Bausteine Interkultureller Kompetenz

Bausteine Interkultureller Kompetenz

Im Rahmen der Internationalisierung der Universität spielt auch die Verbesserung der Interkulturellen Kompetenz und der Umgang mit dem Anderen eine wichtige Rolle. Im Jahr 2019 wird ein breites Programm an Schulungen für alle Hochschulangehörigen angeboten. Die unterschiedlichen Workshops sind Bausteine, die sich gut ergänzen. Die Teilnahme wird bescheinigt.

Folgende Module werden 2019 angeboten:

Training Datum Uhrzeit Ort Zielgruppe
Kulturschock Donnerstag, 27. Juni 14-18 Uhr Festsaal IBZ, Bahnhofstr. 2/3 L, S, P, V, W
Schubladendenken Freitag, 28. Juni 09-13 Uhr Festsaal IBZ, Bahnhofstr. 2/3 L, S, P, V, W
Arbeiten in interkulturellen Teams Freitag, 28. Juni 14-18 Uhr Festsaal IBZ, Bahnhofstr. 2/3 L, S, P, V, W

Modulbeschreibungen:

'Arbeiten in interkulturellen Teams'

Stark heterogene Teams können ein Traum oder ein Albtraum sein und das sowohl für ihre Mitglieder als auch offizielle wie inoffizielle LeiterInnen. Wovon hängen der Erfolg wie der Misserfolg solcher Arbeitsgruppen ab und wie können wir darauf Einfluss nehmen?

Wir werden uns mit Faktoren befassen, die die Effektivität und die Freude am Mitwirken v.a. kulturell diverser Teams beeinflussen. Durch Übungen analysieren wir, welche Rollen die einzelnen TeilnehmerInnen (TN) des Seminars in einer spontan gebildeten Arbeitsgruppe übernehmen und was der wertvolle Beitrag eines jeden Mitglieds ist. Zuletzt erarbeiten wir, welche Haltung und welche Schritte zum Gelingen der Zusammenarbeit in eigenen aktuellen oder auch zukünftigen Teams beitragen können.

'Schubladendenken'

Der Duden beschreibt Schubladendenken als „an starre Kategorien orientierte, undifferenzierte, engstirnige Denkweise“. Dennoch bedienen wir uns häufig, wenn auch unbewusst, daran. Das automatische Einordnen von Menschen und Situationen vereinfacht uns die komplex erscheinende Welt. Das Problem aber bleibt: Klischees und Stereotype werden der Realität nur in Ausnahmefällen gerecht.
Im Workshop wollen wir uns Gedanken über Schubladendenken und damit verbundene Stereotype, deren Verwendung und Entstehung machen. Wir wollen den Blick schärfen, wenn es darum geht, Unbekanntes wahrzunehmen und unser eigenes Verhalten zu reflektieren. Im interkulturellen Kontext kann weder reine Kulturalisierung (Erklärung allen Verhaltens durch Kultur) noch die reine Individualisierung (wir sind alle Individuen, Kultur hat also keine Bedeutung) zur Lösung führen. In dem Seminar wollen wir untersuchen, was dem kulturellen Einfluss zuzuschreiben ist und was nicht. Damit das Miteinander fruchtbarer, inspirierender, leichter wird.

 

'Kulturschock'

Im unmittelbaren, längeren Kontakt mit einer anderen Kultur erleben die meisten Menschen einen so genannten "Kulturschock". Anders als bei einem medizinischen Schock, handelt es sich hier nicht um ein plötzlich eintretendes und nur kurze Zeit währendes Phänomen, sondern um eine unterschiedlich lange anhaltende Phase in den ersten Monaten eines Auslandsaufenthalts.

Diese Konfrontation mit dem Unbekannten – oder mit dem angeblich Bekannten – löst oft unerwartete und zum Teil emotional für uns selbst oder auch für die Umgebung  schwierige Reaktionen aus, mit denen man zusätzlich zu dem eh herausfordernden  Studium, der Arbeit und der «Abwicklung» des fremden Alltags zu tun hat. Eine genauere Kenntnis dieser Prozesse kann helfen, den Wechsel von der eigenen in die fremde Kultur (und dann auch die Rückkehr, es gibt nämlich auch den Rückkehr-Kulturschock!) erfolgreicher zu bewältigen. Das Training gibt Orientierungshilfen und liefert Strategien zur Meisterung der Phase.
 

'Umgang mit Konflikten'

Für Studierende, Promovierende, Lehrende,  Mitarbeitende und WissenschaftlerInnen

Ob man es mag oder nicht, Irritationen und Konflikte gehören zum privaten und beruflichen Alltag. Menschen zeigen sehr unterschiedliche Reaktionen auf schwierige Situationen. Manche kehren Jahre, um nicht zu sagen, Jahrzehnte lang, Konflikte unter den Teppich und sind Meister im Verschweigen. Andere lieben Konfrontationen, gerne auch vor Zeugen. Viele von uns haben gelernt, dass Konflikte schnell einen Kontaktabbruch und Schmerz bedeuten. Wenige kommen von zu Hause aus mit der Haltung, geschweige denn mit den dazu gehörenden Fähigkeiten, Konflikte als Bereicherung zu sehen, und zu verstehen, dass ein „Nein“ immer auch ein „Ja“ zu etwas Anderem  und damit ein Beginn und nicht das Ende des Dialogs ist und dass Konflikte dialogisch nachhaltig lösbar sind.

