Maßnahmen für eine umweltfreundliche Universität

Dass sich die Beschäftigten und Studierenden an der Universität mit Fragen des Umwelt- und Ressourcenschutzes beschäftigen, ist bereits fast zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Viele Universitätsangehörige sind davon überzeugt, dass ein bewusster und sparsamer Umgang mit den zur Verfügung stehenden Lebensgrundlagen notwendig ist. Dementsprechend wurden bereits viele kleinere und größere Projekte zum aktiven Umwelt- und Ressourcenschutz an der Universität in die Tat umgesetzt.

Unter den folgenden Punkten werden die bereits umgesetzten oder in Planung befindlichen Initiativen und Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz an der Universität vorgestellt. Sie sind nach verschiedenen Themen gegliedert, die mit der umweltfreundlichen, nachhaltigen Gestaltung des Universitätsbetriebs und -lebens im Zusammenhang stehen. Hier spielen neben der Strom- und Wärmeversorgung, dem Bauen und Sanieren oder der Mobilität und Beschaffung auch Fragen des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit eine wichtige Rolle. Der Senat hat zudem beschlossen, das Umweltmanagementsystem EMAS – Eco Management Audit Scheme – an der Universität einzuführen.

Abfallvermeidung und -entsorgung

Für die Koordination der Entsorgung an der Universität Greifswald ist das Dezernat II zuständig. Die Abfallentsorgung wird von der Greifswald Entsorgung GmbH (Restmüll) und der ALBA Nord GmbH (Papiermüll) ausgeführt

Weitere Informationen zum Thema Abfallvermeidung und Entsorgung finden Sie auf den folgenden Seiten:

Energieversorgung

Als Mitglieder im Klimaschutzbündnis 2020 hat sich die Universität zusammen mit anderen städtischen Organisationen und Unternehmen zusammen geschlossen, um gemeinsam den CO2-Ausstoß zu senken. Mit ihren zahlreichen Gebäuden, die sich über das gesamte Stadtgebiet und darüber hinaus erstrecken, emittiert die Universität durch ihren Energieverbrauch jährlich mehrere tausend Tonnen CO2. Daher setzt sich die Universität im Umwelt- und Resourcenschutz ein und wirft einen kritischen Blick auf die eigene Energiebilanz.

Seit 2012 bezieht die Universität – nach Vergaberecht des Landes für zwei Jahre – 100% ökologisch erzeugten Strom, wodurch die CO2-Emissionen im Bereich der Stromversorgung stark sinken werden. Um den dauerhaften Bezug ökologischen Stroms zu sichern, muss eine entsprechende Regelung in Abstimmung mit dem Land geschaffen werden. Ein anderer Weg ist die Teil-Versorgung von Universitätsgebäuden mit selbst produziertem Strom. Auf dem Neubau des Center Of Drug Absorption And Transport (C_DAT) wurde bereits eine Photovoltaik-Anlage errichtet. Weitere dieser Anlagen könnten folgen.

Nachhaltige Wärmeversorgung

Bei der Wärmeversorgung setzt die Universität auf die Fernwärme der Stadtwerke Greifswald, die auf die effiziente und sparsame Kraft-Wärme-Kopplung setzen. Dies verringert den CO2-Ausstoß, der beim Einsatz von Primärenergieträgern entsteht. Durch eine konsequente Fernwärmenutzung kann die Universität weitere Schritte bei der Verwirklichung ihrer Klimaschutzziele gehen.

Themenbereich umgesetzt Maßnahme
Stromversorgung Januar 2012 Bezug von Ökostrom
Nachhaltige Mobilität

Auch im Bereich der Mobilität versucht die Universität die Umweltschutzaspekte zu berücksichtigen. So gibt es seit 2011 Dienstfahrräder für die Verwaltung, 3 Erdgasfahrzeuge und die Anweisung zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 km/h bei der Nutzung von Dienstbussen.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass man in der Stadt mit dem Fahrrad oft schneller am Ziel ist als mit dem Auto. Dies gilt gerade für die Dienstfahrten zwischen den verschiedenen Standorten der Universität im Stadtgebiet. Daher gibt es seit einiger Zeit für die Beschäftigten in der Verwaltung Dienstfahrräder. Der Vorteil für die Umwelt: Weniger Dienstfahrten mit dem Auto durch die Innenstadt und Null CO2-Ausstoß durch das Fortbewegungsmittel. Geht man davon aus, dass die 20 Dienstfahrräder an 100 Tagen im Jahr auf einer durchschnittlichen Strecke von fünf Kilometern pro Tag genutzt werden, ergibt sich eine Gesamtstrecke von 10.000 km im Jahr, die CO2-neutral zurückgelegt wird. Dies entspricht etwa zwei Tonnen vermiedener CO2-Emissionen im Vergleich zu Fahrten mit einem herkömmlichen PKW.

