Exzellenzinitiative des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Fünf Forschungsverbünde in Mecklenburg-Vorpommern erhalten eine Förderung durch das Exzellenzforschungsprogramm des Landes. An allen Projekten ist die Universität Greifswald beteiligt. Eine unabhängige Fachjury hatte die Forschungsprojekte aus den eingegangenen Bewerbungen ausgewählt. Mit dem Exzellenzforschungsprogramm will das Land die Spitzenforschung stärken. Die Förderung erfolgt aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in der laufenden Förderperiode 2014 bis 2020.

Für den Wettbewerbsaufruf des Exzellenzforschungsprogramms stehen 25 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sind fünf Millionen Euro für die Energieforschung vorgesehen. Ein Forschungsverbund kann bis zu fünf Millionen Euro an ESF-Mitteln.


Aufklärung der Pathomechanismen bakto-viraler Koinfektionen mit neuen biomedizinischen Modellen (KoInfekt)

Projekt unter Leitung der Universität Greifswald


Auszug aus dem Votum der Jury:

„Der wissenschaftliche Ansatz befasst sich mit den Koinfektionen von viralen und bakteriellen Infektionen. Diese beim Menschen bedeutsamen kombinierten Infektionen treten auch bei Schweinen auf und sind daher auch für die tiermedizinische Versorgung bedeutsam. Daher sollen die Mechanismen der Koinfektionen zuerst am Schwein untersucht werden. Durch die 80-prozentige Übereinstimmung des Genoms vom Schwein mit dem menschlichen Genom ist eine starke Übertragbarkeit auch für Koinfektionen beim Menschen zu erwarten. Diese Verfahrensweise wird von der Jury als erfolgsversprechend angesehen.“

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Sven Hammerschmidt
Interfakultäres Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung
Universität Greifswald
Friedrich-Ludwig-Jahnstraße 15a, 17489 Greifswald
Telefon +49 (0)3834 864161
Fax +49 (0)3834 864172
RTG1870.uni-greifswald.de

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) umgesetzt.

Kurzbeschreibung des Projektes

Kurzbeschreibung des Projektes


Aufklärung der Pathomechanismen bakto-viraler Koinfektionen mit neuen biomedizinischen Modellen

Infektionen mit Viren im Nasenrachenraum bereiten den Weg für nachfolgende bakterielle Infektion, die zu schwersten Krankheitsverläufen führen können. Insbesondere die Koinfektionen von den so genannten Grippeviren – Influenza A Viren - mit Bakterien, die eine schwere Lungenentzündung hervorrufen, sind jährlich mit hohen Todesraten verbunden. In KoInfekt sollen die KoInfektionen von Influenza A Viren mit den wichtigsten bakteriellen Erregern einer Sekundärinfektion, Streptococcus pneumoniae, Streptococcus suis, Staphylococcus aureus sowie Streptococcus pyogenes, untersucht werden. Ziel ist es die Erreger-Wirt-Interaktionen, den Krankheitsverlauf und die Immunantwort des Wirtes aufzuklären, um neue Strategien für die Bekämpfung und Prävention aufzuzeigen. Diese Koinfektionen treten nicht nur beim Menschen, sondern auch beim Schwein auf. Da das Schwein eine 80%ige Übereinstimmung im Genom mit dem Menschen zeigt, soll das Schwein als humannahes biomedizinisches Infektionsmodell für die Koinfektion von Influenza A Viren und Bakterien etabliert werden. Mit den Ergebnissen aus KoInfekt sollen verbesserte Prognosen für den Krankheitsverlauf bei Koinfektionen und molekulare Biomarker etabliert und eine Translation der Ergebnisse in die klinische Anwendung aufgezeigt werden.

