Betriebswirtschaftslehre (Diplom)

Betriebswirtschaftslehre (Diplom)

Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) gehört als Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften zu den Gesellschaftswissenschaften. Sie untersucht und erklärt die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen und Funktionen von Unternehmen sowie anderen wirtschaftlich tätigen Institutionen.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät bietet drei Studiengänge mit betriebswirtschaftlicher Ausrichtung an:

  • Diplomstudiengang BWL;
  • Teilstudiengang Wirtschaft im Rahmen des Bachelor of Arts;
  • Masterstudiengang Health Care Management.

Studienablauf
Die Universität bietet ein achtsemestriges Vollstudium der Betriebswirtschaftslehre (inkl. Prüfungen) an, welches sich in ein viersemestriges Grundstudium und ein viersemestriges Hauptstudium gliedert. Für das viersemestrige Grundstudium ist neben den üblichen propädeutischen Klausuren eine Blockprüfung (nach dem vierten Semester) vorgesehen, von der maximal die Hälfte der Prüfungen als sogenannte vorgezogene Fachprüfung (nach Wahl der Studierenden) früher abgelegt werden kann. Die Diplomprüfung ist ebenfalls als Blockprüfung mit fünf Prüfungsfächern vorgesehen, die nach Wahl durch zwei vorgezogene Prüfungen entlastet werden kann. Die Prüfungsordnung sieht sowohl für die Vordiplom- als auch die Diplomprüfung eine Freiversuchsregelung bei Einhaltung der Regelstudienzeit vor.

Grundstudium
Wesentliches Ziel des Grundstudiums ist die Vermittlung von allgemeinen Strukturen wirtschaftswissenschaftlicher Zusammenhänge, des methodischen Instrumentariums und einer systematischen Orientierung, die erforderlich sind, um im Hinblick auf die spätere Berufstätigkeit die Entscheidung über die Ausgestaltung des Hauptstudiums fällen zu können.

Hauptstudium
Das Hauptstudium ist in einer Kombination von Pflichtfächern und Wahlpflichtfächern so angelegt, daß einerseits Spezialisierungen möglich sind, andererseits generalistische Ausbildungsinhalte zum Pflichtinhalt gehören. Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Allgemeine Volkswirtschaftslehre sind für alle Pflicht. Die existierenden Vertiefungsrichtungen für das Hauptstudium sind Produktionswirtschaft, Betriebliche Finanzwirtschaft und Unternehmensbewertung, Marketing, Rechnungswesen, Rechnungswesen und betriebliche Steuerlehre, Personalökonomie, Internationale BWL, Gesundheitsmanagement, Controlling, Unternehmensgründung und -nachfolge, Wachstum/Strukturwandel und Handel, Geld und Währung, Öffentliche Finanzen, Gesundheitsökonomie, Wirtschaftsrecht, Steuerrecht, Kultur-/Landes- und Wirtschaftskunde des Ostseeraumes, Quantitative Methoden und Informationsverarbeitung sowie Psychologie.

Betriebwirtschaftslehre als Teil des Fächerkanons
Die relative "Kleinheit" der Universität hat einen fächer- und fakultätsübergreifenden Ausbildungs- und Forschungsansatz entstehen lassen, der in Deutschland an anderer Stelle so nur selten anzutreffen sein dürfte. Schwerpunkte in einzelnen Fakultäten bestehen an der Universität unter anderem in den Bereichen Medizin, Rechts- und Staatswissenschaften sowie in der Philosophischen Fakultät, an der insbesondere in bezug auf den Ostseeraum ein erhebliches Potential (insbesondere 5 Lehrstühle in den Bereichen Nordistik und Baltistik sowie eine Vielzahl von (Forschungs-) Schwerpunkten in anderen Bereichen) in unterschiedlichen Fachrichtungen existiert.

Studium mit Profil
Die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät – Wirtschaftswissenschaften – bietet auf der einen Seite einen "klassischen" Ausbildungsgang Betriebswirtschaftslehre an. Auf der anderen wird auf der Basis der speziellen Voraussetzungen in Greifswald ein innovatives Ausbildungsprofil etabliert. Dieses fach- und fakultätsübergreifende Profil wird durch zwei Schwerpunkte bzw. Studienrichtungen dargestellt, von denen jeweils eine im Hauptstudium wählbar ist. Im Unterschied zu vielen anderen Universitäten werden die Studierenden in diesen Studienrichtungen verpflichtet

  • einerseits auch im Hauptstudium relevante Teile des Rechts für die gewählte Studienrichtung aus Veranstaltungen der Rechtswissenschaft zu belegen (auch wenn die juristischen Wahlpflichtfächer selbst nicht als Spezialisierung gewählt werden) und
  • andererseits ein Wahlfach mit Lehrinhalten aus einer anderen Fakultät zu studieren (wodurch dem generalistischen Anspruch an die Ausbildung in erheblichem Maße Rechnung getragen wird).

