Anna Lange wird für ihre Masterarbeit über schwedische Kriminalromane mit dem Genderpreis 2020 ausgezeichnet

Symbolbild Universität Greifswald (2019), Foto: ©Till_Junker
Symbolbild Universität Greifswald (2019), Foto: ©Till_Junker

Ihre literaturwissenschaftliche Analyse der Kriminalromane von Sjöwall und Wahlöö verknüpft Anna Lange mit einem kulturwissenschaftlichen Blick. Es gelingt ihr, über die Ebene der literaturhistorischen Betrachtung hinauszugehen und aktuelle gesellschaftspolitische Debatten um Sexarbeit im skandinavischen Kulturraum intensiv und kontrovers zu diskutieren. Frau Lange macht so deutlich, wie literarische und kulturelle Diskurse in die Gesellschaft und in unser Verständnis von Geschlechterperspektiven hineinwirken. Darüber hinaus ist die Arbeit von Anna Lange preiswürdig wegen ihrer innovativen und von modernen Gender Studies informierten Perspektive auf Geschlechterfragen, heißt es in der Begründung der Jury für die Preisvergabe.

„Ich finde es sehr spannend, wie gesellschaftliche Debatten, mal in aller Deutlichkeit, mal im Verborgenen, in literarischen Texten verarbeitet werden. Die Krimireihe von Sjöwall und Wahlöö bietet hierfür ein hervorragendes Beispiel. Während im Vordergrund ausdrückliche Kritik am Wohlfahrtsstaat geäußert wird, verfestigt sich im Hintergrund auf vielfältige Weise ein veraltetes bevormundendes Bild der weiblichen Sexualität. Für diese Arbeit mit dem Genderpreis ausgezeichnet worden zu sein, freut mich ungemein und bestärkt mich zugleich in meinem Vorhaben, das Thema der Sexarbeit in der schwedischen Literatur für ein Promotionsprojekt zu vertiefen,“ sagt die Preisträgerin Anna Lange.

Der Genderpreis wird jährlich für eine wissenschaftliche Arbeit, die die Geschlechterperspektive in besonderer Weise berücksichtigt, vom Rektorat und der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Greifswald vergeben. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert. Eingereicht werden können alle aktuellen wissenschaftlichen Abschluss- und Promotionsarbeiten der Universität Greifswald und der Universitätsmedizin Greifswald.

Weitere Informationen
M. A. Kultur – Interkulturalität – Literatur

Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Ruth Terodde
Gleichstellungsbeauftragte
Domstraße 11, Eingang 4, 17489 Greifswald
Telefon 3834 420 1108
ruth.teroddeuni-greifswaldde

Medieninformation


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