In diesem Seminar wollen wir zunächst die persönlichen Präferenzen der TN bezüglich Konflikten betrachten und die Mechanismen des Ärgers verstehen. Anschliessen zeigen wir die kulturellen Faktoren im Umgang mit Konflikten auf und unterscheiden kulturell bedingte und NICHT kulturell bedingte Konflikte. Zuletzt erarbeiten wir ein paar Grundregeln der effektiven Gesprächsführung (in schwierigen Situationen) und üben, üben, üben.

Dieses Modul soll auf dem Basis-Workshop Interkulturelle Kompetenz aufbauen, daher werden Absolventen der Basis-Schulungen bevorzugt zugelassen. Basis-Workshops finden im September (Lehrende und Studierende) und November (Mitarbeitende) statt.

'Lehre interkulturell'

Für Lehrende, Promovierende und NachwuchswissenschaftlerInnen

Wir alle haben mehr oder weniger bewusste Lern- und Lehrgewohnheiten und -Präferenzen und damit automatisch auch Erwartungen, Annahmen zum Verhalten sowohl der Studierenden als auch Lehrenden. Durch die Internationalisierung der Lehre kommen immer häufiger Menschen in Kontakt, die manchmal eine völlig andere schulische Sozialisierung haben. Dies kann konkret die Art und Weise beeinflussen:

  • wie wir uns vorstellen und Themen präsentieren,
  • Fragen stellen (oder sie eben für uns behalten),
  • kundgeben (oder eben nicht), wenn wir etwas nicht wissen oder uns nicht sicher sind
  • mit Lehrenden und/ oder Studierenden diskutieren (wenn wir es tun),
  • unser Nichteinverstanden-Sein äussern (oder es auf gar keinen Fall tun),
  • uns in Projekt-  und Lerngruppen engagieren,
  • Initiative ergreifen (oder abwarten, bis uns etwas angeordnet wird) etc.

In dem Seminar geht es darum, Annahmen der SeminarteilnehmerInnen bzw. ihrer Studierenden und/ oder KollegInnen zu den oben erwähnten Themen, zu Rollen, Funktionen und Zuständigkeiten der „Lernumgebung“ unter eine kulturelle Lupe zu nehmen, wenn möglich das bereits Erlebte zu analysieren und ordnen, sowie die ersten Ansätze für Strategien für effektives Lernen und Lehren in einer interkulturell diversen Welt zu entwickeln.

Dieses Modul will auf dem Basis-Workshop Interkulturelle Kompetenz aufbauen, daher werden Absolventen der Basis-Schulung bevorzugt zugelassen.

'Gewaltfreie Kommunikation'

Für Studierende, Promovierende, Lehrende, Mitarbeitende und WissenschaftlerInnen

Bausteine der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Rosenberg

Konflikte als Chance? Ein Konflikt kann in der Tat eine Gelegenheit sein, sich selbst und den anderen besser kennen zu lernen und passendere Lösungen zu finden. In einem interaktiven, kurzweiligen und gleichzeitig intensiven Seminar werden wir herausarbeiten, wie wir Konflikte zu Chancen umwandeln. Wir schauen Schritte an, schwierige Situationen gewaltfrei anzugehen, und diskutieren Annahmen, Glaubenssätze, die dieser Vorgehensweise zugrunde liegen. An eigenen Beispielen der Teilnehmer werden unbewusste, durch uns selbst geschaffene Hürden in der Kommunikation beleuchtet, die Rolle der Gefühle – auch in der Arbeit – angesprochen, menschliche Handlungsmotive unter die Lupe genommen und Wege zu kreativen Lösungen gegangen.

Unsere Trainerin ist Überzeugungstäterin und glaubt, dass Sie es auch werden: «Als ich Rosenberg [Autor der Gewaltfreien Kommunikation] … das erste Mal in einem Seminar erlebt habe, war mir als hätte mich ein Lastwagen gestreift – in diesem Moment eröffneten sich mir ganz neue Perspektiven».

Dieses Modul bietet eine Vertiefung von im Workshop „Konflikt“ angesprochenen Themen, eingeladen sind aber alle, die an der Gewaltfreien Kommunikation interessiert sind.


Legende

L - Lehrende; S - Studierende; P - Promovierende; V - VerwaltungsmitarbeiterInnen; W - WissenschaftlerInnen

Anmeldung per E-Mail bei:

Anke Weiß
Roberta Wirminghaus (in Elternzeit)

Domstraße 9/10
17487 Greifswald
Telefon +49 3834 420 1112
hsauni-greifswaldde