Familien-Universität Greifswald

Familien-Universität Greifswald

Spannende Vorlesungen für alle von 12 bis 99 Jahren

19. April, 17:00 Uhr – Susanne Abel, Diplombiologin, Michael Succow Stiftung

17. Mai, 17:00 Uhr – Susanna Misgajski, Leiterin des Prora-Zentrums auf Rügen

7. Juni, 17:00 Uhr – Prof. Dr. h. c. Harry Walte, Slawist, Universität Greifswald

5. Juli, 17:00 Uhr – Prof. Dr. Ralf Schneider, Universität Greifswald

Programm der Familien-Universität Greifswald, Sommersemester 2018

19. April 2018 – 17:00 Uhr

Im öffentlichen Bewusstsein spielen Moore kaum eine Rolle – zu Unrecht, denn sie sind extrem wichtig für den Menschen und die Umwelt! Sie leisten als Kohlenstoffspeicher einen immensen Beitrag zum Klimaschutz. Moore garantieren zudem biologische Vielfalt, liefern Rohsto­ffe, bieten Erholung und vieles mehr – aber nur, wenn sie nass sind. Doch für Landwirtschaft oder Torfabbau werden Moore seit Jahrhunderten trockengelegt. Die Folgen: Die Moorböden zersetzen sich, sacken ab, sind für eine Nutzung verloren und setzen gleichzeitig riesige Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen frei. Durch Wiedervernässung lassen sich Moore renaturieren, beträchtliche Emissionen vermeiden und sogar in einer neuen Form nutzen: Niedermoorpflanzen wie Schilf, Rohrkolben oder Seggen können Rohstoffe für Bau- oder Brennmaterialien liefern. Torfmoose von Hochmooren können einen Ersatz für Torf im Gartenbau liefern. Paludikultur heißt diese nachhaltige Produktion auf nassen Flächen, eine Wortschöpfung aus palus (lat. der Sumpf) und cultura (lat. die Bewirtschaftung). Das Konzept wird seit über zehn Jahren an der Universität Greifswald erforscht. Die Expertise des daraus entstandenen Greifswald Moor ist mittlerweile international bekannt und lebhaft nachgefragt.

Rohrkolben in der Wand oder Torfmoos auf dem Teller? Über nasse Moore & den Klimaschutz

Susanne Abel, Diplombiologin, Michael Succow Stiftung

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Campus Loefflerstraße

7. Juni 2018 – 17:00 Uhr

Unsere Sprache ist voller Rätsel: Warum wiehert der Amtsschimmel? Warum wird das Wetter schön, wenn man seinen Teller fein leer isst? Was hat das Hänseln mit Greifswald zu tun, und welcher Vogel lebte wirklich im Wald bei Greifswald und warum ist der kalte Hund kalt, die Bockwurst aber heiß? Das Verstehen der Sprache setzt zunächst einmal die Kenntnis der realen Hintergründe voraus. Die Aneignung von „symbolischer Kultur“, der Erwerb von Sprachbildlichkeit ist dann ein weiterer Prozess, der sich über einen großen Teil der Kindheit eines Menschen hinzieht oder sich über sein ganzes Leben lang erstrecken kann. Dann kann fast jedes Wort auch bildhaft eingesetzt werden. Sprichwort- und Redensartenbilder sind vieldeutig und laden zu immer neuen Kombinationen ein. Aber zunächst wirken sie nicht selten rätselhaft und verlangen eine Auflösung. So wünscht man jemandem Glück mit der Wendung Hals- und Beinbruch, aber warum denn so etwas Schlimmes? Auch hier ist die Bedeutung nicht wörtlich zu nehmen. Die Vorlesung geht auf unterhaltsame Art Wörtern und Wendungen auf den Grund und zeigt, wie sich unsere Sprache mit „Volkes Stimme“ verändert, erweitert und uns gar nicht so selten hinters Licht führt.

Mobbing, Bockbier & Eisbein – Verblüffendes, Lustiges und Interessantes aus und in unserer Sprache

Prof. Dr. h. c. Harry Walter

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Campus Loefflerstraße

17. Mai 2018 – 17:00 Uhr

Das „KdF-Seebad Rügen“, so der ursprüngliche Name Proras, ging nie in Betrieb. Zwanzigtausend Menschen sollten, nach den Planungen der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF), hier Urlaub machen können. Der Vortrag informiert über das Bauvorhaben, die Bauphase sowie über die Nutzung des unvollendeten Seebades während des Zweiten Weltkrieges. Zugleich erfahren die Vortragsbesucher, wie der NS-Staat das geplante Seebad propagandistisch nutzte, um es als ein Beispiel für die Errungenschaften der NS-Sozialpolitik erscheinen zu lassen. Darüber hinaus wird ein Einblick gegeben, wie ein Urlaub in dem „KdF“-Seebad abgelaufen wäre. Während des gesamten Vortrags werden viele historische Abbildungen gezeigt, die den Vortrag anschaulich untermalen.

Prora – Die Geschichte des geplanten Seebades in der Zeit des Nationalsozialismus (1936-1945)

Susanna Misgajski, Leiterin des Prora-Zentrums auf Rügen

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Campus Loefflerstraße

5. Juli 2018 – 17:00 Uhr

Die Fußball-WM schlägt uns diesen Sommer wieder einmal in ihren Bann. Spannende Spiele und tolle Tore bewegen ganz viele Menschen. Dabei tauchen interessante Fragen auf, die gar nicht so einfach zu beantworten sind. Wie schafft man es, einen Freistoß um die Abwehrmauer herum zu zirkeln? Was ist das Geheimnis von Bananenflanken? Und warum sind die weitesten Einwürfe erstaunlich flach? Warum kann es Flatterbälle geben und wovon hängen diese ab? Was ist die ideale Zahl von Spielern um die Attraktivität zu optimieren? Antworten auf diese Fragen sind nur durch Analyse der beteiligten physikalischen Effekte unter Nutzung der Physikgesetze möglich, da auch im Fußball – wie überall im Sport – diese Gesetze wirken. Als Beispiele seien Begriffe wie Geschwindigkeit, kinetische Energie und Kraft genannt. Die Sportler nutzen – wenn auch meist unbewusst – die physikalischen Gesetzmäßigkeiten aus. Physikalische Konzepte und Gesetze – wie Energieerhaltung, Hebelgesetze, Newton‘sche Axiome, Impuls- und Drehimpulserhaltung – sowie Aerodynamik spielen auch im Fußball eine wichtige Rolle.

Fußball-WM – Ohne Physik keine Erfolge: Warum der Sport die Physik braucht

Prof. Dr. Ralf Schneider

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Campus Loefflerstraße

Universales Lernen für alle Generationen

Im Frühjahr 2008 kam das Mehrgenerationenhaus Greifswald – Bürgerhafen auf die Universität Greifswald mit der Idee einer Bildungsinitiative zu. Dort traf die Idee einer Familien-Universität auf offene Ohren. Die Universität übernahm in enger Kooperation mit dem Bürgerhafen die Organisation der Vorlesungen und stellte Räume zur Verfügung. Die Familien-Universität wird gut angenommen. Der Eintritt zu allen Vorträgen ist frei.

Presse- und Informationsstelle
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17489 Greifswald
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