian Peplow:
- seit 2006 Masterstudium der Geschichtswissenschaft an der EMAU Greifswald. Das Thema der Abschlussarbeit lautet: „Alltagsleben an Bord von Schiffen. Seemannshandwerk zur Zeit der Hanse“.
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Claudia Schmidt:
Zum Ende meines Studiums konzentrierte ich mich verstärkt auf den skandinavischen Raum. Dementsprechend wählte ich ein Thema für meine Magisterarbeit, das Norddeutschland und Schweden gleichermaßen einschließt: „Die Künstlerkolonien in Norddeutschland und Schweden – eine vergleichende Studie zur Landschaftsmalerei zweier benachbarter Kulturräume um 1900“.
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Franziska Siedler:
Dissertationsvorhaben: Nicht von einer Hand.

Studien zu Künstlerkooperationen in den nördlichen und südlichen Niederlanden und deren Auswirkungen auf die künstlerische Praxis in den deutschen Ländern vom 16. bis 19. Jahrhundert.Unter Kooperations- oder Kollaborationswerken versteht man Arbeiten, an deren Entstehung mindestens zwei unabhängige Künstler beteiligt waren. Beispiele für erste Kooperationen stammen aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts als Resultat der Spezialisierung der Künstler und der Herausbildung der verschiedenen Genre. Diese Praktik überdauerte die Zeit des Bildersturms (1566 – 1585). Während des wirtschaftlichen Aufschwungs von Antwerpen und deren führender Rolle in der europäischen Kunstproduktion in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, breitete sich die Kooperationspraxis unter den Künstlern umfassender aus.

In der kunsthistorischen Forschung haben Kooperationswerke bisher eine niedrige Wertung erfahren. Mit der Konzentration auf einen bekannten Meister, wurde die Kooperationspraxis in den Hintergrund gedrängt und wird erst seit wenigen Jahren überwiegend von niederländischen Forschern wieder thematisiert. In meiner Arbeit möchte ich, ausgehend von bisher erbrachten Forschungsergebnissen die Niederlande und Flandern im 16. und 17. Jahrhundert betreffend, die Kooperationsbestrebungen deutscher Künstler und die Rezeption von Kooperationswerken in einem breiten Zeitraum vom 17. bis 19. Jahrhundert betrachten. Kooperationskunst hatte soziale, geistesgeschichtliche und künstlerische Wurzeln. Ausgehend von traditionellen Werkstattsituationen möchte ich diese Entwicklung bis zur Etablierung der Akademien nachzeichnen. Das Selbstverständnis der Künstler war nicht zu letzt für den Wandel in der Arbeitsweise maßgebend.Vor allem das Mäzenatentum förderte die Kooperationspraxis unter bekannten Malern. In den freien Städten der nördlichen Niederlande bestimmte der freie Kunstmarkt die Vorgehensweise der Künstler. Strenge Zunftregeln im deutschen Raum sorgten hier beispielsweise für andere Bedingungen als in den Niederlanden. Der Einfluss niederländischen und flämischen Künstler auf das deutsche Kunstgeschehen war jedoch sehr hoch.Dieses Vorhaben wird von Prof. Dr. Matthias Müller (Universität Mainz) und Prof. Dr. Michael North (Universität Greifswald) betreut und durch ein Graduiertenstipendium des Landes Mecklenburg- Vorpommern finanziert.
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Katrin Schubbert:

Seit April 2008 Magisterarbeit mit dem Thema:     
„Die Erhaltung von Dorfkirchen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg durch Umwidmung und Neunutzung – Eine kunstwissenschaftliche Studie“

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Ute Kümmel:

seit 2004 Promotionsstudentin an der Ernst Moritz Arndt-Universität Greifswald mit einem historisch-kunsthistorischen Thema: Die Schatz- und Silberkammer der deutschen Reichsfürsten im späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit, betreut von Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß, Greifswald und Prof. Dr. Matthias Müller, Mainz
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Iris Peters: Magisterarbeit
„Stadt und Identität – Das Selbstverständnis der Stadt Siena von1260-1348 in Architektur, Malerei und Skulptur“

