Bausteine Interkultureller Kompetenz

Bausteine Interkultureller Kompetenz

Im Rahmen der Internationalisierung der Universität spielt auch die Verbesserung der Interkulturellen Kompetenz und der Umgang mit dem Anderen eine wichtige Rolle. Im Jahr 2018 wird erneut ein breites Programm an Schulungen für alle Hochschulangehörigen angeboten. Die unterschiedlichen Workshops sind Bausteine, die aufeinander aufbauen, bzw. sich gut ergänzen. Die Teilnahme wird bescheinigt, die Zertifizierung der Teilnahme an bestimmten Kombinationen von Workshops ist noch in der Entwicklung.

Folgende Module werden 2018 angeboten:

Training Datum Uhrzeit Ort Zielgruppe
BASIS TRAINING Donnerstag, 31. Mai 09-18 Uhr Festsaal IBZ, Bahnhofstr. 2/3 L, S, P, V, W
Umgang mit Konflikten Freitag, 01. Juni 09-18 Uhr Festsaal IBZ, Bahnhofstr. 2/3 L, S, P, V, W
Arbeiten in interkulturellen Teams Freitag, 29. Juni 09-18 Uhr Festsaal IBZ, Bahnhofstr. 2/3 L, S, P, V, W
BASIS TRAINING Freitag, 26. Oktober 09-18 Uhr SR 1.23, Rubenowstraße 2, 1. OG L, S, P, V, W
Working in Intercultural Teams (Englisch) Samstag, 27. Oktober 09-18 Uhr SR 1.23, Rubenowstraße 2, 1. OG L, S, P, V, W
Lehre interkulturell Donnerstag, 22. November 14-18 Uhr Festsaal IBZ, Bahnhofstr. 2/3 L, P, W
Kulturschock Freitag, 23. November 14-18 Uhr Festsaal IBZ, Bahnhofstr. 2/3 L, S, P, V, W
Gewaltfreie Kommunikation Samstag, 24. November 09-18 Uhr Festsaal IBZ, Bahnhofstr. 2/3 L, S, P, V, W

Modulbeschreibungen:

Ab 2018 werden die Basistrainings übergreifend für alle Zielgruppen gemeinsam angeboten.

BASIS TRAINING – Bausteine interkultureller Kompetenz für Studierende und Promovierende
  • Warum antwortet mein internationaler Kommilitone nicht? Bzw. warum antwortet er so ein seltsames Zeug?
  • Warum fragt er nicht einfach nach, wenn er etwas nicht verstanden hat?
  • Warum bringt mein „Buddy" zu einem Treffen noch 4 Freundinnen mit?
  • Wie manage ich am besten – effektiv und wertschätzend den Dialog, der die Zusammenarbeit gestaltet?
  • Wie bekomme ich ihn dazu, in der gemeinsamen Arbeitsgruppe aktiver zu sein? Bzw. wie kriege ich es hin, ihn… so zu lassen, wie er ist?


Trotz allem Interesse und Engagement für unsere internationalen KommilitonInnen klappt das Miteinander manchmal nicht so reibungslos, wie die eine oder andere Seite gerne hätte. Ab und zu bricht es nach den ersten Treffen ab oder es kommt zu vielen stillen Momenten.

Wenn wir die Hintergründe für ihr Handeln besser verstehen (nicht zu verwechseln mit einverstanden sein!), fällt es uns häufig leichter, zu agieren, statt bloß zu re-agieren und wir können besser auf den oder die andere eingehen. Mit anderen Studierenden oder KollegInnen besser umgehen können, die aus anderen (kulturellen) Kontexten nach Greifswald zum Lernen oder Lehren kommen, ist das Ziel. Wie gehe ich mit ihnen und ihren Bedürfnissen so um, dass es möglichst für alle Beteiligten gut ist, auch was den energetischen Aufwand anbelangt?

Im interkulturellen Kontext kann weder reine Kulturalisierung (Erklärung allen Verhaltens durch Kultur) noch die reine Individualisierung (wir sind alle Individuen, Kultur hat also keine Bedeutung) zur Lösung führen. In dem Seminar wollen wir untersuchen, was dem kulturellen Einfluss zuzuschreiben ist und was nicht. Interaktiv, basierend auf eigenem Erlebten der TN und auf Beispielen der Trainerin, zeigen wir Muster auf und probieren Gespräche aus. Damit das Miteinander fruchtbarer, inspirierender, leichter wird.

