Wertvoller Kunstnachlass von Heinz Beisker

Die umfangreichste Schenkung der letzten zehn Jahre bildet ein Nachlass des Theatermalers und Bühnenbildners Dr. Heinz Beisker (1908–1991), den die Witwe Anna Beisker aus Düsseldorf der Universität Greifswald 2011 stiftete.

Dokumente und Urkunden gingen in den Bestand des Greifswalder Universitätsarchivs und der künstlerische Nachlass von Handzeichnungen, Druckgrafiken, Gemälde, Tage- sowie Skizzenbücher in die Kustodie ein.

Heinz Beisker

Heinz Beisker wurde am 3. März 1908 in Altmarrin Schenkungen und private Förderer der Akademischen Kunstsammlung (heute Mierzyn) Kreis Kolberg-Körlin (ehemals Pommern) geboren. Während seiner Kindheit siedelte die

Familie nach Greifswald über, wo sein Vater Richard Beisker eine Hauslehrerstelle begleitete. Bereits mit sechs Jahren erhielt der Sohn von seinem Vater ein Boot, mit dem er leidenschaftlich über den Greifswalder Bodden schipperte.

In den zwanziger Jahren studierte Beisker Kunstgeschichte und Germanistik an den Universitäten in Greifswald und Berlin und wurde 1931 an der Greifswalder Hochschule promoviert. Nach der Universitätszeit absolvierte Beisker ein Studium an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin-Charlottenburg unter Professor Cesar Klein. Es schloss sich eine praktische Ausbildung als Bühnenbildner an der Städtischen Oper Berlin-Charlottenburg an. In den folgenden Jahren arbeitete er an zahlreichen Landesbühnen, wie in Potsdam, Trier sowie Greifswald, und nach dem Zweiten Weltkrieg als Ausstattungsleiter und Bühnenbildner an renommierten Theaterhäusern, wie z. B. dem Staatstheater Braunschweig, Opernhaus Düsseldorf, Städtische Bühnen Essen und am Staatstheater Karlsruhe.

Seit 2009 befinden sich seine Bühnenbildentwürfe im Düsseldorfer Theatermuseum. Heinz Beisker setzte sich ebenso theoretisch mit der Kunst auseinander. So war er Dozent für Kunstgeschichte an der Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenwesen und Elektrotechnik in Düsseldorf und Lehrer für Kunstgeschichte und Geschichte am Mädchengymnasium in Kempen. Zusätzlich verfasste er Schriften zu den Themen Kunst und Sprache.

Zu seinem Nachlass gehören zahlreiche Handzeichnungen von Stadt- und Hafenansichten, Küstenstreifen, Stränden sowie Flusstälern, die teils mit Bleistift, Kuli, Pastellkreide oder Tusche gezeichnet wurden. Sowohl der unterschiedliche Strichduktus als auch die Farbwahl der Arbeiten reichen von ausgewogen bis sehr expressionistisch und verleihen jeder einzelnen Handzeichnung eine spezifische Stimmung.

Sehr intensiv befasste Beisker sich während seines letzten Lebensabschnittes mit Bäumen und fertigte ausdrucksstarke Studien an. Besonders wertvoll ist ein aus dem Frühwerk erhaltenes Kriegstagebuch, das ganz persönliche Eindrücke seines Einsatzes als Wehrmachtssoldat künstlerisch dokumentiert.

 

Text: Rita Sauer, M.A.

weitere Recherchemöglichkeiten unter: http://www.wissenschaftliche-sammlungen.uni-greifswald.de