Greifswald goes International

Elisa Siewit

Studium in Greifswald

Englisch und Geografie auf Lehramt für Gymnasien

Aktivität im Ausland

Hochschulaustausch in Christchurch, Neuseeland

Zeitraum

02/2026 – 05/2026 

Wieso ich ins Ausland gegangen bin?

"Zum Abschluss meines Studiums, war ein Aufenthalt im Ausland verpflichtend. Ich war konfrontiert mit unendlichen Möglichkeiten und habe mir aus diesen eine Wunderschöne herausgepickt. Mein initialer Plan wurde auf Grund der komplizierten politischen Lage in der Welt und einer daraus resultierenden Unsicherheit verworfen. Ich musste umplanen und stand nun vor einer schweren Entscheidung — wie soll es weitergehen?"

Wieso bin ich ins Ausland gegangen?

Zum Abschluss meines Studiums, war ein Aufenthalt im Ausland verpflichtend. Ich war konfrontiert mit unendlichen Möglichkeiten und habe mir aus diesen eine Wunderschöne herausgepickt. Mein initialer Plan wurde auf Grund der komplizierten politischen Lage in der Welt und einer daraus resultierenden Unsicherheit verworfen. Ich musste umplanen und stand nun vor einer schweren Entscheidung — wie soll es weitergehen? Ich habe kein Trübsal geblasen und mich für einen Aufenthalt am anderen Ende der Welt entschieden.

Wie weit weg soll es gehen? Ich: Ja.

Neuseeland war, seit ich denken kann ein Wunschreiseziel! Es ist auf Grund der Entfernung jedoch lange ein Traum geblieben, zumindest bis zu einem Tag im August 2025, an dem ich meine Zusage für ein Studium an der University of Canterbury in Christchurch, Neuseeland, halten habe und in mein ganz eigenes Abendteuer gestartet bin.

Kia Ora, ja hier gibt es viele Schafe.

„Kia Ora“ ist eine Begrüßung, die man in Neuseeland überall hört, ob im Supermarkt, im Flugzeug oder zu Beginn der Vorlesung. Sie stammt aus dem Te Reo Maori und bedeutet so viel wie „Sei gesund“. Sie war nun auch das Erste, was ich gehört habe, als ich nach neuseeländischen Boden betreten habe. Meine Eltern brachten mich im Februar 2026 an den Frankfurter Flughafen und von dort aus ging es über Dubai und Australien nach Christchurch. 24 Stunden reine Flugzeit und eine Gesamtanreisezeit von über 48 Stunden hatten ihre Spuren hinterlassen.

Ich muss zugeben, ich hatte Angst, aber nicht vor den Menschen oder dem Land — es war die Entfernung, die mir in dem Moment zum ersten Mal aktiv bewusst wurde. Familie und Freund*innen, alle sind wortwörtlich auf der anderen Seite der Welt, jedes Telefonat und jeder Videocall muss vorher abgestimmt und zeitlich getaktet werden und das für die nächsten 5 Monate. Das war manchmal gar nicht so einfach. Glücklicherweise habe ich aber feststellen dürfen, dass Entfernung nicht nur negative Seiten mit sich bringt — sie kann auch befreien und fördert Selbstständigkeit ungemein.

Unabhängig davon haben mich die ersten Menschen, die ich in Neuseeland kennenlernen durfte, herzlich empfangen. Mein — von der Unterkunft gestellter — Fahrer erzählte direkt eine Anekdote über das Verhältnis von Schafen zu Menschen in Neuseeland. Anscheinend machte es große Schlagzeilen, als nun nicht mehr 5, sondern nur noch 2,5 Schafe auf einen Kiwi kamen. Mit dieser Freundlichkeit nahmen mich auch alle anderen — egal ob Mitarbeiter*innen der Universität oder Studierende — auf.

University of Canterbury — Literatur, Kameras und Steine.

Der Campus der University of Canterbury ist zentral in Christchurch gelegen. Er ist weitläufig, jedoch ist alles zu Fuß erreichbar. Die Uni besticht mit einer modernen Ausstattung und Dozierenden, die sich auf dem Level der Studierenden wiederfinden. Insgesamt nimmt die „Laid back“ Mentalität der Kiwis einen großen und angenehmen Einfluss auf die Lehre!

Dadurch, dass ich mein Studium in Greifswald fast abgeschlossen habe, konnte ich mich bei der Kurswahl an der UC freiausleben. Ich habe mich für einen Creative Writing, einen Screen Writing und einen Einführungskurs in die Geologie entschieden. Vor allem der Creative Writing Kurs hat mir sehr viel Spaß gemacht und meine Sprachskills positiv beeinflusst. Spannend war auch eine Exkursion im Geologie-Kurs! Aufgrund der geologischen Beschaffenheit Neuseelands kann man fast alles, was man vormittags als Theorie in der Vorlesung gelernt hat, am Nachmittag am Strand oder im Gelände praktisch anwenden.

Neben guter Lehre bietet die Universität auch unzählige Aufenthaltsmöglichkeiten zum Lernen und Arbeiten. Sehr cool war auch, dass viel kleine Cafés und Restaurants mit günstigen Preisen über den Campus verteilt waren — das hat mir das ein oder andere Mal den Weg zum Einkaufen erspart.

