Greifswald goes International

Studium in Greifswald

Sprache & Kommunikation (M.A.)

Aktivität im Ausland

Erasmus+ Semester an der Università degli Studi di Perugia (Italien)

Zeitraum

Februar - Juli 2018

Wieso ich ins Ausland gegangen bin?

„Nach meinem ersten Auslandssemester in China, wollte ich diese wunderbare Erfahrung noch einmal machen, nur diesmal eben in Europa. Da mich die italienische Kultur von Anfang an begeistert hat und im Laufe der Zeit eine große Leidenschaft für Italien entwickelt habe, wollte ich unbedingt den Schritt wagen, eine Zeit lang hier zu leben. Daher entschied ich mich, trotz des sehr engen Zeitplans im Master, ein Semester an der Università degli Studi di Perugia zu studieren. Ich möchte erneut viele nette Menschen aus der ganzen Welt kennenlernen, Freundschaften fürs Leben  mein Italienisch verbessern und herausfinden, ob Italien das richtige Land für meine spätere Zukunft ist!“

13. August 2018 - Prima o poi Erasmus finisce… Irgendwann endet Erasmus dann doch!

Am 5. Juli machte ich mich also von Perugia zurück nach Greifswald. Was bleibt mir
davon in Erinnerung? Zeit ein kleines Resümee zu ziehen.

In diesen Monaten hatte ich endlich die Chance Italien besser kennenzulernen, die Mentalität (mehr oder weniger) zu verstehen und abseits vom Urlaub ein anderes Italien zu erleben. Ich habe diese Zeit unglaublich genossen und Perugia wurde meine zweite Heimat. So schnell wie man sich eingelebt hat, so schnell ist man auch wieder fort und kommt in den Alltag zurück. Nichtsdestotrotz habe ich in meinem Erasmus Semester viele Menschen aus ganz Europa in mein Herz geschlossen, ich konnte einen ganz anderen Unialltag miterleben, die italienische Kultur erleben und leben. Auch wenn die Uni in Italien viel anstrengender ist, würde ich es jedem empfehlen hier ein Auslandssemester zu verbringen.

Was man in Italien lernt: Die Uni bzw. die Arbeit ist nicht alles, sondern nach der Arbeit kommt eben
das Vergnügen und man genießt das Leben viel mehr als in Deutschland. Außerdem sind die Italiener unglaublich liebenswert, herzlich und offen. Auch durch zahlreiche Reisen konnte ich ganz unterschiedliche Teile dieses faszinierenden Landes entdecken, die Unterschiede zwischen Nord und Süd ein wenig nachvollziehen und alte Freunde besuchen. Auch wenn nicht jeder Tag immer rosig war und ich mich besonders am Anfang während der Kälte gefragt habe, ob ich alles richtig gemacht habe, möchte ich diese Zeit nicht missen. Ich bin froh diesen Schritt gewagt zu haben und bereue es absolut nicht Greifswald für eine Zeit den Rücken gekehrt zu haben.

Nach 5 Monaten in Italien und nun schon wieder 4 Wochen in Deutschland, weiß ich, was ich an dem jeweiligen Land habe und was nicht. Perugia bleibt irgendwie ein Teil von mir, aber Greifswald ist es eben auch. Daher bin ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge wieder zurückgekehrt.

Juni/Juli 2018 - Italien ich komme!

Der Juni stand ganz unter dem Motto Italien bereisen.

Nachdem ich alle meine Prüfungen erfolgreich hinter mich gebracht hatte, reiste ich nach Neapel um eine italienische Freundin zu besuchen, die in Greifswald Erasmus gemacht hatte.

Im Anschluss bekam ich Besuch aus meiner Heimat. Meiner Mutter zeigte ich die kleinen Besonderheiten von Umbrien und da sie noch nicht viel von Italien gesehen hatte, ging es auch nochmals nach Florenz.

