Greifswald goes international

Kananaskis Nationalpark

Kananaskis Nationalpark

Universität Saskatchewan

Universität Saskatchewan

Highway Rocky Mountains

Highway Rocky Mountains

Universitätsbrücke Saskatoon

Universitätsbrücke Saskatoon

Snowboarden in Banff

Snowboarden in Banff

Bergsee in den Rocky Mountains

Bergsee in den Rocky Mountains

Julia Balk

Studium in Greifswald

Biologie (B.Sc.)

Aktivität im Ausland

Hochschulaustausch an der University of Saskatchewan, Saskatoon (Kanada)

Zeitraum

August - Dezember 2018

Wieso ich ins Ausland gegangen bin?

"Rastlosigkeit ist schon immer etwas was mich geplagt hat. Ich liebe es mich in neue Abenteuer zu stürzen, neue Erfahrungen zu machen und tagtäglich Neues zu lernen. Das Thema Auslandsemester stand deshalb auch schon lange auf meiner „To-Do-List“ und nachdem ich in meinem ersten Studium die Chance versäumt habe, wurde es definitiv Zeit diese Neugier zu befriedigen. Warum ich mich für Kanada beworben habe ist der gleiche Grund warum ich mich damals für meinen Studiengang entschieden habe: meine Faszination an der unglaublichen Vielfalt der Natur. Von wunderschönen Küsten, über riesige Dschungel- oder Graslandschaften, Gebiete mit unzähligen Seen bis hin zu Bergen und Gletschern ist in diesem Land alles zu finden. Mit dem
                                                                                                  
Programm des Hochschulaustausches erhoffe ich mir Erfahrungen zu sammeln, die mich sowohl in meiner
                                                                                                   beruflichen Laufbahn weiterbringen als auch meinen Charakter wachsen lassen und meine Neugier stillen
."

Februar 2019 - Resümee meines Auslandssemesters

Universität Saskatchewan

Obwohl es für mich das erste Mal war, dass ich für so lange Zeit in einem fremden Land gelebt habe, gingen die knapp 5 Monate in Kanada viel zu schnell um. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe relativ regelmäßig mein privates Reisetagebuch zu führen und mit meinen Erinnerungen zu füllen, denn ich durfte unglaublich viel erleben. Das Auslandssemester in meinem Wunschland Kanada hat mir ermöglicht sehr viele meiner Träume zu erfüllen und auch trotz einiger schlechter oder stressiger Tage, würde ich die Zeit niemals bereuen.

Mit sehr vielen positiven, lehrreichen Erfahrungen und auch leerem Bankkonto bin ich nun auf dem Weg zurück nach Deutschland. Während ich mich auch total darauf freue Familie und Freunde wiederzusehen, weiß ich allerdings jetzt schon, dass mir einige Dinge unglaublich fehlen werden. Das sind zum einen die neuen Freunde, die ich gewonnen habe, die kanadische Freundlichkeit und vermutlich auch der wöchentliche Samstagsbrunch in der Uni.

Ich hatte wirklich von Beginn an Glück so viele herzliche Menschen kennenzulernen, die mir die Zeit in Saskatoon versüßt haben und einem auch die kalten, tristen Tage bunt machten. Aber nicht nur an meiner Gastuniversität, sondern auch auf meinen Reisen hat sich bestätigt, dass man überall tolle Menschen kennenlernen kann. Besonders unter den Internationals wurden schnell Freundschaften geschlossen, schließlich waren wir ja in der gleichen fremden Lage. Es wurden auch schon die ersten Planungen für Besuche gemacht und über meine anfänglichen Bedenken Anschluss zu finden kann ich heute nur noch lachen. Auch wenn ich mich bereits zuvor als sehr selbstbewusste und offene Person gesehen habe, hat mich diese Zeit persönlich noch einmal weiter wachsen lassen.

Ich kann nur jedem empfehlen: Traut euch! Wagt euch in etwas Fremdes! Seid neugierig und wachst mit neuen Erfahrungen! Nutzt die Möglichkeiten, die ihr habt und geht über Grenzen. In meinem Kopf laufen bereits schon die nächsten Planungen Studium und Ausland miteinander zu verbinden.

Dezember 2018 - Weihnachten mal anders

Es gibt kein schlechtes Strandwetter. @Tofino, Vancouver Island
Küstenregenwald auf Vancouver Island
Sonnenuntergang bei der Fährüberfahrt von Vancouver
 

 

Bis vor ein paar Wochen war mir nicht so recht klar, wo ich dieses Jahr die Weihnachtsfeiertage verbringen werde. Nur eins war klar, nicht zuhause. Da ich mich ja nun schon auf einem anderen Kontinent befinde, wollte ich auf jeden Fall die Chance nutzen und nach meinem Auslandssemester noch ein wenig reisen.

