Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu nachzuholenden Prüfungen

Die nachfolgenden Informationen sind allgemeiner Art und aus der Rahmenprüfungsordnung vom 31.01.2012 (RPO) entnommen und sind daher nur für Studiengänge anzuwenden, für die auch die Rahmenprüfungsordnung Anwendung findet. Sie entbinden weder die Studierenden noch die Prüfer*innen von den Mitwirkungspflichten, wie z. B. dem Lesen der einschlägigen Prüfungs- und Studienordnungen.

1. Welche Prüfungen dürfen stattfinden?

Gemäß § 2a RPO entscheidet das Rektorat abstrakt darüber, welche Prüfungen in Fällen höherer Gewalt stattfinden sollen. Nach Anhörung der Dekane und des Vorsitzenden des Senats gem. § 2a Absatz 4 Satz 1 der Rahmenprüfungsordnung  hat das Rektorat am 21.04.2020 dazu folgenden Beschluss gefasst:

„Es wird festgestellt, dass die aktuelle Corona-Pandemie als Fall höherer Gewalt i.S.v. § 2a Absatz 1 Satz 1 der Rahmenprüfungsordnung gilt. Die seit dem 16.03.2020 ausgefallenen Prüfungen des Wintersemesters 2019/20 sollten zeitnah, möglichst bis zum regulären nächsten Prüfungszeitraum nachgeholt werden. Für die Prüfungen des Sommersemesters 2020 kann, soweit sie aufgrund der Corona-Pandemie nicht ordnungsgemäß, insbesondere fristgemäß, durchgeführt werden können,  von den Vorschriften der Rahmenprüfungsordnung und der jeweiligen Fachprüfungsordnung zu Art, Umfang und zeitlicher Lage der Prüfungen abgewichen werden. Aufgrund der Corona-Epidemie ev. ausfallende Prüfungen des Sommersemesters 2020 sind zeitnah, möglichst bis zum regulären nächsten Prüfungszeitraum, nachzuholen.“

2. Werden alle Prüfungen zeitnah nachgeholt?

Vorrangig sollten zunächst Prüfungen nachgeholt werden, deren Bestehen für den Abschluss eines Studiengangs der Studierenden notwendig sind (z.B. Fachmodulprüfungen, modulübergreifende Abschlussprüfungen, Verteidigungen von Abschlussarbeiten), dann auch die regulären Modulprüfungen.

Es wird jedoch auch Prüfungen geben, die aufgrund ihrer Art oder wegen der Anzahl der Teilnehmer nicht zeitnah nachgeholt werden können. Diese Prüfungen werden dann erst wieder im regulären nächsten Prüfungszeitraum (vorauss. im Sommersemester 2020 ab Juli) stattfinden.

3. Dürfen auch Klausuren stattfinden, wenn der Mindestabstand zwischen 2 Personen eingehalten wird und ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung steht?

Update 17.04.2020: Prüfungen sollten ab dem 20. April weiterhin möglichst in digitalen Formaten durchgeführt werden. Unter strikter Beachtung der jeweils geltenden Regeln der Kontaktsperre können Prüfungen nunmehr auch wieder physisch abgenommen werden.

Bei den Präsenzprüfungen sind die Prüfungsteilnehmenden über den Datenschutz zu belehren (Informationsblatt) und müssen zudem Kontaktdaten schriftlich hinterlegen, damit im Falle einer Infektion schell und sicher Kontaktpersonen ermittelt werden können.

4. Unter welchen Umständen kann eine schriftliche in eine mündliche Prüfung umgewandelt werden und wer entscheidet das?

Kann das Qualifikationsziel einer Prüfung auch mit einer anderen Art der Prüfung erreicht werden, so ist es derzeit ausnahmsweise möglich die Art der Prüfung zu ändern und von den Vorschriften der geltenden Fachprüfungsordnung abzuweichen. So könnte beispielsweise eine Klausur in eine mündliche Prüfung per Videokonferenz umgewandelt werden. Darüber entscheidet der jeweils zuständige Prüfungsausschuss des Studiengangs.

5. Wie erfahren die Studierenden davon?

Prüfungstermine werden - wie bisher auch - im Selbstbedienungsportal (Kategorie: angemeldete Prüfungen) veröffentlicht. Jeder Studierende ist verpflichtet, die Daten regelmäßig zu kontrollieren.

Entscheidet der Prüfungsausschuss daher eine Prüfung nachzuholen, so informiert er das Prüfungsamt, welches den Termin wiederum im Selbstbedienungsportal veröffentlicht. Dabei muss sichergestellt sein, dass die Studierenden mindestens 2 Wochen vor dem Nachholtermin von dem Nachholtermin Kenntnis erlangen können.