 

 


Proteinfehlfaltung, ER-Stress und Proteindegradation – Entwicklung einer systematischen Pipeline für individualisierte Therapien bei erblichen Leber- und Pankreaserkrankungen (PePPP)

Projekt unter Leitung der Universitätsmedizin Greifswald


Auszug aus dem Votum der Jury:

„Der gewählte Ansatz der Synthese von Chaperonen wird als innovativ angesehen. Aus Sicht der Jury ist auch die gewählte Strategie richtig, diese Untersuchungen zuerst an Krankheiten mit geringerer Patientenrelevanz (geringere Anzahl an Erkrankungen) und besseren Vorarbeiten (Johanson Blizzard Syndrom, Morbus Wilson) durchzuführen, um später eine Übertragbarkeit auf komplexere Erkrankungen, wie Parkinson und Alzheimer, und damit eine Fortsetzung der Forschungsarbeiten vorzunehmen.“ 

Ansprechpartner an der Universitätsmedizin Greifswald
Prof. Dr. med. Markus M. Lerch
Direktor der Klinik für Innere Medizin A
Ferdinand-Sauerbruch-Straße, 17475 Greifswald
Telefon: +49-3834-867230
Fax: +49-3834-867234
lerch(at)uni-greifswald(dot)de
Mehr Informationen zu PePPP

Koordiniert wird das Projekt von der Unversitätsmedizin Greifswald mit Partnern an der Greifswalder Universität, dem Albrecht-Kossel-Institut und dem Institut für Chemie der Universität Rostock, sowie dem Leibniz-Institut für Katalyseforschung in Rostock.

Kurzbeschreibung des Projektes

Kurzbeschreibung des Projektes

Projektgruppe Lerch


Proteinfehlfaltung, ER-Stress und Proteindegradation - Entwicklung einer systematischen Pipeline für individualisierte Therapien bei erblichen Leber und Pankreaserkrankungen (PePPP) 

In den letzten Jahren wurde entdeckt, dass ein wichtiger Entstehungsmechanismus von verschiedenen Erkrankungen der ‚Endoplasmic Reticulum Stress‘ ist. Hierbei wird die Verarbeitung von Eiweißen in Körperzellen massiv gestört und es kommt zu einer Anhäufung von fehlgefalteten Proteinen. Diese müssen aufwendig wieder abgebaut werden um eine Zellschädigung durch dauerhaft gespeicherte Eiweiße zu verhindern. Der Mechanismus wurde bereits für einige erbliche Speicherkrankungen, für Lebererkrankungen und für Formen der Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) gesichert. Er führt zur Entzündung, zum Untergang von Gewebe und zu chronischen Organschäden. Die beteiligten klinischen Wissenschaftler aus Greifswald und Rostock sind Experten für Speichererkrankungen und Krankheiten der Bauchspeicheldrüse und werden jetzt vom Land Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen seine Exzellenzforschungsförderung mit 5 Millionen Euro aus EU-Mitteln über 4 Jahre gefördert. In diesem Zeitraum werden Sie nicht nur die zu Grunde liegenden Mechanismen von erblichen Leber und Pankreaserkrankungen näher untersuchen, sondern parallel mit Partnern aus der Grundlagenforschung auch neue therapeutische Wirkstoffe entwickeln, die entweder den ER-Stress verhindern, oder den gestörten Abbau falscher Eiweiße in der Zelle wieder reparieren. 

Koordiniert wird das Projekt von der Unversitätsmedizin Greifswald mit Partnern an der Greifswalder Universität, dem Albrecht-Kossel-Institut und dem Institut für Chemie der Universität Rostock, sowie dem Leibniz-Institut für Katalyseforschung in Rostock.


Stoffumsetzungsprozesse an Moor- und Küstenstandorten als Grundlage für Landnutzung, Klimawirkung und Gewässerschutz (Wetscapes)

Projekt unter Leitung der Universität Rostock mit Beteiligung der Universität Greifswald


Auszug aus dem Votum der Jury:

„Die teilnehmenden Projektpartner haben in eindrucksvoller Weise ihre fachliche Kompetenz darstellen können: In Deutschland verursacht die Landwirtschaft auf Mooren ca. 3 Mrd. Euro Klimaschäden pro Jahr; etwa 38% der gesamten Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft stammen aus Moorböden. Dabei ist bisher nicht gelungen, die Gründe unterschiedlicher Methan-Emissionen über wieder vernässte Moore zu erklären. (…) Die Gutachter sind davon überzeugt, dass das Konsortium die im Projekt beschriebenen Fragestellungen und Aufgaben erfolgreich bearbeiten kann.“

Kontakt an der Universität Rostock
Prof. Dr. Nicole Wrage-Mönnig
Professur Grünland und Futterbauwissenschaften
Justus-von-Liebig-Weg 6, 18059 Rostock
Telefon + 49 (0)381 498-3140
nicole.wrage-moennig(at)uni-rostock(dot)de

Weitere Partner sind das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) Neustrelitz sowie das Greifswald Moor Centrum.

