Hochschullehre im digitalen Zeitalter

Als wir 2019 die Jahrestagung des Projekts interStudies_2 unter dem Titel „UPtoDATE: Hochschullehre im digitalen Zeitalter“ veranstalteten, konnten wir nicht im Geringsten ahnen, welche Wellen das Thema digitale Lehre ein Jahr später schlagen würde. Im Jahr 2020 haben sich die Hochschulen aufgrund der COVID19-Pandemie so intensiv wie nie zuvor mit der Digitalisierung auseinandersetzen müssen – innerhalb kürzester Zeit wurde jede Menge geleistet.

In dieser Ausgabe der „Greifswalder Beiträge zur Hochschullehre“ freuen wir uns, eine Auswahl vor allem praxisorientierter Beispiele präsentieren zu können.

Wir hoffen, dass diese Ausgabe Ihnen wieder Impulse für Ihre Lehre gibt und Sie zur Erprobung neuer Formate motiviert. Nach elf Ausgaben, die im Rahmen des Greifswalder QPL-Projektes interStudies in den Jahren 2013–2020 entstanden sind, möchten wir uns an dieser Stelle bei allen herzlich bedanken, die als Autor*innen, Reviewer*innen und Leser*innen mitgewirkt haben.

Die elfte Ausgabe "Greifswalder Beiträge zur Hochschullehre" kann hier heruntergeladen werden:

GBzH Ausgabe 11 "Hochschullehre im digitalen Zeitalter"


Inhaltsverzeichnis

Gute Praxis

Dr. Jana Kiesendahl

Die Digitalisierung in den Hochschulen verändert die Strukturen der Lehr- und Lernorganisation grundlegend.
Neue didaktische Möglichkeiten der Wissensvermittlung gehen einher mit innovativen technischen
Werkzeugen (vgl. Hochschulforum Digitalisierung 2015, 9). Lehrende scheuen oftmals aber noch den Einsatz
digitaler Tools, zum einen, weil sie sich den technischen Herausforderungen nicht gewachsen sehen, zum
anderen, weil sie den zeitlichen Aufwand nicht leisten können, den die Konzeption von digitalen Lehr-
Lernformaten zweifelsohne mit sich bringt. Weiter >>

Christina Raus

Kompetenzorientierung in der medizinischen Ausbildung gilt als Voraussetzung, um Studierende auf die Erfordernisse
des Arztberufes vorzubereite (Masterplan Medizinstudium, 2020; NKLM, 2015). Der folgende Artikel
zeigt Ergebnisse der Evaluation zur Akzeptanz und Zufriedenheit von Studierenden bei der Implementierung
eines neu entwickelten interaktiven praktischen Lehrkonzepts zur Vermittlung von Beratungskompetenzen im
Querschnittsbereich Prävention und Gesundheitsförderung. Weiter >>

Hielke van Nieuwenhuize

In diesem Aufsatz wird das im Sommersemester 2019 organisierte Hauptseminar „Pommern und die Welt“ vorgestellt.
Diese Lehrveranstaltung sollte Geschichtsstudierenden mit digitalen Mitteln die Fähigkeiten, Originalquellen
zu transkribieren sowie diese quellenkritisch und historisch zu interpretieren, anlernen. Das Seminar führte
schließlich zur Verwendung des digitalen Programms Transkribus, das nicht nur in Greifswald, sondern in jedem
Historischen Institut, eine effiziente Betreuung von Quellenarbeiten ermöglichen könnte. Weiter >>

Über den Ryck geschaut

Sarah Stumpf

Der Beitrag stellt die Umsetzung eines Projektseminars in der Deutschdidaktik zur Förderung von medienkompetentem
Handeln im Lehramtsstudium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vor. Konzipiert und
begleitet wurde das Seminar durch das Projekt [D-3] Deutsch Didaktik Digital. Im Rahmen des Projekts werden
Lehr-Lernszenarien entwickelt, erprobt und evaluiert, die zum einen die Medienkompetenz der Studierenden fördern
und zum anderen deren Fähigkeit, diese im Unterricht auch gezielt zu vermitteln. Weiter >>

Nora-Elisabeth Leinen-Peters und Prof. Dr. Christopher Wallbaum

Dieser Beitrag stellt mit dem Analytical Short Film (ASF) ein digital gestütztes Lehr-/Lern- und Forschungsformat
vor, das den Einsatz von Videos in der Lehre um eine weniger rezipierende als vielmehr produzierende Studierendentätigkeit
ergänzt und somit das Feld digitaler Hochschullehre bereichert. Die an der Leipziger Hochschule für
Musik und Theater (HMT) entwickelte Methode wurde ursprünglich für einen internationalen Vergleich von Unterrichtsvideos
entwickelt. Weiter >>

Kathrin Hohlbaum, Dr. Esther Borowski und Prof. Dr. Ingrid Isenhardt

Obwohl sie eines ihrer wichtigsten Arbeitsinstrumente ist, fehlt vielen Lehrenden das Wissen über einen gesunden
und wirkungsvollen Einsatz ihrer eigenen Stimme. Um Hochschullehrenden ein digital unterstütztes Training
ihrer Stimme in einer arbeitsplatzähnlichen Umgebung zu ermöglichen, wird an der RWTH Aachen University
ein Mixed Reality-unterstütztes Stimmtraining entwickelt. Hierbei kommt eine Mixed Reality Umgebung (das
MR-Voice Lab) im Rahmen eines face-to-face Stimmtrainings im Sinne des erfahrungsbasierten Lernzyklus nach
Kolb und Kolb zum Einsatz. Weiter >>

Mathias Magdowski

Im vorgestellten Konzept bekommen alle Studierenden eine eigene, personalisierte bzw. randomisierte ingenieurwissenschaftliche
Aufgabe per E-Mail zugeschickt, können diese lösen und ihre Lösung über ein Lernmanagementsystem
wie Moodle zur Korrektur einreichen. Um den Korrekturaufwand für die Lehrenden zu senken,
begutachten sich die Studierenden dann in einem anonymen Peer-Review-Verfahren anhand einer ebenfalls
personalisierten Musterlösung gegenseitig. Weiter >>


Projektkoordination
BMBF-Projekt interStudies_2
Kristina Lisek
Domstraße 58a
17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 1188
gbzh-schriftenreiheuni-greifswaldde