BASIS TRAINING – Bausteine interkultureller Kompetenz für VerwaltungsmitarbeiterInnen
  • Warum bringen die Studierenden Geschenke mit? Wie soll ich damit umgehen?
  • Wieso reagiert der Studierende, der soeben eine unangenehme Nachricht erhalten hat, so und nicht anders? Was mache ich, wenn ich diese Reaktion nicht einschätzen kann?
  • Worauf ist in der verbalen Kommunikation zu achten, wenn das Deutsch meines Gegenübers hinkt?
  • Warum werde ich gefragt, ob sich etwas machen lässt, wenn es sich doch um so eine klare, eindeutige Regel handelt?
  • Warum haben sie diese Regel nicht gelesen und wie bringe ich sie dazu, es zu tun? Bzw. wie halte ich es aus, dass sie es nie tun werden?

Eine gut funktionierende, effektive administrative Abwicklung ist eine wichtige Säule im universitären Leben. Klar ist der Hauptfokus jeder Uni die wissenschaftliche Entwicklung und Lehre. Aber der verwaltungstechnische Unter-Bau ist … eben ein wichtiges Element des Bau-Werkes. Es schafft die Basis, hält das Gesamtwerk zusammen. Trotz der Bemühungen und Wünsche um Offenheit, Geduld und die Kultur des Willkommenheißens gibt es manchmal Irritationen.

In dem interkulturellen Seminar für VerwaltungsmitarbeiterInnen wollen wir die Hintergründe für so manches Handeln betrachten. Denn wenn wir diese besser verstehen (nicht zu verwechseln mit einverstanden sein!), fällt es uns häufig leichter, zu agieren, statt bloß zu re-agieren und wir können besser auf den oder die andere eingehen. Mit Studierenden und WissenschaftlerInnen besser umgehen können, die aus anderen (kulturellen) Kontexten nach Greifswald zum Lernen oder Lehren kommen, ist das Ziel. Wie gehe ich mit ihnen und ihren Bedürfnissen so um, dass es möglichst für alle Beteiligten gut ist, auch was den energetischen Aufwand anbelangt?

Im interkulturellen Kontext kann weder reine Kulturalisierung (Erklärung allen Verhaltens durch Kultur) noch die reine Individualisierung (wir sind alle Individuen, Kultur hat also keine Bedeutung) zur Lösung führen. In dem Seminar wollen wir untersuchen, was dem kulturellen Einfluss zuzuschreiben ist und was nicht. Interaktiv, basierend auf eigenem Erlebten der TN und auf Beispielen der Trainerin, zeigen wir Muster auf und probieren Gespräche aus. Damit das Miteinander fruchtbarer, inspirierender, leichter wird.

BASIS TRAINING – Bausteine interkultureller Kompetenz für Lehrende und WissenschaftlerInnen
  • Warum sind sie so still und melden sich nicht?
  • Warum kommt sie mit jeder noch so kleinen Frage zu mir?
  • Warum beschweren sich Studierende oder auch Lehrende, dass jemandem im Team jegliche Initiative fehlt? Bei genauer Instruktion macht er es schon. Ungefragt aber nicht.
  • Warum entschuldigt er sich zu Beginn jeder Präsentation und wie gehe ich damit um?


Was auch immer Menschen tun, sie haben, mehr oder weniger bewusste, gute Gründe. Wenn wir die Hintergründe für ihr Handeln besser verstehen (nicht zu verwechseln mit einverstanden sein!), fällt es uns häufig leichter, zu agieren, statt bloß zu re-agieren und wir können besser auf den oder die andere eingehen. Mit Studierenden, DoktorandInnen oder Kollegen besser umgehen können, die aus anderen (kulturellen) Kontexten in die Lehrveranstaltungen kommen oder Teil des Mitarbeiterteams sind, ist das Ziel. Wie gehe ich mit ihnen und ihren Bedürfnissen so um, dass es möglichst für alle Beteiligten gut ist, auch was den energetischen Aufwand anbelangt?

Im interkulturellen Kontext kann weder reine Kulturalisierung (Erklärung allen Verhaltens durch Kultur) noch die reine Individualisierung (wir sind alle Individuen, Kultur hat also keine Bedeutung) zur Lösung führen. In dem Seminar wollen wir untersuchen, was dem kulturellen Einfluss zuzuschreiben ist und was nicht. Interaktiv, basierend auf eigenem Erlebten der TN, zeigen wir Muster auf und probieren Gespräche aus. Damit das Miteinander fruchtbarer, inspirierender, leichter wird.

'Working in Intercultural Teams'

Für Studierende, Promovierende, Lehrende, Mitarbeitende und WissenschaftlerInnen

Stark heterogene Teams können ein Traum oder ein Albtraum sein und das sowohl für ihre Mitglieder als auch offizielle wie inoffizielle LeiterInnen. Wovon hängt der Erfolg wie der Misserfolg solcher Arbeitsgruppen ab und wie können wir darauf Einfluss nehmen?

