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#wissenlocktmich ... zur Uni Greifswald

Die Angebote der Universität Greifswald für alle, die neugierig sind und wissen wollen.

Familien-Universität - Rückschau auf vergangene Vorlesungen

Familien-Uni: Portrait Anna Gehrmann - Foto: Magnus Schult
23.01.2020 - 17:00 Uhr

Im Sommer an die Ostsee fahren und sich mit einem Eis an den Strand legen? Das wäre bei uns vor etwa 25 000 Jahren noch undenkbar gewesen, denn einen Strand gab es noch nicht. Allerdings wäre unser Eis nicht sofort in der Sonne geschmolzen. Wir wären mitten in der sogenannten Weichsel-Kaltzeit mit einer Jahresmitteltemperatur von etwa -8 °C.

Unsere letzte Kaltzeit begann 115 000 Jahre vor heute und dauerte etwa 105 000 Jahre. Als das Skandinavische Inlandeis in der Hochphase dieser Zeit vor etwa 25 000 Jahren seine weiteste Ausdehnung erreichte, lag Greifswald unter einer dicken Eisdecke. Ganz Mecklenburg-Vorpommern war vom Inlandeis bedeckt, das bis kurz vor Hamburg und südlich von Berlin reichte.
Und wo war die Ostsee zu dieser Zeit? Die gab es noch gar nicht. Ihre Entstehung begann erst vor etwa 14 000 Jahren, als das Eis schon so weit zurückgeschmolzen war, dass es nördlich von Südschweden lag.
Immer wieder rückte in der Kaltzeit der Rand des Skandinavischen Inlandeises vor und schmolz wieder zurück. Die verschiedenen Eisrandlagen sehen wir noch heute auf den Karten und in der Landschaft. Dort haben sich Endmoränen gebildet. Das sind bis zu etwa 150 Meter hohe Höhenrücken, die das Eis vor sich zusammengeschoben hat.

Um zu verstehen, wie es bei uns während der letzten Kaltzeit aussah, sehen die Geologinnen und Geologen in sogenannte Geo-Archive. Das sind zum Beispiel die Sedimente und Landformen, die die Gletscher hinterlassen haben. Sie zeigen, wann und wo ein Gletscher, ein See, ein Fluss oder ein Meer war. Außerdem helfen große Findlinge und kleinere Geschiebe herauszufinden, von wo genau das Eis zu uns kam. Dies sind Gesteine, die aus verschiedenen Regionen Skandinaviens stammen und sozusagen per Anhalter auf, in und unter den Gletschern zu uns gekommen sind. Anna Gehrmann gibt in ihrem Vortrag zu diesen Themen spannende fachliche Einblicke aus der Geologie.

Ice Age an der Ostsee

Wie sah es während der letzten Kaltzeit wirklich bei uns aus?

Dr. Anna Gehrmann (Geologin)

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Campus Loefflerstraße, Ernst-Lohmeyer-Platz 6

Familien-Uni: Portraits Referent*innen
05. Dezember 2019 – 17:00 Uhr

Es ist Dezember, tiefster Winter, viel dunkler geht es nicht mehr, nur die Kälte wird noch zunehmen. Das könnte einen richtig runterziehen, aber für diese nicht ganz so schönen Gegebenheiten hat man in Schweden ein Gegenmittel: Lucia! Was gehört alles zu diesem Fest? Wie wird es offiziell gefeiert, wie am Arbeitsplatz und wie in der Familie? Wie kann es im modernen Schweden auch mal ganz anders daherkommen? Und wie wird Lucia in der Literatur dargestellt?
Dr. Birgit Hoffmann, Schwedisch-Lektorin an der Universität Greifswald, führt Sie auf eine stimmungsvolle Reise mit der sympathischen schwedischen Tradition.

