Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Plakat zum NS-Gedenktag 2018
Plakat zum NS-Gedenktag 2018

Publikation zum Gedenktag 2018

Die Vorträge der Veranstaltung am 27. Januar 2018 sind jetzt in den Greifswalder Universitätsreden erschienen.
Die Publikation "Enteignung jüdischen Vermögens" können Sie über die Presse- und Informationsstelle der Universität beziehen.

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Die Universität Greifswald gedenkt jeweils am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus. Die Veranstaltungen werden zusammen mit der Universitäts- und Hansestadt Greifswald organisiert. Es wird an den alltäglichen nationalsozialistischen Terror und seine Opfer in der Region erinnert.

Das diesjährige Thema lautet „Enteignung jüdischen Vermögens“.

Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Etwa eine Million Menschen waren hier grausam gequält und ermordet worden, weil sie dem Bild einer auf Rassenwahn beruhenden Ideologie nicht entsprochen oder weil sie sich den Nationalsozialisten widersetzt hatten. Seit Bundespräsident Roman Herzog den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 1996 ausrief, widmen die Universität Greifswald und die Universitäts- und Hansestadt Greifswald dem 27. Januar besondere Aufmerksamkeit. Die diesjährige Veranstaltung widmet sich der häufig als „Arisierung“ bezeichneten Enteignung jüdischen Vermögens in der NS-Zeit.

In der Pogromnacht am 9. und 10. November 1938 wurden zahllose jüdische Gewerbebetriebe geplündert. Anschließend wurde den jüdischen Unternehmern per Verordnung die weitere Ausübung ihres Gewerbes verboten. Den Zusammenhang von Gewalt und Verwaltung und die Folgen für die Juden diskutiert Christoph Kreutzmüller (Berlin). Thomas Stamm-Kuhlmann (Greifswald) wird anhand der Stralsunder Kaufhäuser Tietz und Wertheim die regionale Geschichte der „Arisierung“ jüdischen Vermögens nachzeichnen.

Die Referenten

Dr. Christoph Kreutzmüller ist seit 2015 Kurator für die neue Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin. Er hat an der Humboldt-Universität Berlin über deutsche Großbanken in Amsterdam (1919–1945) promoviert und im Anschluss ein großes Forschungsprojekt zur „Arisierung“ in Berlin koordiniert, aus dem die preisgekrönte Studie „Ausverkauf. Die Vernichtung der jüdischen Gewerbetätigkeit in Berlin“ (Metropol Verlag 2013) hervorgegangen ist.

Prof. Dr. Thomas Stamm-Kuhlmann ist Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Geschichte der Neuesten Zeit am Historischen Institut der Universität Greifswald. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die preußische Geschichte und die Wissenschaftsgeschichte. Der Dekan der Philosophischen Fakultät ist seit vielen Jahren Mitorganisator des Greifswalder Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus.

Moderation: Prof. Dr. Joachim Lege, Universität Greifswald
Musik: Lege&Lena

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
Samstag, 27. Januar 2018, 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Bürgerschaftssaal
Rathaus Markt
17489 Greifswald