Noch zu betonen ist, dass die Universität selbst unzählige Beratungsmöglichkeiten und Unterstützungsprogramme für Studierende anbietet — nicht nur für den akademischen Bereich. In Neuseeland wird sehr viel Wert auf die mentale und physische Gesundheit der Studis gelegt und so gab es auf dem Campus direkt mehrere Beratungsstellen, die man 24/7 in Anspruch nehmen konnte. Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass es eine kleine Klinik nur für Studierende direkt auf dem Campus gibt, bei der man sich unkompliziert anmelden kann und bei Krankheit auch direkt einen Termin bekommt.

Hall Life — Wer bringt den Müll raus?

Die University of Canterbury bietet den Studierenden die Möglichkeit in Halls direkt auf dem Campus zu leben und ich hatte mich für die „Ilam Accomodation“ entschieden. Ilam besteht aus mehreren Wohnblöcken, in denen Studierende zu fünft in einer sogenannten Flat leben. Jede*r hat sein*ihr eigenes Zimmer, welches mit Bett, Schrank und Schreibtisch ausgestattet ist, dazu gibt es 2 Bäder und eine Küche die sich alle teilen. Das Besondere an Ilam ist, dass fast alle Studis im 1. Studienjahr und viele self-catered sind — sich also alleine um Essen kümmern müssen. Ironischerweise haben es während meines Aufenthalts vor allem die Halls „Tupuanuku und Tuparangi“ — welche direkt auf der anderen Straßenseite liegen, jedoch ausschließlich catered sind — geschafft, den Feueralarm auszulösen.

In Ilam ist es normal, dass internationale Studis zusammenleben, so habe ich mir meine Flat mit 3 Amerikaner*innen und einem Japaner geteilt. Ich muss zugeben, dass unser Zusammenleben eher aus Koexistenz als aus aktive Interaktion bestand. Leider sind vermehrt Probleme in Bezug auf Ordnung und Sauberkeit aufgetreten, die teilweise nur durch das Einschreiten von RA’s (Residential Assistent) gelöst werden konnten. An der Stelle muss ich jedoch betonen, dass ich mehr als 3 Jahre älter war als meine Mitbewohner*innen und sie, anders als ich, noch nie vorher allein gewohnt haben, dementsprechend waren wir nicht 100% auf einer Wellenlänge.

Cheers Mate, ab in den Pub.

Ich habe ein paar enge Freund*innen gefunden, mit denen ich auch außerhalb der Vorlesungen und Seminare viel Zeit verbracht habe. Neben kleinen Wanderungen und Late Night Trips in die Stadt, um Froyo zu essen, haben wir auch den ein oder anderen Abend im Pub verbracht.

Die Kiwis haben eine sehr ausgeprägte drinking culture, es ist normal, freitags und samstags auszugehen und dabei das ein oder andere Bierchen zu trinken. Oft wird auch Pool gespielt oder Rugby geschaut. Innerhalb von Christchurch kann man auch recht gut feiern gehen, wobei es dabei einen strengen Dresscode gibt — mit Jogginghose kommt man nicht rein. Wenn das Wetter mal schlecht und mir und meinen Mates langweilig war, haben wir auch gerne mal Zeit in der Mall verbracht, sind durch Kmart gestöbert, haben unser Glück bei TimeZone versucht oder den ein oder anderen Flat White genossen. 

Bei gutem Wetter sind wir häufig in den Hagley Park oder haben im Town Center am Avion River Pizza gegessen. Alles in allem gibt es in Christchurch eine Menge zu erleben für junge Leute und Studierende.

Mario Kart IRL

„Neuseeland bereist man am besten mit dem Auto“ wurde mir gesagt und ich muss leider zugeben, dass es stimmt. Obwohl Christchurch selbst einen super ausgebauten ÖPNV hat, ist es schwierig an abgelegenere Ort zukommen, wenn man kein Auto hat. Ich habe mich davon aber nicht aufhalten lassen und trotzdem auf zwei größere Reisen gewagt.

Im Mai hat es mich nach Queenstown — ein kleiner Ort, bekannt durch seine wunderschöne Natur — verschlagen. Ein Highlight meiner Reise, war das Fahren mit der Gondola und einem anschließenden Ride mit „The Ludge“. Das war quasi Mario Kart in real life! Es war einfach ein super tolles Erlebnis. Ein weiteres Highlight war der Besuch im Onsen Hot Spa, wo man ein heißes Onsen Bad nehmen kann, während man eine traumhafte Aussicht auf die Berge um Queenstown hat.

Als zweites hat es mich nach Auckland — der größten Stadt Neuseelands, gelegen an der Spitze der Nordinsel — verschlagen. Auckland hat mich ein wenig an europäische Großstädte wie London oder Hamburg erinnert, auch bedingt durch die multikulturelle Struktur der Stadt. Mega beeindruckend war es auf den Sky Tower hinaufzufahren — was sich mit meiner Höhenangst schon als echte Herausforderung entpuppt hat. Letztendlich war aber die Aussicht über Auckland die zitternden Knie wert!

Conlusion

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mich das Auslandssemester in Neuseeland, nicht nur in Bezug auf meine Sprachkenntnisse, sondern auch menschlich sehr viel weiter gebracht hat. Christchurch ist eine tolle Stadt, Neuseeland ist wunderschön und sollte bei jeder reisebegeisterten Person auf der bucket list stehen. Ich werde definitiv nochmal dorthin reisen, aber das nächste Mal mit einem Führerschein!

Viel mehr Eindrücke und Erfahrungen habe ich auf meinem Instagram geteilt, gerne stehe ich da auch für Fragen zu anderen Themen wie Visum oder Finanzierung zur Verfügung, folgt also gerne mal rein: @es.soetje

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