 

Von Lussekatter und Lichterkränzen

Das schwedische Luciafest

Dr. Birgit Hoffmann (Schwedischlektorin)

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Campus Loefflerstraße, Ernst-Lohmeyer-Platz 6

Familien-Uni: Portraits Referent*innen
14. November 2019 – 17:00 Uhr

14. November 2019 – 17:00 Uhr

Klimaschutz ist in der Öffentlichkeit aktuell ein großes Thema. Forschende führen uns das Problem der globalen Erwärmung und den Einfluss des Menschen hierauf bereits seit Jahrzehnten vor Augen. Junge Demonstrierende der Fridays-for-Future-Bewegung machen lautstark darauf aufmerksam, dass es höchste Zeit ist, mehr für den Klimaschutz zu tun. Das Thema ist aber auch im Bewusstsein der Allgemeinheit angekommen. Viele Menschen ändern aktiv ihr Konsumverhalten, verzichten etwa auf Flüge und Fleisch. Andere suchen nach den richtigen Antworten und versuchen, die vielen Erkenntnisse und Empfehlungen zu einem einheitlichen Bild zusammenzufügen.
Doch wie wird Klimaschutz in politisches Handeln aufgenommen? Wie geht wissenschaftliche Erkenntnis und öffentlicher Druck in den politischen Prozess ein? Der Vortrag des Politikwissenschaftlers und Landschaftsökologen Stefan Ewert beleuchtet diese Fragen aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive. Er lädt ein zur Diskussion über den Zusammenhang von Demokratie und Klimaschutz. Zudem wird die Frage aufgeworfen, wie aktiv Wissenschaft sich hier einbringen sollte und welche Rolle die Bürger und Bürgerinnen in der Klimaschutzpolitik spielen.

Jetzt handeln

Wie kommt der Klimaschutz in der Politik an?

Dr. Stefan Ewert (Politikwissenschaftler)

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Neues Audimax, Campus Loefflerstraße

Familien-Uni: Portraits Referent*innen
17. Oktober 2019 – 17:00 Uhr

Die Eiserne Lunge ist ein 400 kg schwerer Stahlkoloss aus der medizinhistorischen Sammlung der Universitätsmedizin Greifswald. Eine erste Begegnung mit ihr ist oftmals verstörend, weckt aber auch Neugierde. Sie ist keineswegs ein stummer Zeuge. Vielmehr steht sie für den Kampf gegen eine heute fast vergessene Krankheit, für bewegende Patientenschicksale, Systemkonflikte, Innovation und Stagnation. Aufwendige Medizintechnik und unscheinbare Dinge wie Gummihandschuhe, Glasspritzen und selbstgebaute Infusomaten zeugen vom Innovations- und Improvisationsvermögen im DDR-Gesundheitswesen.
Die Objekte der medizinhistorischen Sammlung des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin sind Zeugen dieser spezifischen materiellen Kultur, die auch originelle Namensschöpfungen wie „Otlaphari“, „Medimorph“ oder „Minicoma“ hervorgebracht hat. Über die Erschließung der historischen Kontexte, in denen diese Dinge Verwendung fanden, eröffnet sich ein wichtiger Zugang zum Verständnis eines staatlichen Gesundheitssystems unter besonderen politischen und ökonomischen Bedingungen. Für den Aufbau einer Ausstellung zum medizinischen Alltag der DDR sollen diese Sachzeugen zum „Sprechen“ gebracht werden, um einen fundierten und differenzierten Blick auf das DDR-Gesundheitswesen zu ermöglichen.
In ihrem Vortrag gewähren Hartmut Bettin und Kathrin Pscheidl aus dem Institut für Ethik und Geschichte der Medizin spannende Einblicke in ihre museologische Arbeit.

Medizinischer Alltag in der DDR

Was die Eiserne Lunge und andere Objekte darüber erzählen

Dr. phil. Hartmut Bettin (Historiker) und Kathrin Pscheidl (Historikerin)

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Neues Audimax, Campus Loefflerstraße

4. Juli 2019 – 17:00 Uhr

Warum heißen Feuersteine eigentlich Feuersteine? Was haben die harten, splittrigen Steine mit dem Feuer zu tun? Auf Rügen finden wir sie überall. Wer schon mal an der Rügener Steilküste entlanggewandert ist, weiß, dass sie uns dort auf Schritt und Tritt begleiten. Aber wie sind sie dorthin gekommen?