Die Magisterarbeit behandelt den Zeitraum von 1260 bis 1348 der Stadt Siena. Dieser Zeitabschnitt spielt in der Geschichte der Stadt eine wichtige Rolle, hatte sie 1260 in der Schlacht von Montaperti den großen Rivalen Florenz vernichtend geschlagen. Dies gab der Stadt für die darauffolgenden Jahrzehnte einen kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung. Dieser kam jedoch 1348 zu einem jähen Ende: Die Pest suchte Siena, wie auch den Rest Italiens, heim und raffte zwei Drittel der Stadtbevölkerung dahin.
In diesem Zeitraum der kulturellen Blüte spielte Siena eine wichtige Rolle in der italienischen Kunst. Es herrschte eine rege Bautätigkeit und die Malerei erlebte mit Malern wie Guido da Siena, Duccio oder den Lorenzetti-Brüdern einen, wenn nicht sogar den, Höhepunkt ihrer Geschichte. Die Sieneser Malschule war in ganz Italien gefragt. Mit Simone Martini gelangte sie sogar bis nach Frankreich. Auch waren die beiden berühmtesten Bildhauer der Zeit in Siena tätig: Nicolá und Giovanni Pisano. Aus dieser Tätigkeit, vor allem aus der des Giovanni Pisano entwickelte sich auch eine Sieneser Bildhauerschule.

In meiner Magisterarbeit möchte ich mich speziell damit auseinandersetzen, wie sich das Selbstverständnis der Stadt in seiner Kultur, seinen Bauwerken, seiner Malerei und seiner Skulptur niedergeschlagen hat. Hierbei möchte ich erörtern, wie sich dies sowohl in der Politik als auch in den Festen bzw. Kulten darstellt. Bezüglich der Kunst ist aus Platz- und Zeitgründen, eine Konzentration auf die Architektur und die architekturgebundene Kunst von Nöten. Hierbei sind speziell der Dom sowie das Rathaus zu bearbeiten, da es sich hierbei um die beiden Hauptaufgaben der Zeit handelt und diese dementsprechend sowohl der Stadt als auch dem Volk am wichtigsten sind. Auch wird sich hier möglicherweise das Selbstverständnis am deutlichsten niederschlagen.
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Gäste:

Grit Heidemann: seit 04/2007 Promotionsstudentin im Fach Kunstwissenschaft an der UdK Berlin Dissertationsprojekt:
„Die Repräsentation des neapolitanischen Adels im Quattrocento“

Betreuerin: Prof. Dr. Tanja Michalsky
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Heidrun König, Architektin:
Arbeitstitel: Fernwegpatrozinien und Kirchenbau im Wendischen Quartier der Hanse. Studien zu Symbol und Gestalt
           
Wissenschaftlicher Betreuer:  Prof. Dr. Matthias Müller – Universität Mainz In meiner Dissertation beabsichtige ich, Symbolik und Gestalt der hansischen Stadtkirchen von Lübeck bis Greifswald auf dem Hintergrund neuerer Forschung zu betrachten; hierbei soll die architektonische Zeichenhaftigkeit jedoch nicht ausschließlich in typologischer und formaler Ebene gesucht werden, sondern auch in geistesgeschichtlicher. Ausgehend von der geistlichen Dimension der mittelalterlichen Stadt wird anhand der Beispielstädte zunächst die Sakraltopographie der Ostseelandschaft thematisiert, die bekanntlich durch gehäuft auftretende Patrozinien der Fernhandelswege geprägt ist. Als Symbolfiguren einer spirituellen Repräsentationsebene und zugleich Symbolträger gesellschaftlicher Gruppen-Identitäten sollen die großen Patrone der Hanse und ihre anbefohlenen Kirchenhäuser daher auch im europäischen Kontext angesehen werden, wobei neben kunstgeschichtlichen auch kirchen- und wirtschaftspolitische Zusammenhänge anzusprechen sind.
Einen weiteren Schwerpunkt der Dissertation bildet die Analyse der architektonischen Formensprache in ihrer Kombinatorik. Dabei ist an eine vergleichende Analyse einiger ‚Symbolkirchen’ gedacht, die typologische und formale Optionen auf ihrem gesellschaftlichen Hintergrund betrachtet – wofür der beabsichtigte zeitgeschichtliche Exkurs neue Deutungsperspektiven eröffnet. Das Ziel der Dissertation erschließt sich in der Verknüpfung der beiden thematischen Schwerpunkte – symbolische Identität und formale Gestalt – als Pole kunsthistorischer Interpretation.

