Geschichte

Die Gründung des Gartens geht auf das Jahr 1763 zurück. Damals wurde er zwischen Collegien­gebäude (heute Universitäts­haupt­gebäude) und Stadt­mauer von dem Magister Samuel Gustav Wilcke als „hortus medicus“ (Arznei­pflanzen­garten) angelegt. Der Pflanzen­bestand hatte allerdings keines­falls nur medi­zinischen Charakter, deshalb erhielt er bereits ein Jahr später die Bezeichnung „hortus academicus“ – entsprechend der zunehmenden Be­deu­tung der Botanik als eigen­ständige Wissen­schaft.

Durch die in der zweiten Hälfte des 19. Jahr­hunderts ein­setzende Bau­tätig­keit an diesem Stand­ort wurde der Garten in seiner Funktion­stüchtigkeit ein­geengt und unter Prof. Julius Münter Pläne voran­getrieben, den Garten zu verlagern.

1886 konnte so auf einer zwei Hektar großen Fläche zwischen Soldmann- und Grimmer Straße eine neue Garten­anlage mit Gewächs­hauskomplex – im wesentlichen bestehend aus Palmen-, Kalt- und Warmhaus – fertig­gestellt werden. Diese Häuser bilden auch heute nach über 100 Jahren Nutzung den Kern für die 16 Gewächs­häuser mit 1400 qm erweiterter Glas­fläche, von der über die Hälfte den Besuchern zu­gäng­lich ist.

Rettet das Palmenhaus!

Das 1884 bis 1886 errichtete große Palmenhaus mit den seitlichen Flügeln ist seit dem 6. Juni 2014 für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Häuser wurden seit gut 130 Jahren ununterbrochen genutzt, selbst im Krieg konnte der Pflanzenbestand zum größten Teil erhalten werden, aber nun ist der für damalige Verhältnisse sehr korrosionsfeste Stahl verschlissen, und die Konstruktion nicht mehr sicher. Zum Zustand und zur Geschichte des Palmenhaus gibt es eine Dokumentation, die Sie hier herunterladen können.

Es wird eine Gnadenfrist für die Pflanzen im Palmenhaus geben, die aber nicht mehr als zwei Jahre dauern wird. Solange kann das Palmenhaus mit einer zusätzlichen Innenversteifung gesichert werden. Allerdings werden nur die Gärtner noch in die Hallen dürfen; Besucher müssen leider aus Sicherheitsgründen außen vor bleiben. Dafür bitten wir um Verständnis. Alle anderen Gewächshäuser sowie die Freilandanlage stehen weiterhin den Studierenden und Besuchern offen.

Wir werden nun zweigleisig fahren: ein Ersatzneubau wird geplant, aber wir geben die Hoffnung nicht auf, dass es möglich ist, den alten, denkmalgeschützten Bau zu erhalten, der zwei Jahre vor dem Pariser Eiffelturm errichtet wurde. In zwei Jahren wird es der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften voraussichtlich schaffen, einen Ersatzneubau zu errichten. Dies hat die Universitätsleitung zugesagt, nicht zuletzt aufgrund der Resonanz in der Öffentlichkeit. Mehr kann die Universität aus eigenen Mitteln nicht aufbringen. Der Neubau wird quadratisch, praktisch, gut, kann aber als eine „Arche Noah“ die meisten der kleineren Pflanzen aufnehmen. Das war die gute Nachricht.

Die schlechte Nachricht lautet: Wenn in den verbleibenden zwei Jahren kein Einstieg in eine Rekonstruktion oder Sanierung der 130 Jahre alten Stahlkonstruktion gefunden wird, wird dieses Meisterwerk der Ingenieurskunst zur Ruine. Wir haben eine realistische Chance, sind aber längst noch nicht am Ziel. Viel öffentliche Unterstützung und auch politischer Wille wird notwendig sein, um geschätzte 2,5 Millionen Euro für die Rekonstruktion der alten Häuser aufzubringen.

Hier können Sie uns effektiv helfen: Wir haben einen Verein (Freunde und Förderer des Botanischen Gartens e. V.) gegründet. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied; einen Flyer mit weiteren Informationen finden Sie am Ende des Textes. Spenden auf das Konto des Freundeskreises (IBAN: DE12150616380001125990, BIC: GENODEF1ANK bei der Volksbank Raiffeisenbank e. G.) nehmen wir gerne entgegen und senden Ihnen auf Wunsch eine Spendenbescheinigung zu. Zuerst aber freuen wir uns über Ihre Stimme: Bis Ende August läuft noch unsere Unterschriftenaktion für den Erhalt der Gewächshäuser.