Nach ihrer Abreise fing meine 10-tägige Reise durch dieses wunderschöne Land an. Von Florenz ging es kurz nach Bologna, um von dort aus nach Treviso zu gelangen, eine kleine Stadt nahe Venedig. Mit viel Verspätung und gereizten Nerven kam ich um Mitternacht dort an und konnte mein Zimmer für die kommenden Nächte beziehen.
Schon am nächsten Tag klingelte der Wecker um 6 und ging es mit dem Zug in die Lagunenstadt. Angefangen mit einer Fahrt auf dem Canal Grande bis zum Markusplatz, wurde das typische Touriprogramm abgegrast, sprich Campanile, Basilika, Dogenpalast und die Seufzerbrücke. Bei ca. 38 Grad und unvorstellbaren Menschenmassen, machte dieses Kulturprogramm aber auch nur bedingt Spaß und war somit sehr anstrengend. Nichtsdestotrotz ist Venedig eine unglaublich schöne Stadt mit
sehr vielen Geheimnissen, kleinen Gassen und man fühlt sich, als wäre die Zeit stehen
geblieben.
Am Abend traf ich mich mit einem meiner Tandem-Partner Gianmarco aus Treviso, der mir sehr viel beim Lernen von Italienisch geholfen hatte. Zusammen mit seinen Freunden gingen wir in der Altstadt etwas trinken und verbrachten den Abend unter uns „Italienern“.
Die Reise ging am nächsten Tag sehr früh weiter und so besuchte ich die Studentenstadt Padua, die berühmt ist für verschiedene Baustile aus dem römischen Reich, der Renaissance und der Moderne. Beim Besuch der Stadt konnte ich gut verstehen, warum so viele junge Italiener hier studieren, da die Stadt nicht wirklich bekannt ist und im Vergleich zu anderen norditalienischen Städten doch sehr gepflegt und nicht überfüllt ist.
Leider reichte die Zeit nur für einen kleinen Besuch, ehe es direkt weiter nach Florenz ging, von dort aus ich nach Cinque Terre in Ligurien und nach San Gimignano in der Toskana fuhr. Cinque Terre besteht aus 5 kleinen Dörfern, die alle in die Küste gebaut wurden und ehemalige Fischerdörfchen waren, ehe der Tourismus die kleinen (und wunderschönen) Strandabschnitte für sich entdeckte. Daher verbrachte ich die meiste Zeit am Strand, denn nach knapp 4 Tagen Städtetrips taten mir schon meine Füße gewaltig weh. Die kleine Pause vor der Reise nach San Gimignano lohnte sich, denn
diese Stadt ist ähnlich wie Perugia auf einem Felsen gebaut und wurde früher Manhattan
des Mittelalters genannt. Hier verewigten sich die großen Familien der Stadt, indem es
einen Wettbewerb gab, wer den höchsten Turm der Stadt bauen konnte. Schon von Weitem konnte man die Pracht dieser Bauten bestaunen.