Der Begriff entspricht einem Definitionskonsens der fächerübergreifenden Forschungsarbeit zu „Symbolkirchen in religiösen und politischen Umbrüchen im Ostseeraum“ (einem internationalen Forschungsprojekt des Instituts für Praktische Theologie der Universität Hamburg). 
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Kathi Koslowski, M.A.
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Betreuer des Dissertationsprojektes: Prof. Dr. Matthias Müller, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Kunstgeschichte
01.06.2008
Titel des Dissertationsprojektes: „Gedächtnisräume, Gedächtniswege: Erinnerung als Thema der Gegenwartsarchitektur

In der Forschungsarbeit soll das Erinnerungsvermögen zeitgenössischer Architektur untersucht werden. In Anlehnung an die schon seit dem Spätmittelalter bzw. der frühen Neuzeit bestehende Theorie der architektonischen Memoria in Bezug auf das memorative Leistungsvermögen von Bauwerken, bei der die Architektur als materiell-substantieller Speicher von Erinnerung fungiert, werden Bauprojektes des ausgehenden 20. Jahrhunderts (1990er Jahre) und des 21. Jahrhunderts auf die Frage nach ihrer Anknüpfung an jene vormodernen Theorievorgaben hin analysiert.

Eine zentrale These der Forschungsarbeit besteht in der Annahme, dass sich eine Vielzahl von Architekten der zeitgenössischen Architekturszene (darunter u.a. Daniel Libeskind, Bernard Tschumi, Herzog & de Meuron, Peter Zumthor, Günther Domenig) dezidiert auf diese spätmittelalterliche bzw. frühneuzeitliche Form der architektonischen Erinnerungskultur beruft. Daher sollen sowohl anhand der formal-ästhetischen Mittel der Inszenierung von Erinnerung und Gedächtnis im Medium der Architektur als auch anhand der programmatischen Ansätze der verschiedenen Architekten Parallelen zwischen der Gegenwartsarchitektur und den vormodernen Traditionen der architektonischen Memoria aufgezeigt werden. Die Analyse der bildrhetorischen Wirkung von Architektur als Medium der Erinnerungsvermittlung stellt dabei einen wichtigen Ausgangpunkt der Forschungsarbeit dar. In ihrer physisch-materiellen Präsenz agieren die Bauwerke jeweils als Bildzeichen und werden dementsprechend in ihrer Semiotik untersucht.

Obgleich sich die Ausrichtung bzw. Zielorientierung der architektonischen Memoria unterscheidet und diese nicht mehr, wie es in der Vormoderne überwiegend der Fall war, heilgeschichtlich-religiös, dynastisch oder genealogisch gedacht wird, sondern in der Gegenwartsarchitektur unter differenten Gesichtspunkten praktiziert wird, lassen sich doch Analogien in den theoretischen Implikationen sowie in der formalen, künstlerisch-architektonischen Durchführung finden. Diese Kontinuitäten sollen dargestellt und so die Rückkehr historischer, erinnerungsgeleiteter Themen in der modernen Architektur belegt werden.  
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Abgeschlossene Projekte

Franziska Siedler:
Der „Krumminer Marienaltar“ : seine Rekonstruktion unter Berücksichtigung der religiösen und kulturellen Verhältnisse
in Vorpommern zu Beginn des 16. Jahrhunderts.
Magisterarbeit im Fach Kunstgeschichte am Caspar- David- Friedrich Institut für Kunstwissenschaften der Ernst- Moritz- Arndt Universität Greifswald
Betreuer/ Erstgutachter: Prof. Dr. Matthias Müller
Zweitgutachter: Prof. Dr. Ernst Badstübner

Die Reste des Altarretabels werden seit 1938 im Muzeum Narodowe in Szczecin, dem ehemaligen Pommerschen Landesmuseum Stettin, aufbewahrt und ausgestellt. Dort und in der Literatur wurden diese Retabelreste bisher als „Krumminer Marienaltar“ bezeichnet. Es handelt sich bei diesen Stück jedoch um Reste eines Sippenretabels. Der Ort Krummin, auf der Insel Usedom gelegen, blieb dabei zunächst der Herkunftsort dieses Altaraufsatzes, da er in der Krumminer St. Michaels Kirche seit dem 30jährigen Krieg aufbewahrt wurde und eine andere Herkunft des Retabels bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte.