Kurzbeschreibung des Projektes

Kurzbeschreibung des Projektes

Die Projektgruppe wetscapes


WETSCAPES - Stoffumsetzungsprozesse an Moor- und Küstenstandorten als Grundlage für Landnutzung, Klimawirkung und Gewässerschutz

Der von den Arbeitsgruppen Joosten, Wilmking, Kreyling und Urich zusammen mit Rostocker Kollegen eingereichte Projektantrag wurde im Rahmen der Landesexzellenzinitiative Mecklenburg-Vorpommern für die Förderung empfohlen. Ziel von WETSCAPES ist es, wissenschaftliche Grundlagen für eine nachhaltige, schonende Bewirtschaftung degradierter und dann wiedervernässter Standorte zu erarbeiten. Dabei wird insbesondere die Torfbildung in Durchströmungsmooren, Küstenüberflutungsmooren und Erlenbruchwäldern in M-V erforscht. Dritter Partner ist das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) Neustrelitz. Der Wissenstransfer wird durch das Greifswald Moor Centrum erfolgen.
Das  DLR  wird  das Upscaling der Forschungsergebnisse übernehmen und fernerkundbare Indikatoren für die Umwelteffekte der Entwässerung und der Wiedervernässung entwickeln. Die gemeinsamen Feldforschungsstandorte der Universitäten Greifswald und Rostock liegen teiweise im Testfeld DEMMIN des DLR.
Die Ergebnisse von WETSCAPES fließen in parallellaufende Vorhaben in Greifswald und in Rostock wie  das Verbundprojekt "Deutscher Moorschutzdialog" (BMUB, 2015-2018) und die Erarbeitung einer Landesstrategie „Paludikultur Mecklenburg-Vorpommern“ (2016) ein. Das Greifswald Moor Centrum fungiert dabei als Kommunikationsplattform zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik. Es speist die Ergebnisse in gesellschaftliche und politische Prozesse ein und kommuniziert die Bedürfnisse der potentiellen Anwender und Nutzer in das Projektkonsortium.


Card-ii-Omics Kardiovaskuläre Implantatentwicklung-Infektionen-Proteomics: Prävention, Diagnostik und Therapie von Implantatinfektionen (Card-ii-Omics)

Projekt unter Leitung der Universitätsmedizin Rostock mit Beteiligung der Universitätsmedizin Greifswald


Auszug aus dem Votum der Jury:

„Das Projekt verknüpft gezielt vorhandene Kompetenzen beider Universitäten/Universitätsmedizinen des Landes. Von Seiten der Universität Rostock wird die Kompetenz der Biomedizintechnik eingebracht und durch Greifswald die vorhandenen Kompetenzen der Genomforschung. Beides sind jeweils Schwerpunkte an ihren Universitäten und können auf exzellente Vorarbeiten verweisen. Mit dieser Projektskizze werden diese beiden vorhandenen Wissenschaftscluster erstmalig verknüpft

Ansprechpartner an der Universitätsmedizin Rostock
Prof. Emil C. Reisinger
Zentrum für Innere Medizin II
Abteilung für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten und Sektion Nephrologie
Ernst-Heydemann-Str. 6, 18057 Rostock 
Telefon 0381 494 7511
emil.reisinger(at)med.uni-rostock(dot)de

Ansprechpartner an der Universitätsmedizin Greifswald
Prof. Barbara M. Bröker
Abteilung für Immunologie
Ferdinand-Sauerbruch-Straße, 17475 Greifswald
Telefon +49 (0)3834-865595
FAX: +49 (0)3834-865490
broeker(at)uni-greifswald(dot)de

Kurzbeschreibung des Projektes

Kurzbeschreibung des Projektes

Kardiovaskuläre Implantatentwicklung – Infektionen – Proteomics: Prävention, Diagnostik und Therapie von Implantatinfektionen - Card-ii-Omics

Auch im 21. Jahrhundert wird die Bedrohung der Gesundheit durch Infektionen nach Einschätzung der WHO weiter zunehmen. Dazu trägt die weltweite Antibiotika-Resistenzkrise ebenso bei wie die Bevölkerungsentwicklung, die es mit sich bringt, dass immer mehr ältere Personen mit Implantaten versorgt werden müssen, um ihnen eine hohe Lebensqualität zu gewährleisten.

