Greifwald goes international

Kinkakuji in Kyoto

Kinkakuji in Kyoto

Kennin-ji Tempel

Kennin-ji Tempel

Feuerfestival Iwakura-Schrein

Feuerfestival Iwakura-Schrein

Botanischer Garten

Botanischer Garten

Torin-in Tempel

Torin-in Tempel

Friedenspark mit ewiger Flamme Hiroshima

Friedenspark mit ewiger Flamme Hiroshima

Kobe Port Tower

Kobe Port Tower

Nagasaki

Nagasaki

 

Studium in Greifswald

Geschichtswissenschaft (M.A.)

Aktivität im Ausland

Hochschulaustausch, Kyoto Sangyo Universität, Japan

Zeitraum

September 2018 - Februar 2019

Wieso ich ins Ausland gegangen bin?

Dadurch, dass ich sowohl meinen Bachelor, als auch meinen Master in Greifswald studiere, tut ein Perspektivwechsel sehr gut. Die japanische Kultur und die guten Beziehungen zwischen Greifswald und Kyoto vereinfachen einen solchen Schritt. Das internationale Umfeld ermöglicht mir Leute aus allen Teilen der Welt kennenzulernen und einen intensiven Einblick in das Land der aufgehenden Sonne zu bekommen."


Februar 2019 - Der letzte Monat

Chinesisches Neujahrsfest
Die Insel Iojima
Die Osaka-Bucht
Schrein des Konfuzius
Südchinesisches Meer

 

Die letzten vier Wochen haben nun begonnen und so langsam verabschieden wir uns alle voneinander. Die meisten der Studenten bleiben nur für ein Semester. Nachdem wir die Prüfungen hinter uns gebracht haben ist nun Reisezeit – der Januar und Februar sind wirklich toll zum Reisen, es ist gutes Wetter und es sind kaum Touristen im Land. Diese kommen erst Ende März und April zur Sakura – der Kirschblüte wieder.

Da Paul schon über Tokyo berichtet hat, möchte ich zwei weitere Städte vorstellen. Kobe und Nagasaki sind zwei wunderbare Hafenstädte.

Kobe ist gerade einmal eine Stunde von Kyoto entfernt, im Prinzip kann man auch einen Tagesausflug machen. Ich bin eine Nacht in der Stadt geblieben und habe mir das Erdbeben Museum, den Hafen, Chinatown und Kitano einen Bezirk in dem die Ausländer gesiedelt hatten, angeschaut. 1995 ist Kobe von einem der schlimmsten Erdbeben der japanischen Geschichte heimgesucht worden. Die Japaner haben aus der Not eine Tugend gemacht und haben mehrere Forschungsinstitute zur Prävention und Organisation von Naturkatastrophen im Land eingerichtet. Im Museum konnte ich mit einer Überlebenden des Erdbebens persönlich sprechen und ich konnte mich über darüber informieren, wie ein japanischer Haushalt im Idealfall ausgestattet ist, um vorbereitet zu sein. Da Kobe nicht besonders groß ist, konnte ich Geld sparen und zu Fuß die Stadt erkunden. Kitano beherbergt neben den Häusern der Nationen, so zum Beispiel Österreich, die Niederlande und Dänemark etc. auch eine wunderschöne Moschee mit wunderbaren halalen Restaurants in der Umgebung. Kobe ist kulinarisch natürlich für das Rindfleisch bekannt, ein Mythos ist allerdings das die Kühe Schokolade als Futter bekommen. Leider lag das Fleisch nicht in meinem Preisrahmen, 130g kosten umgerechnet 75€!

Vor allem die Hafencity ist charakteristisch für Kobe mit seinem rot erleuchteten Port Tower. Am Hafen stehend mit all den Schiffen und Möwen herum habe ich doch tatsächlich etwas Heimweh nach unserer kleinen Hafenstadt bekommen…
Am nächsten Tag bin ich bei sehr winterlichen Temperaturen und Schnee auf dem Berg Rokko wandern gegangen und wurde mit einer unvergesslichen Sicht auf die Osaka Bucht belohnt. Weiter ging es per Seilbahn nach Arima in eine der berühmtesten Onsen Gegenden des Landes. Die beiden natürlichen Quellen haben mich ordentlich aufgewärmt und gerade mal 7,00€ hat das Tagesticket gekostet. Die Quellen sind schon seit 1400 Jahren bekannt und in einer Stunde ist man mit dem Bus von Kyoto hier.