Mit den Resten des Krumminer Retabels habe ich einen Altaraufsatz rekonstruiert, der auf die Heilige Sippe in der Festtagsansicht und in seiner Sonntagsseite auf die Annen- und Marienlegenden einging. Die äußeren Malflügel zeigten, den älteren Beschreibungen nach, weitere Heilige und eine Stifterfigur, auf die, wegen fehlender Abbildungen, nicht eingegangen werden konnte.

Für die Rezeptionsgeschichte des Sippenretabels nach dem Ankauf für die St. Michaels Kirche in Krummin erfolgte ein Rekonstruktionsversuch, der Erklärungen für das Tünchen der Begleitszenen fand. Demnach waren die weiß getünchten kleineren Begleitszenen aus dem Marienleben in einem, nach neueren ästhetischen und protestantischen Vorstellungen, zusammengestellten Retabel in der St. Michaels Kirche aufgestellt worden.
Die Reste des Krumminer Sippenretabels stellen ein repräsentatives Objekt der spätmittelalterlichen Sippenverehrung dar. Innerhalb des relativ kurzen Zeitraums, zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert, in dem die Heilige Sippe als Bildmotiv Verbreitung fand, erfolgte eine Entwicklung, die mit aktuellen religiösen Diskussionen, wie der Diskussion um das Trinubium der Heiligen Anna, einen Wandel im Bildprogramm erfuhr.

Auch gesellschaftliche Veränderungen und ein neues Repräsentationsbedürfnis von Stiftern, wie in den Sippendarstellungen Lucas Cranachs zu sehen, sind in der Entwicklungsgeschichte dieses christlichen Bildprogramms, das sich nicht direkt auf biblische Überlieferungen bezieht, zu beobachten. Somit stellt die Darstellung der Heiligen Sippe in einem Retabel mehr als eine erweiterte Darstellung der Anna Selbdritt dar. Über Verbindungen zu den Marienschwestern konnten sich Stifter in eine verwandtschaftliche Nähe zur Gottesmutter und damit zu Christus selbst bringen. Die Zahl der Verehrten erhöhte sich bei der Andacht. Die Chance der Heilswirkung wurde demnach ebenfalls als größer empfunden. Die Heilige Sippe bot das Bild einer Sacre Conversacione und spiegelte das Wiedertreffen der Familienmitglieder verschiedenster Generationen in einem nicht realen, imaginären Raum wieder. Somit zeigte sie dem Gläubigen die Vision eines familiären Zusammentreffens nach dem Tode.