Card-ii-Omics hat das Ziel, Infektionen von Herzklappenprothesen durch neuartige Infektions-hemmende Beschichtung der künstlichen Herzklappen zu vermeiden. Auch sollen die schwierige Diagnose und Therapie dieser lebensbedrohlichen Infektionen verbessert werden. Um bei diesem wichtigen Gesundheitsproblem deutliche Fortschritte zu erzielen, bündeln die beiden Landesuniversitäten Rostock und Greifswald ihre Stärken. Es arbeiten in Card-ii-Omics Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Biomedizintechnik, Kardiologie, Infektionsmedizin, Mikrobiologie, Immunologie sowie Proteomics und Funktioneller Genomforschung zusammen.

Die fachübergreifende Ausbildung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Medizin, Natur- und Technikwissenschaften sichert die Nachhaltigkeit des Vorhabens.


Netzstabilität mit Wind- und Bioenergie, Speichern und Lasten (Netz-Stabil)

Themenschwerpunkt Energie unter Leitung der Universität Rostock mit Beteiligung der Universität Greifswald


Auszug aus dem Votum der Jury:

„Die Antragsskizze untersucht, inwieweit verschiedene Anlagen wie Windkraftanlagen, Biogasanlagen, Speicher und zuschaltbare Lasten zur Netzstabilität beitragen können. (…) Den Gutachtern gefällt insbesondere der im Vorhaben eingebundene Lehrstuhl für Systematische Theologie und Religionsphilosophie. Damit sind die Voraussetzungen zur Weiterentwicklung des Themas Netzstabilität über reine ingenieurwissenschaftliche Betrachtungsweise gegeben.“

Kontakt an der Universität Rostock
Prof. Hans-Günter Eckel
Leistungselektronik und Elektrische Antriebe
Institut für Elektrische Energietechnik
Albert-Einstein-Str. 2, 18059 Rostock
Telefon +49 381 498 7110
hans-guenter.eckel(at)uni-rostock(dot)de

Kontakt an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Michael Rodi
Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Finanzrecht, Umwelt- und Energierecht
Domstraße 20a, 17489 Greifswald
Telefon +49 (0)3834 86-2100
lsrodi(at)uni-greifswald(dot)de

Kurzbeschreibung des Projektes

Kurzbeschreibung des Projektes


Netzstabilität mit Wind- und Bioenergie, Speichern und Lasten (Netz-Stabil)

Im Themenschwerpunkt Energie des Exzellenzforschungsprogramm M-V ist die Universität Greifswald mit einem zentralen Arbeitspaket beteiligt. Der erfolgreiche Antrag „Netz-Stabil“ erforscht die für M-V als Land Erneuerbarer Energien wichtige Fragen, wie auch ohne fossile Energien und damit im Wesentlichen auf der Grundlage einer fluktuierenden Energieerzeugung (Wind- und Solaranlagen) eine stabile und versorgungssichere Energieversorgung erreicht werden kann. Unter Leitung der Universität Rostock wird in diesem Rahmen untersucht, welche Energieanlagen wie Windfarmen, Biogasanlagen und Speicher sowie regelungstechnische Konzepte dazu Beiträge leisten können und wie diese Leistungen durch weitere Innovationen optimiert werden können.
Aufgabe der Universität Greifswald unter Leitung des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Finanzrecht, Umwelt- und Energierecht sowie des Instituts für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) als universitäres An-Institut wird es sein, die identifizierten technischen Lösungsmöglichkeiten aus rechtlicher und ökonomischer Sicht zu bewerten. Auf dieser Grundlage sollen Vorschläge für die Anpassung des Rechts- und Politikrahmens im Bund wie auch im Land M-V entwickelt werden,“ so Prof. Dr. Michael Rodi.