Auch bei der Erneuerung des Fuhrparks der Universität wird auf Umweltfreundlichkeit geachtet. Mittlerweile nutzt die Universität drei Erdgasfahrzeuge. Bei Dienstreisen sind die Beschäftigten der Universität dazu angehalten, den öffentlichen Fernverkehr zu nutzen.

Themenbereich umgesetzt Maßnahme
Mobilität Juni 2011 Anschaffung von Erdagscaddy für das Referat Bau und Technik
  Juli 2011 Anschaffung von Dienstfahrrädern für die Verwaltung
  Januar 2012 personenbezogene Kostenerfassung bei Dienstreisen mit Fahrzeugen aus dem Fuhrpark --> dadurch Reduzierung der Dienstreisen um 50% (Stand Mai 2012)
  November 2012 Geschwindigkeitsbegrenzung der Uni-Busse und Caddy auf 130 km/h (Aufkleber im Fahrzeuginneren sowie an der Heckscheibe weisen den Fahrzeugführer dauerhaft darauf hin)
Nachhaltige Bau- und Raumplanung - Referat 2.1

Das Referat Bau- und Raumplanung strebt bei jeder einzelnen Neubau- und Sanierungsmaßnahme über die Erfüllung der rechtlichen Vorgaben hinaus die Realisierung im Passivhausstandard an.

Nachhaltiges Bauen

Bei jeder einzelnen Neubau- und Sanierungsmaßnahme strebt das Referat über die Erfüllung der rechtlichen Vorgaben hinaus die Realisierung im Passivhausstandard bzw. gemäß dem Bewertungssystem für Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundes an. Die teilweise nur geringfügig höheren Investitionskosten werden dabei durch langfristig wirkende Wirtschaftlichkeitsaspekte, wie z. B. die Reduzierung von Wartungs- und Pflegeaufwendungen, kompensiert. Ein weiteres, sehr wichtiges und meist übersehenes Nachhaltigkeitsziel ist die Schaffung gesunder Gebäude bzw. die Vermeidung des so genannten sick building syndrome.

Für das neue Universitätsrechenzentrum hat das Referat den Ansatz eines weitestgehend CO2-minimierten Gebäudes ausgearbeitet. Erfreulicherweise sind die zuständigen Ministerien dem Vorschlag der Universität gefolgt und haben diesem Ansatz zugestimmt. Dies ist bislang jedoch nicht die Regel, da die Landeshaushaltsmittel derartigen Anliegen Grenzen setzen.

Einbindung der Beteiligten

Das Referat Bau- und Raumplanung arbeitet sehr eng mit den Referaten Bau und Technik, Zentrale Dienste und Beschaffung zusammen; darüber hinaus mit dem Universitätsrechenzentrum und dem Sicherheitsingenieur der Universität. Vor allem werden das jeweils berührte Institut oder der Lehrstuhl und bedarfsweise auch Einzelpersonen intensiv in die Planungen eingebunden, außerdem die entsprechenden Dekanate. Hervorzuheben ist die enge Abstimmung mit der Schwerbehindertenvertretung der Universität zwecks Schaffung umfassender Barrierefreiheit und mittel- und langfristig der barrierefreien Universität.

Ausdrücklich zu erwähnen ist die Zusammenarbeit mit der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, mit deren Verwaltung das Referat in einem engen fachlichen Austausch steht. Dies bezieht sich auf planerische und bauordnungsrechtliche Sachverhalte bis hin zur aktiven Mitwirkung im Klimaschutzaktionsplan der Stadt.

