Was ist Akkreditierung?

Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde seit 1999 die Struktur der Studiengangsgestaltung in deutschen Hochschulen grundlegend verändert und das Bachelor-/Master-Studiengangssystem eingeführt. Begleitend wurden auch die Verfahren zur Gewährleistung der Qualität der von den Hochschulen angebotenen Studiengänge verändert.

Ein großer Teil der Verantwortung für die Überprüfung der relevanten Qualitätsstandards wurde aus dem unmittelbaren staatlichen Bereich in ein neues Akkreditierungssystem verlagert. Hierzu wurde der sogenannte Akkreditierungsrat in Form einer Stiftung geschaffen. Das deutsche Akkreditierungssystem sieht unterschiedliche Verfahrenstypen vor. Die wesentlichen sind:

1. die Programmakkreditierung, d.h. der einzelne Studiengang steht im Fokus

2. die Systemakkreditierung, d.h. die institutionellen Verfahren stehen im Fokus

3. der European Approach für internationale Studiengänge wie Joint-Degree Programme oder Double-Degree Programme (Für Joint-Degree Programme, also Programme, in denen ein gemeinsamer Abschluss und auch nur ein gemeinsames Zeugnis vergeben werden, sind gemäß §§ 10 und 16 der Musterrechtsverordnung der KMK die Verfahrensabläufe grundsätzlich identisch mit denen von nationalen Studiengängen.)

Die Verfahren der Programm- und Systemakkreditierung sind durch ein zweistufiges Verfahren gekennzeichnet: Die interne/externe Begutachtung und Erstellung eines Akkreditierungsberichts mit Beschluss- und Bewertungsempfehlung nach den in der Musterrechtsverordnung festgelegten Standards wird von einer von der Universität beauftragten Agentur organisiert. Die Zuständigkeit für die Akkreditierungsentscheidung liegt hingegen beim Akkreditierungsrat. Im Rahmen seines Auftrages lässt der Akkreditierungsrat die Akkreditierungsagenturen für eine Tätigkeit in Deutschland zu.

Als systemakkreditierte Hochschule führt die Universität Greifswald einschließlich der Universitätsmedizin die interne/externe Begutachtung ihrer Studienprogramme gemäß § 3 a Landeshochschulgesetz M-V durch, erstellt den Akkreditierungsbericht mit Beschluss- und Bewertungsempfehlung und vergibt eigenständig das Siegel des Akkreditierungsrats. Die intern akkreditierten Studiengänge werden in der Zentrale Datenbank gelistet.

 

Rechtliche Grundlagen des Akkreditierungssystems

Seit dem 1.1.2018 hat das Akkreditierungssystem mit dem Studienakkreditierungsstaatsvertrag eine neue Rechtsgrundlage erhalten, die in Folge eines Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom 17.02.2016 nötig geworden war. Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich auf eine dazugehörige Musterrechtsverordnung verständigt.


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