Zunächst werden wir uns mit den Faktoren befassen, die die Effektivität und die Freude am Mitwirken v.a. kulturell diverser Teams beeinflussen. Anschliessend analysieren wir durch Übungen, welche Rollen die einzelnen TeilnehmerInnen (TN) des Seminars in einer spontan gebildeten Arbeitsgruppe übernehmen und was der wertvolle Beitrag eines jeden Mitglieds ist. Zuletzt erarbeiten wir, welche Haltung und welche Schritte zum Gelingen der Zusammenarbeit in eigenen aktuellen oder auch zukünftigen Teams beitragen können.

Dieses Modul soll auf dem Basis-Workshop Interkulturelle Kompetenz aufbauen, daher werden Absolventen der Basis-Schulungen bevorzugt zugelassen. 

'Umgang mit Konflikten'

Für Studierende, Promovierende, Lehrende,  Mitarbeitende und WissenschaftlerInnen

Ob man es mag oder nicht, Irritationen und Konflikte gehören zum privaten und beruflichen Alltag. Menschen zeigen sehr unterschiedliche Reaktionen auf schwierige Situationen. Manche kehren Jahre, um nicht zu sagen, Jahrzehnte lang, Konflikte unter den Teppich und sind Meister im Verschweigen. Andere lieben Konfrontationen, gerne auch vor Zeugen. Viele von uns haben gelernt, dass Konflikte schnell einen Kontaktabbruch und Schmerz bedeuten. Wenige kommen von zu Hause aus mit der Haltung, geschweige denn mit den dazu gehörenden Fähigkeiten, Konflikte als Bereicherung zu sehen, und zu verstehen, dass ein „Nein“ immer auch ein „Ja“ zu etwas Anderem  und damit ein Beginn und nicht das Ende des Dialogs ist und dass Konflikte dialogisch nachhaltig lösbar sind.

In diesem Seminar wollen wir zunächst die persönlichen Präferenzen der TN bezüglich Konflikten betrachten und die Mechanismen des Ärgers verstehen. Anschliessen zeigen wir die kulturellen Faktoren im Umgang mit Konflikten auf und unterscheiden kulturell bedingte und NICHT kulturell bedingte Konflikte. Zuletzt erarbeiten wir ein paar Grundregeln der effektiven Gesprächsführung (in schwierigen Situationen) und üben, üben, üben.

Dieses Modul soll auf dem Basis-Workshop Interkulturelle Kompetenz aufbauen, daher werden Absolventen der Basis-Schulungen bevorzugt zugelassen. Basis-Workshops finden im September (Lehrende und Studierende) und November (Mitarbeitende) statt.

'Lehre interkulturell'

Für Lehrende, Promovierende und NachwuchswissenschaftlerInnen

Wir alle haben mehr oder weniger bewusste Lern- und Lehrgewohnheiten und -Präferenzen und damit automatisch auch Erwartungen, Annahmen zum Verhalten sowohl der Studierenden als auch Lehrenden. Durch die Internationalisierung der Lehre kommen immer häufiger Menschen in Kontakt, die manchmal eine völlig andere schulische Sozialisierung haben. Dies kann konkret die Art und Weise beeinflussen:

  • wie wir uns vorstellen und Themen präsentieren,
  • Fragen stellen (oder sie eben für uns behalten),
  • kundgeben (oder eben nicht), wenn wir etwas nicht wissen oder uns nicht sicher sind
  • mit Lehrenden und/ oder Studierenden diskutieren (wenn wir es tun),
  • unser Nichteinverstanden-Sein äussern (oder es auf gar keinen Fall tun),
  • uns in Projekt-  und Lerngruppen engagieren,
  • Initiative ergreifen (oder abwarten, bis uns etwas angeordnet wird) etc.

In dem Seminar geht es darum, Annahmen der SeminarteilnehmerInnen bzw. ihrer Studierenden und/ oder KollegInnen zu den oben erwähnten Themen, zu Rollen, Funktionen und Zuständigkeiten der „Lernumgebung“ unter eine kulturelle Lupe zu nehmen, wenn möglich das bereits Erlebte zu analysieren und ordnen, sowie die ersten Ansätze für Strategien für effektives Lernen und Lehren in einer interkulturell diversen Welt zu entwickeln.

Dieses Modul will auf dem Basis-Workshop Interkulturelle Kompetenz aufbauen, daher werden Absolventen der Basis-Schulung bevorzugt zugelassen.