Während die meisten meiner neugewonnen Freunde mit voller Vorfreude darauf hin fieberten an Weihnachten ihre Familien wiederzusehen, versuchte ich mein Heimweh mit neuen Reiseplanungen zu unterdrücken. Ich wollte definitiv noch einmal nach Vancouver und zu meinem Glück erfuhr ich, dass andere Austauschstudenten sich zur gleichen Zeit ebenfalls an der Westküste Kanadas befinden werden. Nachdem ich es im Sommer leider nicht mehr geschafft hatte nach Vancouver Island zu fahren, war ich dann noch glücklicher mit der gemeinsamen Entscheidung dort die Feiertage zu verbringen.

Als ich Mitte Dezember meine Abschlussprüfungen hinter mir hatte und das Wohnheim immer leerer wurde konnte ich es dann kaum noch erwarten das Land weiter zu erkunden.

Alte Gesichter von letztem Sommer in Vancouver wiederzusehen, in Whistler Snowboarden zu gehen und endlich wieder Meeresluft zu schnuppern.

Ein Tag vor Heiligabend nahmen wir dann die Fähre nach Vancouver Island und allein die Aussicht der Überfahrt ließ meine Sehnsucht nach Zuhause fürs erste verfliegen. Gemeinsam mit zwei Freundinnen ließen wir uns es die Tage dann richtig gut gehen. Wir waren wandern, besuchten die größeren Städte Victoria, Tofino und Nanaimo und genossen einfach die stressfreie Zeit. Trotz Regenwetter tat das milde Klima auf der Insel nach den wochenlangen Minustemperaturen wirklich gut. Zu meinen Highlights der Tage gehören unter anderem der Long Beach an der Westküste, die Kolibris, die hin und wieder um einen schwirrten und die riesigen Bäume des Küstenregenwaldes.

Auch wenn ich gerade an diesen Tagen viel an meine Familie und Freunde von Zuhause gedacht habe, bin ich froh mir noch ein paar Wochen Auszeit genommen zu haben und freue mich auch noch auf das was ich in Kanada erleben werde.

Dezember 2018 - Typisch Kanada

"Pack dir bloß dicke Sachen ein"
"Ahornsirup zu jedem Gericht?"

Klischees gibt es über alles und jeden. Im Folgenden möchte ich mich zu ein paar Vorurteile über Kanada äußern, die mir öfters zu Ohren gekommen sind.

„Pack dir bloß dicke Sachen ein, da ist es immer kalt.“

In einer Woche 3 Jahreszeiten erleben? Gar kein Problem. Im August habe ich von 30 °C und Sonnenschein bis -3 °C und Neuschnee alles gehabt. Aber dazwischen lagen auch ca. 800 km und um die 2000 Höhenmeter. In so einem großen Land kann man natürlich auch das Wetter nicht verallgemeinern.

Mir wurde damals abgeraten während des Wintersemesters hierherzufliegen, da die Winter vor allem im zentralen Teil Kanadas besonders hart werden. Den Eindruck habe ich inzwischen auch. Seit einigen Wochen kann man nur noch von Plusgraden träumen und Temperaturen um die -15 °C sind normal für die Region und momentane Jahreszeit. Schlimmer wird es jedoch erst ab Dezember/Januar und da das Semester hier schon vor Weihnachten endet werde ich davon nicht mehr viel mitbekommen. Im Enddefekt finde ich das Wintersemester sogar perfekt für einen Aufenthalt hier. So hatte ich am Anfang noch ein paar schöne Sommertage und habe den „Indian Summer“ in all seinen Farben erlebt, bevor die wirklich kalten Tage anfingen. An der südlichen Westküste, wo ich auch Weihnachten verbringen werde, sind die Temperaturen durchschnittlich sogar etwas wärmer als bei uns.

„Kanadier sind die freundlichsten Menschen.“

Das unterschreibe ich sofort! Natürlich gibt es überall schwarze Schafe, aber selten habe ich so unglaublich viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erlebt. Fremde werden hier schnell zu neuen Freunden. Das hebt natürlich nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern überträgt sich auch schnell auf einen selbst. Inzwischen erwische ich mich selbst dabei, wie ich mich zum Beispiel dafür entschuldige, dass mir jemand vor die Füße läuft.

