Universität im Rathaus

Universität im Rathaus

Portrait Prof. Dr. Jan Koernert, Foto: Till Junker
Portrait Prof. Dr. Matthias Heckmann, Foto: Magnus Schult
Portrait Prof. Dr. Sebastian Domsch, Foto: Till Junker
Prof. Dr. Christfried Böttrich, Foto: Magnus Schult
Prof. Dr. Ralf Schneider, Foto: Till Junker

Programm der Universität im Rathaus für das Wintersemester 2018/2019

Portrait Prof. Dr. Jan Koernert, Foto: Till Junker
15. Oktober 2018, 17:00 Uhr

Die baltischen Banken befinden sich mehrheitlich in den Händen ausländischer Investoren. Durch ihren Anteilsbesitz erlangen diese Investoren Macht und zwar nicht nur in den Banken-, sondern auch in den Wirtschafts- und Politiksystemen des Baltikums. Diese Macht ließe sich auf die gesamte EU ausdehnen. Der im März 2018 von einem Geldwäsche-Skandal ausgelöste Zusammenbruch einer der größten lettischen Banken, der ABLV, lieferte hierzu einen Vorgeschmack. Jan Körnert erläutert in seinem Vortrag die Zusammenhänge.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Jan Körnert
Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Bereich Wirtschaftswissenschaften
Friedrich-Loeffler-Straße 70, 17489 Greifswald
Telefon 03834 420 2485
koernert@uni-greifswald.de

Banken im Baltikum als Einfallstor unliebsamer Investoren?

Prof. Dr. Jan Körnert (Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät)

29. Oktober 2018, 17:00 Uhr

Eine Schwangerschaft dauert 40 Wochen. Kommt das Neugeborene vor 37 Wochen zur Welt, nennt man es nach Definition ein Frühgeborenes. Zu früh geboren umfasst jedoch ein sehr großes Spektrum. Man unterscheidet „späte Frühgeborene“ (late preterms), die nur wenige Wochen zu früh geboren werden von extrem unreifen Frühgeborenen, die zum Beispiel schon nach 24 Schwangerschaftswochen, also vier Monate zu früh geboren werden. Auch am Geburtsgewicht erkennt man schnell, dass es große (beispielsweise 2500 g und sechs Wochen zu früh) und keine Frühgeborene (beispielsweise 600 g und 16 Wochen zu früh) gibt. Der Vortrag umspannt dieses Spektrum von der Grenze zur Überlebensfähigkeit mit seinen medizinischen und ethischen Problemen bis hin zum „großem“ Frühgeborenem, das wie ein reifes Neugeborenes einfach nach der Geburt nach Hause darf.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Matthias Heckmann
Universitätsmedizin
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Ferdinand-Sauerbruch-Straße, 17475 Greifswald
Telefon 03834 86 6421
matthias.heckmann@uni-greifswald.de

Große und kleine Frühgeborene

Prof. Dr. Matthias Heckmann (Universitätsmedizin)

Portrait Prof. Dr. Sebastian Domsch, Foto: Till Junker
26. November 2018, 17:00 Uhr

Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war geprägt durch die zunehmend radikale „postmoderne“ Skepsis an zentralen Konzepten der Aufklärung wie Objektivität, Wahrheit oder der Unterscheidbarkeit von Fakt und Fiktion. Kritiker und Künstler wie Jean Baudrillard, Jacques Derrida, Don DeLillo oder Thomas Pynchon entwarfen Theorien und Szenarien einer Welt, in der Authentizität längst hinter Simulakren verschwunden ist und Wahrheit hinter Paranoia, in der Inhalte vom Spektakel abgelöst werden, und Bedeutung unendlich dekonstruierbar ist.

Dieser Vortrag unternimmt den Versuch, das soziokulturelle und mediale Phänomen der Präsidentschaft von Donald Trump auf seine Beziehung zur Postmoderne hin zu untersuchen. Haben die Zerstörer des Logozentrismus überhaupt erst den Boden bereitet für dieses jedem Wirklichkeitsbezug enthobene „Reality“-TV-Spektakel, das der Präsident und seine Anhänger quer durch alle Medien inszenieren, mitsamt alternativen Fakten und Fake News? Oder ist die Postmoderne der Schlüssel zu einem adäquaten Verständnis, das erst eine wirkungsvolle Gegenwehr ermöglicht?

Ansprechpartner
Prof. Dr. Sebastian Domsch
Institut für Anglistik und Amerikanistik
Steinbeckerstraße 15, 17489 Greifswald
Telefon 03834 420 3358
sebastian.domsch@uni-greifswald.de

Donald Trump und die Rache der Postmoderne

Prof. Dr. Sebastian Domsch (Philosophische Fakultät)

