Universität im Rathaus

Universität im Rathaus

Portrait Prof. Dr. Matthias Millard
Prof. Dr. Stefan Harrendorf - Foto: Kilian Dorner
Agnes Floel - Foto: Universitätsmedizin
Prof. Dr. Guenther - Foto: Magnus Schult
Prof. Dr. Michael Astroh - Foto: Till Junker

Programm der Universität im Rathaus für das Sommersemester 2018

Portrait Prof. Dr. Matthias Millard – Foto: Till Junker
11. Juni 2018, 17:00 Uhr

Das Gebot der Nächstenliebe gehört zu den bekanntesten Texten der Bibel überhaupt. Schon im Neuen Testament kann es gemeinsam mit dem Gebot der Gottesliebe zum größten Gebot der Bibel erklärt werden (Mt 22,37f p). Auch für Paulus ist es eine Zusammenfassung von Geboten (Röm 13,9). Doch was bedeutet es genau? Schließt es die Feindesliebe ein oder erfordert es den Hass der Feinde, wie es in Mt 5,43 unterstellt scheint? Kann man sich mit so hehren Zielen vor der konkreten Aufgabe drücken, wie es das Gleichnis vom barmherzigen Samariter voraussetzt (Lk 10)?

Die neutestamentliche Wirkungsgeschichte ist Teil einer innerjüdischen Diskussion zu diesem alttestamentlichen Gebot. Der Schwerpunkt dieses Vortrages soll in der biblischen Rekonstruktion dieses alttestamentlichen Gebotes liegen und im Nachzeichnen seiner jüdischen Wirkungsgeschichte. Da das Alte Testament bzw. die Jüdische Bibel eine doppelte Nachgeschichte im Judentum und im Christentum hat, bleibt eine rein innerchristliche Betrachtung immer defizitär.

Die Theologische Fakultät Greifswald hat insofern das Fach Jüdische Studien als eigenes Teilfach etabliert. Sie ist aber eine der wenigen Einrichtungen überhaupt, in der dieses Fach – sachlich völlig zu Recht – besonders eng  mit der Erforschung des Alten Testaments verknüpft ist.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Matthias Millard
Theologische Fakultät
Am Rubenowplatz 2/3, 17489 Greifswald
matthias.millard(at)uni-greifswald(dot)de

„Liebe Deinen Nächsten, Dir gleich“ (Lev. 19, 18, nach Martin Buber). Zur Bedeutung jüdischer Tradition für die Erforschung des Alten Testaments

Prof. Dr. Matthias Millard (Theologische Fakultät)

Portrait Prof. Dr. Stefan Harrendorf – Foto: Kilian Dorner
18. Juni 2018, 17:00 Uhr

Nachdem es über Jahre so schien, als sei die wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte um (weitere) Entkriminalisierungen im Strafrecht nach den großen Reformen der 1960er und 1970er Jahre endgültig zum Erliegen gekommen, werden in jüngster Zeit wieder zunehmend Forderungen nach Entkriminalisierung in einzelnen Delinquenzbereichen laut. Diese fokussieren vor allem auf den Bereich des Betäubungsmittelstrafrechts und dort auf den Besitz und Erwerb von Cannabis zum Eigenkonsum. Doch auch im Bereich der Beförderungserschleichung, d.h. der Nutzung insbesondere von Zügen, S-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen ohne gültiges Ticket – üblicherweise als „Schwarzfahren“ bezeichnet –, gibt es eine öffentliche Debatte um eine mögliche Entkriminalisierung. Weniger im Fokus von derartigen Überlegungen stehen derzeit Urheberrechtsverletzungen, insbesondere durch illegales Herunterladen und Streamen von Filmen oder Musiktiteln im Internet, obwohl gerade hier der Schutz durch das Strafrecht aus empirischer Sicht nur ein scheinbarer ist, zeigt doch ein Blick in die Statistik, dass sich derartige Verstöße zwar zuhauf ereignen, strafrechtlich aber praktisch unsanktioniert bleiben. Vor diesem Hintergrund will sich der Vortrag mit der Frage befassen, ob unter Berücksichtigung rechtlicher Wertungen und empirischer Erkenntnisse Schwarzfahren, illegale Downloads und Streams sowie Besitz und Erwerb von Drogen zum Eigenkonsum Strafe verdienen oder ob sie besser entkriminalisiert werden sollten. Es wird auch erörtert, inwiefern für diese Delikte als Alternative zum Strafrecht eine Lösung im Ordnungswidrigkeitenrecht in Betracht käme.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Stefan Harrendorf
Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Bereich Rechtswissenschaft
Domstraße 20, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 2138
stefan.harrendorf(at)uni-greifswald(dot)de