Den Forschungsergebnissen Detlef Witts folgend, habe ich das Krumminer Sippenretabel in das Werk des Meisters des Stralsunder Hochaltars aus St. Nikolai gestellt. Ich konnte einige Werke ausmachen, die stilistisch und thematisch mit dem Sippenrelief aus dem Kulturhistorischen Museum in Stralsund und den heute ebenda befindlichen Figuren aus dem
Elisabeth Niesel hat schon 1958 darauf hingewiesen, dass sich ab der Mitte des 15. Jahrhunderts eine eigene, qualitätsvolle pommersche Kunst entwickelte. Diese war immer durch Einflüsse aus Lübeck und Mecklenburg geprägt, doch gab es ikonographische und gestalterische Besonderheiten in Pommern. Besonders Stralsund brachte am Ende des 15. Jahrhunderts und zum Beginn des 16. Jahrhunderts eine Reihe von bemerkenswerten Kunstwerken hervor. Diesen Werkstattzusammenhängen nahm sich 1998 Detlef Witt in seiner Magisterarbeit an und lieferte somit wichtige Belege für die Eigenständigkeit der pommerschen Kunst um 1500. Er schrieb der Stralsunder Werkstatt aus der Zeit um 1500 allein in Vorpommern zweiundzwanzig Werke zu. In Pommern haben sich keine kompletten Sippenretabel aus dem späten Mittelalter erhalten. Hier finden sich aber auffallend viele Fragmente von Altaraufsätzen, wie das Krumminer Retabel.
Dazu steht die Retabelkunst Lübecks in gewissem Kontrast, da hier bei den überlieferten Werken die Sippendarstellung stärker mit der Verehrung anderer Heiliger verknüpft gewesen ist. Die Verehrung der Heilligen Sippe, die als Ergebnis einer umgreifenden Annenverehrung gelten kann, ließ sich mit der Verehrung verschiedenster Heiliger in Verbindung bringen. Die Frage nach der kulturellen und sozialen Bedeutung, die im Motiv der Heiligen Sippe lag, bildete daher einen weiteren Schwerpunkt meiner Arbeit. Durch kirchenpolitische Diskussionen oder humanistische Neuerungen der Zeit wurde eine Entwicklung angeregt, die ich in diesem Umfang ansatzweise darstellen konnte, um den Umgang mit dem Motiv der Heiligen Sippe wenige Jahrzehnte vor Einsetzen der Reformation im Stralsunder Werkstattzusammenhang anschaulich zu machen. Meine Datierung anhand stilistischer Vergleiche, die ich in der Arbeit vorgenommen habe, belegt eine Entstehung des Krumminer Sippenretabels in der Zeit zwischen 1505 und 1515.

Durch intensive Recherche am Muzeum Naredowe, konnte ich eine Fotografie eines Malflügels ausfindig machen, der dem Krumminer Sippenretabel als zugehörig betrachtet werden kann und der Forschung bis her noch nicht bekannt war. Er gibt Aufschluss über das Bildprogramm der Malflügel und bestätigt diese Datierung ebenfalls.
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Ruth Hansmann, Magisterarbeit 2006 :

Sacratis lapidibus tamquam reliquiis – Materialbehandlung als Verbildlichung von Memoria in der mittelalterlichen Sakralarchitektur

Mittelalterliche Memoria meint einerseits kognitive und intellektuelle Fähigkeiten zur Erinnerung und zum Gedächtnis. Andererseits umfasst der Begriff Memoria auch die kulturellen Formen dieser geistigen Fähigkeiten und ein enormes Feld an sozialen Handlungen von Individuen bzw. von Gruppen. Memoria stellt sich dementsprechend für das Mittelalter als ein 'totales soziales Phänomen' (O. G. Oexle) dar.

Memoria bezeichnet die Gemeinschaft von Lebenden und Toten und impliziert den nach dem Tod beibehaltenen rechtlichen Status des Verstorbenen. Im Sinne der Memoria werden gegenseitige Leistungen der Lebenden und Toten erbracht, dabei wirkt das Prinzip der Leistung und Gegengabe als vertragliche Verpflichtung, die beide Parteien mit der Absicht größtmöglicher Dauer und Kontinuität eingehen. Konstitutiv für die Memoria ist die Namensnennung des Verstorbenen bzw. Institution oder Gruppe, die erbrachte Gebets- und Fürbittleistung der Lebenden erwirken so die Vergegenwärtigung und Anwesenheit der Abwesenden. Eng verbunden mit der Memoria ist die gegenseitige, mit den Handlungen verbundene, Heilserwartung beider Seiten. In diesem Zusammenhang ist auch die direkte Verbindung von Memoria und Stiftungswesen zu sehen. Stiftungen sind aktiv getroffene Vorsorge für das eigene Seelenheil und die dafür notwendige Memoria, die teilweise institutionell verankert wurde, z.B. in der herausragenden Seelsorgearbeit bestimmter Orden und den mit ihnen verbundenen Klöstern.