Nach diesem ersten Abschnitt ging es für 2 Tage zurück nach Perugia, um den
Geburtstag einer sehr guten Freundin zu feiern und erste Vorbereitungen für die Rückreise
zu treffen. Umso mehr freute ich mich auf den zweiten Abschnitt, mein heiß ersehnter
Strandurlaub!
Von Perugia ging es via Flixbus nach Salerno, ein kleine Stadt südlich von Neapel. Von dort aus wollte ich die berühmte Amalfieküste entlangfahren und einen Großteil am Strand verbringen und später auf die Insel Capri übersetzen. Wie versprochen, war die Küste ein Spektakel der Natur. Von Salerno aus nahm ich die Fähre nach Positano, bekannt für seinen schönen weißen Strand und das kleine Dorf. Die
Überfahrt dauert ca. 1 Stunde währenddessen man die großen Klippen und die darin
entstandenen Dörfer und Villen bestaunen konnte. Vor allem im Morgengrauen wirkte
diese Ansammlung von Stadt und Land unglaublich schön. Nach einigen Stunden am
Strand bei wohl temperierten 40 Grad, ging es ein Stück zurück nach Amalfi, dem
eigentlichen Ort, dem die Küste ihren Namen verdankt. Auch hier tobten die Touristen und
durch die Menschenmassen versuchte ich mich zum Dom und in die Altstadt vorzuschlagen. Müde und erschöpft ging es zurück nach Salerno, um am folgenden Tag
Capri zu besichtigen.
Auch dieser Teil Italiens war unglaublich schön, aber sehr sehr kostspielig. Alles musste mit dem Boot unternommen werden und da nur wenige Fähren am Tag zur Insel fahren, waren die Preise dementsprechend teuer. Nichtsdestotrotz besuchte ich die grotta azzurra, eine kleine Grotte direkt am Meer, in der das Wasser glasklar ist und in der der römische Kaiser oft gewesen sein soll, die alte Residenz der Kaiser auf der Spitze der Insel und den Hafen sowie die Altstadt.
Gegen Nachmittag nahm ich dann das Boot nach Salerno, um 2 Stunden später in den Bus nach Perugia zu steigen und die Nacht durchzufahren.
Der 4. Juli stand dann ganz im Zeichen des Kofferpackens, Aufräumen und Abschied nehmen, denn am nächsten Tag nahm ich den früh morgens den Zug nach Bologna, um dann weiter nach Berlin und dann nach Greifswald zu kommen.
Abends setzten wir uns an unseren Lieblingsplatz oben in der Altstadt, sahen uns den letzten Sonnenuntergang an, vergossen ein paar Tränchen und damit hieß es arrivederci Italien.

18. Mai 2018 - Ein bisschen Feiern zwischendurch geht auch!

Der Mai brachte noch einigermaßen viel Freizeit mit sich und so nutzen wir die Gelegenheit, um an einem Erasmus Festival teilzunehmen. Das sogenannte „Evento Nazionale“ wurde von ESN Italia organisiert und lud alle Sektionen ein nach San Vincenzo in die Toskana zu kommen. Vorgesehen waren Plätze für 3.500 Studenten in einem riesigen Ferienressort mit Pool und 10 Minuten vom Meer entfernt. Auch meine Freunde und ich konnten Plätze für das Evento Nazionale ergattern und so ging es (in der eigentlichen Anfangszeit der Lernphase) nach San Vincenzo.
Vor uns standen 4 Tage mit wenig Schlaf, verschiedenen Mottopartys und Meer. Der Slogan des Festivals „sole, mare, evento nazionale“ stellte sich bei der Ankunft allerdings mehr als „pioggia (Regen), mare, evento nazionale“ heraus, weil es fast ständig am regnen war.
Nichtsdestotrotz bekamen wir unsere Ausrüstung samt Flipflops, T-Shirts, Sonnenbrille und vielem mehr. Trotzdem wir in Italien waren, hatten wir das Gefühl wir wären in Spanien, da von 3.500 Teilnehmern rund 3.000 Spanier am Event teilnahmen. Daher wurde der morgendliche Gruß auf der Terrasse nicht mit Buongiorno sondern mit Buonosdias abgehalten. Somit hatten wir 4 Tage ausgesorgt und unsere kleine Erasmusfamilie wuchs immer weiter zusammen und es war unglaublich lustig.

Trotzdem holte uns der Alltag doch schnell wieder ein und für mich fing dann (diesmal wirklich) die Lernphase an. Da eine meiner Prüfung geteilt wurde, mussten alles gestaffelt vorbereitet werden. Genau wie in Deutschland, werden in Italien die Prüfungen von den Fakultäten und den Instituten festgelegt. Zudem kann man sich dann innerhalb von 3 sogenannten „appelli“ aussuchen, wann man die Prüfungen halten möchte und so ist man viel flexibler, hat aber gleichzeitig mehr Verantwortung sein Lernen zu strukturieren. Ganz klischeehaft war die Organisation der Prüfungen ein totales Chaos.