„Jedes Gericht wird mit Ahornsirup serviert.“

Während ich klischeehafterweise momentan vermehrt von Schwarzbrot und gutem Bier träume, stimmt diese Aussage eher nicht. Zwar ist der Ahornsirup hier auf dem Frühstückstisch genauso verständlich wie die Tasse Kaffee, aber es passiert eher seltener, dass dieser auch bei allen anderen Mahlzeiten rausgeholt wird. Gegessen wird hier auch nicht viel anders als in den USA, nicht unbedingt immer gesund aber eben auch nicht besonders exotisch. Wenn du was typisch Kanadisches essen magst, probiere auf jeden Fall Poutine, was einfach gesagt aus Pommes mit Käse und Bratensauce besteht. Jedes Restaurant hat aber auch seine eigene Kreation mit den verschiedensten Topings - und ja, es gibt auch eine (Frühstücks-)Version mit Ahornsirup und Bacon ;)
Und wenn du hart im Nehmen bist, probiere auch einen Caesar-Drink, ich hätte ehrlich gesagt im Nachhinein aber lieber drauf verzichtet.

November 2018 - Von der Ostsee-Küste in den Weizengürtel Kanadas – Mein Blick auf Saskatoon

Herbstausritt im westlichen Teil Saskatchewans
Snowboarden in den Rocky Mountains

 

Saska-what? Das habe ich so einige Male gehört, als ich anderen erzählt habe wo ich mein Auslandssemester verbringen werde. Zugegeben, selbst der Lonely Planet hält nicht so viel von Saskatchewan und ich durfte mir schon den ein oder anderen Witz über die Provinz anhören. Aber das Gleiche haben die meisten von uns auch durch als sie nach Greifswald gezogen sind und meiner Meinung nach ist Greifswald wohl einer der schönsten Orte Deutschlands zum Studieren. Das kann ich auch von Saskatoon behaupten, diese Stadt ist lebenswert!

Da es mir wichtig ist, neben dem Studium so viel wie möglich von Kanada zu sehen, bin ich schon einen Monat vor Semesterbeginn über den großen Teich geflogen.

Ich bin damals von Vancouver nach Saskatoon über den Landweg gekommen und habe dabei versucht so viele Ort wie möglich zu besuchen. Der Road Trip war definitiv eine der schönsten Reisen, die ich in meinem Leben gemacht habe und von Tag zu Tag verliebte ich mich mehr in Kanada.

Als ich dann Richtung Saskatoon fuhr war mir schon etwas mulmig. Entlang des Highways wurde es trist, flache Landschaft und es reihten sich Weizenfeld an Weizenfeld. Nach dem ich von der Vielfalt der Rocky Mountains und der Westküste verwöhnt war ging meine Laune dann erstmal in den Keller. Ich machte mir Sorgen, dass diese Eintönigkeit sich auch in meinem Alltag wiederspiegeln wird. Aber mittlerweile kann ich über diesen Gedanken lachen. Es gab wirklich keinen Tag an dem ich mich nur annähernd gelangweilt habe.

Wer Kanada von all seinen Seiten kennenlernen möchte sollte auch im wilden Saskatchewan gewesen sein.

 

Meine Top 5 die du im „Land of the living Skies“ machen solltest:

  1. Verbring ein Wochenende im Prince Albert National Park – Schnapp dir ein paar deiner neuen Freunde und mietet euch eine Hütte am Waskesiu Lake. Saskatchewan kann nämlich sehr viel mehr als nur flach und trist.
     
  2. Geh auf eine „Agriculture-Party“ – Zugegebenermaßen ist Country auch keine Musikrichtung, die in meinen Playlists zu finden ist und mit Line-Dance kann ich normalerweise auch nichts anfangen, aber zum einen kommst du hier eh nicht drum herum und zum anderen muss man das einfach erlebt haben. Allein schon für die Türsteher im Cowboy-Outfit.
     
  3. Geh auf Jagd nach Nordlichtern – Nicht nur die Sonnenuntergänge sind hier jeden Tag ein Erlebnis, auch die Sternenhimmel lassen einen nicht aus dem Staunen heraus. Nordlichter siehst du zwar eher außerhalb Saskatoons, aber wenn du ganz viel Glück hast sind sie manchmal sogar vom Campus aus zu sehen.
     
  4. Erkunde das Land vom Pferderücken aus – Egal ob Anfänger oder Profi in Sachen Reiten, eine Pferdestärke reicht aus um das Land Off-Road zu entdecken. Deine Chancen Wildtiere zu sehen sind auf jeden Fall gut!
     
  5. Versuch dich mit Wintersport – Sport ist den Kanadiern allgemein sehr wichtig. Bei den langen Wintern bietet es sich an auch Wintersport zu machen. Skifahren solltest du lieber für ein langes Wochenende in den Rocky Mountains, aber Schlittschuhlaufen, Ice-Hockey, Curling, Ski-Langlauf und Co. kannst du auch hier machen. Die Universität eröffnet sogar jedes Jahr ein eigenes Eisfeld für seine Studenten auf dem Campus.

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