Indonesien und Vorpommern im Dialog – Botschafter auf Paludikultur-Tour

Der Indonesische Botschafter trägt sich in das Gästebuch der Universität ein – Foto: Magnus Schult
Der Indonesische Botschafter trägt sich in das Gästebuch der Universität ein – Foto: Magnus Schult

Hier begrüßte Patrick Dahlemann, Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern, den Botschafter und besuchte mit ihm eine dichte, produktive Schilffläche. In Kamp bot die Ernte von Rohrkolben Gelegenheit, mehr zu traditionellen und innovativen Formen der Paludikultur zu erfahren. Rohrwerber aus Anklam, Rügen und Schleswig-Holstein sowie Vertreter von zwei niederländischen Mähmaschinenherstellern teilten ihre Erfahrungen mit Botschafter und Staatssekretär. Patrick Dahlemann betonte das Potenzial von Wiedervernässung und Paludikultur, um umwelt- und sozio-ökonomische Vorteile zu erreichen.

In den historischen Räumen der Universität Greifswald stellte Prof. Dr. Katharina Riedel, Prorektorin für Forschung und Transfer sowie internationale Angelegenheiten, Botschafter Oegroseno Geschichte und Forschungsschwerpunkte der Universität vor. Dieser zeigte sich an Forschungskooperationen und internationalem Austausch etwa über eine ERASMUS-Partnerschaft interessiert. Anschließend begrüßte Prof. Dr. Michael Succow den Botschafter in der Michael Succow Stiftung. Beim Besuch der Programmbibliothek „Moor und Naturschutz“ (Peatland and Nature Conservation International Library – PeNCIL) wurden weitere Kooperationsmöglichkeiten diskutiert.

Ähnlich wie in Deutschland richtete die Entwässerung von Mooren für landwirtschaftliche Nutzung in Indonesien enorme Umwelt- und Klimaschäden an. Zusätzlich verschlimmerten Torfbrände diese Situation und verursachten Gesundheitsprobleme in der Bevölkerung. Heute sieht das Land Wiedervernässung und Paludikultur als Lösung an und sammelt weltweit Informationen zum nachhaltigen Umgang mit Mooren. Eine kürzlich in Indonesien eingerichtete Behörde für Moorrestaurierung hat 2017 ca. 200.000 Hektar entwässerter Moore wiedervernässt.

Im Februar 2018 wurde in Jakarta der mit einer Million US-Dollar dotierte Indonesische Moorpreis vergeben. Zum Gewinner-Konsortium International Peat Mapping Team (IPMT) gehört Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten, Moor- und Paläoökologe am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald und Mitbegründer des Greifswald Moor Centrum. Ein Team um den Moorexperten Professor Joosten analysiert seit 2006 Treibhausgasemissionen, Moorentwicklung und Landnutzung indonesischer Moore.

Weitere Informationen
Diese Medieninfo wurde vom Greifswald Moor Centrum herausgegeben.
Link zur Medieninfo Greifswalder Moorforscher gehört zum Gewinner-Team des Indonesischen Moorpreises

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten
Institut für Botanik und Landschaftsökologie
Soldmannstraße 15, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 4177
joosten(at)uni-greifswald(dot)de


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