Wissen sammeln. Die digitalisierten Schätze der Universität Greifswald

Seit September 2010 werden die Universitätssammlungen digitalisiert. In einem sechsmonatigen Projekt haben sich drei Leipziger Museologie-Studierende der digitalen Bestandserschließung der zoologischen, botanischen und vorgeschichtlichen Sammlungsobjekte gewidmet.

Unter dem Motto "Wissen sammeln. Die digitalisierten Schätze der Universität Greifswald" wurden vom 23.02. bis 23.03.2011 erste Arbeitsergebnisse und Objekte aus den Sammlungen der Botanik, Zoologie sowie Ur- und Frühgeschichte im Foyer der Universitätsbibliothek ausgestellt.

 

Die Digitalisierung der Universitätssammlungen

 

22 Wochen haben Museologie-Studenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur / HTWK Leipzig im Rahmen des Projektes zur Digitalisierung der 17 wissenschaftlichen Sammlungen der EMAU die Kustoden bei der digitalen Erfassung von Sammlungsobjekten unterstützt. In wenigen Wochen wurden in den Sammlungen der Botanik, der Zoologie sowie die der Vorgeschichtlichen Altertümer insgesamt 1.887 Objekte digital erfasst. Zum Abschluss ihres Praktikums präsentieren die drei Bachelor-Studenten Christin Lumme, Marc Viehweg und Manuel Vojtech in Kooperation mit der Kustodie ihre Arbeitsergebnisse in einer Ausstellung, einem Ausstellungskatalog sowie einer medialen Präsentation.

140 Originalobjekte

 

Die täglich geöffnete Ausstellung im Foyer der neuen UB zeigt wertvolle Originalobjekte aus den drei Sammlungen mit unterschiedlichen Akzenten bei der Auswahl. Bilden in der Botanik Lehrmittelsammlungen den Schwerpunkt, so war die Relevanz der Sammlungsobjekte für wissenschaftliche Forschungen ausschlaggebend für die Auswahl in der Zoologischen Sammlung. Die Objekte aus der Sammlung Vorgeschichtlicher Altertümer werden unter dem Aspekt der verwendeten Materialien präsentiert. So vermittelt diese kleine Exposition von insgesamt 140 Originalobjekten, gleichsam einem Mikrokosmos, die Besonderheiten von universitären Sammlungen: Diese sind speziell zu Lehrzwecken angelegt oder aus Forschungsaktivitäten entstanden und einzelnen Lehrstühlen zu geordnet. Damit unterscheiden sich universitäre Sammlungen strukturell von denen an staatlichen oder kommunalen Museen.

 

Folgende Sammlungen der Ernst-Moritz-Arndt-Universität sind in der Ausstellung präsent:

 

I. Die Botanischen Sammlungen des Instituts für Botanik und Landschaftsökologie sind mit 32 Ausstellungsexponaten vertreten: fünf von 120 Lehrtafeln zur Morphologie der Pflanzen vom Prof. Carl Ignaz Leopold Kny mit handkolorierten Lithografien; Auswahl von 21 Obstmodellen aus dem „Arnoldischen Obstcabinet“; sechs Herbarbelege aus dem „Herbarium Morphologicum“ von Prof. Julius Münter

(verantwortlicher Kustos: PD Dr. Peter König; Christin Lumme Museologie-Student HTWK Leipzig)

 

II. Die Zoologischen Sammlungen und das Zoologische Museum am Institut für Zoologie präsentieren sich mit 65 Exponaten: acht Vogelpräparate aus der „Pommernsammlung“ (ca. 800 Vögel, die in Pommern gelebt haben und teilweise vom Aussterben bedroht sind), zwei Schreiadler bzw. „Pommernadler“ sowie ein Vogelpräparat aus dem Museum für Meereskunde und Fischerei Stralsund (Leihgabe); neun Käfer aus der Laufkäfersammlung; zwei Typus-Exemplare; ca. 20 exotische Schmetterling (verantwortlicher Kustos: Dr. Peter Michalik; Marc Viehweg Museologie-Student HTWK).

 

III. Aus der Sammlung Vorgeschichtlicher Altertümer am Lehrstuhl Ur- und Frühgeschichte des Historischen Instituts sind ca. 40 Exponate zu besichtigen: Grabungsfunde von der Steinzeit bis in das 20. Jahrhundert; besonders beachtenswert ist ein eisenzeitlicher Kronenhalsring sowie neolithische Bernsteinperlen in Form von Doppelkeulen.

(verantwortlicher Kustos: Prof. Dr. Thomas Terberger; Manuel Vojtech Museologie-Student HTWK Leipzig)

Digitalisierte Sammlungsobjekte können ins Internet

Bis Jahresende sollen die digitalisierten und mit Objektinformationen versehenen Sammlungsobjekte über das Internet abgerufen werden können.

Wir haben an dieser Stelle eine kleine Vorschau zusammengestellt.