Das sommerliche Kontrastprogramm war Nagasaki auf der Insel Kyushu. Bei frühlingshaften 15 Grad konnten wir die Stadt erkunden, die Flüge haben gerade mal 75€ Hin- und zurück gekostet. Nagasaki ist eine ebenso schöne Stadt und vor allem ist es spannend auf den europäischen und chinesischen Pfaden zu wandeln, die die Stadt geprägt haben. Die Stadt war für über 200 Jahre der einzig offene Hafen für Ausländer nach Japan. Die Stadt ist dementsprechend durch die Seefahrt geprägt. So kann man vom den Bergen eine der größten Werften der Welt, die Mitsubishi Werft sehen. Die Aussichten von den Bergen gerade in der Nacht auf die Stadt sind wirklich umwerfend. Neben zahlreichen Tempeln und Schreinen, gibt es auch hier ein Chinatown und ein Atombombenmuseum zu besichtigen. Die Stadt wurde drei Tage nach Hiroshima von dieser getroffen und große Teile wurden vollständig zerstört. Das Museum ist wirklich sehr lohnenswert und wir zahlten gerade mal 0,78€ Eintritt! Für alle die etwas mehr Zeit mitbringen sei noch ein Ausflug auf die Inseln im Südchinesischen Meer empfohlen. Wir haben uns für Iojima entschieden. Bei strahlendem Sonnenschein hatten wir uns Fahrräder ausgeliehen und haben die Insel erkundet. Die Zeit schien still zu stehen, die Bewohner waren tiefen entspannt und so kam man auch schnell ins Gespräch. Ein schöner Kontrastpunkt zu den hektischen Städten – Japan kann auch anders!

Mein Fazit:

Japan war ein wirklich unvergessliches Erlebnis. So intensiv in eine Kultur einzutauchen, wie in einem Auslandssemester hat man selten. Für mich steht fest, dass ich unbedingt wieder kommen muss, um noch mehr vom Land zu erfahren und um meine neu entstandenen Freundschaften zu pflegen. Die Japaner sind unglaublich höflich und hilfsbereit. Ich habe mich wirklich willkommen gefühlt! Die letzten Wochen werde ich nun in Kyoto verbringen, da es auch hier noch so viel zu entdecken gibt. Im Februar beginnt die Pflaumenblüte als Vorbote des Frühlings, darauf freue ich mich auch schon sehr.

So weit weg zu sein bedeutet auch einen großen Abstand zum eigenen Land zu haben. Wenn ich nun auf mein Studium in Greifswald blicke bin ich umso dankbarer für die kleine Hansestadt und all die lieben Freunde, die ich hier getroffen habe!

Vielleicht konnte ich euch für ein Auslandssemester motivieren – es lohnt sich auf jeden Fall!


November 2018 - Halbzeit

Hirsche in Nara
Buddha in Todaijin

 

Die Halbzeit ist vorüber und so langsam wird mir bewusst, dass es bis Februar nächsten Jahres nicht mehr viel Zeit ist. Doch genug der Depression; bisher konnte ich wieder sehr viel erleben.

Die Wochenenden wurden genutzt und so haben wir u.a. eine Exkursion nach Nara, eine der ersten Hauptstädte Japans, unternommen. Die Zugfahrt dauert nur 50 Minuten. Die Stadt ist berühmt für seine Hirsche, die sich überall frei bewegen können – sie laufen auch gerne mal vor die Busse und zwacken die Besucher in den Hintern, weil sie es erwarten mit Reiscrackern gefüttert zu werden. Hier in Nara steht eine der berühmtesten Buddha Statuen des Landes. 15 Meter hoch aus Bronze und mit Gold überzogen erwartete uns Buddha mit seinem gütigen Blick im Todai-ji Tempel. Der große Nachteil an Nara ist allerdings, dass die Stadt zu sehr von Touristen überlaufen ist. Daher kann ich folgend zwei Städte empfehlen, die weit weniger überrannt sind. Zum einem ist das Osaka und zum anderem ist es Hiroshima. Beide sind Hafenstädte und das man merkt man auch an der Mentalität der Menschen.

