Zielstellung

Primäres Ziel der LVE ist es, den Lehrenden ein qualifiziertes, anonymes Feedback zu wichtigen Aspekten der Veranstaltungsqualität zu geben und dadurch kontinuierliche Veränderungsprozesse zu unterstützen (vgl. Hochschulentwicklungsplan 2009). Zur Weiterentwicklung der Veranstaltungsqualität soll dabei auch der Dialog zwischen Studierenden und Lehrenden gefördert werden.

Phasen der Lehrveranstaltungsevaluation

Befragungsmethode

Bei der LVE wird ein Standardfragebogen eingesetzt, der aktuell aus 21 wissenschaftlich fundierten Fragen besteht. Dieser Standardfragebogen orientiert sich am multifaktoriellen Modell der Lehrveranstaltungsqualität und untersucht das Lehrendenverhalten einschließlich der Didaktik, studentische Determinanten und Rahmenbedingungen (Rindermann 2001 a, b). Der Standardfragebogen wird in regelmäßigen Abständen überprüft und ggf. angepasst. Für die verschiedenen Lehrveranstaltungsformen wurde dieser, in Abstimmung mit Instituten und Fachbereichen, um spezifische Fragen ergänzt. Viel Platz wurde für sogenannte offene Fragen gelassen, welche den Studierenden die Möglichkeit geben, Freitextantworten unabhängig von vorgegebenen Antwortformaten zu verfassen. Die Befragung erfolgt vorwiegend papierbasiert, um möglichst viele Studierende direkt zu erreichen.

Auswahl der Veranstaltungsstichprobe

Die im jeweiligen Semester einbezogenen Veranstaltungen werden i. d. R. durch die Verantwortlichen in den Lehreinheiten derart festgelegt, dass Professoren/innen mit einem Lehrdeputat von 8 SWS mit einer Veranstaltung erfasst werden. Wissenschaftliche Mitarbeitende mit einem Lehrdeputat von 4 SWS werden durchschnittlich jedes zweite Semester mit einer Lehrveranstaltung berücksichtigt. Wissenschaftliche Mitarbeitende mit einem Lehrdeputat zwischen 8 und 16 SWS werden mit 1-2 Lehrveranstaltungen je Semester einbezogen. Jede/r Lehrende/r hat zudem die Möglichkeit, zusätzlich eigene Veranstaltungen anzumelden und die Fragebögen selbst auszudrucken und auszuteilen, um sie anschließend an die IQS zu senden (sog. „freiwillige Anmeldung“). Die IQS wertet auch in diesem Fall die LVE aus und schickt die Ergebnisse an den/die Lehrende/n. Ziel ist es, dass nach Ablauf von 2 Semestern jede/r Lehrende wenigstens mit einer Lehrveranstaltung an der zentral organisierten studentischen Lehrveranstaltungsevaluation beteiligt ist. Bei der Auswahl soll zudem berücksichtigt werden, dass zusammengehörige Lehrveranstaltungen – wie bspw. Vorlesung mit Übung – nach Möglichkeit im gleichen Semester evaluiert werden, so dass zunehmend ganze Module und nicht einzelne Personen zum Gegenstand der LVE werden.

Ablauf der Lehrveranstaltungsevaluation

Die Verantwortlichen in den Lehreinheiten halten Rücksprache mit den betreffenden Lehrenden und informieren daraufhin die IQS über die ausgewählten Lehrveranstaltungen, deren Veranstaltungsart, den Ort, den Raum, die Anzahl der teilnehmenden Studierenden und ggf. den bevorzugten Evaluationszeitraum. Die Mitarbeiter/innen der IQS nehmen dann Kontakt mit den einbezogenen Lehrenden auf, um letzte Details zu besprechen. Zum vereinbarten Termin kommen die studentischen Hilfskräfte der IQS in die Lehrveranstaltung, geben eine kurze Einweisung und teilen die Fragebögen aus. Zudem erhält die/der Lehrende auf Wunsch einen Fragebogen, in dem u. a. Angaben zu den Rahmenbedingungen der Veranstaltung gemacht werden können.

Verwendung der Befragungsergebnisse

Nach Abschluss der Befragung erfolgt eine teilautomatisierte Auswertung der Fragebögen mit Hilfe der Evaluationssoftware EvaSys. Um die Ergebnisse besser einordnen zu können, enthält der individuelle Ergebnisreport u. a. Ampelsymbole auf Grundlage des mehrjährigen Mittels sowie eine Vergleichsprofillinie des aktuellen Bewertungsdurchschnitts. Der Bericht wird zeitnah an die Lehrenden verschickt, um den Diskurs mit den Studierenden über mögliche Verbesserungen bzw. Weiterentwicklungen bereits in der nächsten Lehrveranstaltung zu ermöglichen. Die Studierenden haben zudem die Möglichkeit, sich in den Gremien über die anonymisierten Ergebnisse zu informieren und über Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Lehre mitzuentscheiden. Am Ende der Evaluationsperiode erhält der/die, gem. § 93 - LHG M-V gewählte, Studiendekan/in zur Wahrnehmung der mit Lehre und Studium zusammenhängenden Aufgaben Kenntnis der Befragungsergebnisse in Form eines personenbezogenen Berichts auf Skalenebene. So kann sie/er ggf. geeignete Maßnahmen zur Optimierung der Lehre an der Fakultät oder im Einzelfall ableiten. Auf dieses Vorgehen haben sich Rektorat, Dekane, AStA-Vorsitz und Gleichstellungsbeauftragte in der Dienstberatung geeinigt. Hierbei gibt es aber keinen Normwert, ab dem Studiendekane bestimmte Maßnahmen ergreifen sollen. Da sie die Bedingungen und Umstände am besten kennen, entschieden sie mit Augenmaß und in jedem Fall einzeln. Die Ergebnisse der studentischen Lehrveranstaltungsevaluation werden nicht zu Zwecken der Personalführung verwendet. Ergebnisse in anonymisierter und aggregierter Form werden im Rahmen des Berichtswesens der Universität Greifswald hochschulintern veröffentlicht. So wird u. a. ein allgemeiner Bericht für die Hochschulleitung erstellt. Zudem erhalten Institute und Fachschaften anonymisierte Berichte auf Ebene der Lehreinheit.

Rechtliche Grundlagen

Rechtliche Grundlagen für die Durchführung der LVE sind § 3a Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung des Lan-deshochschulgesetzes Mecklenburg-Vorpommerns (LHG M-V) sowie die Evaluationsordnung der Universität Greifswald. Es wurde zudem ein Verfahrensverzeichnis zum Umgang mit den erhobenen personenbezogenen Daten erstellt, indem u. a. sichergestellt wird, dass die erhobenen personenbezogenen Daten außer den Betroffenen selbst ausschließlich der/dem zuständigen Studiendekan/in zur Verfügung gestellt wird. Zudem müssen alle an der Durchführung der LVE beteiligten Personen eine Verpflichtungserklärung gem. § 6 Landesdatenschutzgesetz abgeben.

 

Informationen zur verwendeten Evaluationssoftware EvaSys
www.evasys.de


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