Die angesprochenen zwei profilbildenden Studienrichtungen sind:

Gesundheitswirtschaft

  • Gesundheitsmanagement
  • Gesundheitsökonomie

Internationale Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Ostseeraum

  • Internationale Betriebswirtschaftslehre
  • Landes-, Kultur- und Wirtschaftskunde des Ostseeraums

Greifswald: klein und fein
Betriebswirtschaftslehre in Greifswald zu studieren heißt, in kleinen Arbeitsgruppen und mit direktem Kontakt zu den Dozenten lernen und arbeiten zu können. Das gute Betreuungsverhältnis und eine ausreichende Anzahl von Seminarplätzen bieten gute Voraussetzungen für einen zügigen und erfolgreichen Abschluß des Studiums.

Vielfältige Berufsmöglichkeiten
Die beruflichen Einsatzbereiche von Diplom-Kaufleuten sind weit gefächert: Schwerpunkte liegen in der Planung, Durchführung und Kontrolle kaufmännischer Entscheidungen im weitesten Sinne und in der Analyse, Prüfung und Beratung von Unternehmen und Verwaltungen. Der Aufbau des Studiengangs Betriebswirtschaftslehre zielt daher auf die Befähigung der Absolventen, in der beruflichen Praxis betriebswirtschaftliche Probleme selbständig zu erkennen, Problemlösungen (wissenschaftlich fundiert) zu erarbeiten, Handlungsalternativen vorzuschlagen und gegebenfalls für deren Umsetzung zu sorgen. Dazu soll das Studium neben der fachlichen Komponente auch zur Bildung der Persönlichkeit und zur Erlangung von sozialer Kompetenz beitragen.

Bachelorteilstudiengang Wirtschaft
Der B.A. Teilstudiengang Wirtschaft ist integraler Bestandteil des Bachelor of Arts, der in Zusammenarbeit mit der Philosophischen Fakultät der Universität Greifswald angeboten wird. Der Bachelor of Arts gliedert sich in das Studium von zwei Fachmodulen und eines Moduls "General Studies". Der B.A. „Teilstudiengang Wirtschaft“ beinhaltet eines der beiden Fachmodule. Das Studium des B.A.-Teilstudiengang Wirtschaft erstreckt sich über sechs Semester und umfasst im Pflichtbereich 8 Mikromodule und im Wahlbereich 2 Mikromodule. Die für den erfolgreichen Abschluss des Fachmoduls erforderliche Arbeitsbelastung („work load“) im Pflicht- und Wahlpflichtbereich beträgt insgesamt 1950 Stunden und entspricht 63 ECTS-Punkten.

Das Studium des B.A.-Teilstudiengangs Wirtschaft soll die Studierenden befähigen, betriebs- und/oder volkswirtschaftliche Instrumente auf ökonomische Problemstellungen und Theorien anzuwenden, die Funktionsprinzipien von Märkten und grundlegende ökonomische Theorien zu verstehen, sowie das Zusammenwirken betrieblicher Funktionsbereiche zu erkennen, um adäquate ökonomische Entscheidungen treffen zu können. Im Gegensatz zum Diplomstudiengang Betriebswirtschaftslehre setzt der B.A.-Teilstudiengang Wirtschaft punktuell wirtschaftswissenschaftliche Schwerpunkte setzen. Seine Profilierung besteht deshalb dahingehend, „Generalisten“ in den Geisteswissenschaften mit einer nennenswerten ökonomischen Fundierung auszubilden.

Auch in den „General Studies“ des Bachelor of Arts können Studierende wirtschaftswissenschaftliche Sachverhalte integrieren. Die „General Studies“ umfassen insgesamt 480 Stunden workload und entsprechen 16 ECTS-Punkten. Die in den „General Studies“ integrierten wirtschaftswissenschaftlichen Fächer orientieren sich danach, ob im Wahlbereich des Bachelor of Arts der Studierende bereits Wirtschaft gewählt hat oder nicht. Im ersten Fall handelt es sich bei den in den „General Studies“ angebotenen wirtschaftswissenschaftlichen Veranstaltungen um einführende Vorlesungen. Hat der Studierende im Wahlfach Wirtschaft gewählt, kann er durch Wahl von betriebswirtschaftlichen Vorlesungen aus dem Hauptstudium des Diplomstudiengangs BWL sein Wissen spezifisch vertiefen.

