Zur Geschichte des Standortes

Zur Geschichte des Standortes

Für Forschung und Lehre wurden neue Räume benötigt. Um 1850 wurden die Gebäude in der Loefflerstraße, die damals Langefuhrstraße hieß, geplant und anschließend gebaut. Die Gebäude erhielten alle eine Backsteinfassade. Das entsprach der charakteristischen Bauweise in Pommern. Gebaut wurden:

  • 1853–1856    Anatomisches Institut
  • 1856–1859    Universitätskrankenhaus
  • 1862–1864    Chemisches Institut
  • 1869–1871    Pathologisches Institut

Das Universitätskrankenhaus

AEGROTIS CURANDIS, MEDICIS INSTITUENDIS – „Kranke heilen und Ärzte ausbilden“ prangt in großen Lettern auf der Südseite des alten Universitätskrankenhauses. Das vierstöckige Gebäude wurde 1859 fertiggestellt und löste das klinische Lazarett in der Kuhstraße ab. Damals war es eines der modernsten Krankenhäuser und fasste bis zu einhundert Patienten. Das Universitätskrankenhaus wurde unter der Leitung von Gustav Emil Benedict Müller errichtet. Die Kosten für die Bauarbeiten beliefen sich in der Zeit auf mehr als drei Millionen Reichsmark (nach Bezugsbasis um 1920 wären das im Jahr 2000 rund 12 Millionen Euro gewesen). Der Bau gehörte damals zu den modernsten Klinken in Deutschland. Alle 32 Krankenzimmer besaßen einen Kaltwasseranschluss und waren so konzipiert, dass die Sonne mindestens einmal am Tag hineinscheinen konnte. Fünfzehn Jahre später musste bereits angebaut werden. Es kamen zwei große Hörsäle, ein römisches Bad und die Räume der Poliklinik hinzu. In den 1950er-Jahren wurde in einem Hörsaal eine Zwischendecke eingezogen, um weitere Laborräume einrichten zu können.

Die Chirurgische Klinik

Als letztes Gebäude im Komplex der Friedrich-Loeffler-Straße wird die Chirurgische Klinik errichtet. Drei Jahre dauern die Bauarbeiten an, ehe der Hochbau 1903 feierlich eröffnet wird. Bereits 50 Jahre zuvor forderte man einen chirurgischen Klinikbau, der die entsprechenden Kapazitäten fassen konnte. Die Chirurgische Klinik fasste einen Bettentrakt sowie einen Lehr- und Operationsflügel.

Quelle: Archiv
Zeichnung der Chirurgischen Klinik
Quelle: Archiv
Zeichnung des Wirtschaftsgebäudes der chirurgischen und medizinischen Klinik

Umbau des Klinikgeländes

Heute befindet sich in dem sanierten ehemaligen Klinikkomplex der geisteswissenschafte Campus Loefflerstraße. Neu gebaut wurden die Bereichsbibliothek, das Hörsalgebäude und die Mensa.
Für den Umbau wurde eine Architektenwettbewerb vom Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL) ausgeschrieben. Gefordert war ein hochbaulicher Vorentwurf für einen kombinierten Neubau mit Bereichsbibliothek für die Geisteswissenschaften, mit drei Hörsälen und einer Ausgabemensa mit Cafeteria für den Campus Loefflerstraße. 21 Architektenbüros konnten sich im Vorentscheid durchsetzen und wurden nach Bewerbungsschluss Mitte September 2010 gebeten, Entwürfe einzureichen. Insgesamt galt es, ca. 5840 m² Hauptnutzfläche zu beplanen. Davon entfallen 1087 m² auf die Hörsäle, 3066 m² auf die Bereichsbibliothek, 1473 m² auf eine Mensa mit angeschlossener Cafeteria und 214 m² für gemeinsam genutzte Nebenräume. Gewonnen hat das Büro Eßmann, Gärtner, Nieper Architekten GbR aus Leipzig.
Die Universität hat sich in der Zielvereinbarung mit dem Land bereit erklärt, für die Grundsanierung einer Klinik mehrere Millionen Euro aus dem Körperschaftsvermögen entsprechend Baufortschritt bereit zu stellen. Das Land hat sich im Gegenzug verpflichtet, nach Fertigstellung der Maßnahme das Geld zurückzuzahlen.

@Jan_Meßerschmidt
Modell beim Architektenwettbewerb. @Jan_Meßerschmidt
Foto: Jan Meßerschmidt
Entscheidung des Preisgerichts. @Jan_Meßerschmidt

Grundsteinlegung für den ersten Neubau am Campus Loefflerstraße 

Am 2. Dezember 2013 wurde am zukünftigen Campus in der Friedrich-Loeffler-Straße der Grundstein für den Neubau einer Bereichsbibliothek gelegt. In den kommenden Jahren wurden am Standort ein neues Hörsaalgebäude und eine Ausgabemensa neu errichtet. Die historischen Klinikgebäude wurden saniert.
Der Betrieb für Bau- und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (jetzt SBL) hatte bereits im September mit den Bauarbeiten für die neue Bibliothek begonnen. Für Anfang 2014 war der Baubeginn für das neue Hörsaalgebäude geplant. Ab Herbst 2014 wurde auch an der neuen Mensa gebaut.

Anfang 1900

2018

Bild: Till Junker

Quelle für diese Kurzzusammenfassung ist das Buch:

Lissok, Michael/Bernfried Lichtnau (Hrsg.): Das steinerne Antlitz der Alma mater. Die Bauten der Universität Greifswald 1456–2006. Lukas Verlag, Berlin 2006. 322 S. € 24,90. ISBN 978-3-936872-92-7