Osaka ist das absolute Kontrastprogramm zu Kyoto. Es ist laut und modern in Dotombori und an jeder Straßenecke gibt es Takoyaki, mit Oktopus gefüllte Teigbälle, zu kaufen. Die Stadt ist bekannt für ihren extensiven Weihnachtsschmuck, weshalb ich mich in den nächsten Woche noch einmal auf den Weg dorthin machen werde.

In Hiroshima hatte ich wirklich mal das Gefühl mehr unter Japanern zu sein, als unter Touristen. Zunächst bin ich mit dem weltberühmten Shinkansen gefahren, der zwar mit 174€ für Hin- und Rückweg sehr teuer ist, aber auch einen exzellenten Service bietet in Sachen Pünktlichkeit und Komfort. Für die 400km braucht der Zug gerade einmal 1h und 40 Minuten. Zunächst ging es auf eine der vorgelagerten Inseln, nach Miyajima. Dort steht das Tori (das Tor) und Teile des Shinto Schreins im Wasser. Bei Ebbe kann man gemütlich hier spazieren gehen. Hiroshima ist bis heute durch den Atombombenabwurf geprägt und von der Altstadt ist nichts mehr übrig geblieben. So gehört es zur absoluten Pflicht den Friedenspark mit dem Atombombendom und das Friedensmuseum zu besuchen. Trotz der beklemmenden Geschichte ist die Stadt sehr entspannt und offen und vor allem ist es wunderbar, dass die Stadt über Inseln verteilt ist.

Endlich ist nun auch bei uns der Herbst (Momiji) angekommen und die wunderbaren Ahornblätter haben sich in ein sattes rot verwandelt. Die beste Zeit um nun wandern zu gehen!

Bis bald!

Blick auf Hiroshima von Miyajima
Miyajima
Atombombendom in Hiroshima
Momiji Herbst in Japan
Dotombori in Osaka

Oktober 2018 - Die ersten Wochen in Kyoto

Kamigamo-Schrein
Landestypisches Essen

Schon ein Monat ist vorbei und die Zeit ist natürlich rasend schnell vergangen. Nachdem Taifun Jebi sämtliche Flüge verschoben hat, sind wir alle gut in Kyoto gelandet und haben in der Zwischenzeit schon den nächsten Taifun namens Trami erlebt. Aber auch dies wurde gemeistert und wir können stolz auf uns sein. Momentan haben wir immer noch knapp 30 Grad am Tag, die Sonne scheint und die Luftfeuchtigkeit liegt manchmal bei über 80% und ja als norddeutsche Studentin, die die kühle Brise und eine ordentliche Dusche verträgt, ist das hart.

Meine Kurse habe ich schon belegt, um das Visum zu behalten muss ich mindestens 8 Kurse belegen. Das International Office ist auch knallhart in dieser Hinsicht. Hier wird das Klischee der hart arbeitenden Japaner bestätigt. Viele der Austauschstudenten lernen Japanisch, doch auch ohne signifikante Sprachkenntnisse in dieser Richtung finde ich zu Recht. Ich schlauer Fuchs habe mir einen Circle neben der Uni ausgesucht in dem Japaner Englisch lernen. So komme ich in Kontakt mit den japanischen Studenten und kann gleichzeitig Kontakte knüpfen.

Kyoto ist eine unglaubliche beeindruckende Stadt, das kulturelle Angebot erschlägt einen fast. In der bescheidenen Zeit, die uns zur Verfügung stand, haben wir bisher die typischen Touristenziele abgeklappert und ja Touristen gibt es massenhaft in dieser Stadt. Wir, das sind meine Mitbewohnerin Brooke aus Kanada und noch ein paar andere Studenten, vor allem aus Europa. Einer der Höhepunkte war das Mondfest, das im Kamigamo Schrein gleich um die Ecke bei der Universität gefeiert wurde und wir den Tanz einer Geiko (Geisha) und traditionellen Gesang und Auszüge aus dem Kabuki Theater (mit Masken) bewundern konnten. Bei jeder der Bewegungen der Geiko stockte uns der Atem. Sie trug einen wunderschönen Kimono und auch die Einheimischen konnten natürlich auch nicht von ihren Kameras lassen.

In den nächsten Wochen stehen die ersten Zwischenprüfungen an und noch eine Menge Ziele, die es zu erkunden gilt. Ich freue mich euch bald davon berichten zu können!

Der Stadtteil Gion
Geiko spotting

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