Masterstudiengang Health Care Management

Zielsetzung
Das Gesundheitswesen der Zukunft steht vor enormen Herausforderungen: Die Alterung der Bevölkerung und verbesserte Behandlungsmöglichkeiten infolge des medizinischen Fortschritts implizieren einen wachsenden Bedarf an Gesundheitsleistungen, dem eine teilweise Erosion der Beitragsbasis der sozialen Sicherungssysteme gegenüber steht. Die Lösung erfordert strukturelle Anpassungen, die mit umfassenden Veränderungen der wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verbunden sein werden, unter denen die Betriebe des Gesundheitswesens arbeiten.

Die zunehmende Dynamik und die Komplexität des Gesundheitswesens verlangen eine interdisziplinäre und wirtschaftswissenschaftlich fundierte Ausbildung der Führungskräfte der Krankenkassen, Verbände, Vereinigungen, Altenheime, Krankenhäuser, Arztnetze, Gesundheitshotels und vieler anderer Mitwirkender auf den Gesundheitsmärkten.

Für sie bietet die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald in enger Kooperation mit der medizinischen Fakultät den Aufbaustudiengang „Master of Science in Health Care Management“ (M.Sc. HCM) an.

Zulassungsvoraussetzung
Die Einschreibung zum Masterstudiengang setzt grundsätzlich einen ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss voraus (z. B. Bachelor, Diplom, letztes Staatsexamen).

Studenten der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald haben die Möglichkeit, schon während des Erststudiums am Masterprogramm teilzunehmen. Hierbei können Modulprüfungen bereits abgelegt werden, die Teilnahme an der Abschlussprüfung ist jedoch erst möglich, nachdem ein berufsqualifizierender Abschluss erworben wurde.

Module
Das Studium zum Master of Science in Health Care Management besteht aus den Modulen:

  • Einführung in die Wirtschaftswissenschaften
  • Rechnungs- und Finanzwesen
  • Grundlagen der Medizin (Medizinische Terminologie; Medizinethik)
  • Grundlagen der Public Health (Community Medicine & Public Health; Epidemiologie)
  • Gesundheitsmanagement - Einführung (GM I: Grundlagen; GM II: Finanzierung, Produktion; Proseminar; Übung)
  • Gesundheitsmanagement - Vertiefung (GM III: Output, Logistik, Führung; GM IV: Informationswirtschaft, Betriebsgenetik und Integration, Hauptseminar)
  • Gesundheitsökonomie - Einführung (GÖ I: Grundlagen; GÖ II: Struktur und Steuerung; Übung)
  • Gesundheitsökonomie - Vertiefung (GÖ III: Finanzierung des Gesundheitswesens; Hauptseminar)
  • Allgemeines Wahlpflichtfach

Studium
Das viersemestrige Vollstudium wird nach bestandenen Klausuren, der Masterarbeit und deren Disputation sowie der integrierten Abschlussprüfung mit dem akademischen Grad „Master of Science in Health Care Management (M.Sc. HCM)“ abgeschlossen.

Um einen Praxisbezug zu garantieren, hat der Student während des Studiums ein Praktikum im Umfang von mindestens 12 Wochen zu absolvieren. Zusätzlich ermöglicht das aus dem Fächerkanon der Fakultät frei zu wählende Wahlpflichtfach eine Vertiefung nach individuellem Interesse.

Die Studienordnung sieht die Möglichkeit zur Anrechnung von Vorleistungen vor. Damit kann das Studium auf minimal zwei Semester verkürzt werden.

Einsatzbereiche
Die Einsatzbereiche der Absolventen liegen in der Gestaltung von Gesundheitssystemen und der Führung von Gesundheitsdienstleistern. Das Masterprogramm wendet sich gezielt an Absolventen verschiedener Fachrichtungen, wie an Wirtschaftswissenschaftler, Mediziner, Pharmazeuten, Biologen, Soziologen, Juristen, Theologen sowie an alle übrigen Interessenten, die eine Führungsfunktion in Einrichtungen oder Verbänden des Gesundheitswesens anstreben.

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