Greifswald goes international

Elisabeth Eilers

 

Studium in Greifswald

Lehramt Gymnasium Deutsch / Englisch / Schwedisch

Aktivität im Ausland

Auslandspraktikum an der Katedralskolan Linköping (Schweden)

Zeitraum

Januar – März 2019

Wieso ich ins Ausland gegangen bin?

Während meines Auslandssemesters in Finnland konnte ich DaF und Schwedisch als Unterrichtfach bereits theoretisch kennenlernen, nun sollte es für die Praxis nach Schweden gehen. In Linköping kann ich den Fachbereich Deutsch, Englisch und Schwedisch erkunden, neue Methoden ausprobieren, als Sprachassistenz die LehrerInnen entlasten und meine eigenen Sprachkenntnisse verbessern. Ich bin sehr gespannt darauf, dieses Land wieder aus einer neuen Perspektive kennenzulernen."

 

 

Februar 2019 - Ein Januar als Sprachassistentin in Schweden

Verschneites Linköping
Blick über Linköping vom Schuldach

Mein erster Monat hier ist bereits vorbei, gefühlt bin ich gestern erst angereist. Während in meiner ersten Woche hier nur zwei oder drei einzelne Schneeflocken vom Himmel gefallen waren, hat es nun ordentlich geschneit: Eine tiefe weiße Schneedecke macht den Weg zur Schule morgens sehr abenteuerlich.

Die DaF-Schüler sprechen zunehmend mehr Deutsch mit mir, vermutlich weil sie gemerkt haben, dass auch ich nicht perfekt Schwedisch spreche und trotzdem rede wie ein Wasserfall. Während in Deutschland Plakate gestalten ein häufiger Teil des Unterrichts ist, war das hier für viele Schüler im IB-Fach Englisch etwas neues und ihr Unglauben, das weiße Papier wirklich so gestalten zu können wie sie meinten, wich schnell hektischem Treiben. Sowohl sie als auch die Lehrer unterhalten sich immer gerne über ihre Schule und wollen wissen, wie läuft das denn eigentlich in Deutschland? Noch interessanter ist für die meisten allerdings die Frage, warum so viele Deutsche immer die Elchwarnschilder klauen…

Ich konnte mich hier bereits an vieles gewöhnen, was mir in Greifswald sicherlich fehlen wird. Fast jeder Lehrer kocht hier für eine Woche sein Mittagessen vor und kommt dann mit einer Vorratsdose an (natürlich von Ikea) und stellt sie in eine der zahlreichen Mikrowellen in der Teeküche. Und irgendjemand hat immer Kekse, Kuchen oder Zimtschnecken für spontanes Fika dabei – laut Wikipedia wird Fika sogar als eine soziale Institution betrachtet, die dazu dient, seine aktuelle Tätigkeit zu unterbrechen um mit Freunden oder Kollegen Kaffee zu trinken und ein Gebäckstück zu essen. Dass dies ein wichtiger Bestandteil der schwedischen Kultur ist, wusste ich schon vorher, allerdings nicht, wie schwierig es manchmal sein kann, deswegen trotzdem sein Arbeitspensum zu schaffen!

Langweilig wird es hier jedenfalls nicht: Nachdem ich ein wenig das Stundenpensum meiner abwesenden Mentorin aufgefangen habe, darf ich mich nun wieder Korrekturen zuwenden, Ideen und Methoden für die Grammatikwerkstatt und die Sprachpraxis sammeln. Hinzu kommen die Hospitationsstunden, bei denen ich von den Lehrern meistens direkt als Lehrassistenz eingebunden werde – jeder hier begegnet mir offen und neugierig und ist gerne dazu bereit, mich teilhaben zu lassen. Und nächste Woche kann ich alleine eine Teilstunde auf Schwedisch unterrichten, im Fach Människans Språk – Sprachwissenschaft für Schüler. Mit dem Fachlehrer habe ich zusammen ein Sprachtandem entwerfen können, so dass ich mehr Schwedisch und er mehr Deutsch sprechen kann.

Linköping selbst wird ebenfalls nicht langweilig: Neben der bekannten Eislaufbahn gibt es eine gute Kletterhalle – und damit man nicht umsonst Sport gemacht hat, kann man direkt in einem der zahlreichen Cafés wieder eine Zimtschnecke oder ein Stück Kladdkaka essen. Die Schweden sind zwar sehr ernährungs- und gesundheitsbewusst, aber in Sachen Süßigkeiten haben die Skandinavier trotzdem die Nase weltweit vorn.

Januar 2019 - Ankunft in Linköping

Gamla Linköping
Eislaufbahn "Isovalen"

 

Obwohl meine Anreise schon am Sonntagabend war und es mittlerweile Samstag ist, würde ich mich erst jetzt als angekommen bezeichnen.

Ich kenne mein Zimmer, ich kenne meinen Stadtteil Ryd, ich verlaufe mich nicht mehr in der Schule und habe auch schon (fast) allen Kollegen die Hand geschüttelt, als ich am Mittwoch vor dem Tag der offenen Tür allen einhundert vorgestellt worden bin. Und wem ich da nicht begegnet bin, der hat sich mir im Kopierraum, auf dem Flur oder in den Lehrerzimmern mit einem „Hej, du bist neu hier?“ vorgestellt.

Nach meinem Auslandssemester in Finnland, wo ich an einer finnlandschwedischen Universität war, war es sehr angenehm, mich hier wieder im Standardschwedisch unterhalten zu können – und bisher werde ich beim weiteren Lernen auch fleißig unterstützt.

Neben Hospitationen in Unterrichtsfächern wie Schwedisch, Deutsch als Fremdsprache, Englisch und Latein darf ich mich auch schon wieder ein wenig selbst ausprobieren: Zusammen mit den Schülern arbeite ich an einer Grammatikwerkstatt. Und nachdem ich die deutsche Grammatik auf Schwedisch erklärt habe, habe ich mir die Semla mit den drei Kollegen im Institut für Deutsch und Latein auch ziemlich verdient. Heute war mein erster freier Tag hier und damit auch der erste, an dem ich nicht abends ins Bett gefallen bin.

Linköping ist mit 110.000 Einwohnern eine der größten Städte Schwedens und hat durch ihre Universität auch ein breites kulturelles und hochschulsportliches Angebot. Während ich tagsüber Gamla Linköping erkundet habe, welches ein bewohntes Freiluftmuseum ist und dessen Einwohner sich sehr freuen und viel erzählen, wenn man sich nach ihren kleinen Museen und Tätigkeiten erkundigt, konnte ich abends dank des Schlittschuhverleihs des Campussports die Eislaufbahn Isovalen nutzen.

Du möchtest auch ins Ausland?

Informiere dich hier über deine Möglichkeiten.