Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Plakat zum NS-Gedenktag 2019
Plakat zum NS-Gedenktag 2019

Die Universität Greifswald und die Universitäts- und Hansestadt Greifswald in Kooperation mit dem Pommerschen Landesmuseum laden ein zum Gedenktag
für die Opfer des Nationalsozialismus.

Sonntag, 27. Januar 2019, 19:00 Uhr
Pommersches Landesmuseum
Rakower Straße 9, 17489 Greifswald

Es referieren: Prof. Dr. Bernward Dörner (Technische Universität Berlin) und
PD Dr. Detlev Brunner (Universität Leipzig)
Es moderiert: Prof. Dr. Thomas K. Kuhn, Universität Greifswald
Es musizieren: Angehörige der Musikschule Greifswald

Die Veranstaltung wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Etwa eine Million Menschen waren hier grausam gequält und ermordet worden, weil sie dem Bild einer auf Rassenwahn beruhenden Ideologie nicht entsprochen oder weil sie sich den Nationalsozialisten widersetzt hatten. Seit Bundespräsident Roman Herzog den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 1996 ausrief, widmen die Universität und die Universitäts- und Hansestadt Greifswald den 27. Januar jeweils einer besonderen Opfergruppe. Die diesjährige Veranstaltung gedenkt der Unterdrückung der Sozialdemokratie während der NS-Zeit.

Trotz vorheriger Einschüchterungen und Verhaftungen war die SPD im März 1933 die einzige Partei im Reichstag, die das Ermächtigungsgesetz als wesentliche Grundlage zur Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur ablehnte. Darauf folgte ein Verbot der SPD. Zahlreiche Mitglieder gingen ins Exil; andere, die im Land geblieben waren, wurden zeitweilig inhaftiert oder langjährig in Konzentrationslagern festgehalten und ermordet.

Bernward Dörner (Berlin) skizziert zunächst die reichsweite Dimension dieser Verfolgung, bevor Detlev Brunner (Leipzig) stellvertretend das Schicksal des Stettiner Sozialdemokraten Fritz Lamm (1911–1977) schildern wird. Mitglieder der Greifswalder Musikschule gestalten ein musikalisches Rahmenprogramm.

Die Referenten

Prof. Dr. Bernward Dörner ist seit 2013 apl. Professor für Neuere Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte am Zentrum für  Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Er wurde zur Entstehung, Auslegung und Verfolgungswirkung des „Heimtücke-Gesetzes“ vom 20. Dezember 1934 promoviert und habilitierte sich mit einer Arbeit über Wissen und Haltung der deutschen Bevölkerung zum Mord an den europäischen Juden. Die Studie erschien 2007 unter dem Titel „Die Deutschen und der Holocaust. Was niemand wissen wollte, aber jeder wissen konnte“ (Berlin, Propyläen).
PD Dr. Detlev Brunner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Deutsche und Europäische Geschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts der Universität Leipzig. Er wurde mit einer Untersuchung zur Bürokratie und Politik des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes 1918/19 bis 1933 an der Technischen Universität Berlin promoviert und habilitierte sich an der Universität Rostock mit dem Thema „Der Schein der Souveränität. Landesregierung und Besatzungspolitik in Mecklenburg-Vorpommern 1945–1949“.