Copernicus und das Weltbild im Wandel

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Flammarion-1888-p163-colour-wiki
Die Abbildung zu Ihrer Verwendung zeigt den Durchbruch zum neuen Weltbild. Flammarions Holzstich, auch Wanderer am Weltenrand oder im Französischen au pèlerin („auf Pilgerschaft“) genannt, ist das Werk eines unbekannten Künstlers. Der Holzstich erschien erstmals 1888 als Illustration in dem Kapitel La forme du ciel („Die Form des Himmels“) des populärwissenschaftlichen Bandes L’atmosphère. Météorologie populaire („Die Atmosphäre. Populäre Meteorologie“) des französischen Autors, Astronomen und Präsidenten der 1887 von ihm gegründeten Société Astronomique de France Camille Flammarion. (Flammarion-1888-p163-colour-wiki)

Frau Wolfschmidt ist als Professorin an der Universität Hamburg und der Hamburger Sternwarte (Institut des Fachbereichs Physik) beschäftigt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Astronomie-, Physik-, Technik- und Chemiegeschichte (Frühe Neuzeit und 19./20. Jahrhundert) sowie wissenschaftliche Instrumente. Sie ist seit 1997 Professorin am „Zentrum für Geschichte der Naturwissenschaft und Technik" der Universität Hamburg (Hamburger Sternwarte).


Ansprechpartner
Greifswalder Sternwarte e. V.
sternwarte-greifswaldwebde
www.sternwarte-greifswald.com

 

Kernpunkte des Vortrages:
„Copernicus und das Weltbild im Wandel“
Nikolaus Copernicus (1473–1543), geb. in Thorn, Studium in Krakau und Italien, war äußerst vielseitig, Mediziner, Jurist, Theologe, Ökonom, aber heute ist er am bekanntesten als Astronom.Sein Werk "De Revolutionibus Orbium Coelestium" (1543) markiert den entscheidenden Wendepunkt in unserer Vorstellung vom Kosmos. Hier beschrieb er erstmals das heliozentrische Weltbild mit der Sonne im Zentrum, wobei sich die Erde täglich um ihre eigene Achse dreht und zudem jährlich die Sonne umkreist. Antike und Mittelalter dagegen hatten die Erde im Zentrum des Universums gesehen.
Der Wandel des Weltbildes, der Übergang von der geozentrischen Vorstellung bis zur Rezeption der neuen heliozentrischen Weltsicht, dauerte sehr lange. Der dänische Adlige und bedeutende Astronom Tycho Brahe schlug mit seinem Tychonischen Weltbild einen interessanten Kompromiss dar, dieses Bild wurde von der katholischen Kirche favorisiert. Dagegen engagierte sich der italienische Universialgelehrte Galileo Galilei für das Copernicanische Weltbild, doch den wirklichen Bruch mit den Vorstellungen der Antike vollzog erst der deutsche Mathematiker Johannes Kepler mit seiner "Neuen Astronomie" im Jahr 1609. Eine physikalische Grundlage für die Bewegung der Planeten um die Sonne schuf erst der englische Naturforscher Isaac Newton 1687. Er entdeckte, dass es die Schwerkraft ist, die einen Apfel zu Boden fallen lässt und die Himmelskörper auf ihren Bahnen hält. Damit konnte sich die heliozentrische Idee im 18. Jahrhundert durchsetzen und die Copernicanische Revolution war abgeschlossen.

Organisator

  • Greifswalder Sternwarte e. V.

Veranstaltungsort

  • Altes Audimax, Hörsaal 3
    Rubenowstraße 1
    17489 Greifswald

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