Bagatelldelinquenz entkriminalisieren? Überlegungen am Beispiel von Schwarzfahren, illegalen Downloads und Drogenbesitz im Eigenkonsum

Prof. Dr. Stefan Harrendorf (Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät)

Portrait Prof. Dr. Michael Astroh – Foto: Till Junker
25. Juni 2018, 17:00 Uhr

Philosophisches Nachdenken versucht unter anderem auf die Frage zu antworten, ob und, falls ja, in welcher Weise sich Maßstäbe finden lassen, die allgemein verbindlich sind. Der Vortrag nähert sich dieser Frage von den Gründen her, die sie berechtigen. Sie liegen in Schwierigkeiten, die das gemeinsame Leben erheblich behindern. So wird der Vortrag eine Reihe von unvermeidlichen Problem des menschlichen Alltags unterscheiden, um aus ihnen den Ansatz zu einer Aufklärung des Menschen über sich selbst und seine Lage zu gewinnen. In erster Linie sollen sachliche Schwierigkeit von solchen Problemen unterschieden werden, die sich aus Irrtum, Täuschung und Fremde ergeben, um in einem zweiten Schritt ethische Fragestellungen als solche in Augenschein nehmen zu können.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Michael Astroh
Philosophische Fakultät
Institut für Philosophie
Baderstraße 6/7, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3472
astroh(at)uni-greifswald(dot)de

Lebensweltliche Motivation philosophischen Denkens

Prof. Dr. Michael Astroh (Philosophische Fakultät)

Portrait Agnes Flöel
9. Juli 2018, 17:00 Uhr

Für Patienten mit Alzheimer-Demenz gibt es bis heute keine kausale Therapie, die die Betroffenen sicher heilen kann. Da die Demenz eine altersassoziierte Erkrankung ist, und die Zahl älterer Menschen steigt, wird daher für die kommenden Jahre und Jahrzehnte ein dramatischer Anstieg der Zahl der Demenzen prognostiziert. Diese Sichtweise ist aber wahrscheinlich zu pessimistisch. Denn die Schwierigkeiten bei der Identifizierung kausaler Therapien bedeuten keineswegs, dass wir der Erkrankung hilflos gegenüberstehen. Nach aktuellen Erkenntnissen gibt es einen engen Zusammenhang zwischen der chronischen Hirnerkrankung und Risikofaktoren, die das Auftreten der Erkrankung begünstigen und die wir beeinflussen können.

Unter dem Motto  „Geistig fit auch im hohen Alter – was können wir tun?“ werden zunächst die Grundlagen des Alterungsprozesses im Gehirn dargestellt. Anschließend wird aufgezeigt, wie sich im Alter durch Lebensstiländerungen und nicht-invasive Hirnstimulation die neuronalen Verbindungen im Gehirn stärken lassen und damit möglicherweise kognitive Funktionen länger erhalten bleiben.

Ansprechpartnerin
Prof. Dr. Agnes Flöel
Universitätsmedizin Greifswald
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Ferdinand-Sauerbruch-Straße, 17475 Greifswald
Telefon +49 3834 86 6800
agnes.floeel(at)uni-greifswald(dot)de

Geistig fit im hohen Alter – Was können wir tun?