'Kulturschock'

"Kulturschock" – Dreistündiger Workshop im Rahmen des polenmARkTes zu interkulturellen Fragestellungen (nicht nur im deutsch-polnischen Kontext)


Im unmittelbaren, längeren Kontakt mit einer anderen Kultur erleben die meisten Menschen einen so genannten "Kulturschock". Anders als bei einem medizinischen Schock, handelt es sich hier nicht um ein plötzlich eintretendes und nur kurze Zeit währendes Phänomen, sondern um eine unterschiedlich lange anhaltende Phase in den ersten Monaten eines Auslandsaufenthalts.
Diese Konfrontation mit dem Unbekannten – oder mit dem angeblich Bekannten – löst oft unerwartete und zum Teil emotional für uns selbst oder auch für die Umgebung  schwierige Reaktionen aus, mit denen man zusätzlich zu dem eh herausfordernden  Studium, der Arbeit und der «Abwicklung» des fremden Alltags zu tun hat. Eine genauere Kenntnis dieser Prozesse kann helfen, den Wechsel von der eigenen in die fremde Kultur (und dann auch die Rückkehr, es gibt nämlich auch den Rückkehr-Kulturschock!) erfolgreicher zu bewältigen. Das Training gibt Orientierungshilfen und liefert Strategien zur Meisterung der Phase.

Agnieszka Pietlicka, Jahrgang 1976:
„Ich wandere zwischen den Kulturen seit dem 15.Lebensjahr – ich habe in drei Ländern, Deutschland, Frankreich, Polen gelebt und in 10 gelernt und unterrichtet. Ich kenn den Kulturschock und den Rückkehr-Kulturschock aus der Literatur, aus dem eigenen Erleben und dem Erleben meiner Familie. In meiner Arbeit (und im Leben) stütze ich mich stark auf die Arbeit von Marshall Rosenberg und seine Gewaltfreie Kommunikation.“

'Gewaltfreie Kommunikation'

Für Studierende, Promovierende, Lehrende, Mitarbeitende und WissenschaftlerInnen

Bausteine der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Rosenberg

Konflikte als Chance? Ein Konflikt kann in der Tat eine Gelegenheit sein, sich selbst und den anderen besser kennen zu lernen und passendere Lösungen zu finden. In einem interaktiven, kurzweiligen und gleichzeitig intensiven Seminar werden wir herausarbeiten, wie wir Konflikte zu Chancen umwandeln. Wir schauen Schritte an, schwierige Situationen gewaltfrei anzugehen, und diskutieren Annahmen, Glaubenssätze, die dieser Vorgehensweise zugrunde liegen. An eigenen Beispielen der Teilnehmer werden unbewusste, durch uns selbst geschaffene Hürden in der Kommunikation beleuchtet, die Rolle der Gefühle – auch in der Arbeit – angesprochen, menschliche Handlungsmotive unter die Lupe genommen und Wege zu kreativen Lösungen gegangen.

Unsere Trainerin ist Überzeugungstäterin und glaubt, dass Sie es auch werden: «Als ich Rosenberg [Autor der Gewaltfreien Kommunikation] … das erste Mal in einem Seminar erlebt habe, war mir als hätte mich ein Lastwagen gestreift – in diesem Moment eröffneten sich mir ganz neue Perspektiven».

Dieses Modul bietet eine Vertiefung von im Workshop „Konflikt“ angesprochenen Themen, eingeladen sind aber alle, die an der Gewaltfreien Kommunikation interessiert sind.


„Ich wandere zwischen den Kulturen seit dem 15. Lebensjahr – ich habe in drei Ländern, Deutschland, Frankreich, Polen gelebt und in zehn gelernt und unterrichtet. Von Mehrsprachigkeit fasziniert, über Vielfalt der Lösungen, die unterschiedliche Kulturen für das gleiche bieten, immer wieder ins Erstaunen gesetzt, interessiere ich mich seit 15 Jahren v.a. dafür, was überkulturell funktioniert, Verbindung zwischen Menschen schafft, egal woher sie kommen und wohin sie gehen. In meiner Arbeit (und im Leben) stütze ich mich stark auf die Arbeit von Marshall Rosenberg und seine Gewaltfreie Kommunikation. Privat bin ich Partnerin und Mutter von zwei Jungs.“ A.Pietlicka


Legende

L - Lehrende; S - Studierende; P - Promovierende; V - VerwaltungsmitarbeiterInnen; W - WissenschaftlerInnen

Anmeldung bei:

Roberta Wirminghaus
Domstraße 9/10
17487 Greifswald
Telefon +49 3834 420 1112
roberta.wirminghaus@uni-greifswald.de

Anmeldungen bitte per E-mail.

Trainerin: Agnieszka Pietlicka