Architektur war im mittelalterlichen Stiftungswesen eine bevorzugte und prominente Aufgabe. Vor allem für höhergestellte Persönlichkeiten war Architektur als primär öffentliches Mittel die wichtigste Möglichkeit der Repräsentation damit verbundener programmatischen Absichten. Dementsprechend wurde Sakralarchitektur auch in der Frömmigkeitspraxis, als adäquates Mittel herrscherlicher Frömmigkeit angesehen, ausgeführt und empfohlen, zur herausragenden Bauaufgabe. Architektur wird durch diesen Zusammenhang deutlich zum gebauten Ausdruck der Memoria. Gleichzeitig ist nicht nur die Errichtung, Stiftung oder Ausstattung der Sakralbauten als Praxis von Memoria anzusehen, sondern im architektonischen Medium selbst konnte mit gattungsspezifischen Mittel Memoria zum Ausdruck kommen.

Entscheidend sind dabei formale, aber vor allem materielle Gestaltungselemente. Stichworte müssen hier genügen, um einen groben Überblick zu verschaffen: Stil, freie und direkte Zitate, Paraphrasen, Pseudospolien, Spolien und materia in situ, also im ursprünglichen Baukontext erhaltene alte Bausubstanz.

Das Zitat Abt Sugers Sacratis lapidibus tamquam reliquiis (con 47, 285) [Heilige Steine gleich Reliquien] umschreibt, ähnlich der 'Allianz von Bild und Reliquie' (H. Belting) eine Allianz von Architektur und Reliquie bzw. Reliquiar. In beiden Gattungen werden zeitgleich entsprechende formale und mediale Methodiken im Zuge des Mentalitätswandels hin zur 'Schaufrömmigkeit' der Renaissance des 12. Jahrhunderts entwickelt. Diese verlangt nach 'Anschaulichkeit, Plastizität, Konkretheit und Sichtbarkeit' (C. Diedrichs) als Ausweis der Legitimation und auctoristas der Reliquien bzw. der altehrwürdigen Kultorte. Der literarischen Inszenierung der Vergangenheit, welche seit der karolingischen Zeit bewusst betrieben wurde, folgt im 12. Jahrhundert die Inszenierung der Vergangenheit in liturgischer und künstlerischer Hinsicht, letztere auch vor allem im Medium der Architektur.

So werden Spolien nicht nur zu Triumph- und Beutestücken und materia in situ nicht zum Ausweis von bautechnischem Unvermögen und ökonomischer Notwendigkeit, sondern sind Ausdruck eines neuen Geschichtsbewusstseins und vielfältiger Macht- und Legitimations- ansprüche, welche anschaulich in der Sakralarchitektur des Mittelalters umgesetzt werden.
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Sabine Weitzel, 2007 abgeschlossene Dissertation:
St. Nikolai in Stralsund – Ausstattung, Raum und Funktion

Die ab 1270 erbaute Hauptpfarrkirche St. Nikolai in Stralsund zählt zusammen mit dem Rathaus zu einem der bedeutendsten Bauensemble der Backsteinkunst im südlichen Ostseeraum. Der Innenraum mit seiner Ausmalung und dem Inventar aus fast allen Jahrhunderten der Geschichte von St. Nikolai, darunter hervorragende Einzelstücke, wie das um 1300 entstandene Kultbild der Anna Selbdritt, die spätgotischen Altarretabel, die gotischen Chorschranken, das Gestühl der Nowgorodfahrer, wie auch der barocke Hauptaltar und das barocke Taufgehäuse, vermitteln den Eindruck eines geschichtlich gewachsenen Raumes, anhand dessen sich die unterschiedlichen Funktionsbereiche einer hansestädtischen Pfarrkirche ablesen lassen.

Aufgabe des Dissertationsprojektes ist es, ausgehend von einer kontextbezogenen Analyse der erhaltenen und zu rekonstruierenden Ausstattung das Verhältnis von Raum und Ritual zu untersuchen. Dabei werden einerseits die Nutzung des Kirchengebäudes und seiner Ausstattung erfaßt und andererseits die Implikatoren der Liturgie bzw. anderen Handlungen in den Blick genommen. Dies ermöglicht nicht allein die funktionalen, sondern auch die symbolischen Aspekte des Kirchengebäudes, seiner inneren Raumeinteilung und Raumausstattung zu verstehen. Wegen der kriegsbedingten Verluste bei den Ausstattungen der hansestädtischen Kirchen im südlichen Ostseeraum kommt dem erhaltenen Ensemble in St. Nikolai - von dem sich der überwiegende Teil noch in situ befindet - eine herausragende Bedeutung zu. Die Rekonstruktion der Ausstattung der Stralsunder Nikolaikirche und seiner liturgischen und repräsentativ-zeremoniellen Einbindung in den Kirchenraum bietet daher zugleich die Möglichkeit, für die hansestädtischen Pfarrkirchen im südlichen Ostseeraum eine aussagekräftige Fallstudie zu erarbeiten.
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Gäste:

Grit Heidemann M.A.: Magisterarbeit: „San Giovanni a Carbonara in Neapel – Architektur und Ausstattung einer Memorialkirche zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit“

Meine Magisterarbeit hatte das Ziel, die in der kunsthistorischen Forschung bisher kaum beachtete Bettelordenskirche San Giovanni a Carbonara in Neapel vorzustellen. Als Ergebnis der Arbeit konnte ein bis dahin unterschätztes Phänomen festgemacht werden: Die Bautätigkeit an San Giovanni a Carbonara zwischen 1400 und 1442 spiegelt die damaligen politischen Umstände in Neapel deutlich wider.

Bei dieser Kirche handelt es sich um einen einfach gestalteten Sakralbau, der von König Ladislaus von Anjou-Durazzo nach seiner Rückkehr aus dem Exil um 1400 für den Augustiner-Eremiten-Konvent im nordöstlichen Teil der Stadt gestiftet wurde. Dieser Neubau zeigt einen schlichten Grundriss, der ganz offensichtlich auf angiovinische Vorbilder in Neapel verweist, wie der Grablege seines berühmten Vorfahren Robert von Anjou in Santa Chiara oder der Palastkapelle im Castel Nuovo. Diese ostentative Rezeption diente ebenso wie das erst von der nach dem Tod des Königs auf den Thron nachfolgenden Schwester Johanna II. beauftragte Königsgrabmal als Legitimation der Herrschaft durch die Anjou-Dynastie in der Residenzstadt. Grund dafür war die politische Situation unter Johanna II., die als letzte Königin des Anjou-Familienzweiges Durazzo die Herrschaft im süditalienischen Königreich kaum noch aufrecht erhalten konnte, bis schließlich im Jahre 1442 die Aragonesen in Neapel an die Macht kamen. Unter Johanna II. von Anjou-Durazzo wurden drei Adelskapellen an die Kirche angefügt, von denen zwei formal besonders auffallen und an denen man die geschwächte Position der Königin deutlich ablesen kann: Ruggiero Sanseverino, der an einem Adelsaufstand gegen König Ladislaus im Jahre 1399 beteiligt war, errichtete seine Grabkapelle Santa Monica um 1433 südlich an das Presbyterium der Kirche anschließend in einer demonstrativen Ausdehnung im Vergleich zum daran angrenzenden Langhaus und mit einem repräsentativen separaten Eingang vom öffentlichen Platz aus, so dass das politische Konkurrenzverhältnis zum Königshaus ganz offensichtlich in der Architektur verbildlicht erscheint. Sergianni Caracciolo del Sole, der nach dem Tod des Königs neben Johanna II. eine singuläre Machtposition in Neapel einnahm, errichtete eine Kapelle, die östlich an das Presbyterium von San Giovanni a Carbonara anschloss. Diese wirkte gegenüber dem königlich gestifteten Bau nahezu autonom, da sie auf einem polygonalen Grundriss und mit einer die Kirche auch in der Höhe überragenden Kuppel erbaut wurde.

Formal betrachtet, lässt sich parallel dazu vor allem am Königsgrabmal der Rückgriff auf ein lokal etabliertes Formenrepertoire erkennen, das die Herrschaft der Anjou-Durazzo durch diese propagierte Anciennität zusätzlich legitimieren sollte. Demgegenüber steht vor allem in der Cappella Caracciolo del Sole der Einsatz innovativer Elemente der Frührenaissance, die sich schließlich unter Alfons von Aragon in Neapel etablierte. Die Vermutung liegt nahe, dass sich der Machtwechsel in einer dezidiert neuen Formwahl niederschlug.
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Eugene Jannson

Eugène Jansson, Riddarfjärden i Stockholm (Der Riddarfjord in Stockholm), 1898

 
 
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