Prof. Dr. Agnes Flöel (Universitätsmedizin Greifswald)

Portrait Sebastian Günther – Foto: Magnus Schult
16. Juli 2018, 17:00 Uhr

Multiresistente Erreger werden zunehmend nicht nur in der Human- und Veterinärmedizin, sondern auch in der Umwelt – so zum Beispiel in Wildvögeln oder Wasserproben – nachgewiesen. Das Vorkommen in der Umwelt verdeutlicht, dass die zunehmende Bedrohung der Gesundheit von Mensch und Tier durch Infektionskrankheiten nur in einem One Health Ansatz zu begegnen ist, der den Umweltbereich mit einbezieht. Da es sich bei den in der Umwelt vorkommenden multiresistenten Stämmen um exakt die Gleichen handelt, die in den Kliniken für Infektionen sorgen, ergeben sich zahlreiche offene epidemiologische Fragestellungen zum Vorkommen und zur Übertragung von multiresistenten Keimen aus der Umwelt auf Menschen oder Haus- und Nutztiere und umgekehrt. Daneben sind die molekularen Grundlagen für den Erfolg dieser Stämme außerhalb der Klinik noch nicht geklärt, bieten aber in ihrer Erforschung die Möglichkeit, neue Angriffspunkte für Wirkstoffe zu liefern, um der Bedrohung durch multiresistente Keime entgegenzuwirken. Im Rahmen des Vortrages sollen zunächst die Grundlagen der Verbreitung von antimikrobieller Resistenz erläutert werden, um danach den Fokus auf die aktuelle Forschung im Institut für Pharmazie zum Vorkommen von multiresistenten Stämmen in Wildvögel und Ratten in Deutschland aber auch in Asien und Afrika zu legen. Abschließend soll aufgezeigt werden, wie Erkenntnisse zu den molekularen Grundlagen des Erfolges von multiresistenten Stämmen in der Umwelt in neue Therapien umgesetzt werden sollen.        

Ansprechpartner
Prof. Dr. Sebastian Günther
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Institut für Pharmazie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 17, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 4900
sebastian.guenther(at)uni-greifswald(dot)de

Warum finden wir multiresistente Keime in der Umwelt?

Prof. Dr. Sebastian Günther (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)

Am 11. Juni 2018 startet wieder die beliebte Vorlesungsreihe „Universität im Rathaus“. Der Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Dr. Stefan Fassbinder, und der Organisator der Vortragsreihe, Prof. Dr. Matthias Schneider, werden gemeinsam mit dem ersten Referenten Prof. Dr. Matthias Millard das Sommersemester eröffnen. 

Die etwa einstündigen Vorträge finden im Bürgerschaftssaal des Rathauses (Am Markt) statt und sind für Rollstuhlfahrer erreichbar. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei, eine vorherige Anmeldung nicht erforderlich. 

Über die Universität im Rathaus

Die Vortragsreihe „Universität im Rathaus“ stärkt die Verbundenheit zwischen der Universität Greifswald und der Bevölkerung in Stadt und Umland. Die Reihe wird gemeinsam von Stadt und Universität organisiert.

Greifswalder Wissenschaftler stellen ihre Forschungen und ihre Forschungsergebnisse so der breiten Öffentlichkeit vor. Die Professoren treten ohne Honorar auf, die Stadt stellt den Bürgerschaftssaal mietfrei zur Verfügung. Somit muss kein Eintritt verlangt werden, obwohl hochkarätige Referenten gewonnen werden konnten.

Dass die Vorträge im Rathaus und nicht in der Universität stattfinden, gehört zum Konzept. Damit soll ein breites Publikum erreicht werden. Aus diesem Grund ist es auch das Anliegen der Referenten, ihr Fachwissen für alle verständlich zu vermitteln.


Presse- und Informationsstelle
Domstraße 11, Eingang 1
17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 1150
pressestelle(at)uni-greifswald(dot)de

Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Amt für Bildung, Kultur und Sport
Abteilung Kultur
Goethestraße 2 A
17489 Greifswald
Telefon +49 3834 8536 2101
kultur(at)greifswald(dot)de