An der Università degli Studi di Perugia gibt es zwar auch ein zentrales System für die Prüfungsbuchung, Noten und den Stundenplan, jedoch wird je nach Professor das eine mehr oder weniger genutzt. Dazu kam noch, dass es für Erasmus Studenten überhaupt nicht verfügbar ist und das natürlich auch nicht kommuniziert wurde. So blieb bei uns grundsätzlich Ratlosigkeit wie wir uns denn jetzt anmelden sollten. Von Seiten der Uni hieß es nur „Ja da müssen Sie jeden Prof einzeln fragen“. Das tat ich dann auch und das ganze wurde mit einer formlosen E-Mail abgetan. Daher ging es ans Lernen. Da wir aber alle untereinander verschiedene Daten für die Prüfungen hatten, kam es leider dazu, dass das soziale Leben ein wenig auf der Strecke blieb. Mal musste der eine, mal der andere lernen und man sah sich nur in der Mensa oder zum Frust Aperitivo in einer Bar. Nächsten Monat stehen alle meine Prüfungen an, mal sehen wie das für mich wird.

28. April 2018 - Halbzeit

 

„Erasmus non finisce mai! - Erasmus endet nie!“, so wurden wir am Anfang begrüßt. Jedoch verfliegt die Zeit unglaublich schnell. Es kommt mir vor als wäre ich gestern erst angekommen, dabei sind schon über 2 Monate vergangen. In dieser Zeit habe ich mich so stark an die italienische Mentalität, an die Sprache, an Perugia und das warme Wetter gewöhnt, dass ich mir gar nicht vorstellen kann in 2 Monaten wieder abzureisen. Apropos reisen: Das kann man in Italien ziemlich gut, denn es gibt so unglaublich viele schöne Städte und Landschaften zu sehen!

Während der Osterferien bekam ich Besuch aus der Heimat und fuhr deswegen in meine italienische Lieblingsstadt Rom. Dort konnte ich knapp 5 Tage verbringen und nochmals neue wunderschöne Ecken der ewigen Stadt entdecken. Neben den typischen Sightseeing Touren wie dem Kolosseum, dem Forum Romanum, dem Vatikan und der Altstadt, konnten wir noch weitere Schätze dieser wunderschönen Stadt entdecken. Dazu gehörten die Papstbasiliken San Giovanni in Laterano, die dazugehörende Scala Santa und San Paolo fuori le mura. Mein persönliches Highlight war jedoch ein Besuch in einem ganz kleinen Restaurant in der Nähe des Forums, in dem schon Papst Johannes Paul II. gegessen hatte. Nach über 2 Stunden essen konnte ich auch verstehen warum, denn das Essen war so unglaublich lecker!

Nach Rom ging es dann zurück in das beschauliche Perugia. Von dort aus reisten wir aber gleich weiter nach Florenz, um dort 2 Tage zu verbringen. Dort angekommen, bemerkten wir, dass sich kurz vor Ostern wohl die Touristen nicht nach Rom bewegten, jedoch Florenz unsicher machten. Es war unmöglich den berühmten Dom zu besichtigen, weil alle Tickets für die nächsten 3 Wochen ausgebucht waren und sich die Menschenmassen um die gesamte Basilika herumschlängelten. Unsere Zeit war uns dann doch zu kostbar um nur in der Schlange zu stehen. Trotzdem machten wir das Beste daraus und erklommen den Palazzo della Signoria, Piazza Michelangelo, von wo aus man einen traumhaften Blick über die gesamte Stadt hat, und die berühmten Uffizien. Ostern verbrachten wir dann wieder in Perugia mit meiner kleinen Erasmus Familie und schon waren die Ferien wieder vorbei! Nun ging das Studium so richtig los und den ganzen April über ging es überwiegend um den Stoff für unsere Prüfungen. Nach 2 Monaten kann man auf jeden Fall den Unterschied zwischen Italien und Deutschland feststellen: Man muss deutlich mehr lernen! 1-2 Bücher pro Kurs von jeweils 400-500 Seiten sind normal und werden “zwischendurch“ gelesen. Jedoch überlegte ich mir, dass es zu schade wäre die Tage nur in der Bibliothek zu verbringen und beschloss daher die Bücher draußen in der Sonne zu lesen. Man muss halt praktisch denken!