6. Bleiben die Anmeldungen für die ausgefallen Prüfungen des Wintersemesters 2019/20 bestehen oder müssen sich die Studierenden bei Nachholung erneut anmelden?

Die Anmeldungen zu Prüfungen aus dem Wintersemester 2019/20 bleiben bestehen. Eine erneute Anmeldung zur Nachholprüfung ist nicht notwendig.

7. Darf eine Prüfung jetzt auch elektronisch per Skype stattfinden?

Eine mündliche Prüfung darf jetzt ausnahmsweise auch per Videokonferenz stattfinden, soweit die Identität des Prüflings zweifelsfrei festgestellt ist. Die Software Skype soll jedoch nicht verwendet werden, da diesbezüglich erhebliche Bedenken im Hinblick auf den Datenschutz bestehen.

Das URZ wird zeitnah eine universitätsinterne Software-Lösung anbieten.

8. Darf eine Prüfung, die als Video- oder als Telefonkonferenz stattfindet, aufgezeichnet werden?

Nein. Es ist nicht gestattet,  Bild- und/oder Tonaufzeichnungen oder sonstige Aufzeichnungen jeder Art von Prüfungen, Auswahl-, Vorstellungs- oder Berufungsgesprächen anzufertigen. Die Prüflinge sind zu Beginn solcher Gespräche, die als Video- oder Telefonkonferenz durchgeführt werden, aktenkundig darüber zu belehren, dass es nicht gestattet ist, Bild- und/oder Tonaufzeichnungen anzufertigen.  Heimlich und damit in rechtswidriger Weise gefertigte Aufzeichnungen von Gesprächen aller Art stellen zum einen strafbare Handlungen und zum anderen Verletzungen von Persönlichkeitsrechten dar.

10. Ist ein extra Moderator, der die technischen Dinge überwacht, erlaubt oder müssen die Prüfer/Beisitzer die technische Sicherstellung selbst leisten.

In der Regel ist der Beisitzer für den ordnungsgemäßen Ablauf der Prüfung zuständig, daran ändert sich auch bei Durchführung einer elektronischen Prüfung nichts.

11. Können Prüfungen auch ohne Einhaltung der Ladungsfristen (falls nötig) im Einvernehmen aller Beteiligten anberaumt werden?

An sich sind Ladungsfristen zum Schutz der Studierenden unverzichtbar. Hat ein Studierender es jedoch sehr eilig und beantragt von sich aus den Verzicht auf eine Ladungsfrist, wäre das ausnahmsweise möglich, soweit die sonstigen Vorschriften zur Anzahl der Prüfer u.ä. eingehalten werden können und auch die Prüfer dem zustimmen.

12. Was passiert, wenn ein Studierender keine ausreichende technische Ausstattung hat, um an der elektronischen Nachholprüfung teilzunehmen?

Wird die Art der Prüfung geändert oder soll eine Prüfung elektronisch nachgeholt werden, steht den Studierenden kurzfristig ein außerordentliches Rücktrittsrecht zu. Dazu werden bitte alle Studierenden zwecks Rücktritt an das Prüfungsamt verwiesen.

13. Wie ist es rechtlich geregelt, wenn Studierende z.B. keine Möglichkeit haben, ein Online-Angebot für die Lehre wahrzunehmen. Den Studierenden sollen ja keine Nachteile entstehen. Was muss da beachtet werden?

In der Tat soll den Studierenden keine Nachteile entstehen. Bietet ein Institut also Lehrveranstaltungen digital an und bestehen für Studierende keine oder nur eingeschränkte technische Möglichkeiten daran teilzunehmen, so mögen die Studierenden bitte an das Prüfungsamt verwiesen werden. Hier liegt dann ein vom Studierenden nicht zu vertretender Grund zur Überschreitung von Fristen gemäß § 38 Abs. 1 RPO vor.

Wenn Studierende aufgrund des späten Beginns der Lehrveranstaltungen, der zunächst ab 20.04. erfolgenden digitalen Lehre oder ausfallender Lehrveranstaltungen Probleme mit dem Studium haben, können sich diese an das Studierendensekretariat wenden und ausnahmsweise jetzt noch bis 08.05.2020 einen Antrag auf Beurlaubung vom Sommersemester 2020 nach § 20 Immatrikulationsordnung stellen. Es wird empfohlen zuvor eine Beratung durch die Mitarbeiter des Studierendensekretariats oder der Studienberatung in Anspruch zu nehmen, um die Vor- und Nachteile einer solchen Beurlaubung zu erfahren.