Gewächshausanlage

Historische Gewächshäuser des Botanischen Gartens in der Münterstraße

Die Universität Greifswald möchte die denkmalgeschützten historischen Gewächshäuser für die breite Öffentlichkeit und für den Tourismus erhalten. Trotz knapper Mittel wird eine Sanierung angestrebt. Die Universität selbst kann sich nur mit einem kleinen Eigenanteil beteiligen und bemüht sich darum intensiv um externe Mittel.

Universität bemüht sich um zusätzliche Mittel zur Rettung der historischen Gewächshäuser

Anfang Juni 2014 musste das sogenannte Palmenhaus aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit geschlossen werden. Zur Sanierung des Gebäudekomplexes aus dem Jahr 1885 werden ca. 3,5 Millionen Euro benötigt. Durch das Engagement von Politikern aus Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern konnten bereits rund 1,4 Millionen Euro beim Bund eingeworben werden.

Botanischer Garten und Gewächshäuser
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Aufnahme in ein Sonderprogramm des Bundes

Ein erster Teilerfolg konnte im November 2014 erzielt werden. Die Gewächshäuser wurden in ein Sonderprogramm des Bundes für Kultur- und Denkmalpflege aufgenommen. Der Bund hat zugesagt, eine Sanierung mit 1,36 Millionen Euro zu unterstützen. Nach der Zusage wurden zahlreiche Stiftungen angeschrieben, die sich in der Vergangenheit finanziell für die Rettung historischer Kulturgüter engagiert haben. Um möglichen Geldgebern die Entscheidung zu erleichtern, wird mit Hilfe des Betriebs Bau und Liegenschaften und des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern gegenwärtig eine Bauplanung erarbeitet.

Die Hälfte der Mittel ist eingeworben

Die Universität selbst hat bis zu 350.000 Euro Eigenmittel für die Rettung der historischen Gewächshausanlage ausgewiesen. Zugleich werden weitere eigene Mittel der Universität eingesetzt, um Forschung und Lehre im Bereich der Botanik auf internationalem Niveau zu gewährleisten. Im Zusammenhang mit einer Berufung an das Institut für Botanik und Landschaftsökologie muss ein neues Gewächshaus mit Klimakammern errichtet werden. Die damit ermöglichte Forschung im Rahmen der experimentellen Pflanzenökologie ist eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung des neuen Forschungsschwerpunktes „Environmental Change: Responses und Adaptation“.

Die Besucher des Botanischen Gartens haben bislang rund 20.000 Euro gespendet. Hinzu kommen 12.000 Euro Spendengelder des Vereins „Freunde und Förderer des Botanischen Gartens der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald e. V.“ sowie eine Spende der Studierenden in Höhe von 4.000 Euro. Damit ist bereits knapp die Hälfte des benötigten Betrages abgesichert. Die Universität hofft auf weitere Unterstützung durch das Land (über einen angedachten Fond für Denkmalschutz), um möglichst rasch auch mit ersten konkreten Sanierungsmaßnahmen beginnen zu können.

Tragende Elemente der Stahlkonstruktion sind verrottet

Durch jahrzehntelange Nutzung und das feucht-warme Klima in den Räumen sind tragende Elemente der Verglasungen und der Stahl-Tragkonstruktion teilweise stark verrottet. Insbesondere das Palmenhaus erfüllt nach dem Gutachten nicht das geforderte technische Sicherheitsniveau. Fazit des Gutachtens: Ohne Sanierung ist eine Schließung des Palmenhauses unvermeidlich.

Einzeldenkmal und national bedeutsam

Das historische „Palmengewächshaus mit Warm- und Kalthaus“ der Universität Greifswald ist, so das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, ein Denkmal (§ 2 Abs. 1 DSchG M-V). Diese Denkmaleigenschaft lässt sich dadurch nachweisen, dass die Originalsubstanz des Gewächshauses in seinen wesentlichen Bereichen weitgehend erhalten ist. Wegen dieser „Zeugnishaftigkeit“ kann das Palmengewächshaus mit seinem Warm- und Kalthaus als ein bedeutendes Einzeldenkmal angesehen werden. Darüber hinaus kommt ihm wegen des Seltenheitswertes nationale Bedeutung zu.