Trotzdem ließ ich mir die Zeit nicht verderben, sondern unternahm viele kleine Reisen mit der lokalen Erasmus Initiative. Einen Tag ging es nach Siena, wo wir mit ESN Siena die Stadt erkundeten, den Abend beim Essen auf der Piazza verbrachten und das örtliche Nachtleben kennenlernten, um dann um 4 Uhr morgens zurück nach Perugia zufahren. Da sagt nochmal einer Städtetrips wären nicht anstrengend! Ein anderes Wochenende fuhren wir nach Bagnoregio e Cività, eine alte Etruskerstadt, die mitten auf einem Torffelsen gebaut wurde und durch Erdbeben und den Torf selbst jedes Jahr um 10cm absinkt. Der Tourismus hilft hier der Stadt vor dem Aussterben zu beschützen, denn es leben gerade mal 7 Bewohner dort und durch die Einnahmen wird versucht diesen wunderschönen Flecken Erde zu erhalten. Im Anschluss konnten wir zum ersten Mal in diesem Jahr baden gehen und fuhren erst zum Lago Bolsena, der sich in einem ehemaligen Vulkankrater befindet, und danach in einer der zahlreichen öffentlichen Thermen in Zentralitalien. Trotz 30 Grad machte es uns nichts aus in die ebenso heißen Thermen zu steigen und den Studienstress mal beiseite zu lassen. Ich bin ja nicht nur zum Studieren hier!!

18. März 2018 - Da ist der erste Monat schon vorbei!


Die ersten vier Wochen sind bis jetzt sehr schnell vorbeigegangen, jedoch ist in dieser Zeit sehr viel passiert. In der Einführungswoche, gab es jede Menge Aktivitäten, um sich kennenzulernen, die Stadt zu erkunden oder einfach nett beieinander zu sitzen. Dazu gehörten beispielsweise eine Stadttour, ein Kneipenabend oder die ersten Partys des Semesters. Studenten aus ganz Europa lernten sich allmählich kennen und langsam bildeten sich die ersten Grüppchen, mit denen ich dann auch um die Häuser zog. Schnell stellte ich fest, dass das Nachtleben in Italien doch sehr viel später anfängt als bei uns in Deutschland, wobei die italienische Verspätung (zwischen 15 und 60 Minuten) noch nicht eingerechnet war. Jedoch gefällt mir das lockere und gemütliche Nachtleben in der Bar doch sehr und man kommt immer mit neuen Leuten ins Gespräch.

Gleichzeitig fingen aber die ersten Kurse an der Uni an und als ich nach einigen organisatorischen Problemen seitens der Uni endlich meinen Stundenplan bekommen hatte, stellte sich heraus, dass ich mehr Zeit in der Uni verbringen würde, als in Greifswald. Von wegen Urlaubssemester! Auch in den Kursen merkte ich einige Unterschiede hinsichtlich der beiden Kulturen, die hier aufeinandertreffen. Jeder kommt, wann er möchte, Raucherpausen sind gang und gäbe und die Vorlesung mit einem Diktiergerät aufzuzeichnen, damit man nicht mitschreiben muss, erschien mir mit der Zeit als normal. Trotzdem gefallen mir meine Kurse sehr gut und die Themen sind äußerst spannend! Zum Glück verstehe ich fast 95 % des Inhalts und habe keine Probleme mitzukommen.