Für unsere Vorfahren in der Steinzeit waren die Feuersteine von besonderem Wert. Sie waren so wertvoll, dass damit quer über den Kontinent Handel getrieben wurde. Es gab sogar Feuersteinbergwerke, in denen die Steine unterirdisch gewonnen wurden. Feuersteine ließen sich zu scharfkantigen Werkzeugen verarbeiten, mit denen erlegte Tiere zerkleinert werden konnten. Die ersten vom Menschen gefertigten Werkzeuge waren Faustkeile, Speerspitzen und Äxte, allesamt gefertigt aus Feuerstein. Es kommt aber noch eine ganz wichtige Eigenschaft hinzu: Man kann mit diesen Steinen Funken erzeugen, wenn man sie gegeneinanderschlägt. Daher kommt auch der Name des Steins. Aber ganz so einfach ist es mit dem Feuermachen nicht!

Prof. Dr. Martin Meschede, Leiter der Arbeitsgruppe Geodynamik am Institut für Geographie und Geologie, wird im Rahmen der Familien-Universität die Entstehung von Feuersteinen in einem Sediment erläutern, einige Beispiele zum näheren Betrachten mitbringen und auf die Bedeutung von Feuersteinen für die ältesten technischen Erfindungen des Menschen eingehen.

Funkensprühende Feuersteine

Das steinerne Meer auf Rügen

Prof. Dr. Martin Meschede (Geologe)

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Neues Audimax, Campus Loefflerstraße

20. Juni 2019 – 17:00 Uhr

Wenn die Gallier Asterix und Obelix auf eine römische Patrouille treffen, dann fliegen nicht nur die Fäuste und die Römer, sondern auch die Schimpfworte. Das geht natürlich auch wunderbar auf Niederdeutsch, eine von 107 Sprachen, in die die bekannten Comics von René Goscinny und Albert Uderzo übertragen wurden. Dank der Übersetzer Hartmut Cyriacks, Reinhard Goltz und Peter Nissen sind bereits fünf Bände in niederdeutscher Sprache erschienen. Die liebenswerten Helden und ihre unterhaltsamen Abenteuer eignen sich hervorragend, um die Sprache auch ohne Vorkenntnisse zu entdecken.

PD Dr. Birte Arendt und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Ulrike Stern vom Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald begeben sich zusammen mit den Besuchern der Vorlesung in eine Zeit, in der noch nach Herzenslust geschimpft und gestritten werden durfte. Mit Hilfe des Spiels „Tüdelbüdel“ werden schließlich eigene Schimpfworte kreiert.

Mit Asterix schimpen un strieden up Platt

Ein Comic in der Sprachvermittlung

PD Dr. Birte Arendt (Linguistin) und Ulrike Stern (Kulturwissenschaftlerin)

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Campus Loefflerstraße, Ernst-Lohmeyer-Platz 6

23. Mai 2019 – 17:00 Uhr

23. Mai 2019 – 17:00 Uhr

„Ein Gläschen in Ehren, kann niemand verwehren“. Deutschland gehört zu den Ländern mit dem höchsten Alkoholkonsum. Im Jahr 2016 betrug der Pro-Kopf-Konsum an alkoholischen Getränken 133,8 Liter. Das entspricht 9,5 Liter reinem Alkohol.

Aber was passiert eigentlich, wenn man sich sprichwörtlich unter den Tisch trinkt? Kann man von selber wieder aufstehen oder muss einem die Medizin helfen? Und wie entsteht überhaupt Alkohol?

