Exkursion der Gemeinschaft 2015

Exkursion der Gemeinschaft zur Fachhochschule Neubrandenburg mit Ausflug als Schiffsfahrt über den Tollensesee und durch das Naturschutzgebiet der Lieps am 29. September 2015

Die Fachhochschule Neubrandenburg ist eine der drei Fachhochschulen staatlicher Trägerschaft und unter Dienstaufsicht des Bildungsministeriums. Sie wurde 1991 mit 2 Fachbereichen gegründet, die auf die Vorgänger: Pädagogische Hochschule Neubrandenburg und Ingenieurhochschule für Bauwesen Neustrelitz aufbaute. 1992 erfolgte darüber hinaus die Einrichtung des Studienganges Agrarwissenschaft und Landschaftsarchitektur und später der Studiengang Lebensmitteltechnologie. Ab 2000 begann die Umstellung in den einzelnen Fachgebieten auf Bachelor- und Master- Abschlüsse. 2003 wurde der Fachbereich Soziale Arbeit in die Fachbereiche Soziale Arbeit sowie Gesundheit und Pflege aufgeteilt. Im Jahre 2006 wurden die Fachbereiche erneut nach den Erfordernissen der Entwicklung unserer Gesellschaft gegliedert.

Damit wurde dem Prozess der Adaptation an die Erfordernisse unserer Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung der demografischen Entwicklung im ländlichen Raum ständig und flexibel Rechnung getragen. Praxisrelevante Grundlagen bildete der Strukturwandel in den zwei größten ländlichen Kreisen: Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald. Er stellt eine ständige Herausforderung für die neuen Aufgaben der ländlichen Community Medizin in den Hochschulstandorten Neubrandenburg und Greifswald dar. Somit arbeiten diese Hochschulen auf diesem Gebiet auch eng mit den kommunalen sozialen Verwaltungen der Kreise zusammen.

Die Hochschule ist eine Campushochschule mit etwa 2100 Studenten im Wintersemester 2013/2014 in 14 Studiengängen. Ihre Fachbereiche sind Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften, Landschaftswissenschaften und Geomatik, Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung sowie Gesundheit, Pflege, und Management. Das Lehrangebot umfasst insgesamt 26 Bachelor-Master- und Weiterbildungsstudiengänge. Besonders starken Praxisbezug bieten zudem die dualen Studiengänge Gesundheits- und Krankenpflege sowie Pflegewissenschaft/Pflegemanagement. Generell legen die Neubrandenburger starken Wert auf praxisnahe Lehre und angewandte Forschung. Deshalb arbeiten sie auch eng mit den Unternehmen und Institutionen der Region zusammen. Es besteht auch eine starke internationale Zusammenarbeit mit über 50 Partnerhochschulen im Ausland.

Unsere Senioren- Gruppe von Hochschullehren i. R., darunter viele Mediziner, wollte sowohl die Strukturen der Hochschule als auch besonders die des Gesundheitsmanagements kennen lernen. Wir kannten die enge Verflechtung dieses Fachgebietes zu unserem Lehr- und Forschungsgebiet der Community Medizin am Universitätsklinikum Greifswald. Deren gemeinsame Arbeit bemüht sich in Kenntnis der derzeitigen demografischen Entwicklung, die in unserer Region durch eine ständig steigenden Zahl von Menschen im höheren und hohen Lebensalter unter den Bedingungen einer regionalen ländlichen Prägung mit dünner Besiedlung und sehr hoher Pflegebedürftigkeit sowie abnehmender Anzahl von Ärzten und Behandlungseinrichtungen vor Ort gekennzeichnet ist, um Lösungen dieser Probleme.

Es werden neue Projekte gestartet, die durch Entwicklung neuer Qualifizierungs- und Demonstrationsprojekte unter Verbindung der ambulanten Tätigkeiten mit telemetrischen und anderen medizintechnischen Verfahren in einem kurzen Zeitfenster unter Praxisbedingungen zu neuen beruflichen Qualifikationen führen sollen. Sie sind auf die medizinische Versorgung der genannten strukturarmen Regionen zugeschnitten und versuchen Pflegekonzepte zu schaffen, die eine lang anhaltende, eigenständigen Lebensgestaltung mit häuslicher medizinische Versorgung sichern sollen. In der Forschung geht es also um arztentlastende und integrativ wirksam werdende Qualifikationsmerkmale sowie um die Ausbildung solcher Dozenten, die über eine Lehrerausbildung verfügen und sich diesem neuen Berufsziel widmen. Dabei ist die Hochschule auf die Gewinnung von Lehrern angewiesen, die an der Universität Rostock ausgebildet wurden. Es sollen schnellstens im Gesundheitswesen neue wirksame Berufsfelder eröffnet werden, die zu einer Entlastung des Arztes führen und trotzdem die medizinische Versorgung auf dem Lande gewährleisten. Dazu muss noch ein erhebliches Maß an Forschung und Lehre sowie Organisation geleistet werden.

Wir wurden außerordentlich aufmerksam durch den Prorektor für Forschung, Wissenstransfer und internationale Beziehungen Herrn Prof. Dr. Gerd Teschke und den Kooperationspartner des Greifswalder Institutes für Community Medizin Herrn Prof. Dr. Oppermann empfangen. Herr Prof. Teschke gab einen ausführlichen Bericht über die Forschungsarbeiten aller Fachbereiche und deren ständige Erweiterungen während Herr Prof. Oppermann in seinem ausführlichen Bericht über das weiterentwickelte und sich noch in der Entwicklungsphase befindende Gesundheitsmanagement des Fachbereiches berichtete. Darauf aufbauend entwickelte sich mit uns eine lebhafte Diskussion. Frau Manthe vom Stab des Rektorates und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig führte als Abschluss unseres Besuches die Besuchergruppe über den Campus der Hochschule. Alle waren über Größe, Geschlossenheit, Zustand und Annehmlichkeit des Campus freudig erstaunt.

Danach begann der gesellschaftliche Teil unseres Neubrandenburg-Besuches. Der von uns gecharterte Reisebus brachte uns ins Restaurant "Badehaus" am Tollenseseee. Unter einem unwahrscheinlich beeindruckenden Blick auf den Tollensesee bei herrlichem Sonnenschein nahmen wir das Mittagessen ein und begaben uns dann auf das Fahrgastschiff "Mudderschulten" zu einer Rundfahrt über den Tollensesee und Lieps-See, dem großen Naturschutzgebiet um Neubrandenburg. Nach einer 2,5 stündigen Fahrt bei klarer Sicht und frischer Brise traten wir die Rückfahrt mit dem Bus an, der uns 9:00 Uhr morgens von Greifswald nach Neubrandenburg verbracht hatte. Hin- und Rückfahrt verblieben in bester Erinnerung.