Konzentriertes Standortkonzept

Die Standorte der fünf Fakultäten sind auf das fast gesamte Stadtgebiet verteilt. Um die Logistik- und Bewirtschaftungsverluste zu minimieren, sollen Lehre und Forschung innerhalb des Stadtgebietes auf wenige Standorte konzentriert werden: den geistes- und sozialwissenschaftlichen Standort Campus Innenstadt und den naturwissenschaftlichen und medizinischen Standort Campus Beitz-Platz. Die Einrichtungen der Universitätsmedizin sind mittlerweile nahezu vollständig an den Berthold-Beitz-Platz verlagert worden; damit konnte der Klinikkomplex Friedrich-Loeffler-Straße in der Innenstadt im Juli 2012 der Universität überschrieben werden.
Es ist geplant, das denkmalgeschützte Gebäudeensemble bis 2020 zu sanieren und mit Neubauten wie einem Hörsaalkomplex und einer Bereichsbibliothek zu ergänzen. In den kommenden Jahren sollen die sprach-, geistes- und sozialwissenschaftlichen sowie die juristischen Lehrstühle, Institute und Arbeitsgruppen dort moderne Arbeitsräume bekommen.

Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz

Dies beinhaltet nicht nur den reinen Arbeitsschutz. Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz schließt die gesundheitsfördernden Maßnahmen und sozialen Aspekte bei der Gestaltung von Arbeitsbedingungen mit ein.

Menschengerechte Arbeitsgestaltung

Die Arbeit der Stabsstelle ist an Artikel 2, Absatz 2 des Grundgesetzes ausgerichtet sowie am Staatlichen Arbeitsschutzrecht und an der autonomen Rechtssprechung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Das Leitbild der Stabsstelle bezieht sich zudem auf die menschengerechte Gestaltung von Arbeitsbedingungen. Dies geht über den Ausschluss arbeitsbedingter Gesundheitsgefährdungen hinaus und zielt auch auf die aktive Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen. Dazu gehören die Aspekte Persönlichkeitsförderlichkeit, soziale Angemessenheit von Arbeit und Beachtung der technisch-wissenschaftlichen Rationalität.

Während sich letztere auf die Abstimmung zwischen menschlichen Fähigkeiten und Arbeitsanforderungen als einen Beitrag zur Rationalisierung und Steigerung der Leistungsfähigkeit bezieht, bedeutet Persönlichkeitsförderlichkeit, dass Arbeitssituationen so gestaltet werden sollten, dass die Beschäftigten im Rahmen ihrer Arbeit Dispositionsspielräume nutzen können und Möglichkeiten zur Erweiterung der eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen bei gleichzeitiger Sicherstellung der erforderlichen Arbeitsschutzziele erhalten.

Die soziale Angemessenheit von Arbeit bezieht sich auf die Gewährleistung sozialer Normen bei der Ausführung von Arbeitstätigkeiten, die Partizipation der Beschäftigten bei der Gestaltung von Arbeitssystemen und auf die Förderung zwischenmenschlicher Beziehungen im Rahmen der Arbeit.

Nachhaltige Beschaffung

Der verantwortungsbewusste und wirtschaftliche Umgang mit den zugewiesenen finanziellen Mitteln macht die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bei der Beschaffung notwendig. So spielt die Beachtung klimaschutzrelevanter Aspekte heute eine wichtige Rolle bei der Vertragsvergabe.

Beim Beschaffungswesen der Universität werden bereits Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Sie sollen zukünftig noch weiter ausgebaut werden. So werden bspw. bei der Neuanschaffung von Geräten nicht nur der Anschaffungspreis, sondern auch die laufenden Betriebskosten berücksichtigt. Möbel und Büroartikel, die mit dem Blauen Engel zertifiziert sind, werden vorrangig beschafft. Der Anteil an Recycling-Papier an der Universität beträgt derzeit 30% und soll weiter erhöht werden.

Themenbereich umgesetzt Maßnahme
Beschaffung   Beschaffung über einen zentralen Lieferanten (aus Mecklenburg-Vorpommern) zur Einsparung von Fahrten
    Sammelbestellungen anstelle von Einzelaufträgen (wöchentliche Lieferung)
    Erweiterung/ Substitution der Rahmenvertragsartikel im Bereich Bürobedarf durch ökologisch korrekte Artikel - 100% der neu beschafften Büromöbel sind mit dem Blauen Engel zertifiziert, bei den Büroartikeln liegt der Öko-Anteil bei ca. 50%