In dieser Zeit fand aber auch eine sibirische Kältefront den Weg in das sonnige Italien. Leider durfte ich in dieser Zeit den schlimmsten Winter seit 10 Jahren miterleben, denn ganz Italien war zugeschneit. Von Mailand bis nach Palermo sind einige Zentimeter Schnee gefallen und das öffentliche Leben kam total zum Erliegen. Auch Perugia wurde nicht verschont. Alle Zufahrtsstraßen zum historischen Zentrum wurden wegen (lächerlichen) 5 cm Schnee und Glätte gesperrt, alle Geschäfte mussten schließen, um keine Kunden anzulocken und alle Bars machten wegen der Kälte dicht. Mein Glück war es, dass auch die Uni einen Tag geschlossen wurde, da es wohl bei dem bisschen Schnee und den -5 Grad unverantwortlich erschien die Studenten zur Uni kommen zu lassen. Naja, wir lachten eher mehr darüber! Worüber es allerdings nichts zu lachen gab, war die Kälte innerhalb unserer Wohnungen. Da in Italien keine einzige Wohnung isoliert zu sein scheint, war es dementsprechend kalt. Heizen nützte dabei allerdings auch nichts, da die Wärme ja gleich wieder entweichte. Somit musste ich dann mit 2 Pullis, dicker Jogginghose und Schal schlafen. Ich dachte eigentlich, ich wäre in einem der wärmsten Länder Europas!

Leider verbessert sich das Wetter nur langsam und es herrscht eher Greifswalder Wetter: Dunkel,  grau, bewölkt und Regen. Daher fielen viele unserer Pläne daher sprichwörtlich ins Wasser, da wir eigentlich die Umgebung, wie Spoleto, Assisi, Terni oder Bologna erkunden wollten. Da uns aber noch viel Zeit bleibt, wird das alles nachgeholt! Nächste Woche geht es erst einmal nach Rom, um die Osterferien einzuläuten.

16. Februar 2018 - „Nach Italien ist es doch nur ein Katzensprung"

 

„Nach Italien ist es doch nur ein Katzensprung!“, dachte ich zumindest. Nach einer 14-stündigen Reise bin ich endlich in meiner neuen Heimat Perugia angekommen. Nach dem ersten Zugausfall am Greifswalder Bahnhof, ging es von Berlin Schönefeld nach Bologna. Nachdem ich froh war, die waghalsige Busfahrt ins Zentrum der Stadt überlebt zu haben, nahm ich den Zug, um weiter nach Perugia zu fahren. Schon auf dem Weg konnte ich die wunderschöne Landschaft Italiens bewundern und freute mich umso mehr endlich mein neues Zuhause kennenzulernen.

Am Bahnhof angekommen, holte mich mein Vermieter Roberto ab und brachte mich zu meiner Wohnung. Unterwegs merkte ich schnell, dass die Stadt doch viel größer ist als gedacht und dass ich definitiv kein Auto in Italien fahren werde! Der Verkehr ist nämlich ein Albtraum!

Noch am selben Abend gingen wir im historischen Zentrum etwas Essen und Trinken und ich konnte schon die Schönheit dieser mittelalterlichen Stadt bewundern. Zu Essen gab es eine umbrische Spezialität, Torta al testo, eine Art Pizza, die geteilt und mit vielen leckeren Sachen gefüllt wird. Dazu gab es ironischerweise deutsches Bier.

Auch in den kommenden Tagen wurde mir Perugia ausführlich von meinem Mitbewohner gezeigt. Leider ist die Stadt außerhalb von Italien nicht so bekannt, denn sie ist wirklich wunderschön. Das Stadtzentrum befindet sich auf einem Berg, der durch eine große Stadtmauer gesichert ist und von dort aus erstreckt sich der Rest der Stadt an den Hängen des Berges. Dementsprechend bergig ist die Stadt auch. Aber so erfinderisch, wie die Italiener halt sind, hat man statt endlosen Treppen, einfach Rolltreppen gebaut, um gemütlich das Zentrum zu erreichen!

Nach meinen ersten Tagen fühle ich mich schon total wohl! Die Menschen sind durchweg nett, hilfsbereit und aufgeschlossen. Und bei dem italienischen Essen kann man sich natürlich auch nicht beschweren!

Nächste Woche startet die Welcome Week der lokalen Erasmus Initiative und meine ersten Kurse fangen an! Ich bin gespannt wie das Studium wird!