Systemakkreditierung

Qualitätssiegel für die Universität

Die Universität Greifswald ist systemakkreditiert

Die AQAS-Gutachtergruppe überzeugte sich während der zwei Begehungen davon, dass das System der integrierten Qualitätssicherung in Studium und Lehre der Universität Greifswald die Qualität der Studiengänge gewährleistet. Das Zertifikat gilt für sechs Jahre.

Mit der Systemakkreditierung darf die Universität ihr eigenes zertifiziertes internes Prüfverfahren einsetzen. Alle Studiengänge werden akkreditiert, die das universitätsinterne Verfahren zur Qualitätssicherung durchlaufen haben. Dabei sind zwei Arten zu unterscheiden: die Konzeptprüfung bei der Einrichtung neuer Studiengänge und die interne Zertifizierung bestehender Studienangebote nach erfolgreichem Abschluss der externen Fachevaluation.

Die Universität Greifswald gehört somit zu den rund 35 systemakkreditierten Hochschulen - von über 420 Hochschulen in Deutschland.

Aktuelles Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Das System der Akkreditierung wird von Lehrenden häufig als bürokratisch, fremdbestimmt und teuer empfunden. Aber nicht nur in ihrer praktischen Umsetzung ruft die, seit 1998 mit dem "Bologna-Prozess" schrittweise eingeführte Akkreditierung Kritik hervor. Juristen bemängelten die parlamentsgesetzliche Grundlage des Systems. So basiert die Akkreditierung momentan auf einem für die Bundesrepublik Deutschland ungewöhnlichen Zusammenspiel der jeweils einschlägigen Landeshochschulgesetze mit dem Gesetz eines bestimmten Bundeslandes - dem nordrhein-westfälischen Akkreditierungsstiftungsgesetz (AkkStiftG).

Der Kerngehalt des Urteils des Bundesverfassungsgerichts ist unmissverständlich: So steht das "Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG zwar Vorgaben zur Qualitätssicherung von Studienangeboten grundsätzlich nicht entgegen. Wesentliche Entscheidungen zur Akkreditierung darf der Gesetzgeber jedoch nicht weitgehend anderen Akteuren überlassen, sondern muss sie unter Beachtung der Eigenrationalität der Wissenschaft selbst treffen."
Insofern stellt das Bundesverfassungsgericht klar, dass die Qualitätssicherung der Lehre ein Ziel mit Verfassungsrang sei, das Eingriffe in die Wissenschaftsfreiheit prinzipiell rechtfertigen könne. Eine externe Akkreditierungspflicht stoße "im Ausgangspunkt nicht auf verfassungsrechtliche Bedenken". Aus Art. 5 Abs. 3 GG lasse sich kein Recht ableiten, "ausschließlich selbst über Umfang und Inhalt des Lehrangebots zu bestimmen".
Dennoch erachtet das Bundesverfassungsgericht die nordrhein-westfälischen Akkreditierungsbestimmungen mit ihrem schlichten Verweis auf die "geltenden Regelungen" als zu unbestimmt und erklärt sie deshalb für mit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG unvereinbar. Hiernach hat der Gesetzgeber die Rechtstellung der Agenturen, die Einleitung und das Verfahren der Akkreditierung, die Rechtform der Entscheidungen der Agenturen und des Akkreditierungsrates, die Kriterien der Bewertung und die Verteilung der Beurteilungsspielräume zwischen Hochschule und Agentur, den Grad der Bindung der Agenturen und des Akkreditierungsrates an die Voten der Gutachter, die Folgen einer mangelnden Umsetzung von Akkreditierungsauflagen sowie die zeitlichen Intervalle einer Reakkreditierung zu regeln.

Für die Universität Greifswald ergeben sich aus dem Urteil keine Konsequenzen. Die Systemakkreditierung ist weiterhin gültig. Da grundsätzlich alle Studiengänge Gegenstand der hochschulinternen Verfahren der Qualitätssicherung sind, entfallen weitere Akkreditierungspflichten. Grundlage Tätigkeit der Universität ist das Landeshochschulgesetz M-V.

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