Wenn umgangssprachlich von Alkohol gesprochen wird, dann handelt es sich um Ethanol. Ethanol entsteht durch den Prozess der Vergärung von Traubenzucker. Bereits 2.700 Jahre vor Christi Geburt war den Menschen die berauschende Wirkung von Ethanol bekannt. Seitdem hat sich das Rauschmittel über den gesamten Globus verbreitet. Im 9. Jahrhundert wurde das „Schnapsbrennen“ entwickelt, bei dem Ethanol aus Wein destilliert wird. Der Geist des Weines ist die wirksame Essenz, unbegrenzt zu lagern, flüchtig, klar wie Wasser. In der Bezeichnung Weingeist steckt Geheimnisvolles, Unberechenbares. Die Wirkung kann gut oder schlecht sein, beflügeln oder dämpfen.

Hagen Bahlmann ist Oberarzt auf der Kinderintensivstation in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald. In seiner Vorlesung wird er den Weg und die Wirkungsweise des Ethanols im menschlichen Körper beleuchten. Der Vortrag wird bunt bebildert sein, nur eine Weingeistprobe wird es nicht geben.

Vom Fusel zum Kater

Risiken und Nebenwirkungen von Alkohol

Hagen Bahlmann (Mediziner)

Veranstaltungsort: Hörsaal 2, Neues Audimax, Campus Loefflerstraße

4. April 2019 – 17:00 Uhr

Roboter spielen nicht nur in der Industrie zum Beispiel bei der Herstellung von Autos eine wichtige Rolle, sondern auch in der modernen Biochemie. Die Universität Greifswald besitzt als einzige Universität in Deutschland eine große, robotergesteuerte Protein-Screening Anlage, die auf den Namen LARA hört. Viele Wirkstoffe, unter anderem Pharmazeutika, werden mithilfe von Enzymen hergestellt. Enzyme sind Proteine, die in der Lage sind chemische Reaktionen zu beschleunigen, d.h. zu katalysieren. Daher werden sie auch Biokatalysatoren genannt. Enzyme erlauben es bei milden Reaktionsbedingungen (z.B. Raumtemperatur, neutraler pH-Wert) mit hoher Präzision und Schonung der Umwelt gezielt komplexe Moleküle herzustellen. Nicht immer findet sich für die Herstellung von Wirkstoffen ein passendes Enzym in der Natur. Daher widmen sich Forscher am Institut für Biochemie neben der Suche nach geeigneten Biokatalysatoren auch deren Optimierung. Diese Optimierung erfolgt häufig durch computerbasierte Vorhersagen von Positionen, die im Enzym systematisch oder zufällig verändert werden sollen. Darüber hinaus werden unzählige noch nicht untersuchte Biokatalysatoren aus Metagenombanken getestet. Die Roboterplattform LARA erlaubt es bis zu 10.000 Enzymvarianten pro Woche zu untersuchen und vollautomatisiert zahlreiche experimentell aufwändige Schritte zu durchlaufen. In einer Mikrofluidik-Anlage können sogar Millionen Biokatalysatoren im Pikoliter-Maßstab durchmustert werden, um schneller die besten Kandidaten zu finden.

Prof. Dr. Uwe Bornscheuer, Leiter der Arbeitsgruppe „Biotechnologie und Enzymkatalyse“ am Institut für Biochemie der Universität Greifswald wird zusammen mit seinem Mitarbeiter Dr. Mark Dörr im Rahmen der Familien-Universität Einblick in die Arbeit mit der robotergesteuerten Protein-Screening Anlage geben. In der Vorlesung wird anhand von Beispielen auf die wissenschaftliche Bedeutung der Roboterplattform eingegangen und deren Aufbau und Funktionsweise erläutert.

Im Anschluss an den Vortrag laden wir zu einer Besichtigung der Protein-Screening Anlage ein.  

Das biochemische Labor der Zukunft

Roboter an der Uni Greifswald

Prof Dr. Uwe Bornscheuer (Chemiker) und Dr. Mark Dörr (Chemiker)

Veranstaltungsort: Hörsaal 1, Institut für Biochemie, Felix-Hausdorff-Straße 4