Über den Ryck geschaut


Digitale Gestaltungsmöglichkeiten der Deutschdidaktik: Ein Praxisbericht des Projektseminars „Social Media im Deutschunterricht“

Sarah Stumpf

Der Beitrag stellt die Umsetzung eines Projektseminars in der Deutschdidaktik zur Förderung von medienkompetentem
Handeln im Lehramtsstudium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vor. Konzipiert und
begleitet wurde das Seminar durch das Projekt [D-3] Deutsch Didaktik Digital. Im Rahmen des Projekts werden
Lehr-Lernszenarien entwickelt, erprobt und evaluiert, die zum einen die Medienkompetenz der Studierenden fördern
und zum anderen deren Fähigkeit, diese im Unterricht auch gezielt zu vermitteln. Das Projekt verbindet
damit in besonderer Weise die Förderung von fachdidaktischen Kompetenzen und digitaler Medienbildung in der
Lehramtsausbildung mit der systematischen Konzeptionierung digitaler Lehr-Lernszenarien und Themenschwerpunkte
in der Sprach-, Medien- und Literaturdidaktik im Fach Deutsch.


ELLI 2 – Mixed Reality-unterstütztes Stimmtraining für Lehrende

Kathrin Hohlbaum, Dr. Esther Borowski und Prof. Dr. Ingrid Isenhardt

Obwohl sie eines ihrer wichtigsten Arbeitsinstrumente ist, fehlt vielen Lehrenden das Wissen über einen gesunden
und wirkungsvollen Einsatz ihrer eigenen Stimme. Um Hochschullehrenden ein digital unterstütztes Training
ihrer Stimme in einer arbeitsplatzähnlichen Umgebung zu ermöglichen, wird an der RWTH Aachen University
ein Mixed Reality-unterstütztes Stimmtraining entwickelt. Hierbei kommt eine Mixed Reality Umgebung (das
MR-Voice Lab) im Rahmen eines face-to-face Stimmtrainings im Sinne des erfahrungsbasierten Lernzyklus nach
Kolb und Kolb zum Einsatz. Ziel ist es, die Potenziale dieser Technik zu nutzen und durch den didaktisch sinnvollen
Einsatz des MR-Voice Labs innerhalb des Seminars eine geschützte und gleichzeitig realitätsnahe Übungsumgebung
zu schaffen. Nicht zuletzt, um vor allem den Transfer von erlernten Methoden aus einem kleinen Seminarraum
heraus in z. B. einen großen Hörsaal zu unterstützen. Dieser Beitrag gibt einen Einblick in die Motivation des
Vorhabens, beschreibt das technische Setup und gibt einen Einblick in die praktische Umsetzung des hybriden
Seminars. Zuletzt werden die Potenziale und Herausforderungen des Einsatzes von Mixed Reality in Rahmen
eines solchen Seminars diskutiert.


Analytische Kurzfilme schneiden als Form digital gestützter Lehre und Forschung

Nora-Elisabeth Leinen-Peters und Prof. Dr. Christopher Wallbaum

Dieser Beitrag stellt mit dem Analytical Short Film (ASF) ein digital gestütztes Lehr-/Lern- und Forschungsformat
vor, das den Einsatz von Videos in der Lehre um eine weniger rezipierende als vielmehr produzierende Studierendentätigkeit
ergänzt und somit das Feld digitaler Hochschullehre bereichert. Die an der Leipziger Hochschule für
Musik und Theater (HMT) entwickelte Methode wurde ursprünglich für einen internationalen Vergleich von Unterrichtsvideos
entwickelt. Der ASF stellt eine Komprimierung einer videographierten Unterrichtsstunde auf einen
2- bis 3-minütigen Kurzfilm dar, wobei sog. Complementary Information, d. h. das Video ergänzende Informationen
zu den Kriterien für das Komprimieren der Videos, schriftlich beigefügt werden.
Zunächst zur Verbesserung der Kommunikation über videographierten (Musik-)Unterricht entwickelt, hat sich der
ASF inzwischen besonders in der Lehrer*innenbildung als eine motivierende und die Reflexionsfähigkeit steigernde
Methode bewährt. Der folgende Beitrag widmet sich nach einer kurzen Darstellung von Form, Funktion und
Gütekriterien den hochschuldidaktischen Einsatzmöglichkeiten und technischen Rahmenbedingungen des ASF
in Lehre und Forschung.


Personalisierbare Aufgaben und anonyme Peer Review in den Grundlagen der Elektrotechnik

Mathias Magdowski

Im vorgestellten Konzept bekommen alle Studierenden eine eigene, personalisierte bzw. randomisierte ingenieurwissenschaftliche
Aufgabe per E-Mail zugeschickt, können diese lösen und ihre Lösung über ein Lernmanagementsystem
wie Moodle zur Korrektur einreichen. Um den Korrekturaufwand für die Lehrenden zu senken,
begutachten sich die Studierenden dann in einem anonymen Peer-Review-Verfahren anhand einer ebenfalls
personalisierten Musterlösung gegenseitig. Das ganze Verfahren läuft automatisiert ab und ist dadurch gut skalierbar.
Gegenüber einfachen Multiple-Choice- oder Zahlenwert- und-Einheit-Aufgaben lassen sich hier auch
der Ansatz und Rechenweg gut bewerten. Das Verfahren wird anhand von Aufgaben und Erfahrungen aus einer
Lehrveranstaltung zu den Grundlagen der Elektrotechnik erklärt.


Kristina Lisek
Projektkoordination
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