Pia Siebenbrodt

Studium in Greifswald
Germanistik und Kommunikationswissenschaft (B.A.)

Aktivität im Ausland
Erasmus, Göteborgs universitet (Schweden)

Zeitraum
August - Dezember 2019

Wieso ich ins Ausland gegangen bin?
„Weil ich gerne nochmal woanders studieren wollte und Lust und Interesse an und auf neue Mentalitäten und Kulturen hatte."


Auslandssemester aus der Retrospektive

Ein Jahr ist es jetzt her, dass ich meine Reise nach Göteborg, Schweden angetreten habe. Und auch wenn ich eigentlich nicht mit dem klassischen Blabla einsteigen wollte ist es doch surreal, dass meine Zeit in Schweden schon ein Jahr zurückliegt. Es folgt ein kleines Sammelsurium meiner Eindrücke während meiner Zeit in Schweden.

 

w a r u m    g ö t e b u r g?
Der Hintergrund meiner Entscheidung ist eigentlich relativ simpel: Eine Sache, die für mich von Tag 1 meines Studiums feststand war, dass ich definitiv irgendwann ein Auslandssemester machen möchte. Gezogen hätte es bzw. zieht es mich nach wie vor entweder nach Frankreich oder Schweden. Allerdings, wie das dann ja gerne mal so ist, hat mich mein Alltag dann doch ziemlich verschluckt und das Thema war nicht mehr wirklich präsent. Durch eine Univeranstaltung erfuhr ich dann im Dezember 2018, dass zu diesem Zeitpunkt für Schweden noch Restplätze frei waren. Einmal Göteborg gegooglet: Großstadt in Schweden, Westküste des Landes, großer Hafen, viele Kanäle, sehr naturnah, zum vierten Mal als nachhaltigstes Reiseziel der Welt gekürt – ich war eigentlich direkt überzeugt. Da mir bis zum Fristende nur noch ein paar Tage blieben, ging alles ziemlich schnell und ich hatte wenig Zeit zum grübeln. Eine Hauruck-Entscheidung par exellence, über die ich nach wie vor sehr froh bin. 

 

t a la r    d u    s v e n s k a?     n e j !

Ich steige direkt mal mit einem semipositiven Thema ein, um danach auf meine Highlights einzugehen. Gerne würde ich euch erzählen, dass ich auf Schwedisch geträumt habe, aber leider war mein Schwedisch ziemlich Rock-Bottom und ich habe die Möglichkeit des Gratis-Sprachkurses vor Ort auch relativ schnell wieder fallen lassen. Im universitären Kontext wurde, da ich Studentin der Germanistik bin, deutsch auf Deutsch studiert. Exotisch, oder?
Gegipfelt hat mein Sprachinteresse im Erstehen von „Harry Potter och de vises sten“ mit dem ich 48 innige Stunden verbracht habe, um ihn dann im nächstbesten Flixbus liegen zu lassen. Also alles nicht von riesigem Erfolg gekrönt. Mein Narrativ war von dem Punkt an dann, dass darauf natürlich nicht mein Fokus, sondern ich LeBeN will und nicht in einem dunklen Keller über Grammatik sprechen. Trotzdem tolle Sprache! Memo an mich Selbst: Nächstes Mal einen Sprachkurs vor dem Auslandsaufenthalt belegen.
Naja, zumindest kann ich im Brustton der Überzeugung sagen, dass ich die Bestellung eines Kaffees mit Hafermilch „ja skulle vila har en capuccino med havremjölk tak“ im Laufe der Zeit nahezu perfektioniert habe. Da die deutsche und schwedische Sprache jedoch beide als germanische Sprachen verwurzelt sind, konnte ich vieles auch so verstehen und mir rudimentäre Sprachkentnisse aneignen. Darüber hinaus sprechen viele Schwed*innen aber auch ein phänomenales Englisch, was schon zur Bequemlichkeit einlädt. (in schwachen Momenten zumindest) 

Apropos Kaffee: Die Kaffeekultur in Göteborg und in Schweden generell lässt das Herzen aller Kaffeeliebhaber*innen höherschlagen. In kleinen Straßen kann man wunderbar flanieren und sich in in kuschligen und sehr atmosphärischen Cafés das eine oder andere Heißgetränk genehmigen. Noch besser (besonders in Uniintensiven Zeiten): Wenn man nicht gerade einen speziellen Kaffee trinken möchte, dann kann man sich in der Regel über Gratis Nachfüllen freuen und bekommt zu seinem Filterkaffee sogar noch kostenlose Milchaltenativen gestellt. Außerdem lässt sich in Göteborgs beliebtem historischem Stadtviertel Haga die weltweit größte Zimtschnecke erstehen und das sogar in vegan (hach, Schweden…) und dieses Kulturspektakel sollte man sich einfach nicht entgehen lassen.
Meine Lieblingscafés und dementsprechend große Empfehlungen: Café Kringlan, da Matteo Magasinsgatan, Kafé magasinet.

 

w e i t e r e    h i g h l i g h t s :

Die Schären Göteborgs! Wie auf der kleinen Landkarte zu sehen ist Göteborg von vielen Inseln gesäumt. Hier handelt es sich um die sogenannten westschwedischen Schärengärten der Region Bohuslän. Die Inseln sind fast alle mit Fähren, die Teil des ÖPNVs sind, zu erreichen und gilt (Fun Fact!) als eines der zehn schönsten Naturschutzgebiete der Welt. - Super für Tagesausflüge, aber auch zum Wildcampen (dank Jedermannsrecht), teilweise unbewohnt (außer von Schafen), Schwedenhäuser, Fischerhütten, verwunschene Strände und schwedisches Idyll - 
Meine Favoriten: Brännö, Vrangö

Glück im Unglück hatte ich dadurch, dass ich keinen Platz mehr in einem der Studierendenwohnheime in Schweden bekommen habe und mich daraufhin von einem dubiosen Facebook Inserat zum nächsten gehangelt habe, aber im Endeffekt in einer tollen 4er WG (mit zwei Französinnen und einer Schwedin) sehr nahe der Schären gelandet bin. Die WG war dekadenter Weise in einem Haus, welches umsäumt von felsiger und bewaldeter Landschaft, sowie Bilderbuch Schwedenhäusern im schönen Frölunda gelegen war. Auf der Karte ziemlich abgelegen scheinend, aber da der Bus in Göteborg die Autobahn nimmt und ihm sogar eine eigene Spur zusteht: nur 15 Minuten vom Zentrum Göteborgs entfernt.

Kurz erwähnenswert ist die wirklich gut organisierte Betreuung der internationalen Studierenden und die Koordination der Univeranstaltungen vorher, die tolle Secondhand-Kultur und die kurzen Wege in skandinavische Nachbarsländer. 

Wie ihr euch vielleicht schon gedacht habt, hatte ich eine echt tolle Zeit in Göteborg und die Liste positiver Dinge geht noch wesentlich länger weiter. Also solltet ihr mit dem Gedanken spielen nach Göteborg zu gehen, dann betrachtet euch an dieser Stelle als überzeugt. 

Hejdå
Pia

 

Foto: Pia Siebenbrodt
Foto: Pia Siebenbrodt
Foto: Pia Siebenbrodt
Foto: Pia Siebenbrodt
Foto: Pia Siebenbrodt

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