Prof. Dr. Christfried Böttrich, Foto: Magnus Schult
10. Dezember 2018, 17:00 Uhr

Zwischen 1706 und 1708 richtete der Greifswald Theologieprofessor und Generalsuperintendent von Schwedisch-Pommern, Johann Friedrich Meyer, in seinem Haus Domstraße 14 eine für Lehrzwecke bestimmte Synagoge ein. Diese Installation war zugleich Teil seiner umfangreichen Bibliothek. Nach Mayers Tod 1712 gelangte die „Synagoge“ auf abenteuerlichen Wegen über Leipzig nach Dresden, wo sie bis 1836 im Wallpavillon des Dresdner Zwingers als Teil eines „Juden-Cabinets“ zu sehen war. Danach verlieren sich ihre Spuren. Als einziges Relikt ist ein kleiner Traktat über diese Lehrsynagoge übriggeblieben, der in drei Auflagen erschien und eine detaillierte Beschreibung der Einrichtung enthält. Umfang und Bedeutung dieser Lehrsynagoge lassen sich dadurch noch gut rekonstruieren. Der Vortrag soll die „Meyersche Synagoge“ anhand eine Reihe von Bildern wieder vor Augen führen.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Christfried Böttrich
Theologische Fakultät
Lehrstuhl für Neues Testament
Am Rubenowplatz 2/3, 17489 Greifswald
Telefon 03834 420 2507
chr.boettrich@uni-greifswald.de

 

Eine Lehrsynagoge in der Domstraße 14 – Christen und Juden in Greifswald zu Beginn des 18. Jahrhunderts

Prof. Dr. Christfried Böttrich (Theologische Fakultät)

Prof. Dr. Ralf Schneider, Foto: Till Junker
7. Januar 2019, 17:00 Uhr

Die Computersimulation schafft virtuelle Welten, die als neues Werkzeug das Verständnis für Vorgänge in Natur und Technik erleichtern. Doch wie entstehen Simulationen? Was braucht man dafür? Und wozu verwendet man sie? Der Vortrag geht auf diese Fragen für unterschiedliche eigene Simulationsprojekte ein. Aus der Physik werden Arbeiten zur Energieforschung und Ionentriebwerken für die Raumfahrt vorgestellt. In der Geologie ermöglichen Modelle die Veränderung der Küsten in MV zu beschreiben. Für die Sportwissenschaft kann man Auswirkungen geplanter Regeländerungen vorhersagen, etwa für Tischtennis. Aber auch in der Philosophie gibt es Möglichkeiten zum Einsatz von Simulationen, etwa bei der Entwicklung von Ethikmodulen beispielsweise für selbstfahrende Autos.

Die Möglichkeit des digitalen Labors schafft neue Chancen für die Wissenschaft, da Experimente oft viel zu gefährlich, zu teuer, schwer durchzuführen oder gar ethisch nicht vertretbar sind. Damit etabliert sich diese Arbeitsrichtung als dritte Säule neben Experiment und Theorie. Dabei ist die Simulation gleichzeitig auch verbindendes Element zwischen diesen beiden, da sie die in der Theorie formulierten Gleichungen numerisch bearbeitet und löst, und das insbesondere für Fälle, die nicht mehr analytisch lösbar sind, so dass auch ein realistischer Vergleich mit dem Experiment möglich wird.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Ralf Schneider
Institut für Physik | Universitätsrechenzentrum
Felix-Hausdorff-Straße 12, 17489 Greifswald
Telefon 03834 420 1400
schneider@uni-greifswald.de

Digitalisierung in der Wissenschaft – Durch Computersimulationen die Welt besser verstehen

Prof. Dr. Ralf Schneider (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)

Am 15. Oktober 2018 startet die beliebte Vorlesungsreihe „Universität im Rathaus“ ins Wintersemester. Der Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Dr. Stefan Fassbinder, und der Organisator der Vortragsreihe, Prof. Dr. Matthias Schneider, werden gemeinsam mit dem ersten Referenten Prof. Dr. Jan Körnert das Wintersemester eröffnen. 

Die etwa einstündigen Vorträge finden im Bürgerschaftssaal des Rathauses (Am Markt) statt und sind für Rollstuhlfahrer erreichbar. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei, eine vorherige Anmeldung nicht erforderlich. 

Über die Universität im Rathaus

Die Vortragsreihe „Universität im Rathaus“ stärkt die Verbundenheit zwischen der Universität Greifswald und der Bevölkerung in Stadt und Umland. Die Reihe wird gemeinsam von Stadt und Universität organisiert.

Greifswalder Wissenschaftler stellen ihre Forschungen und ihre Forschungsergebnisse so der breiten Öffentlichkeit vor. Die Professoren treten ohne Honorar auf, die Stadt stellt den Bürgerschaftssaal mietfrei zur Verfügung. Somit muss kein Eintritt verlangt werden, obwohl hochkarätige Referenten gewonnen werden konnten.

Dass die Vorträge im Rathaus und nicht in der Universität stattfinden, gehört zum Konzept. Damit soll ein breites Publikum erreicht werden. Aus diesem Grund ist es auch das Anliegen der Referenten, ihr Fachwissen für alle verständlich zu vermitteln.


Presse- und Informationsstelle
Domstraße 11, Eingang 1
17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 1150
pressestelle@uni-greifswald.de

Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Amt für Bildung, Kultur und Sport
Abteilung Kultur
Goethestraße 2 A
17489 Greifswald
Telefon +49 3834 8536 2101
kultur@greifswald.de